Haiti – Nach der Katastrophe kommen die Söldner
16. Januar 2010, 23:15[Dr. Alexander Frhr. von Paleske] Haiti als Staat existiert nach dem schweren Erdbeben nicht mehr, er war auch vor der Katastrophe nur in rudimentärer Form existent. In vielen Teilen des Landes kämpften bewaffnete, miteinander rivalisierende Banden gegeneinander. Der Einsatz von Schutzpersonal ist daher auch bei den derzeitigen Hilfseinsätzen eine bittere Notwendigkeit. Das zeigte sich gerade gestern wieder, als eine deutsche Hilfsorganisation Nahrung aushändigte, ohne dass Ordnungskräfte zugegen waren. Es endete im Chaos.
Zum Einsatz kommen schwer bewaffnete Marines
Seit gestern allerdings ist nun auch die Ankunft schwer bewaffneter Marines zu bestaunen, also US-Angriffstruppen. Dabei lag es doch eher nahe, die wesentlich mehr auf Zivilschutz eingestellte National Guard der USA zum Einsatz zu bringen. Darüber hinaus hat die US-Armee die Kontrolle über den völlig überlasteten, internationalen Flughafen von Port-au-Prince übernommen. Auch dies war ein notwendiger Schritt, doch gleichzeitig bestimmt sie nun auch, wer hier landen darf. So wurde gestern ein Flugzeug der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" im Anflug auf den Flughafen zurückgewiesen. Offenbar durften nur Militärmaschinen landen. Die Maschinen der MSF oder "Ärzte ohne Grenzen" hatten dringend notwendige, medizinische Versorgungsgüter an Bord, darüber hinaus ist diese Organisation für höchste Effektivität unter oft sehr schwierigen Bedingungen bekannt. Daher hätte bei der großen Anzahl bisher noch nicht medizinisch versorgter Erdbebenopfer die Landung der Maschine höchste Priorität haben müssen.
Die Söldner kommen
Als noch wesentlich bedenklicher muss das Aufkreuzen einer ganz anderen Schutztruppe gewertet werden. Denn nun kommen die Söldner. Die ersten Truppen sind bereits in Haiti gelandet. Bereits im Irak waren sie durch äußerste Brutalität aufgefallen. Angeheuert wurden sie von Firmen wie Aegis, Blackwater (jetzt XE), Erinys, MPRI, Dyncorp, Triple Canopy und anderen. Dabei hat sich mittlerweile ein Multi-Milliarden-Dollar Geschäftszweig herausgebildet. Neben dem Irak kommen die Söldner in großer Zahl auch in Afghanistan zum Einsatz und nun leider auch in Haiti. Insbesondere die USA aber auch Großbritannien bedienen sich immer mehr dieser Söldnerfirmen, vorrangig bei militärischen Konflikten - nun also auch beim Katastropheneinsatz.
Schießwütige Kerle knallen Menschen wie Hasen ab
In mehreren Artikeln hatten wir darauf hingewiesen, wie diese schießwütigen Kerle im Irak Menschen wie Hasen abknallten. Nun kommt zusätzlich ans Tageslicht, dass die Firma Blackwater beziehungsweise ihr Gründer, Chef und Radikal-Christ Erik Prince, wie eine Todesschwadron Exekutionsaufträge vom CIA übernommen hatte. Bekannt wurde auch, dass in Deutschland der Deutsch-Syrer Mamoun Darkazanli ermordet werden sollte. Diese Söldner unterliegen bei von den von ihnen begangenen Verbrechen nicht etwa der haitischen Gerichtsbarkeit, eine solche gibt es ohnehin nicht. Anders, als bei regulären Soldaten unterliegen die Söldner auch keiner Militärgerichtsbarkeit, sondern nur der normalen Strafgerichtsbarkeit in einem weit entfernten Herkunftsland, wie beispielsweise den USA. Und diese Strafverfolgung scheitert dann, wie etwa vor zwei Wochen die Einstellung des Verfahrens gegen Blackwater-Söldner in den USA anschaulich gezeigt hat. Diese Söldner waren wegen der Tötung von 17 Zivilisten im Irak im Jahre 2007 angeklagt worden. Im Prinzip operieren solche Landsknechte daher praktisch in einem rechtsfreien Raum, der zu kriminellem Verhalten geradezu einlädt.
Woher kommen die Söldner?
Knapp die Hälfte der im Irak angeheuerten Söldner stammten aus Südafrikas ehemaligen Terror- und Mörderbrigaden, wie dem 32. Buffalo Battalion, den Reconnaissance Commandos (Recce), der 44. Parachute Brigade und der Todesschwadron Civil Cooperation Bureau. Südafrika ist aus leidvoller Erfahrung den einzig richtigen Weg gegangen und hat die Söldnerei selbst verboten und unter Strafe gestellt. Dagegen ist Großbritannien den umgekehrten Weg gegangen. Nicht nur, dass die Regierung in London mit allen diplomatischen Mitteln versucht hat, ein südafrikanisches Anti-Söldnergesetz - allerdings vergebens – zu verhindern, vielmehr wurden Pläne aufgegeben, eine wenigstens minimale staatliche Kontrolle der britischen Söldnerfirmen in Gesetzesform zu gießen. Die Söldnerfirmen sollen sich nun stattdessen selbst überwachen. In den USA steht selbst eine Minimalüberwachung der Söldnerfirmen durch den Staat überhaupt nicht zur Debatte.
Während in Haiti nun die ersten 70.000 Toten in Massengräbern beerdigt wurden, wartet die hungernde Bevölkerung auf weitere effektive Hilfe. Söldner dürften hierzu wohl kaum gehören.
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Foto: Screenshot YouTube
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Seit gestern allerdings ist nun auch die Ankunft schwer bewaffneter Marines zu bestaunen, also US-Angriffstruppen. Dabei lag es doch eher nahe, die wesentlich mehr auf Zivilschutz eingestellte National Guard der USA zum Einsatz zu bringen. Darüber hinaus hat die US-Armee die Kontrolle über den völlig überlasteten, internationalen Flughafen von Port-au-Prince übernommen. Auch dies war ein notwendiger Schritt, doch gleichzeitig bestimmt sie nun auch, wer hier landen darf. So wurde gestern ein Flugzeug der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" im Anflug auf den Flughafen zurückgewiesen. Offenbar durften nur Militärmaschinen landen. Die Maschinen der MSF oder "Ärzte ohne Grenzen" hatten dringend notwendige, medizinische Versorgungsgüter an Bord, darüber hinaus ist diese Organisation für höchste Effektivität unter oft sehr schwierigen Bedingungen bekannt. Daher hätte bei der großen Anzahl bisher noch nicht medizinisch versorgter Erdbebenopfer die Landung der Maschine höchste Priorität haben müssen.
Die Söldner kommen
Als noch wesentlich bedenklicher muss das Aufkreuzen einer ganz anderen Schutztruppe gewertet werden. Denn nun kommen die Söldner. Die ersten Truppen sind bereits in Haiti gelandet. Bereits im Irak waren sie durch äußerste Brutalität aufgefallen. Angeheuert wurden sie von Firmen wie Aegis, Blackwater (jetzt XE), Erinys, MPRI, Dyncorp, Triple Canopy und anderen. Dabei hat sich mittlerweile ein Multi-Milliarden-Dollar Geschäftszweig herausgebildet. Neben dem Irak kommen die Söldner in großer Zahl auch in Afghanistan zum Einsatz und nun leider auch in Haiti. Insbesondere die USA aber auch Großbritannien bedienen sich immer mehr dieser Söldnerfirmen, vorrangig bei militärischen Konflikten - nun also auch beim Katastropheneinsatz.
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Woher kommen die Söldner?
Knapp die Hälfte der im Irak angeheuerten Söldner stammten aus Südafrikas ehemaligen Terror- und Mörderbrigaden, wie dem 32. Buffalo Battalion, den Reconnaissance Commandos (Recce), der 44. Parachute Brigade und der Todesschwadron Civil Cooperation Bureau. Südafrika ist aus leidvoller Erfahrung den einzig richtigen Weg gegangen und hat die Söldnerei selbst verboten und unter Strafe gestellt. Dagegen ist Großbritannien den umgekehrten Weg gegangen. Nicht nur, dass die Regierung in London mit allen diplomatischen Mitteln versucht hat, ein südafrikanisches Anti-Söldnergesetz - allerdings vergebens – zu verhindern, vielmehr wurden Pläne aufgegeben, eine wenigstens minimale staatliche Kontrolle der britischen Söldnerfirmen in Gesetzesform zu gießen. Die Söldnerfirmen sollen sich nun stattdessen selbst überwachen. In den USA steht selbst eine Minimalüberwachung der Söldnerfirmen durch den Staat überhaupt nicht zur Debatte.
Während in Haiti nun die ersten 70.000 Toten in Massengräbern beerdigt wurden, wartet die hungernde Bevölkerung auf weitere effektive Hilfe. Söldner dürften hierzu wohl kaum gehören.
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