Scanner-Firma Nuctech und ein Korruptionsskandal in Namibia
27. Juli 2009, 20:00[Dr. Alexander Frhr. von Paleske] In ihrem Expansionsdrang in Afrika sind chinesische Firmen bei der Wahl ihrer Mittel offenbar nicht sehr zimperlich. Ein Korruptionsskandal in Namibia macht zur Zeit Schlagzeilen. Hu Haifeng, Sohn des chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao, wird von Namibias Anti-Korruptionskommission gesucht - vorerst als Zeuge. Drei Verhaftungen gab es mittlerweile. Was war geschehen?
Die neue Gesetzgebung Namibias gegen Geldwäsche verpflichtet die Banken, jede verdächtige Geldbewegung den staatlichen Behörden mitzuteilen. Nun brachte eine äußerst verdächtige Geldbewegung den Skandal ins Rollen. 42 Millionen Rand, also etwa vier Millionen US Dollar, wurden auf das bis dato leere gemeinsame Bankkonto eines Chinesen und einer namibischen Geschäftsfrau eingezahlt. Innerhalb von 12 folgenden Wochen war das Konto allerdings wieder leergeräumt, daher der Verdacht der Geldwäscheverdacht. Nunmehr stellte sich heraus, dass das Geld keineswegs in bar abgehoben, sondern auf den Konten hochrangiger Politiker der Regierungspartei SWAPO gelandet war. Somit kam der Korruptionsverdacht hinzu.
Woher stammte das Geld?
China verkaufte Namibia für rund 50 Millionen US Dollar Scanner für seine Flug- und Seehäfen. Der Vertrag kam ohne vorherige Ausschreibung zustande, gegen den Widerstand des Staatssekretärs im Finanzministerium, Calle Schlettwein. Finanzministerin Saara Kuugongelwa-Amandhila drückte den Vertrag durch, der auch einen Kredit Chinas zu dessen Finanzierung beinhaltete. Offenbar hatte die Finanzministerin gute Gründe dafür. Die erste Rate der Bezahlung, knapp zehn Prozent des Kaufpreises für die Scanner, landete nämlich nun nicht etwa bei der Scanner-Firma Nuctech, sondern als "Bestechungsgeld" auf Konten der Politiker. Dies berichtete die südafrikanische investigative Zeitung "Mail and Guardian" vor einer Woche. Der Sohn des chinesischen Staatspräsidenten Hu Haifeng war bis vor einem Jahr Chef der Frima Nuctech, die bereits vor zwei Jahren in einen ähnlichen Bestechungsskandal, diesmal in der Republik Südafrika, verwickelt war.
Mittlerweile ist Hu Haifeng Chef der Holdingfirma Tsinhua Holdings, zu der auch Nuctech gehört. Der lokale Agent der Firma Nuctech in Südafrika, Africa Strategic Asset Protection, hatte einen 300 Millionen US-Dollar Vertrag durch Schmieren von Parlamentsabgeordneten gewonnen. Doch diese Form der Geschäftsanbahnung scheint sozusagen zum normalen Geschäftsbetrieb der chinesischen Firma zu gehören, denn auch aus den Philippinen wird ein ähnlicher Skandal gemeldet. Wer gut schmiert, der gut fährt? In Namibia zumindest ist nun etwas Sand in die Schmiere gekommen. Um "Schaden" von der chinesischen Bevölkerung abzuwenden, hatten die chinesischen Behörden übrigens in den vergangenen Tagen die Suchbegriffe "Namibia" und "Hu Haifeng" in Internet-Suchmaschinen gesperrt.
Verweise:
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Woher stammte das Geld?
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Mittlerweile ist Hu Haifeng Chef der Holdingfirma Tsinhua Holdings, zu der auch Nuctech gehört. Der lokale Agent der Firma Nuctech in Südafrika, Africa Strategic Asset Protection, hatte einen 300 Millionen US-Dollar Vertrag durch Schmieren von Parlamentsabgeordneten gewonnen. Doch diese Form der Geschäftsanbahnung scheint sozusagen zum normalen Geschäftsbetrieb der chinesischen Firma zu gehören, denn auch aus den Philippinen wird ein ähnlicher Skandal gemeldet. Wer gut schmiert, der gut fährt? In Namibia zumindest ist nun etwas Sand in die Schmiere gekommen. Um "Schaden" von der chinesischen Bevölkerung abzuwenden, hatten die chinesischen Behörden übrigens in den vergangenen Tagen die Suchbegriffe "Namibia" und "Hu Haifeng" in Internet-Suchmaschinen gesperrt.
Verweise:
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