Aktuell

View from Liberty's crown

Frank Schäffler (FDP)

Der Bundestags-
abgeordnete und "Euro-Rebell" erklärt im Interview, dass die Schulden-
schirmpolitik den Euro zerstört, Europa spalten wird und schließlich das Sparvermögen aller vernichtet.

Zum Interview

Prof. Dr. Franz Hörmann

Der Univ.Prof. im Institut für Unterneh-
mensrechnung an der Wirtschafts-
universität Wien glaubt, dass es ein "systemisches Betrugsmodell einer Institution gebe, der in unserem Wirtschaftssystem das Monopol zur Geldschöpfung über Kredite eingeräumt wird".

Zum Interview

Sebastian Nerz (Piraten)

Die Piraten sind klar zum Ändern. Der Bundes-
vorsitzende der Piratenpartei Sebastian Nerz spricht in unserem Interview über Zukunftspläne, Ideologien und Visionen dieser noch sehr jungen Partei.

Zum Interview

Wolfgang Bosbach (CDU)

Der Bundestags
abgeordnete und Vorsit-
zende des Innen-
ausschusses des Deutschen Bundestages wird im Parla-
ment gegen die Erweiterung des EU-Rettungs-
schirms stimmen. Wir haben ihn nach den Gründen befragt.

Zum Interview

Prof. Dr. Uwe Kamenz

Früher oder später fliegt jedes Plagiat auf, glaubt Professor Kamenz von der FH-Dortmund. Unter Einsatz eines Fujitsu Scanners will er helfen, die Wahrheit schneller ans Licht zu bringen. Politiker zeigen sich wenig begeistert.

Zum Interview

Uwe Schummer (CDU)

Der Bundestags-
abgeordnete möchte "Hartz IV" abschaffen. Die Agenda 2010 sei abgearbeitet, glaubt er und verrät im Interview, was er stattdessen für richtig hält: Eine Agenda 2015 soll es nun richten!

Zum Interview

Michael Martens

Der FAZ-Redak-
teur spricht in unserem Inter-
view über das breite mediale Interesse zu der seltsamen Publi-
kation der Daniela Matijevic, die im Kosovo "knietief in Leichen stand". Dies, obwohl dort seit 1995 bis heute kein einziger deutscher Soldat bei Gefechten ums Leben gekommen ist.

Zum Interview

Dominic Schwickert

Der Politik-
berater spricht in unserem politischen Gespräch über "Strategiebera-
tung im Zen-
trum der Macht" und stellt seine diesbezüglich gerade erschienene Publikation vor.

Zum Interview

Dr. Jakob Sierig

Der Tübinger Geologe spricht im Interview über Sicherheit und Kosten-Nutzen zum Jahrhundert-
projekt "Stutt-
gart 21" und warnt vor nicht überschaubaren Folgekosten.

Zum Interview

Sebastian Knauer

Der SPIEGEL-Redakteur und Herausgeber der Publikation "Barschel - Die Akte" geriet 1987 auf dem Höhepunkt des Barschel-Skandals selbst in den Sumpf des Polit-Thrillers, als er den toten Politiker auffand.

Zum Interview
  


Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin (SPD)

Die SPD-
Politikerin und Rechtsanwältin ist Mitglied des Deutschen Bundestags und spricht in unserem Interview über Leiharbeit, Dumpinglöhne und weitere Schieflagen auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Zum Interview



Dieter Reicherter

Der ehemalige Richter war viele Jahre als Vorsitzender am Landge-
richt Stuttgart tätig und berichtet als Augenzeuge von gewalttätigen Übergriffen der Polizei bei einer Demo zum Projekt "Stuttgart 21".

Zum Interview

Dr. Gregor Gysi (PDL)

Der Fraktions-
vorsitzende im Deutschen Bundestag spricht über die Gründe der weiter um sich greifenden Politikverdrossenheit und erklärt, was er sich für seine Partei in der Zukunft wünscht.

Zum Interview

Wolfgang Grupp, Trigema

Der schwäbische Unternehmer spricht über Globalisierung, Exportwelt-
meister, Hoch-
lohnland Deutschland, Ethik, persönliche Haftungen und erfolgreiche Unternehmensführung.

Zum Interview

Omid Nouripour (Grüne)

Der Verteidi-
gungssexperte von Bündis 90/Die Grünen erklärt, warum ein schneller Abzug aus Afghanistan nicht möglich ist und was es mit den von General McChrystal angekündigten Groß-Offensiven auf sich hat.

Zum Interview

Prof. Dr. M. Hartmann

Sind Hartz IV-Empfänger Deutschlands Sozialschma-
rotzer oder verschleiern lautstarke populistische Parolen den Blick auf ganz andere Tatsachen?

Zum Interview

Omid Nouripour (Grüne)

Der Verteidungs-
Experte sieht viel Klärungsbedarf hinsichtlich des Luftangriffs im afghanischen Kundus. Ein Untersuchungs-
ausschuss soll nun klären, ob der Öffentlichkeit bewusst die Wahrheit vorenthalten wird.

Zum Interview



GEN - DEBATTE:
Gibt es ein Recht auf Dummheit?


SARRAZIN - Debakel


AFGHANISTAN - EINSATZ

HARTZ IV
Artikelsammlung zur größten Sozialreform in der Geschichte der Bundesrepublik

Arbeitsmarkt Deutschland:
Bankrotterklärung in einem der reichsten Länder der Welt

Prof. Dr. Ch. Broelsch

Die Staatsan-
waltschaft wirft dem Transplan-
tationschirurgen Betrug, Nötigung und Vorteilsge-
währung vor. Broelsch soll Patienten systematisch zu Spendenzahlungen erpresst haben. Wir haben nachgefragt.

Zum Interview    



Graf von Faber-Castell

Der Top-
manager und Vorstands-
vorsitzende der Faber-Castell AG in Stein äußert sich im Interview zu Tradition und Fortschritt, unternehmerische Verantwortung und Nachwuchsförderung.

Zum Interview

Domenika Ahlrichs

Im Gespräch mit der derzeitigen Chefredakteurin der NETZEITUNG, die zum Jahres-
ende 2009 den redaktionellen Betrieb einstellt. Damit soll der Weg für ein automatisiertes Nachrichtenportal geebnet werden.

Zum Interview    

Dr. Michael Maier

Der ehemalige Chefredakteur der NETZEITUNG ist sich sicher: Das Ende der Netzeitung ist auch ein Menetekel für die Branche.

Zum Interview    





Dr. Hermann Otto Solms

Der Vizepräsi-
dent des Deut-
schen Bundes-
tages hat in den vergangenen Jahren ein Gesamtkonzept zur Reform der direkten Steuern entwickelt. Wir haben mit ihm darüber gesprochen.

Zum Interview

Parlamentsfernsehen



DER MADOFF-SKANDAL

Banken-FLOP des Jahrzehnts:

Hypo Alpe Adria und
der Fall BayernLB

Prozess im Fokus:

Prof. Dr. Christian Broelsch
Ein Star-Chirurg auf der Anklagebank

DIE FINANZKRISE

Jens Seipenbusch

Der Vorstands-
vorsitzende der schnell wachsen-
den Piratenpartei in Deutschland spricht über Bürgerrechte im digitalen Zeitalter und mehr Transparenz in Politik und Behörden.

Zum Interview

Gerd Heidemann

Mehrteiliges Interview mit dem Ex-"Stern"-
Reporter und ehemaligen Kriegsbericht-
erstatter Gerd Heidemann, dessen Karriere mit dem Medien-Flop um die gefäl-
schten Hitler-Tagebücher ein jähes Ende fand.

Zum Interview

Prof. Dr. C. Pestalozza
Prof. Dr. C. G. Paulus

FU Berlin und Humboldt-Universität zu Berlin beantworten Fragen zum Finanzmarktstabili-
sierungsgesetz

Zum Interview

Counter



senden

Stefan Enderle: In den Giftschränken der Medien verschwinden Themen, die zu heikel sind (1)

26. August 2010, 15:30
M E D I E N G E S P R Ä C H
Wie entstehen eigentlich Nachrichten? [Ursula Pidun] Medien klären bestenfalls authentisch auf und formulieren komplexe Zusammenhänge verständlich. So werden mündige Leser in die Lage versetzt, eigene Schlüsse zu ziehen. Doch nicht selten ist die Welt der Medien geheimnisvoll, mysteriös und nebulös. Schlimmstenfalls verlieren sich in dieser Welt Fakten, Wesentliches wird bewusst verschwiegen und Brisantes regelrecht unterschlagen. Sie glauben, das kann nicht sein?

Dieser Frage ist auch Stefan Enderle nachgegangen. Der frisch gebackene Dipl.-Ing. Audiovisuelle Medien (FH) stolperte über immer mehr Themen, die in den traditionellen Massenmedien entweder keinerlei Erwähnung fanden oder relativ bedeutungslos und nur am Rande Notiz fanden. Als Enderle diese Problematik bei Freunden und Bekannten ansprechen wollte, war das Erstaunen groß. Denn überwiegend traf er auf die Meinung, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Sind also Meldungen nicht in den etablierten Medien aufgetaucht, dann ist scheinbar auch nichts dran, glaubt der überwiegende Teil der Befragten. So kam es zu der Idee, einen Film zu produzieren, der einen fundierten Einblick in die Welt der Medien gibt und eindringlich auf den direkten Einfluss der Medien auf das Weltbild und damit die Realität der Konsumenten hinweist. Denn letztendlich üben Medien einen erheblichen Einfluss auf unsere Demokratie aus. Enderles Anspruch: Der Film, der im Rahmen der Diplomarbeit zum Abschluss des Studiums „Audiovisuelle Medien“ an der Hochschule der Medien in Stuttgart Vaihingen entstand, soll zu mehr Skepsis ALLEN Medien gegenüber und zu mehr Eigeninitiative in der Informationsbeschaffung motivieren.

SPREERAUSCHEN.net möchte den Film, der von namhaften Persönlichkeiten aus der Medienwelt durch Anmerkungen, kritische Statements und überraschend offen dargelegte Fehlentwicklungen unterfüttert wurde, ausdrücklich empfehlen. Im 98-minütigen Film (zu sehen am Ende des zweiten Teils des Interviews) kommen Hans Leyendecker - Journalist und Leitender Redakteur der Süddeutschen, Dr. Siegfried Weischenberg - Professor für Journalistik und Kommunikationswissenschaft, Regine Naeckel - Leitende Redakteurin "Hintergrund", Bernd Malzanini - Leiter der Geschäftsstelle KEK Potsdam, Dr. Hans Mathias Kepplinger - Professor für empirische Kommunikationsforschung und Dr. Dr. h. c. Bernd Hamm - Professor emeritus Siedlungs- Umwelt- und Planungsosziologie ausführlich zu Wort. Vor dem Startschuss "Film ab", haben wir den Regisseur dieses Projekts getroffen. Ursula Pidun im Mediengespräch mit Stefan Enderle.

Stefan EnderleStefan Enderle, auf Ihrem Blog "kannnichtsein" schreiben Sie als Kommentar zu Ihrem Film unter anderem, dass die viel zu bunte Medienwelt Überraschungen bereithält. Und zwar jener Art, die wir zwar immer befürchtet haben, aber nie glaubten, sie könnten Realität sein. Was hat Sie bei den Recherchen hinsichtlich der Wirklichkeit unserer etablierten Medien am meisten erschreckt?

Ich denke die erschreckendste, obwohl wie bereits erwähnt, lange befürchtete Aussage war sicher die, dass es innerhalb der großen deutschen Medien tatsächlich so etwas wie "Giftschränke" gibt. In diesen Giftschränken verschwinden die Themen die den Verlegern und/oder Chefredaktionen zu heikel sind. Und das, obwohl es dabei oft genug um wichtige Themen geht, die uns alle betreffen und die Einstufung als "zu heikel" nicht selten sehr bizarr anmutet.
Das Vorenthalten solcher Informationen hinterlässt bei einem kritischen, politisch interessierten Bürger den Beigeschmack, dass man in wichtige entscheidungsbildende Prozesse nicht eingebunden wird. Getreu dem Motto "Was der Bürger (Wähler) nicht weiß, macht ihn nicht heiß."
Durch die Verstrickungen und Wechselbeziehungen zwischen den Medien und der Politik entsteht dann eben genau diese Wirklichkeit der etablierten Medien: Über gewisse Themen berichten die Medien nicht (oder nur sehr am Rande). Dadurch entsteht über diese Themen auch kein öffentlicher Diskurs. Dadurch wiederum wird jeder, der privat versucht mit seinen Mitbürgern über diese Themen zu sprechen, schief angeschaut. Denn wenn es wahr wäre, was derjenige einem da erzählt, dann hätte in den Medien ja schon darüber berichtet werden müssen. Ein Teufelskreis.

Zwischen Politik und Medien besteht eine wechselseitige, tiefe Abhängigkeit, die eigenartigerweise in weiten Teilen abgestritten wird. Für viele Politiker steht das persönliche Presse-Echo auf Rang 1 der Prioritätenliste, während nicht wenige Journalisten wenigstens am Katzentisch der Politik Platz nehmen möchten. Glauben Sie, diese Schleimspuren sind eher breiter und glitschiger geworden, so dass es immer schwieriger wird, authentischen Journalismus durchzusetzen?

Nun, dass diese Abhängigkeit abgestritten wird liegt in der Natur der Sache. Journalismus muss unabhängig sein, sonst kann ihm aufdoktriniert werden worüber er berichten darf und worüber nicht. Nur, heutzutage begnügt sich der Durchschnitts-Rezipient offensichtlich auch schon mit dem Schein der Unabhängigkeit und zumindest der muss gewahrt werden.
Solange dieser Schein also gewahrt werden kann und sich die Medienkonsumenten in diesem Lande, also wir alle, sich über die Zusammenhänge zwischen den Verbindungen von Politik, Medien und dem Funktionieren unserer demokratischen Gesellschaft keine Gedanken machen, solange wird diese "Schleimspur" wohl tatsächlich noch breiter und glitschiger werden als sie ohnehin schon ist.
Die Folgen für investigativen, authentischen Journalismus liegen auf der Hand: Ein Journalist der einmal einen Politiker für Verfehlungen "an den Pranger gestellt hat", an dessen Katzentisch er noch vor kurzem saß, wird nicht mehr allzu schnell erneut in diesen (zweifelhaften) Genuss bei einem anderen Politiker kommen. "Man beißt nicht in die Hand die einen (mit Informationen) füttert." Begibt sich ein Journalist in eine solche Abhängigkeit, beispielsweise Vorab-Informationen oder Hintergrundgespräche im Gegenzug für eine freundliche Berichterstattung zu erhalten, wird er sich wohl zweimal überlegen, ob er eine negative Geschichte über diesen Politiker bringt. Gleiches gilt natürlich für Absprachen mit Konzernchefs, Vorständen, sprich alle anderen Berufsgruppen mit Macht und Einfluss.

Der Leser wird aktuell deutlich mehr gefordert, als es zu Zeiten ohne Informationstechnologien der Fall war. Er bekommt zwar nach wie vor Vorgekautes, aber auch Informationen neuer Medien, die viel kritischer agieren und die Schlussfolgerungen deutlicher dem Leser überlassen. Hier in der BRD sind das bisher oftmals "nur" Nischenangebote. Doch stimmen Sie zu, wenn ich behaupte, dass sich "etablierte" Medien, aber auch die Politik noch gar nicht im Klaren darüber sind, welche Kraft da auf sie zukommt?

Dem würde ich nicht nur zustimmen, das würde ich sogar dreimal dick unterstreichen und unterschreiben. Es wird sicher noch eine Weile dauern bis das auf wirklich hohem, effektivem Niveau passiert, dürfte den Verantwortlichen in den "alten Medien" aber sicher schon heute einen unterbewussten Schauer über den Rücken jagen. Und nicht nur denen. Auch die Damen und Herren der Politik werden es dann sicher nicht mehr ganz so einfach haben unliebsame Wahrheiten unter den Teppich zu kehren..Es passiert schon jetzt sehr, sehr viel in den neuen Medien, es muss nur noch in das öffentliche Bewusstsein, den öffentlichen Diskurs hinüberschwappen.

Das Internet wurde ja nicht erfunden, damit einzelne Medien dominant das Sagen haben. Ganz im Gegenteil...

Genau, denn welche Auswirkungen hat es denn bisher noch, dass der moderne Medienkonsument sich heutzutage aus einer so großen Fülle an Informationsquellen bedienen kann. Wie Prof. Dr. Kepplinger im Film schon erklärt, nutzen die meisten Menschen das Internet heute noch nicht so intensiv zur politischen Informationsbeschaffung wie man es vielleicht vermuten könnte, wenn man sich selbst sehr viel mit diesem Medium beschäftigt. Laut einer Allensbach-Studie aus dem Jahr 2009 *(1) mit dem Titel "Wie häufig informieren Sie sich im Internet über aktuelle Nachrichten zur Politik?" sagten 36 Prozent der befragten "nie" und nur 17 Prozent "häufiger/regelmäßig". Laut einer Statistik aus dem selben Jahr *(2), mit dem Titel "Zeitungen, Magazine und Internetseiten, die als glaubwürdig eingeschätzt werden" (Quelle: MHMK), finden sich auf den ersten drei Plätzen der Internetseiten die Webauftritte von "Spiegel Online", "Focus Online" und "Zeit Online", in dieser Reihenfolge. Also die Internetpräsenzen gerade der Printmedien die ohnehin schon als etabliert gelten.

Die Akzeptanz neuer Medien im Gesamtangebot geht linear einher mit einer wesentlich stärker ausgeprägten Medienkomptenz der Leser?

Für viele ist das Internet bisher ja noch eher ein tolles "neues" Medium, mit dem man Produkte ersteigern oder eventuell billiger einkaufen kann. Man kann alte und neue Freunde finden, chatten, emails schreiben, twittern, Buchrezensionen durchstöbern und was nicht noch alles. Aber wenn es um politische Informationen geht, verlässt sich ein Großteil der Gesellschaft noch auf die traditionellen Medien oder deren Seiten im Internet. Und das liegt zu einem nicht unerheblichen Teil sicher auch an der bösen Vorahnung, die die etablierten Medien langsam aber sicher beschleichen muss. Schließlich ist es bestimmt kein Zufall, dass es in eben diesen Medien, wenn es um das Thema "Internet" geht, plötzlich überall von Pädophilen, Abzockern, "Verschwörungstheoretikern" und Terroristen nur so wimmelt. Nur auf den eigenen Seiten, dort bekommt der Zuschauer/Leser noch wirklich seriöse Nachrichten und Informationen.
Wie lange sie sich mit dieser paranoiden Rhetorik jedoch noch halbwegs über Wasser halten können, ist allerdings eine andere Frage. Schon heute herrscht im Internet der allgemeine Konsens, dass man sich digital weitaus tiefgehender und akribischer informieren und Zusammenhänge verstehen kann, als es über die traditionellen Medien je möglich wäre.

Medienkompetenz bedeutet für den Leser vor allem ja auch, wesentlich kritischer zu sein. Das ist aber bekanntlich unbequem.

Besonders auch für das Internet gilt es, lieber einmal zuviel skeptisch zu sein und sich mehrerer Quellen zu bedienen als einmal zu wenig. Aber hier ist das immerhin auch wesentlich einfacher machbar. Denn das Thema "Medienkonzentration" ist auch kein besonders heiß diskutiertes. Wer weiß denn schon wem welche Zeitung, welcher Fernseh- und/oder welcher Radiosender gehört und inwieweit auch hier die Verstrickungen und Überlagerungen ausgewuchert sind? Auch darüber kann man sich im Internet schlau machen, aber wer macht das schon? Mittlerweile immer mehr, denn das Interesse an diesem Thema nimmt in der Bevölkerung scheinbar stetig zu, zumindest ist das der Eindruck den man gewinnen kann, verfolgt man die Diskussionen in manchen Foren und Kommentarlisten. Und das ist genau die Kraft die Sie vorhin angesprochen haben die da auf die etablierten Medien zukommt. Die Kraft der Masse. Die Kraft der kritischen Masse um genau zu sein. Noch hält sich diese Kraft im Rahmen, wobei man sagen muss, dass der Erfolg der "Piratenpartei" bei den Bundestagswahlen im vergangenen Jahr bereits einen deutlichen Eindruck von dem vermittelt hat, was mit dem Medium Internet -schon jetzt- machbar ist. Diese Kraft wird mit steigender Zahl der Medienkonsumenten, die sich von den traditionellen Medien abwenden, stärker und stärker und letztendlich auch kreativer werden. Erst heute fand eine Art "digitaler Flashmob" statt. Der Effekt war noch recht mäßig. Aber er bietet einen Ausblick auf die Zukunft: wenn die "neuen Medien" sich gemeinsam beispielsweise um die Aufklärung bezüglich der Themen, die für den traditionellen Mediennutzer noch in den bereits genannten Giftschränken lagern, bemühen und diese Themen in konzertierten Aktionen an die digitale Öffentlichkeit bringen werden.

Es gibt eine Vielzahl, wunderbarer Beispiele neuer Medien, die jetzt schon Erfolgsgeschichte schreiben. Dazu zählt beispielsweise auch das BildBlog, damals von Stefan Niggemeier gegründet, jetzt weitergeführt von Lukas Heinser & Co. oder auch Albrecht Müllers Nachdenkseiten.

Oh ja, es gibt mittlerweile jede Menge wirklich ernstzunehmender neue Medien, die sich mit allen möglichen Bereichen des täglichen Lebens sowohl national, aber auch international sehr intensiv und fundiert auseinandersetzen. Und es werden immer mehr.
Viele dieser Seiten, wie auch der von Ihnen genannte Bildblog und die Nachdenkseiten, beschäftigen sich auch ausgiebig mit den Auswüchsen und Verfehlungen der traditionellen Medien und brauchen sich dabei um neues Themenmaterial sicherlich keine Sorgen zu machen. Denn bisher ist bei diesen ja noch kein Sinneswandel festzustellen. Die Grundidee der neuen Medien basiert auf freiem Informationsaustausch und gegenseitiger Unterstützung, quasi der Vernetzung von Wissen und Ideen.

Während das Beispiel BildBlog auf die einzigartige Mischung von Schlagzeilenaufbereitung, Aufklärung und Kritik gepaart mit Unterhaltung der Abteilung Realsatire setzt, zieht Albrecht Müller mit den Nachdenkseiten inhaltlich mittels oftmals schwerer Geschütze massenhaft User an. Hinter solchen Blogs steckt extrem viel Engagement, das irgendwann einmal auch entsprechend honoriert werden muss.

Es steckt in der Tat jede Menge "Fleißarbeit" dahinter, denn diese Artikel schreiben sich ja nicht "von allein" respektive "kommen bei uns ja nicht aus dem Ticker" und werden dann leicht abgeändert und doch nahezu 1:1 weiterverbreitet. Das ist ja das schöne an den neuen Medien: Da wird nicht nur von Nachrichtenagenturen eine Story gekauft, sondern durch das Netzwerk an Nutzern werden diese Storys analysiert, mit anderen, oft internationalen Nachrichten verglichen, überprüft –nicht selten korrigiert- und erst dann an den Leser weitergegeben und zur Diskussion gestellt. Daraufhin entwickeln sich dann meist sehr interessante Dialoge in der Kommentarliste oder in Foren, in denen wiederum jeder Nutzer noch weiterführende Links angeben, Artikel empfehlen und auf themenverwandte Dokumentationen verweisen kann.

Aber das Zusammentragen dieser Informationen, das Untertiteln von Videos oder das Übersetzen von Artikeln die es bisher nur im englischen Original gibt, das Suchen, Finden, durch andere Quellen bestätigen, Editieren, Konvertieren, Schreiben und letztlich das Online stellen kostet oft viel Zeit. Da stellt sich zwangsläufig die Frage nach dem Nutzen beziehungsweise wie diese Arbeit honoriert werden soll.

Teil II:
Die Verflechtungen zwischen großen Medienkonzernen und der Politik haben überhand genommen (2)
(Kommentierung unter Teil II möglich!)

Quellenangaben Statistiken:
*(1): „Wie häufig informieren Sie sich im Internet über aktuelle Nachrichten zur Politik?“
(Nicht mehr abrufbar. Die Quelle liegt der Redaktion jedoch vor)

*(2): "Zeitungen, Magazine und Internetseiten, die als glaubwürdig eingeschätzt werden"
(Quelle ist mittlerweile kostenpflichtig, liegt der Redaktion jedoch vor)

*(4): Teil einer Prophezeiung des kanadischen Stammes der Cree:
"Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werden die Menschen feststellen, dass man Geld nicht essen kann."

Verweise: Ackermann-Renditen für Verlage, Hartz IV für Journalisten und Redakteure
Zukunft der Medien: Zurück zum "Sturmgeschütz der Demokratie"
Montgomery und das Wolkensystem der Netzeitung
Montgomerys neue Schäfchen im System
Rupert Murdoch – Der Retter des unabhängigen Qualitätsjournalismus?
Rupert Murdoch – Citizen Kane in der Ära der Globalisierung
Die ZEIT und das Jammern über das Sterben der Printmedien
Bürgerjournalismus als Totengräber der Tageszeitungen?
Dr. Malte Olschewski: Die modernen Medien sind Manichäer
Jörges Kritik zum Bürgerjournalismus: Ich mach's mal wie "Post von Wagner"
Beitrag (pdf) drucken: Print Friendly and PDF

Fügen Sie diesen Artikel folgenden Diensten hinzu:

Mister Wong del.icio.us Furl YiGG Yahoo MyWeb Taggle Folkd BlinkList Linkarena Google ShortNews

Wir freuen uns über sachliche Kommentierungen. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren, insbesondere wenn sie ehrverletzende, beleidigende, rassistische sowie anderweitig strafrechtlich relevante Inhalte enthalten. Eine Korrespondenz hierzu seitens der Redaktion entfällt.

Suche

 

spotlight





Zitat:

Es geht um Wahrheit.
Quote ist was für Loser


- Rainald Götz -


















Dr. Michael Meister (CDU)

Dr. Michael Meister, Stellver-
tretender Vorsitz-
ender der CDU/
CSU-Bundestags-
fraktion über Wirtschafts- und Sozialkompetenz, staatliche Eingriffe und die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft.

Zum Interview

Ottmar Schreiner (SPD)

Der Vorsitzende der Arbeits-
gemeinschaft für Arbeitneh-
merfragen und Bundestags-
abgeordnete spricht über Fehlentwicklungen innerhalb der Hartz IV-Gesetzgebung.

Zum Interview

Stefan Enderle

Der frisch ge-
backene Dipl.-
Ing. "Audiovisu-
elle Medien (FH)" stellt in unserem ausführlichen Interview seinen Film "Kann nicht sein, was nicht sein darf!?" vor und äußerst sich kritisch zu den "alten Medien".

Zum Interview


Dr. Rüdiger Frank

ist Professor für Wirtschaft und Gesellschaft Ostasiens und lehrt an der Universität Wien. Frank zählt zum Kreis der renommiertesten Ostasien-Experten.

Zum Interview


Dr. Werner Kilian

Der Botschafter a. D. war zu Beginn seiner diplomatischen Karriere drei Jahre in Afghani-
stan und spricht im Interview über den deutschen Einsatz und die aktuelle, problematische Situation in dieser Region.

Zum Interview


Ingrid Nestle (GRÜNE)

Die Bundes-
tagsabge-
ordnete und Sprecherin für Energiewirt-
schaft spricht im Interview über den Atomkompro-
miss der Bundesregierung, der keiner ist.

Zum Interview

Dirk Niebel (FDP)

Generalsekretär der FDP-Bundes-
partei über Ankerplätze, Krisen, Politik-
verdrossenheit und einer bedenklichen Entwicklung zu einer sozialistischen Marktwirtschaft.

Zum Interview

Dr. Hermann Bühlbecker

Der Top-Unter-
nehmer steht seit 1977 an der Spitze des Unternehmens Lambertz in Aachen. Im Interview spricht er über Standorte, Verantwortung und den Wert guter Beziehungen.

Zum Interview

Dr. Volker Wissing (FDP)

MdB und Mitglied des FDP-Bundes-
vorstandes spricht über das Desaster HRE, Enteigungen, Versäumnisse, Intransparenz und einen Untersuchungsausschuss

Zum Interview




Sir Quett K. J. Masire

Masire war von 1980 bis 1998 Präsident von Botswana. In einem ausführ-
lichen Interview mit uns äußert sich Masire zur schwierigen Lage im Kongo.

Zum Interview

Anna Maria Gadebusch

Spurensuche im Fall Marilyn Monroe:
Im Gespräch mit Anna Maria Gadebusch, Journalistin und Autorin des Radio-Features "Gute Nacht, Doktor!". Zum Interview


Volker Beck (Grüne)

Der Abgeordnete Bündnis 90/ Die Grünen spricht über Klimaschutz, Pseudoreformen und soziale Schieflagen.

Zum Interview

Ulrich Maurer (PDL)

Ulrich Maurer (MdB), Parlamen-
tarischer Geschäfts-
führer der Links-
fraktion im Bundestag, spricht über einen Politik-
wechsel und die Lasten der Krise.

Zum Interview



Powered by GOYAX


Nachgefragt:

Rainer Brüderle

Der stellvertretender Fraktionsvor-
sitzende der FDP spricht über Mindestlöhne, Investivlohn und Fachkräftemangel

Zum Interview

Hans-Christian Ströbele

Stellvertretender Fraktionsvor- sitzender Bündnis 90/Die Grünen über Geheimdienste und Mindestlöhne.

Zum Interview

Dr. Heinrich L. Kolb

Unternehmer und Abgeordneter der FDP-Bundestags-
fraktion

Zum Interview

Satire exklusiv:



br>
YouTube-Channel



Prof. Dr. P. Reisewitz

Im Gespräch mit dem Autor der Publikation "Pressefreiheit unter Druck – Gefahren, Fälle, Hintergründe"
Zum Interview



NEW YORK CITY


Hans Wall (Wall AG)

Die außer-
gewöhnliche Erfolgsge-
schichte des einstigen Mechanikers, der zu einem der bekann-
testen Werbegiganten Deutsch-
lands aufstieg, begann Ende der 70er Jahre mit einer cleveren und gleichsam ungewöhnlichen Idee.

Zum Interview


Social Networks:

RSS-Feeds

Brennendes Atom-U-Boot: Russland stand kurz vor einer Nuklearkatastrophe
Laut Medienberichten war das brennende Atom-U-Boot...
13. Feb, 19:14
Urteil gegen Gen-Konzern: Monsanto hat Bauern vergiftet
Ein französisches Landgericht hat den Agrarkonzern...
13. Feb, 19:13
Saudi-Arabien: Blogger soll sterben, weil er Mohammed nicht anbetet
Ein saudi-arabischer Blogger philosophiert über...
13. Feb, 19:07
Parteien: FDP erleidet dramatischen Mitgliederschwund
Die großen Parteien verlieren ihre Anziehungskraft...
13. Feb, 19:01
Korruptionsskandale: So tief ist der Sumpf im verfilzten Österreich
Fünf Minister der ehemaligen Regierung stehen...
13. Feb, 18:56
Zoff im Zwergstaat: Ist Liechtensteins Fürst zu mächtig?
Gewählt ist er nicht, doch er hat stets das letzte...
13. Feb, 18:45
Gewalt in Syrien: Menschenrechtskommissarin wirft Assad Todesschuss-Taktik...
"Ohne Warnung wird auf Menschen geschossen, die friedfertig...
13. Feb, 18:45
Anschläge gegen Israel: Hisbollah ist zurück im internationalen...
Bei zwei Anschlägen auf israelische Diplomaten...
13. Feb, 18:44
Fehde zwischen Israel und Iran: Das kopierte Doppelattentat
Attentäter auf einem Motorrad, Haftbomben am Auto:...
13. Feb, 18:41
Religion: "Gott lässt ein Werk Seiner Mutter kaum fallen"
Die Piusbruderschaft will sich mit dem Papst nicht...
13. Feb, 18:37
Neonazi-Zelle: Arbeiten Verfassungsschutz und BKA gegeneinander?
Sachsens Verfassungsschutz soll dem BKA Informationen...
13. Feb, 18:32
Flug nach Italien: Wulffs Staatsbesuch beginnt mit einer Demütigung
Italiens Arbeitsmarkt? Daran ist bei Wulffs Staatsbesuch...
13. Feb, 18:31
Saarland: Kramp-Karrenbauer erwägt höheren Spitzensteuersatz
Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer...
13. Feb, 18:30
Griechenland stimmt Sparpaket zu: Die Krise hat ihre furchteinflößende...
Mit seinem Ja zum Sparkurs hat das griechische Parlament...
13. Feb, 18:15
Nach dem Sparpaket: Sechs griechische Lichtblicke
Sparen, sparen, sparen - das ist bisher das Rezept...
13. Feb, 18:14