Angolagate-Prozess in Frankreich: Hohe Haftstrafen für geldgierige Waffenhändler
27. Oktober 2009, 12:50[Dr. Alexander Frhr. von Paleske] Gestern wurden in Paris im sogenannten Angolagate-Prozess die Urteile verkündet. Hinter dem Prozess verbarg sich eine Affäre, die einem Thriller gleichkommt. Begonnen hatte alles mit Präsident José Eduardo Dos Santos im Jahre 1993 in Angola. Er wollte im ganz großen Stil Waffen beschaffen, um die UNITA-Rebellen zu bekämpfen. Dabei heraus kam eine äußerst unappetitliche und kriminelle Affäre, die sich um dreckige Waffengeschäfte, Luxus-Herbergen, Privat-Jets, Yachten, jede Menge prall gefüllter Geldkoffer, Privatjets, Call-Girls, Luxus-Appartements, Yachten, Ministerbeteiligung und Geldkoffer drehte und schließlich in einem blutigen Bürgerkrieg in Afrika endete.
Ein Prozess der Superlative
Der Prozess wurde zur Superlative. 42 Angeklagte, darunter auch der älteste Sohn des verstorbenen Präsidenten Mitterand, Jean Christophe, sowie Charles Pasqua, ein Kollege Pasquas und ein ehemaliger französischer Innenminister namens Jean-Charles Marchiani. Weiterhin saßen der derzeitige Präsidentenberater Sarkozys, Jaques Attali sowie Pierre Falcone, ein windiger französischer Geschäftsmann, Inhaber der Firma Brenco- International, jetzt Angola-Vertreter bei der UNESCO auf der Anklagebank. Und auch Jean-Didier Maille, ehemals Top-Banker bei Paribas (jetzt BNP-Paribas) und Arcady Gaydamak, ein Waffenhändler der von Frankreich per Haftbefehl gesucht wird, jedoch von Israel bzw. Russland nicht nach Frankreich ausgeliefert wird, reihen sich in diese illustre Runde ein. Sieben Jahre ermittelte die Staatsanwaltschaft und produzierte eine 486 Seiten lange Anklageschrift. Insgesamt ging es um dreckige Geschäfte im Umfang von 526 Millionen Euro, die diesen längsten Bürgerkrieg in Angola/Afrika am Laufen hielten. Aus den Arsenalen des ehemaligen Warschauer Paktes wurden unter Verstoß gegen ein UN- Waffenembargo geliefert:
Hohe Haft- und Geldstrafen verhängt
Viele Beteiligte erhielten hohe Haft- und Geldstrafen. So musste der Sohn des verstorbenen Präsidenten Mitterand, der als Afrikaberater für den Elyseepalast gearbeitet und die angolanische Regierung mit dem Waffenhändler Pierre Falcone bekannt machte und für diese tödliche Vermittlungsarbeit 1,7 Millionen Euro eingesteckte, eine zweijährige Haftstrafe auf Bewährung entgegennehmen. Hinzu kommt eine Geldstrafe von 375.000 Euro. Der ehemalige Innenminister Pasqua, der sich gegen Schmiergeld zum Anwalt der angolanischen Regierung machen ließ, erhielt hingegen nur ein Jahr Freiheitsstrafe. Diese wurde allerdings für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Die eigentlichen Waffenhändler, der Israeli Arcadi Gaydamak und Pierre Falcone erhielten jeweils sechs Jahre Freiheitsstrafe. Doch nur Falcone wird seine Strafe antreten müssen. Gaydamak befindet sich abwechselnd in Israel und Russland. Beide Länder liefern ihn nicht nach Frankreich aus. Der multiple Präsidentenberater Jaques Attali hingegen darf sich freuen. Er wurde freigesprochen. Einige der Angeklagte haben allerdings inzwischen Rechtsmittel gegen die Urteile angekündigt.
Verweise:
Giftgas, Aids und Leichen - Im Gespräch mit Dr. Alexander Frhr. von Paleske
Weitere Publikationen von Dr. Alexander Frhr. von Paleske
Foto: S. Fuchs
Ein Prozess der Superlative
Der Prozess wurde zur Superlative. 42 Angeklagte, darunter auch der älteste Sohn des verstorbenen Präsidenten Mitterand, Jean Christophe, sowie Charles Pasqua, ein Kollege Pasquas und ein ehemaliger französischer Innenminister namens Jean-Charles Marchiani. Weiterhin saßen der derzeitige Präsidentenberater Sarkozys, Jaques Attali sowie Pierre Falcone, ein windiger französischer Geschäftsmann, Inhaber der Firma Brenco- International, jetzt Angola-Vertreter bei der UNESCO auf der Anklagebank. Und auch Jean-Didier Maille, ehemals Top-Banker bei Paribas (jetzt BNP-Paribas) und Arcady Gaydamak, ein Waffenhändler der von Frankreich per Haftbefehl gesucht wird, jedoch von Israel bzw. Russland nicht nach Frankreich ausgeliefert wird, reihen sich in diese illustre Runde ein. Sieben Jahre ermittelte die Staatsanwaltschaft und produzierte eine 486 Seiten lange Anklageschrift. Insgesamt ging es um dreckige Geschäfte im Umfang von 526 Millionen Euro, die diesen längsten Bürgerkrieg in Angola/Afrika am Laufen hielten. Aus den Arsenalen des ehemaligen Warschauer Paktes wurden unter Verstoß gegen ein UN- Waffenembargo geliefert:
- 420 Panzer
- 12 Hubschauber
- 6 Kriegsschiffe
- 150.000 Granaten
- 170.000 Minen
Hohe Haft- und Geldstrafen verhängt
Viele Beteiligte erhielten hohe Haft- und Geldstrafen. So musste der Sohn des verstorbenen Präsidenten Mitterand, der als Afrikaberater für den Elyseepalast gearbeitet und die angolanische Regierung mit dem Waffenhändler Pierre Falcone bekannt machte und für diese tödliche Vermittlungsarbeit 1,7 Millionen Euro eingesteckte, eine zweijährige Haftstrafe auf Bewährung entgegennehmen. Hinzu kommt eine Geldstrafe von 375.000 Euro. Der ehemalige Innenminister Pasqua, der sich gegen Schmiergeld zum Anwalt der angolanischen Regierung machen ließ, erhielt hingegen nur ein Jahr Freiheitsstrafe. Diese wurde allerdings für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Die eigentlichen Waffenhändler, der Israeli Arcadi Gaydamak und Pierre Falcone erhielten jeweils sechs Jahre Freiheitsstrafe. Doch nur Falcone wird seine Strafe antreten müssen. Gaydamak befindet sich abwechselnd in Israel und Russland. Beide Länder liefern ihn nicht nach Frankreich aus. Der multiple Präsidentenberater Jaques Attali hingegen darf sich freuen. Er wurde freigesprochen. Einige der Angeklagte haben allerdings inzwischen Rechtsmittel gegen die Urteile angekündigt.
Verweise:
Giftgas, Aids und Leichen - Im Gespräch mit Dr. Alexander Frhr. von Paleske
Weitere Publikationen von Dr. Alexander Frhr. von Paleske
Foto: S. Fuchs































































