12. EURO FINANCE WEEK: Lehman-Geschädigte mahnen Finanz-Elite ab
13. November 2009, 11:30[Ursula Pidun] Am kommenden Montag beginnt in Frankfurt die 12. EURO FINANCE WEEK. Die Creme de la Creme der Europäischen Finanz-Branche und Spitzenvertreter der Politik diskutieren zu Themen wie etwa dem "Finanzstandort Deutschland – Lehren und Konsequenzen aus der Finanzkrise" sowie dem "Wirtschaftsfaktor Zukunftsfähigkeit". Zusätzlich begeben sich die Kongressteilnehmer auf die Suche nach Vertrauen und ringen um geeignete Kommunikationsstrategien nach der Krise.
Dr. Josef Ackermann wird ein "Season Opening" 2009/2010 vornehmen, begleitet von Grußbotschaften unserer Politiker Dr. Wolfgang Schäuble, Roland Koch und Rainer Brüderle. Bei gemütlichen Empfängen der Deutschen Bundesbank, stilvollen "Get-Togethers im Congress Center" sowie der Preisverleihung für den "European Banker of the Year 2008" wird sicherlich nicht nur Selters fließen.
Unverhoffte Hilfe von außen
Mit der Findung um Lösungswege werden die Kongressteilnehmer allerdings nicht allein gelassen. Zu den benannten Themenschwerpunkten, über die sich unsere Musketiere aus Finanzwelt und Politik den Kopf zerbrechen, kommt – zumindest für Teilnehmer der Veranstaltung – unverhofft professionelle Hilfestellung von außen. Denn draußen, vor den Türen der heiligen Hallen, stehen Mahnwachen. Stellvertretend für etwa 40.000 Lehman-Geschädigte, die einen Gesamtschaden von über 800 Millionen Euro zu verkraften haben.
Sie alle würden lieber ihren wohlverdienten Ruhestand genießen, als zitternd und frierend mit Transparenten vor irgendwelchen Türen und Toren zu stehen. Doch sie können zu den Themen der Tagung wie etwa Vertrauen, Konsequenzen und Zukunftsfähigkeit so einiges beitragen. Und dies werden sie auch lautstark tun, ihre Themen vortragen und Transparente und Plakate vorzeigen. Auch die bereits aus Frankfurt bekannten Stelzenläufer werden dabei sein und erneut die Botschaft nach mehr Gerechtigkeit bei der Schadensabwicklung der Geschädigten einfordern. Denn die Geschädigten, deren Anteil an älteren Menschen, die über 60 Jahre alt sind, liegt weit über 75 Prozent. Besonders diese Klientel kamen damals dem Drängen der Politik nach und kümmerte sich selbst um eine zusätzliche Altersversorgung. Ihr Vertrauen wurde dann jedoch von sogenannten Profis der Finanzbranche restlos missbraucht.
Die für Montag geplante Mahnwache, die durch die Frankfurter Lehman-Geschädigten-Gruppe initiiert wird, findet unter dem Motto: "First Lesson for today: LEHMAN-LOSERS NEED REPAY" statt und erhält Unterstützung von Lehman-Geschädigten aus dem Rheinland. Beginn: 12.00 Uhr.
Hintergrund:
Den meist älteren Anlegern und Sparern wurden die Lehman-Zertifikate von Ihren Banken regelmäßig als sichere und konservative Anlageform empfohlen. Tatsächlich sind Zertifikate Schuldverschreibungen mit einer Derivate-Komponente, die das Risiko eines Totalverlusts in sich bergen und nicht vom Einlagensicherungsfonds abgesichert sind. Mit der Insolvenz des US-Bankhauses verloren bundesweit schätzungsweise 40.000 Personen insgesamt mindestens 692 Millionen Euro (Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg). Während institutionelle Investoren in Deutschland mit Hilfe einer staatlichen Kreditgarantie weitgehend durch die Einlagensicherung der Banken entschädigt wurden, sind private Kleinanleger bisher weitgehend leer ausgegangen. Die wenigen Kulanzangebote der Banken zeichnen sich bisher durch fehlende Transparenz und weit reichende sowie willkürliche Ausschlusskriterien aus.
Erfolge im Kampf um mehr Gerechtigkeit
Die Lehman-Geschädigten haben es allerdings innerhalb der letzten 12 Monate geschafft durch Hunderte von Mahnwachen vor den Bankfilialen, aufmerksamkeitsstarke Protestzüge, intensive Pressearbeit und kleinteilige Aufklärung der Allgemeinheit das anfängliche Image der "zinsgeilen Zocker" zu korrigieren. Die Öffentlichkeit nimmt die Geschädigten nun als Opfer von zu komplexen Finanzprodukten und bestenfalls unprofessioneller Bankberatung wahr. Auch die bisher von den Gerichten gegen die Banken gefällten Urteile wegen Falschberatung sind - trotz für die Geldinstitute günstiger Gesetzeslage - überwiegend zugunsten der Geschädigten ausgefallen.
Bundesweite Organisation
Die Lehman-Geschädigten haben sich seit der Pleite der US-Investmentbank bundesweit über regionale Treffen organisiert und bereits zahlreiche Protestaktionen und Mahnwachen veranstaltet. Dreh- und Angelpunkt des Informationsaustauschs sind die Webseiten Lehman-Zertifikatschaden sowie das Forum Lehman-Zertifikatschaden.
Verweise:
Jahrestag der Lehman-Pleite: "Business as usual", doch Kleinanleger stehen weiter im Regen
Verraten und verkauft - Kleinanleger stehen zu Tausenden im Regen
Finanzmarktstabilisierung: "Die sich daraus ergebenden Lasten werden uns bleiben"
Artikelsammlung: Die Finanzkrise
Dr. Josef Ackermann wird ein "Season Opening" 2009/2010 vornehmen, begleitet von Grußbotschaften unserer Politiker Dr. Wolfgang Schäuble, Roland Koch und Rainer Brüderle. Bei gemütlichen Empfängen der Deutschen Bundesbank, stilvollen "Get-Togethers im Congress Center" sowie der Preisverleihung für den "European Banker of the Year 2008" wird sicherlich nicht nur Selters fließen.
Unverhoffte Hilfe von außen
Mit der Findung um Lösungswege werden die Kongressteilnehmer allerdings nicht allein gelassen. Zu den benannten Themenschwerpunkten, über die sich unsere Musketiere aus Finanzwelt und Politik den Kopf zerbrechen, kommt – zumindest für Teilnehmer der Veranstaltung – unverhofft professionelle Hilfestellung von außen. Denn draußen, vor den Türen der heiligen Hallen, stehen Mahnwachen. Stellvertretend für etwa 40.000 Lehman-Geschädigte, die einen Gesamtschaden von über 800 Millionen Euro zu verkraften haben.
Sie alle würden lieber ihren wohlverdienten Ruhestand genießen, als zitternd und frierend mit Transparenten vor irgendwelchen Türen und Toren zu stehen. Doch sie können zu den Themen der Tagung wie etwa Vertrauen, Konsequenzen und Zukunftsfähigkeit so einiges beitragen. Und dies werden sie auch lautstark tun, ihre Themen vortragen und Transparente und Plakate vorzeigen. Auch die bereits aus Frankfurt bekannten Stelzenläufer werden dabei sein und erneut die Botschaft nach mehr Gerechtigkeit bei der Schadensabwicklung der Geschädigten einfordern. Denn die Geschädigten, deren Anteil an älteren Menschen, die über 60 Jahre alt sind, liegt weit über 75 Prozent. Besonders diese Klientel kamen damals dem Drängen der Politik nach und kümmerte sich selbst um eine zusätzliche Altersversorgung. Ihr Vertrauen wurde dann jedoch von sogenannten Profis der Finanzbranche restlos missbraucht.
Die für Montag geplante Mahnwache, die durch die Frankfurter Lehman-Geschädigten-Gruppe initiiert wird, findet unter dem Motto: "First Lesson for today: LEHMAN-LOSERS NEED REPAY" statt und erhält Unterstützung von Lehman-Geschädigten aus dem Rheinland. Beginn: 12.00 Uhr.
Hintergrund:
Den meist älteren Anlegern und Sparern wurden die Lehman-Zertifikate von Ihren Banken regelmäßig als sichere und konservative Anlageform empfohlen. Tatsächlich sind Zertifikate Schuldverschreibungen mit einer Derivate-Komponente, die das Risiko eines Totalverlusts in sich bergen und nicht vom Einlagensicherungsfonds abgesichert sind. Mit der Insolvenz des US-Bankhauses verloren bundesweit schätzungsweise 40.000 Personen insgesamt mindestens 692 Millionen Euro (Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg). Während institutionelle Investoren in Deutschland mit Hilfe einer staatlichen Kreditgarantie weitgehend durch die Einlagensicherung der Banken entschädigt wurden, sind private Kleinanleger bisher weitgehend leer ausgegangen. Die wenigen Kulanzangebote der Banken zeichnen sich bisher durch fehlende Transparenz und weit reichende sowie willkürliche Ausschlusskriterien aus.
Erfolge im Kampf um mehr Gerechtigkeit
Die Lehman-Geschädigten haben es allerdings innerhalb der letzten 12 Monate geschafft durch Hunderte von Mahnwachen vor den Bankfilialen, aufmerksamkeitsstarke Protestzüge, intensive Pressearbeit und kleinteilige Aufklärung der Allgemeinheit das anfängliche Image der "zinsgeilen Zocker" zu korrigieren. Die Öffentlichkeit nimmt die Geschädigten nun als Opfer von zu komplexen Finanzprodukten und bestenfalls unprofessioneller Bankberatung wahr. Auch die bisher von den Gerichten gegen die Banken gefällten Urteile wegen Falschberatung sind - trotz für die Geldinstitute günstiger Gesetzeslage - überwiegend zugunsten der Geschädigten ausgefallen.
Bundesweite Organisation
Die Lehman-Geschädigten haben sich seit der Pleite der US-Investmentbank bundesweit über regionale Treffen organisiert und bereits zahlreiche Protestaktionen und Mahnwachen veranstaltet. Dreh- und Angelpunkt des Informationsaustauschs sind die Webseiten Lehman-Zertifikatschaden sowie das Forum Lehman-Zertifikatschaden.
Verweise:
Jahrestag der Lehman-Pleite: "Business as usual", doch Kleinanleger stehen weiter im Regen
Verraten und verkauft - Kleinanleger stehen zu Tausenden im Regen
Finanzmarktstabilisierung: "Die sich daraus ergebenden Lasten werden uns bleiben"
Artikelsammlung: Die Finanzkrise































































