Jahrestag der Lehman-Pleite: "Business as usual", doch Kleinanleger stehen weiter im Regen
15. September 2009, 13:07[up] Ein Jahr nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers leiden Zehntausende von Kleinanlegern und Sparern in Deutschland weiterhin unter den Folgen. Nun gehen sie erneut in Frankfurt und anderen Städten auf die Straße, um erneut an die Fehlleistungen ihrer jeweiligen Banken und die noch immer ungenügenden Konsequenzen aus einem der größten finanzpolitischen Fehler der letzten Jahrzehnte zu erinnern.
Am 15.9. jährt sich die Insolvenz von Lehman Brothers zum ersten Mal. Es gibt aus diesem Anlass viele abstrakte Diskussionen, ob dieses Ereignis Auslöser oder Symptom der weltweiten Finanzkrise war. Sicher ist: Es hat etwa 40.000 sicherheitsorientierte Anleger in Deutschland - darunter auffällig viele Rentner - um große Teile Ihres angesparten Vermögens gebracht. Viele Banken haben Ihre Kunden aus Eigeninteresse und aufgrund hoher Provisionszahlungen in für deren Ziele ungeeignete Lehman-Zertifikate regelrecht "hineinberaten". Diese massiven Fehlleistungen der Banken wurden inzwischen durch eine Vielzahl von Gerichtsurteilen bestätigt.
Zentrale Veranstaltungen erinnern an Desaster
Die Lehman-Geschädigten werden bei der zentralen Veranstaltung in Frankfurt am Main und weiteren regionalen Aktionen erneut intensiv auf ihre Situation und das bisher enttäuschende Verhalten von Banken und Politik aufmerksam machen. Sie bemängeln, dass sich die Banken nach wie vor nicht ihrer Verantwortung gegenüber ihren Kunden stellen oder sich ohne jede Schuldanerkenntnis hinter ungenügenden "Kulanzregelungen" verschanzen. Die Lehman-Geschädigten verlangen daher weiterhin eine umfassende Rückabwicklung der Zertifikate als Konsequenz aus der in ihrer Sicht weit verbreiteten Falschberatung durch die Banken.
Wenig Unterstützung durch Politik und Behörden
Politik und Regulierungsbehörden in Deutschland haben den Lehman-Geschädigten bisher nur wenig Unterstützung zukommen lassen, äußerte die Interessengemeinschaft der Lehman-Geschädigten gegenüber SPREERAUSCHEN.net. Im Allgemeinen würde zwar Verständnis gezeigt und auf den Rechtsweg verwiesen, wie es auch Bundeskanzlerin Merkel am 17.5. bei einer RTL-Fragestunde einer Lehman-Geschädigten aus Berlin gegenüber getan hat. Die beschlossene Stärkung der Anlegerrechte ab 2010 aber helfe den bereits Geschädigten nicht. Im Gegensatz zu den Banken, die als "systemrelevant" eingestuft wurden und massive staatliche Hilfen erhielten, könnten Kleinanleger und Sparer nicht mit einer solchen Unterstützung rechnen. Die Beispiele von Italien, Großbritannien und Hong Kong zeigten jedoch, dass Regierung und Politik sowie die Regulierungsbehörden durchaus Druck auf die Banken ausüben und erfolgreich Vermittlungsfunktionen übernehmen können.
Weltweite Vernetzung und Justiz-Erfolge
Die Situation der Lehman-Geschädigten in Deutschland ist leider kein Einzelfall. Sehr ähnliche Problematiken sind bisher aus Belgien, Österreich, England, Spanien, der Schweiz, Italien, Polen, den UAE, USA, Hong Kong, Taiwan und Singapur bekannt. Die deutschen Opfer der Lehman-Pleite haben bereits mit vielen ähnlichen Organisationen weltweit Kontakt aufgenommen. Innerhalb der letzten 12 Monate konnte die Lehman-Geschädigten durch Hunderte von Mahnwachen vor den Bankfilialen, aufmerksamkeitsstarke Protestzüge, intensive Pressearbeit und kleinteilige Aufklärung der Allgemeinheit das anfängliche Image der "zinsgeilen Zocker" korrigieren. Inzwischen nimmt die Öffentlichkeit die Geschädigten als das wahr, was sie tatsächlich auch sind: Opfer von zu komplexen Finanzprodukten und unprofessioneller Bankberatungen. Und das Recht ist vermehrt auf ihrer Seite. denn von den Gerichten gegen die Banken gefällten Urteile wegen Falschberatung sind - trotz für die Geldinstitute günstiger Gesetzeslage - ganz überwiegend zugunsten der Geschädigten ausgefallen.
Aktionen und Termine:
Zentrale Aktion in Frankfurt am 15. September 2009 am Main um 14.30 Uhr
Kontakt Frankfurt:
Cornelia Bickert, 0170 9443521
Peter Kyritz, 0151 23210942
Nikolas Ewald, 0173 9373203
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Weitere Aktionen:
Hamburg am 15.9. 2009 um 15.30 Uhr bis ca. 17.30 Uhr auf dem Hamburger Rathausmarkt. Gegen 18:00 Uhr beginnt das Treffen der Hamburger Geschädigten im Café Endel in der Gänsemarkt-Passage.
Kontakt Hamburg: 0163 7232327 (mobil)
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Berlin, 15. September 2009 um 14:45 Uhr in der Carl-Schurz-Straße an der Nicolai-Kirche, Altstadt Spandau. Ende der Veranstaltung ist gegen 18:00 Uhr.
Kontakt Berlin:
Reinhard Geißler, 030 7130388
Angelika Theiler, 030 67124087 oder 0176 62143789 (mobil)
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Bremen, 15. September 2009 um 11.00 Uhr bei den "Schweine-Skulpturen" in der Sögestraße. Zum Abschluss findet ein Treffen im Cafe auf dem Marktplatz vor dem Rathaus und der Bürgerschaft statt.
Kontakt Bremen: Helma Meyer, 0162 7411957 (mobil); Rechtsanwalt Dr. Ehlers
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Hannover, Aachen: Mahnwache am 15.9. um 17:00 Uhr vor der Sparkasse Hannover auf der Bahnhofstr.13. Anschließend wird die Citibank-Filiale in der Karmarschstr.12-13 besucht.
Aachen: 15. September 2009 ab 16:00 Uhr Mahnwache der Lehman-Geschädigten vor dem Rathaus am Markt.
Verweise:
Verraten und verkauft - Kleinanleger stehen zu Tausenden im Regen
Finanzmarktstabilisierung: "Die sich daraus ergebenden Lasten werden uns bleiben"
Artikelsammlung zur Finanzkrise
Am 15.9. jährt sich die Insolvenz von Lehman Brothers zum ersten Mal. Es gibt aus diesem Anlass viele abstrakte Diskussionen, ob dieses Ereignis Auslöser oder Symptom der weltweiten Finanzkrise war. Sicher ist: Es hat etwa 40.000 sicherheitsorientierte Anleger in Deutschland - darunter auffällig viele Rentner - um große Teile Ihres angesparten Vermögens gebracht. Viele Banken haben Ihre Kunden aus Eigeninteresse und aufgrund hoher Provisionszahlungen in für deren Ziele ungeeignete Lehman-Zertifikate regelrecht "hineinberaten". Diese massiven Fehlleistungen der Banken wurden inzwischen durch eine Vielzahl von Gerichtsurteilen bestätigt.
Zentrale Veranstaltungen erinnern an Desaster
Die Lehman-Geschädigten werden bei der zentralen Veranstaltung in Frankfurt am Main und weiteren regionalen Aktionen erneut intensiv auf ihre Situation und das bisher enttäuschende Verhalten von Banken und Politik aufmerksam machen. Sie bemängeln, dass sich die Banken nach wie vor nicht ihrer Verantwortung gegenüber ihren Kunden stellen oder sich ohne jede Schuldanerkenntnis hinter ungenügenden "Kulanzregelungen" verschanzen. Die Lehman-Geschädigten verlangen daher weiterhin eine umfassende Rückabwicklung der Zertifikate als Konsequenz aus der in ihrer Sicht weit verbreiteten Falschberatung durch die Banken.
Wenig Unterstützung durch Politik und Behörden
Politik und Regulierungsbehörden in Deutschland haben den Lehman-Geschädigten bisher nur wenig Unterstützung zukommen lassen, äußerte die Interessengemeinschaft der Lehman-Geschädigten gegenüber SPREERAUSCHEN.net. Im Allgemeinen würde zwar Verständnis gezeigt und auf den Rechtsweg verwiesen, wie es auch Bundeskanzlerin Merkel am 17.5. bei einer RTL-Fragestunde einer Lehman-Geschädigten aus Berlin gegenüber getan hat. Die beschlossene Stärkung der Anlegerrechte ab 2010 aber helfe den bereits Geschädigten nicht. Im Gegensatz zu den Banken, die als "systemrelevant" eingestuft wurden und massive staatliche Hilfen erhielten, könnten Kleinanleger und Sparer nicht mit einer solchen Unterstützung rechnen. Die Beispiele von Italien, Großbritannien und Hong Kong zeigten jedoch, dass Regierung und Politik sowie die Regulierungsbehörden durchaus Druck auf die Banken ausüben und erfolgreich Vermittlungsfunktionen übernehmen können.
Weltweite Vernetzung und Justiz-Erfolge
Die Situation der Lehman-Geschädigten in Deutschland ist leider kein Einzelfall. Sehr ähnliche Problematiken sind bisher aus Belgien, Österreich, England, Spanien, der Schweiz, Italien, Polen, den UAE, USA, Hong Kong, Taiwan und Singapur bekannt. Die deutschen Opfer der Lehman-Pleite haben bereits mit vielen ähnlichen Organisationen weltweit Kontakt aufgenommen. Innerhalb der letzten 12 Monate konnte die Lehman-Geschädigten durch Hunderte von Mahnwachen vor den Bankfilialen, aufmerksamkeitsstarke Protestzüge, intensive Pressearbeit und kleinteilige Aufklärung der Allgemeinheit das anfängliche Image der "zinsgeilen Zocker" korrigieren. Inzwischen nimmt die Öffentlichkeit die Geschädigten als das wahr, was sie tatsächlich auch sind: Opfer von zu komplexen Finanzprodukten und unprofessioneller Bankberatungen. Und das Recht ist vermehrt auf ihrer Seite. denn von den Gerichten gegen die Banken gefällten Urteile wegen Falschberatung sind - trotz für die Geldinstitute günstiger Gesetzeslage - ganz überwiegend zugunsten der Geschädigten ausgefallen.
Aktionen und Termine:
Zentrale Aktion in Frankfurt am 15. September 2009 am Main um 14.30 Uhr
Kontakt Frankfurt:
Cornelia Bickert, 0170 9443521
Peter Kyritz, 0151 23210942
Nikolas Ewald, 0173 9373203
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Weitere Aktionen:
Hamburg am 15.9. 2009 um 15.30 Uhr bis ca. 17.30 Uhr auf dem Hamburger Rathausmarkt. Gegen 18:00 Uhr beginnt das Treffen der Hamburger Geschädigten im Café Endel in der Gänsemarkt-Passage.
Kontakt Hamburg: 0163 7232327 (mobil)
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Berlin, 15. September 2009 um 14:45 Uhr in der Carl-Schurz-Straße an der Nicolai-Kirche, Altstadt Spandau. Ende der Veranstaltung ist gegen 18:00 Uhr.
Kontakt Berlin:
Reinhard Geißler, 030 7130388
Angelika Theiler, 030 67124087 oder 0176 62143789 (mobil)
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Bremen, 15. September 2009 um 11.00 Uhr bei den "Schweine-Skulpturen" in der Sögestraße. Zum Abschluss findet ein Treffen im Cafe auf dem Marktplatz vor dem Rathaus und der Bürgerschaft statt.
Kontakt Bremen: Helma Meyer, 0162 7411957 (mobil); Rechtsanwalt Dr. Ehlers
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Hannover, Aachen: Mahnwache am 15.9. um 17:00 Uhr vor der Sparkasse Hannover auf der Bahnhofstr.13. Anschließend wird die Citibank-Filiale in der Karmarschstr.12-13 besucht.
Aachen: 15. September 2009 ab 16:00 Uhr Mahnwache der Lehman-Geschädigten vor dem Rathaus am Markt.
Verweise:
Verraten und verkauft - Kleinanleger stehen zu Tausenden im Regen
Finanzmarktstabilisierung: "Die sich daraus ergebenden Lasten werden uns bleiben"
Artikelsammlung zur Finanzkrise































































