Simbabwe: Geburtstagsfeier für Mugabe, Armut für das Volk
24. Februar 2010, 16:30
[Dr. Alexander Frhr. von Paleske] Am vergangenen Sonntag wurde Simbabwes Herrscher Robert Gabriel Mugabe 86 Jahre alt. Für ihn spielt dieses Alter keine Rolle und es bietet ihm auch keinen Grund, das Zepter endlich aus der Hand zu legen. Im Gegenteil: Mugabe macht weiter. Das Höchstalter, um an ein internationales Gericht wegen Menschenrechtsverletzungen überwiesen zu werden, hat er ja bereits überschritten. Dies liegt bei 85 Jahren. "Glück gehabt", ist man versucht, ihm zuzurufen. Nein, würde er sagen, das hat nichts mit Glück zu tun, sondern mit Intelligenz. Davon besitzt Mugabe reichlich. Jedenfalls mehr, als seine Konkurrenten in der eigenen Partei dahingehend zu bieten haben. Fast alle Mitglieder der einstigen Oppositionspartei MDC und Finanzminister Tendai Biti einmal ausgenommen.Die Opposition darf lauschen – mehr nicht
Die Oppositionspartei MDC darf zwar jetzt mit am Regierungstisch sitzen. Zu sagen hat sie dort allerdings wenig. Devise Mugabes: Die MDC nimmt teil an der Unterhaltung durch Zuhören. Das Politbüro von Mugabes ZANU-PF-Partei ähnelt mittlerweile hinsichtlich der Altersstruktur etwa jener des Sowjetherrschers Breschnew kurz vor seinem Ableben. Nun soll am nächsten Wochenende in Bulawayo die Geburtstagsparty steigen. Natürlich weitgehend unter Ausschluss des gemeinen Volkes. Geburtstagsfeiern Mugabes haben sich noch nie an der sozialen Lage der Gesellschaft orientiert. Eher schon standen sie dazu im umgekehrt proportionalen Verhältnis.
Chinesen zeigen, wie man es macht
Am vergangenen Wochenende haben die Chinesen gezeigt, wie man den Geburtstag eines afrikanischen Herrschers so richtig feiert. Da wurde nach dem opulenten Essen nicht nur eine riesengroße Geburtstagstorte aufgefahren, vielmehr sangen die Botschaftsmitglieder anschließend zusammen die simbabwesche Nationalhymne. Einige Anklänge erinnern allzu deutlich an das deutsche Lied "Wenn alle Brünnlein fließen". Erstaunlich: Die Chinesen sangen nicht etwa auf Englisch, sondern in der Stammessprache Shona. Das chinesische Engagement läst sich bestens nachvollziehen. Simbabwe verfügt über reichlich Bodenschätze, vor allem Platin, Kupfer, Zinn, Kohle, Nickel und viel Gold. Nun wurden auch noch Diamanten gefunden. Nur die Bevölkerung spürt davon herzlich wenig. Mugabe revanchierte sich für die herzliche Gewogenheit der Chinesen, indem er in seiner Dankesrede das Treffen des US-Präsidenten Obama mit dem Dalai Lama kritisierte. So etwas freut die Abgesandten aus dem Reich der Mitte.
Im April steht der 30. Jahrestag der Unabhängigkeit Simbabwes an. Mit Wehmut erinnern sich viele an den Optimismus und die Aufbruchstimmung, die damals herrschten. Davon ist praktisch nichts mehr übrig geblieben. Die politische Elite ist damit beschäftigt, sich die Taschen vollzustopfen. Das Volk ist damit beschäftigt, zu überleben. Irgendwie.
Foto: Sören Rudolph/Pixelio.de
Verweise:
Robert Mugabe: Tiraden im Ausland, Gewalt und Terror daheim
Scanner-Firma Nuctech und ein Korruptionsskandal in Namibia
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