Robert Mugabe: Tiraden im Ausland, Gewalt und Terror daheim
13. November 2009, 14:45[Dr. Alexander Frhr. von Paleske] Im nächsten Jahr sollen Wahlen in Simbabwe stattfinden. Nach der gegenwärtigen Stimmungslage hat Mugabes Partei ZANU/PF gute Aussichten bis zu 20 Prozent der Stimmen zu erhalten. Seit die Regierung der nationalen Einheit im Amt ist, hat sich die Lage im Inland etwas gebessert. Der neue Finanzminister Tendai Biti beseitigte das finanzielle Chaos. Zuletzt kostete eine Cola 12 Milliarden Zimbabwe Dollar. Nachdem Biti die lokale Währung erst einmal abschaffte, hat sich die Versorgungslage wieder gebessert und in den Geschäften sind nun wieder Waren vorhanden.
Brachiale Gewalt und Terror
Die Bevölkerung weiß jedoch genau, dass sich Mugabe diese Entwicklungen kaum auf seine Fahnen schreiben kann. So wundert es kaum, dass der Diktator nun glaubt, diese negative Beurteilung seiner Partei müsse sich dringend ändern. Das finden auch seine Gefolgsleute in Regierungsapparat, Polizei und Armee. Da wortreiche Überzeugungsarbeit und Tiraden im Ausland - wie etwa derzeit auf der Welternährungskonferenz in Rom - nicht ausreichen, soll mit bewährten Mitteln nachgeholfen werden. Und die lauten: Brachiale Gewalt und Terror.
Dieses Vorgehen hatte sich schon im vergangenen Jahr bei der Präsidentschaftsstichwahl "gut bewährt". Doch anders als im letzten Jahr Jahr soll es diesmal offenbar von langer Hand vorbereitet werden. Im Juni kreuzten die ersten "Unterrichtskommandos" in den ländlichen Gebieten auf. Seitdem gibt es immer wieder Berichte über Gewalttaten gegen Oppositionsmitglieder. Erst kürzlich wurde auch der deutsche Jesuitenpater Wolfgang Thamm von Mugabes Schergen verprügelt und gedemütigt. Das dürfte allerdings erfahrungsgemäß nur die Spitze des Eisbergs sein.
Jubelparteitag im Dezember
Im nächsten Monat findet nun der Parteitag von Mugabes ZANU/PF Partei statt. Zu erwarten ist ein Parteitag des Jubels. Zwar gibt es innerhalb Mugabes Partei bereits einen Kampf um die Nachfolge. Doch Mugabe selbst denkt offensichtlich gar nicht an einen Abtritt. Der Präsident hält sich für erwählt und nicht nur durch massiven Wahlterror aufgezwungen. Vor allem aber hält er sich für unersetzlich.
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Dieses Vorgehen hatte sich schon im vergangenen Jahr bei der Präsidentschaftsstichwahl "gut bewährt". Doch anders als im letzten Jahr Jahr soll es diesmal offenbar von langer Hand vorbereitet werden. Im Juni kreuzten die ersten "Unterrichtskommandos" in den ländlichen Gebieten auf. Seitdem gibt es immer wieder Berichte über Gewalttaten gegen Oppositionsmitglieder. Erst kürzlich wurde auch der deutsche Jesuitenpater Wolfgang Thamm von Mugabes Schergen verprügelt und gedemütigt. Das dürfte allerdings erfahrungsgemäß nur die Spitze des Eisbergs sein.
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