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Der ehemalige Chefredakteur der NETZEITUNG ist sich sicher: Das Ende der Netzeitung ist auch ein Menetekel für die Branche.

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Der SPIEGEL-Redakteur und Herausgeber der Publikation "Barschel - Die Akte" geriet 1987 auf dem Höhepunkt des Barschel-Skandals selbst in den Sumpf des Polit-Thrillers, als er den toten Politiker auffand.

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Dr. Hermann Otto Solms

Der Vizepräsi-
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Der Vorstands-
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Mehrteiliges Interview mit dem Ex-"Stern"-
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Die außer-
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MdB und Mitglied des FDP-Bundes-
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Der Top-
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Prof. Dr. C. Pestalozza
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Der schwäbische Unternehmer spricht über Globalisierung, Exportwelt-
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lohnland Deutschland, Ethik, persönliche Haftungen und erfolgreiche Unternehmensführung.

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Dr. Michael Meister, Stellver-
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Masire war von 1980 bis 1998 Präsident von Botswana. In einem ausführ-
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DIE FINANZKRISE

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Enthüllungsjournalist Ton Biesemaat: Kritisches über das Königshaus wird totgeschwiegen (1/3)

28. Oktober 2009, 19:33
Ton Biesemaat[Ursula Pidun] Als investigativer Journalist ist Ton Biesemaat in den Niederlanden bekannt und gefürchtet. Doch mit brisanten Enthüllungen zur umstrittenen Vergangenheit des im Jahre 2004 verstorbenen Prinz Bernhard hat er sich nicht nur Freunde gemacht. Der Journalist und Enthüllungsreporter, der in Den Haag lebt, arbeitete auch an Radio-, Fernseh- und BBC-Dokumentationen mit. Bekanntheit erlangte Biesemaat zudem als Autor von Sachbüchern. So erschien unter anderem die Publikation "Bernhardgate", die in den Niederlanden für viel Wirbel sorgte. Derzeit arbeitet Biesemaat an einer weiteren Veröffentlichung, die sich mit Mord, Anschlägen und Verschwörungen im politischen Umfeld der Niederlande in den Jahren 1944 bis heute befasst. Wir haben nachgefragt. Im Gespräch mit Ton Biesemaat, niederländischer Journalist, Autor und Enthüllungsreporter.

Ton Biesemaat, Sie sind als Enthüllungsjournalist und Sachbuchautor in Holland sehr bekannt, respektiert und durchaus auch gefürchtet. Damit auch wir in Deutschland mehr von ihnen erfahren: Erzählen Sie uns ein wenig von Ihrem Werdegang, beruflichen Stationen und Publikationen. 
Mit meiner Tätigkeit als Journalist habe ich 1995 begonnen. Ich bin ein passionierter Bergsteiger und war damals Redakteur einer Zeitschrift im Bereich Outdoor. Damals schrieb ich über abenteuerliche Sachen wie Expeditionen, ferne Länder und vieles mehr. Doch allein nur für diesen Bereich zu schreiben, das wurde mir dann doch zu eng und bald schrieb ich auch als freiberuflicher Journalist über populärwissenschaftliche und historische Sachen für holländische und belgische Zeitschriften.

In den Niederlanden sind Sie auch als Autor von Radio- und Fernsehdokumentationen bekannt.
Ja, denn damals habe ich auch damit begonnen, an Radio- und Fernsehdokumentationen mitzuarbeiten. Zum Beispiel an einer sechsteiligen Radiodokumentation über die Geschichte des holländischen Walfangs vom 16. Jahrhundert bis ungefähr zum Jahre 1960. Außerdem habe ich an zwei BBC-Radio-Dokumentationen mitgearbeitet.

Zeitchriften-Cover OPMAAT. Die Zeitschrift setzt sich für Soldaten ein. In der Zeit habe ich auch für eine Zeitschrift gearbeitet, die sich damit beschäftigt, Interessen ehemaliger holländischer Soldaten mit Kriegserfahrung zu vertreten. Dort schrieb ich über Soldaten aus den Zweiten Weltkrieg, den holländischen Kolonial-Krieg von 1945-1949 in Indonesien und dem Krieg Anfang den 1960er Jahre in Neu Guinea. Und ich schrieb über den Einsatz der Vereinten Nation im Libanon und in Jugoslawien. Ebenfalls zu der Zeit habe ich für die damals größte holländische Internet-Webseite gearbeitet und lieferte für dieses Medium Content über populärwissenschafftliche Themen.

Wie kam es dazu, sich speziell mit investigativem Journalismus zu beschäftigen?
Nach den Terroranschlägen von 09/11 zielte mein Interesse besonders auf die Geheimdienste und jenen Kräften der Schattenseiten unser Welt, die einfache Bürger überhaupt nicht kennen. Diese gesamte Thematik beschäftigte mich sehr. Und Ende 2001 bekam ich den Tipp, mich einmal näher mit Recherchen zu der sehr reichen und einflussreichen Familie Heerema zu befassen. Diese Familie hat sehr viele internationale Betriebe in der Offshore/Öl- und Gasökonomie. Der Gründer der Familienbetriebe war einer holländischer SS-Offizier im Zweiten Weltkrieg. Durch meine intensiven Recherchen in diesem Fall stieß ich auch – quasi im Sinne eines thematischen Seitensprungs – auf einen anderen und ziemlich bekannten Namen. Es war Prinz Bernhard der Niederlande. Das war gleichzeitig der Beginn einer immens intensiven Recherche hinsichtlich der Vergangenheit unser ehemaligen Kronprinzen.

Der "Fall" Prinz Bernhard der Niederlande ist sozusagen Ihr spektakulärster Fall? Also jener, der Sie am meisten beschäftigt und umtreibt?
26Ja, absolut! Und noch immer stecke ich tief in Recherchen hinsichtlich seiner Vergangenheit und habe dabei natürlich auch nicht die Heerema-Geschichte vergessen. Gerade habe ich ein Buch über Prinz Bernhard veröffentlicht. Es trägt den Titel 'Bernhardgate' und - wie im Watergate-Skandal - beschreibt es geheimdienstliche Tätigkeiten von Prinz Bernhard für die deutsche Abwehr, also für den damaligen militärischen Geheimdienst des Dritten Reiches.

Vor diesem Buch gab es aber auch schon andere Publikationen. Eines handelt von Kriegserfahrungen meines Vaters während den Zweiten Weltkrieg auf einer Holländischer U-Boot gegen das Dritte Reich, Italien und Japan. Ein anderes beschreibt meiner Erfahrungen mit Bergsteigen und Polarexpeditionen und ist auch angereichert mit populärwissenschaftlichen Themen.

Augenblicklich arbeite ich an einen weiteren Buch. Es geht um Mord, Anschläge und Verschwörungen mit politischem Hintergrund in den Niederlanden von 1944 bis heute. Und wieder ein anderes Buch, das derzeit ebenfalls in Arbeit ist und in Kooperation mit einem anderen Autor erstellt wird, der sich seit mehr als 30 Jahren mit der inhaltlichen Thematik befasst, geht ungefähr 100 Jahr zurück. Allzuviel darf ich dazu noch nicht verraten, doch was ich darüber sagen kann: Es geht um Mord und rituelle Vergewaltigung im Bereich des holländischen Königshauses mit starken Beziehungen zum deutschen Kaiserreich im Ersten Weltkrieg.

Setzen wir zunächst den Fokus auf Ihr Recherchen im "Fall" Prinz Bernhard, die sich mit dem Zweiten Weltkrieg befassen. Welche dahingehenden Recherche-Ergebnisse und Erkenntnisse haben Sie besonders überrascht, erstaunt und verwundert?
Zwei Sachen haben mich sehr überrascht. Erstens: Aus Dokumenten lässt sich feststellen, dass Prinz Bernhard als Holländer bis zum Mai 1940, als die deutsche Wehrmacht in den Niederlanden einmarschierte, für die deutsche Abwehr – also den militärischen Geheimdienst der Nationalsozialisten Deutschlands - gearbeitet hat. Bis zu seiner Verlobung mit Prinzessin Juliana im Sommer 1936 arbeitete Prinz Bernhard für die IG Farben. Präziser gesagt arbeitete er für den Geheimdienst von IG Farben, der sich "NW7" nannte.

Michael Graf Soltikow, Journalist, Schriftsteller und ehemaliger Geheimdienst-BeamterWoher kamen denn diese Informationen?
Die Informationen hinsichtlich der Mitarbeit Prinz Bernhards für den deutschen Geheimdienst bekam ich aus Dokumenten von einem deutschen Journalisten. Er war auch Schriftsteller und ehemaliger Beamter des Geheimdienstes und hieß Michael Graf Soltikow. Prinz Bernhard hatte damals nach dem Zweiten Weltkrieg in der Anlaufphase für das damals neutrale Holland geheime holländische Verteidigungsinformationen, die vom Generalstab in Den Haag stammten, nach Berlin geschickt. Er tat dies unter dem Codenamen "Observator". Das ist eindeutig Landesverrat! Dennoch wurde und wird Prinz Bernhard bis heute vom Volk als Held betrachtet.

Jan Heitink unterschreibt seine Aussagen.Konnten Sie - angesichts der Brisanz Ihrer Feststellungen - die Vorwürfe durch weitere Beweise untermauern?
Nach den Entdeckung dieser Soltikow-Dokumente traf ich den schon älteren, stellvertretenden Chefredakteur der größten Tageszeitung in den Niederlanden 'De Telegraaf'. Er hieß Jan Heitink und hatte schon in den 1960er Jahren sehr enge und gute Verbindungen zu den französischen und amerikanischen Geheimdiensten. Und er hatte auch beste Kontakte zum holländischen Geheimdienst und zu Beamten des ehemaligen Bundesamtes für Verfassungsschutz. Nach sehr langen Gesprächen erzählte er mir, dass er auch Agent des französischen Geheimdienstes war. Dies wurde auch durch seine enormen Frankreich-Kenntnisse untermauert. Er bestätigte die Dokumente von Soltikow ebenso, wie später auch der ehemalige Beamte des holländischen Geheimdienstes Frits Hoekstra die Dokumente beglaubigte. (Klick auf Image zeigt Vergrößerung: Jan Heitink unterschreibt seine Aussagen. In diesen Bericht beschreibt er seinen Besuch im Büro des französischen Geheimdienstes und die Entdeckung des Statthalterbriefes. Ferner dokumentiert er in diesem Schreiben sein Gespräch mit Michael Graf Soltikow, dem ehemaligen deutschen Beamten der Abwehr).

Aussage (Brief) Jan HeitinkDoch Jan Heitink erzählte mir auch, dass Prinz Bernhard am 24. April 1942 zusammen mit Juliana einen Brief an Adolf Hitler geschrieben hat. Und zwar mit dem Angebot, er könne Statthalter von Holland werden, falls sich die Deutschen aus Holland zurückziehen, Holland aber in der deutschen Interessensphäre bliebe. Bernhard wollte eine Art stellvertretenden Diktator namens Adolf Hitler bekommen. Jan Heitink hat diesen Brief im Büro des französischen Geheimdienstes 'La Piscine' in Paris gesehen. Er erzählte mir, dass er danach mit französischer Hilfe zur Cote d'Azur flog und sich dort in Begleitung des Geheimdienstes mit Michael Graf Soltikow traf, der damals dort wohnte.

bentivegni1Soltikow hat Heitink die Briefe, die Prinz Bernhard seiner Mutter nach Deutschland schrieb, gezeigt. So schrieb Prinz Bernhard unter anderem im April 1940, dass er sich sehr über den Sieg der deutschen Wehrmacht in Norwegen und Dänemark gefreut habe. Und er schrieb in diesem Brief, dass er angesichts der Siege dreimal den Hitlergruß in in Richtung Prinzessin Juliana und Königin Wilhelmina der Niederlande ausrufen wolle. Aus vielen Vorgängen zeigt sich, dass Prinz Bernhard ein Landesverräter war. Die Aussagen von Jan Heitink habe ich selbstverständlich auch schriftlich erhalten. Er hatte das schon für sich selbst niedergeschrieben, lange bevor wir uns kennenlernten.

Mit Ihren Recherchen zur Vergangenheit von Prinz Bernhard haben Sie sich ja bestimmt nicht nur Freunde gemacht. Gab es Schwierigkeiten und wenn ja, welche?
Würde Prinz Bernhard noch leben, er wäre wütend über meine Veröffentlichungen, die ich beispielsweise über den Kunstschmuggel nach dem Zweiten Weltkrieg machte. Schließlich hatte Prinz Bernhard daran ja einen großen Anteil. In einen nicht öffentlichen Archiv, zu dem ich mir mittels einem geschickten Trick Zugang verschaffte, fand ich Dokumente des holländischen Außenministeriums und enthielt eindeutige Angaben über den Schmuggel eines Bildes des italienischen Mahlers Correggio. Prinz Bernhard hatte dieses Bild, das vermutlich aus der alte Gemäldegalerie von Dresden gestohlen wurde, von seinen Freunden und engsten Mitarbeitern nach Holland schmuggeln lassen. Seitdem fehlt jegliche Spur von diesem Bild.

Hat sich Prinz Bernhard zu Lebzeiten denn zu Veröffentlichungen von Ihnen geäußert und hat er sich gewehrt?
Unmittelbar nach der Publikation meines Artikels über die Beteiligung Prinz Bernhards an diesem Schmuggel wollte er gegen mich vorgehen. Dies teilte mir mein Verleger mit. Das ist dann allerdings doch nicht passiert. Etwas später konnte ich einen Professor der Universität Amsterdam entlarven. Er hatte in einer Publikation, die er über deutsche Verwandte von Prinz Bernhard schrieb, behauptet, dass sowohl die Mutter als auch der Bruder von Prinz Bernhard angeblich keinerlei Nazi-Sympathien hegten. Doch ich konnte von einem inzwischen ausgeschiedenen Beamten eine Kopie von einem noch unfertigen Manuskript dieses Professors einsehen. Und dort gab es Aufzeichnungen darüber, dass der Universitätsprofessor bei Prinz Bernhard nachfragte, wie und in welcher Form er denn weiterschreiben sollte, um die Verwandten frei von Nazi-Sympathien zu beschreiben. Dies alles übrigens, obwohl ja bekanntermaßen beispielsweise der Bruder von Prinz Bernhard, Prinz Aschwin zur Lippe Biesterfeld, ein NSDAP-Mitglied war. Und Prinz Bernhard selbst war bis zu seiner Verlobung mit Prinzessin Juliana auch NSDAP- und auch SS-Mitglied. Mit diesem Vorfall war das Buch dieses Professors jedenfalls in keinem Fall mehr eine objektive, akademische Arbeit. In einem Artikel in einer holländischen Wochenzeitschrift habe ich über diesen Schwindel berichtet und gleichzeitig viele Fehler aufgezeigt, die in dieser so genannten Publikation des Professors enthalten sind.

Prinz Bernhard in Franco-UniformDas Buch erschien übrigens kurz nach den Tod von Prinz Bernhard in Dezember 2004. Königin Beatrix unterbrach damals extra die offizielle Hoftrauer, um das Buch im Empfang zu nehmen. Mein Artikel hat – so nehme ich an - viel Ärger im königlichen Palast verursacht. In der gleichen Zeitschrift veröffentlichte ich später auch noch einen Foto von Prinz Bernhard.
Es zeigte ihn kurz vor seiner Heirat mit den späteren Königin Juliana in einer spanisch-fazistischen Franco-Uniform.


Artikel 1 Artikel 2 Artikel 3
(Klick auf Images zeigt Vergrößerung)

Haben sich andere Medien zu Ihren Publikationen über Prinz Bernhard geäußert?
Es ist in den Niederlanden sehr problematisch, in den großen Massenmedien kritisch über das sehr einflussreiche Königshaus zu berichten. Mein Buch 'Bernhardgate' mit den vielen Enthüllungen über die "schwarze" Vergangenheit von Prinz Bernhard wurde also zunächst einmal auch totgeschwiegen.
Lesen Sie in Teil II: Prinz Bernhard, Lockheed und andere Skandale
Kommentierung unter Teil III möglich.

Das Interview führte Ursula Pidun

Verweise:
Teil I: Enthüllungsjournalist Ton Biesemaat: Kritisches über das Königshaus wird totgeschwiegen (1/3)
Teil II: Enthüllungsjournalist Ton Biesemaat: Prinz Bernhard, Lockheed und andere Skandale (2/3)
Teil III: Enthüllungsjournalist Ton Biesemaat: Es mangelt an Transparenz in Regierung und Politik (3/3)

Fotos: Archiv Ton Biesemaat; Archiv Gerd Heidemann; Archiv SPREERAUSCHEN.net; Archiv koninklijkhuis.nl/, Fotos zur freien Verwendung, Archiv minaz.nl/, Fotos zur freien Verwendung
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