Premiere des JEDERMANN im "HAUS TORNOW am See"
19. Juni 2009, 11:00I N T E R V I E W
[Ursula Pidun] Kennen Sie jedermann? Vermutlich nicht, denn das wäre bei einer Weltbevölkerung von geschätzten 6,75 Milliarden Menschen auch ein wenig zuviel verlangt. Doch vielleicht kennen Sie den legendären "Jedermann" aus dem gleichnamigen Schauspiel von Hugo von Hofmannsthal; Ein Spiel "vom Sterben des reichen Mannes", das seit der ersten Aufführung im Jahre 1911 in Berlin zu einem der Bestseller der Schauspielinszenierungen wurde. Entstaubt und aufgefrischt feiert der Klassiker am kommenden Samstag Premiere im idyllischen Refugium der gemeinnützigen Prenzlkomm GmbH "HAUS TORNOW am See", etwa 50 Kilometer vor den Toren Berlins.
Überraschend gegenwärtig, oftmals lakonisch, witzig und durchaus lässig erinnert die Neuinszenierung auf amüsante und gleichsam unverwechselbare Weise an den legendären Bestseller des 20. Jahrhunderts. Als habe er damals schon geahnt, dass sein Stück das Wechselspiel der Zeiten überdauert, rezensierte von Hofmannsthal sein eigenes Schauspiel mit den Worten: "Der eigentliche Kern des Inhalts offenbarte sich immer mehr als menschlich absolut, keiner bestimmten Zeit angehörig, nicht einmal mit dem christlichen Dogma unlöslich verbunden." Das sah wohl auch Marcel Reich-Ranitzki nicht anders, denn das Schauspiel ging unlängst in den exklusiven Literaturkanon jenes legendären "Literaturpapstes" ein, der weiß Gott nicht jedermann Tür und Tor zu diesen heiligen Hallen öffnet. Das Ensemble um den künstlerischen Leiter Andreas Bartsch wagt den Spagat zwischen Klassik und Moderne und konfrontiert das mystische Spiel auf geradezu ironische Weise mit dem gefühlten Zeitgeist unserer krisengeschüttelten Gegenwart. Wir trafen den Regisseur des Projekts, das erstmals von der Abteilung Hölderlin&Co. als ausführende Produktion auf die Beine gestellt wurde. Hölderlin@Co. arbeitet unter anderem im Bereich der beruflichen Rehabilitation im Raum Berlin und Brandenburg. Im Gespräch mit Andreas Bartsch, Regisseur der Neuinszenierung des "Jedermann" und künstlerischer Leiter FROZENMARX©.
Andreas Bartsch, am kommenden Samstag findet die Premiere Ihrer Neuinszenierung des "Jedermann" statt. Haben Sie und Ihr Ensemble schon Lampenfieber?
Ja...! Auch deshalb weil wir nicht wissen, ob das Wetter wirklich mitspielen wird.
Wann und wie entstand denn die Idee zur jetzigen Fassung?
2001 war es der Wunsch von Klaus Stephan, damals Intendant des Gerhart Hauptmann Theaters in Zittau, dass ich dort den "Jedermann" inszeniere. Darauf hatte ich zunächst gar keine Lust. Ich mochte den Text nicht. Aber ich hatte gerade das Auto meiner Freundin Anna Maria schrottreif gefahren und musste Buße tun. Ich brauchte also das Geld. Und so las ich das Stück noch einmal.., zweimal..., dreimal. Und entdeckte eine spannende Variante: DES SCHULDNERS FRAU lässt sich feindlich übernehmen und wird zu der entscheidenden Rolle - zur BUHLSCHAFT.
Zum Schluss stellt sich heraus - nach einer Liaison mit dem Tod - sie ist der Götze, MAMMON. Jedermann gerät in das Gespinst von eher zwischenmenschlichem Grauen, Demütigung – mehr als Angst vor dem Tod. …Damals in Zittau sahen die jetzigen Produzenten meine Arbeit und wünschten sich eine Neuinszenierung in diesem traumhaften Refugium hier, im, beziehungsweise vor dem Haus Tornow am See.
"Jedermann", das Spiel vom Sterben des reichen Mannes, wurde erstmals 1911 unter der Regie von Max Reinhardt in Berlin uraufgeführt. Wie sehr ähnelt Ihre Fassung noch der ursprünglichen Inszenierung?
Hofmannsthal schrieb: "Der eigentliche Kern des Inhalts offenbart sich immer mehr als menschlich absolut, keiner bestimmten Zeit angehörig, nicht einmal mit dem christlichen Dogma unlöslich verbunden." Ich weiß nicht, wie die Inszenierung damals war. Ich bin ja erst 1958 geboren.
Ich jedenfalls konzentriere mich auf mein Konzentrat des Stückes: JEDERMANN wird durch das Ultimatum der Todesdrohung mit Realitäten konfrontiert, die sich vorher gut - und gerne - verdrängen ließen. Wir erleben ihn in einsamer Gesellschaft von Egoisten, Lügnern, Neidern und Impertinenten. Die Geister, die er nie zuvor verscheuchte. Das hat er verpasst. Der Glaube bietet keine Alternative. Er erscheint als agitatorischer Glaubens-Beamter. Das wars…
In der Vorankündigung sprechen Sie von einer entstaubt wirkenden Fassung. Wie müssen wir uns das vorstellen?
Für unsere Lesart habe ich die Texte von überflüssigen Sprachschnörkeln befreit, zum Beispiel "nicht" statt dem antiquierten "nit". Und so wirken die recht poesievollen Texte jetzt unerwartet gegenwärtig. Erinnern zuweilen an die originelle Zeitlosigkeit eines Wilhelm Busch und durchaus an DAS Thema 2009 "Gut" vs "Börse" – den aktuell erlebten Weltmoment also.
Und ich habe die Besetzung auf wesentliche Figuren konzentriert, bewusst zusammengefasst, insbesondere - wie gesagt - die komplexe Rolle SCHULDERS FRAU > BUHLSCHAFT > MAMMON. Dadurch entstehen ganz neue, dramaturgisch sinnfällige Beziehungsachsen, die sich vom Publikum gut verfolgen lassen und neue ungeahnte Handlungsspielräume bieten - für Inspiration, Darsteller, Regie.
Der reiche "Jedermann" sieht sich mit seinem plötzlichen Tod konfrontiert. Weder Geld noch Freunde wollen ihn ins Grab begleiten. Inwieweit lässt sich so etwas auf die heutige Zeit übertragen? Die reichen Jedermanns sind ja inzwischen ziemlich arm geworden und viel mehr als der Nadelstreifanzug ist so manchem nicht geblieben.
Wir zeigen einen menschlichen JEDERMANN. Leger sogar. Im "feinen Armani-Zwirn" - um den wir ihn beneiden. Etwas müde vielleicht - durch das Sammeln von Autos, Frauen… und die ihm exklusiven Angebote seiner großenkleinen Welt. Der einnehmende Jedermann ist produktiv pragmatisch Dafür wird er bewundert, beneidet, oft verborgen gehasst. Nicht selten von denen, die ihm vieles, vielleicht alles zu verdanken haben. Die Forderer, Nehmer, Nachahmer. Die Borger seines Vertrauens, seines Geldes, seiner Reputation.
"Jedermann" anno dazumal geht am Ende geläutert aus der Geschichte heraus, ja, er sieht sogar seine Fehler ein. Kann er auch als Vorbild für unsere heutigen Jedermanns herhalten?
Als der Tod offenbart, wer er ist und warum er gekommen ist, zeigt JEDERMANN wenig Furcht. Überraschenderweise. Eher Trotz, Misstrauen, ja verzweifelte Angriffswut. Aber auch professionellen Respekt vor dem tödlichen Gegner. Gewissermaßen bleibt JEDERMANN sogar dem TOD gegenüber ein Souverän, sprungbereit, ja sarkastisch.
Warum sollte möglichst jedermann Ihren "Jedermann" besuchen?
Weil Sie alle im Haus Tornow am See, in dieser wunderbaren, großbürgerlichen Aura, - das Publikum - des generösen JEDERMANNs gutgelaunte Gäste sein dürfen!
Und nicht nur am kommenden Samstag?
Die nächsten Vorstellungen sind am 22.Juli und am 14. August 2009 im Haus Tornow am See. Weitere Vorstellungen sind geplant.
Wir sind uns im Rahmen meines Interview mit Gerd Heidemann zufällig begegnet und Sie erzählten mir, dass Sie mit ihm - bzw. einigen Dokumenten aus seinem umfangreichen Archiv - Pläne haben. Was könnte das sein?
Ich habe das große Glück mit Gerd Heidemann befreundet zu sein und dadurch die Möglichkeit erhalten, in seinem Archivschatz graben zu dürfen. Dabei stieß ich unter anderem auf seine unveröffentlichten Tonbandaufnahmen aus dem Kongokrieg. Heidemann begleitete 1965 im Auftrag des Stern eine deutsche Söldnertruppe in diese - wie Heidemann selbst sagt - "abwegigste Apokalypse weltweit". Mit nur 30 Mann beräumte er damals ein Gebiet von der Größe Deutschlands gegen 20 000 Rebellen der jungen demokratischen Republik Kongo. Ich bin dabei, dieses spannende Material für das Theater aufzuarbeiten und will die Dialoge der Söldner im Wortlaut auf die Bühne bringen.
Wie sehen Ihre weiteren, künstlerischen Pläne in der nahen Zukunft aus?
Zum einen beschäftigt mich das Projekt "Frozenwall": Zusammen mit dem EIS-Architekten Christian Funk, möchte ich die Berliner Mauer am Brandenburger Tor neu errichten. Aus Eis. Und sie zerschmelzen lassen. Zudem ist eine großformatige Fotoinstallation im öffentlichen Raum mit den Bildern des US-Deutschen Sternjournalisten Perry Kretz in Planung.
Alle Fotorechte: Andreas Bartsch, Christian Funk;
Fotobearbeitung und Flashanimation up/SPREERAUSCHEN.net
Interview: Ursula Pidun
Überdachte OPEN-AIR Veranstaltung
ca. 60 Autominuten von Berlin
(Richtung Frankfurt/Oder, Märkische Schweiz)
Reservierung und Wegbeschreibung
Übernachtungen möglich
[Ursula Pidun] Kennen Sie jedermann? Vermutlich nicht, denn das wäre bei einer Weltbevölkerung von geschätzten 6,75 Milliarden Menschen auch ein wenig zuviel verlangt. Doch vielleicht kennen Sie den legendären "Jedermann" aus dem gleichnamigen Schauspiel von Hugo von Hofmannsthal; Ein Spiel "vom Sterben des reichen Mannes", das seit der ersten Aufführung im Jahre 1911 in Berlin zu einem der Bestseller der Schauspielinszenierungen wurde. Entstaubt und aufgefrischt feiert der Klassiker am kommenden Samstag Premiere im idyllischen Refugium der gemeinnützigen Prenzlkomm GmbH "HAUS TORNOW am See", etwa 50 Kilometer vor den Toren Berlins. Überraschend gegenwärtig, oftmals lakonisch, witzig und durchaus lässig erinnert die Neuinszenierung auf amüsante und gleichsam unverwechselbare Weise an den legendären Bestseller des 20. Jahrhunderts. Als habe er damals schon geahnt, dass sein Stück das Wechselspiel der Zeiten überdauert, rezensierte von Hofmannsthal sein eigenes Schauspiel mit den Worten: "Der eigentliche Kern des Inhalts offenbarte sich immer mehr als menschlich absolut, keiner bestimmten Zeit angehörig, nicht einmal mit dem christlichen Dogma unlöslich verbunden." Das sah wohl auch Marcel Reich-Ranitzki nicht anders, denn das Schauspiel ging unlängst in den exklusiven Literaturkanon jenes legendären "Literaturpapstes" ein, der weiß Gott nicht jedermann Tür und Tor zu diesen heiligen Hallen öffnet. Das Ensemble um den künstlerischen Leiter Andreas Bartsch wagt den Spagat zwischen Klassik und Moderne und konfrontiert das mystische Spiel auf geradezu ironische Weise mit dem gefühlten Zeitgeist unserer krisengeschüttelten Gegenwart. Wir trafen den Regisseur des Projekts, das erstmals von der Abteilung Hölderlin&Co. als ausführende Produktion auf die Beine gestellt wurde. Hölderlin@Co. arbeitet unter anderem im Bereich der beruflichen Rehabilitation im Raum Berlin und Brandenburg. Im Gespräch mit Andreas Bartsch, Regisseur der Neuinszenierung des "Jedermann" und künstlerischer Leiter FROZENMARX©.
Andreas Bartsch, am kommenden Samstag findet die Premiere Ihrer Neuinszenierung des "Jedermann" statt. Haben Sie und Ihr Ensemble schon Lampenfieber?Ja...! Auch deshalb weil wir nicht wissen, ob das Wetter wirklich mitspielen wird.
Wann und wie entstand denn die Idee zur jetzigen Fassung?
2001 war es der Wunsch von Klaus Stephan, damals Intendant des Gerhart Hauptmann Theaters in Zittau, dass ich dort den "Jedermann" inszeniere. Darauf hatte ich zunächst gar keine Lust. Ich mochte den Text nicht. Aber ich hatte gerade das Auto meiner Freundin Anna Maria schrottreif gefahren und musste Buße tun. Ich brauchte also das Geld. Und so las ich das Stück noch einmal.., zweimal..., dreimal. Und entdeckte eine spannende Variante: DES SCHULDNERS FRAU lässt sich feindlich übernehmen und wird zu der entscheidenden Rolle - zur BUHLSCHAFT.
Zum Schluss stellt sich heraus - nach einer Liaison mit dem Tod - sie ist der Götze, MAMMON. Jedermann gerät in das Gespinst von eher zwischenmenschlichem Grauen, Demütigung – mehr als Angst vor dem Tod. …Damals in Zittau sahen die jetzigen Produzenten meine Arbeit und wünschten sich eine Neuinszenierung in diesem traumhaften Refugium hier, im, beziehungsweise vor dem Haus Tornow am See.
"Jedermann", das Spiel vom Sterben des reichen Mannes, wurde erstmals 1911 unter der Regie von Max Reinhardt in Berlin uraufgeführt. Wie sehr ähnelt Ihre Fassung noch der ursprünglichen Inszenierung? Hofmannsthal schrieb: "Der eigentliche Kern des Inhalts offenbart sich immer mehr als menschlich absolut, keiner bestimmten Zeit angehörig, nicht einmal mit dem christlichen Dogma unlöslich verbunden." Ich weiß nicht, wie die Inszenierung damals war. Ich bin ja erst 1958 geboren.
Ich jedenfalls konzentriere mich auf mein Konzentrat des Stückes: JEDERMANN wird durch das Ultimatum der Todesdrohung mit Realitäten konfrontiert, die sich vorher gut - und gerne - verdrängen ließen. Wir erleben ihn in einsamer Gesellschaft von Egoisten, Lügnern, Neidern und Impertinenten. Die Geister, die er nie zuvor verscheuchte. Das hat er verpasst. Der Glaube bietet keine Alternative. Er erscheint als agitatorischer Glaubens-Beamter. Das wars…
In der Vorankündigung sprechen Sie von einer entstaubt wirkenden Fassung. Wie müssen wir uns das vorstellen?
Für unsere Lesart habe ich die Texte von überflüssigen Sprachschnörkeln befreit, zum Beispiel "nicht" statt dem antiquierten "nit". Und so wirken die recht poesievollen Texte jetzt unerwartet gegenwärtig. Erinnern zuweilen an die originelle Zeitlosigkeit eines Wilhelm Busch und durchaus an DAS Thema 2009 "Gut" vs "Börse" – den aktuell erlebten Weltmoment also.
Und ich habe die Besetzung auf wesentliche Figuren konzentriert, bewusst zusammengefasst, insbesondere - wie gesagt - die komplexe Rolle SCHULDERS FRAU > BUHLSCHAFT > MAMMON. Dadurch entstehen ganz neue, dramaturgisch sinnfällige Beziehungsachsen, die sich vom Publikum gut verfolgen lassen und neue ungeahnte Handlungsspielräume bieten - für Inspiration, Darsteller, Regie.
Der reiche "Jedermann" sieht sich mit seinem plötzlichen Tod konfrontiert. Weder Geld noch Freunde wollen ihn ins Grab begleiten. Inwieweit lässt sich so etwas auf die heutige Zeit übertragen? Die reichen Jedermanns sind ja inzwischen ziemlich arm geworden und viel mehr als der Nadelstreifanzug ist so manchem nicht geblieben.Wir zeigen einen menschlichen JEDERMANN. Leger sogar. Im "feinen Armani-Zwirn" - um den wir ihn beneiden. Etwas müde vielleicht - durch das Sammeln von Autos, Frauen… und die ihm exklusiven Angebote seiner großenkleinen Welt. Der einnehmende Jedermann ist produktiv pragmatisch Dafür wird er bewundert, beneidet, oft verborgen gehasst. Nicht selten von denen, die ihm vieles, vielleicht alles zu verdanken haben. Die Forderer, Nehmer, Nachahmer. Die Borger seines Vertrauens, seines Geldes, seiner Reputation.
"Jedermann" anno dazumal geht am Ende geläutert aus der Geschichte heraus, ja, er sieht sogar seine Fehler ein. Kann er auch als Vorbild für unsere heutigen Jedermanns herhalten?
Als der Tod offenbart, wer er ist und warum er gekommen ist, zeigt JEDERMANN wenig Furcht. Überraschenderweise. Eher Trotz, Misstrauen, ja verzweifelte Angriffswut. Aber auch professionellen Respekt vor dem tödlichen Gegner. Gewissermaßen bleibt JEDERMANN sogar dem TOD gegenüber ein Souverän, sprungbereit, ja sarkastisch.
Warum sollte möglichst jedermann Ihren "Jedermann" besuchen? Weil Sie alle im Haus Tornow am See, in dieser wunderbaren, großbürgerlichen Aura, - das Publikum - des generösen JEDERMANNs gutgelaunte Gäste sein dürfen!
Und nicht nur am kommenden Samstag?
Die nächsten Vorstellungen sind am 22.Juli und am 14. August 2009 im Haus Tornow am See. Weitere Vorstellungen sind geplant.
Wir sind uns im Rahmen meines Interview mit Gerd Heidemann zufällig begegnet und Sie erzählten mir, dass Sie mit ihm - bzw. einigen Dokumenten aus seinem umfangreichen Archiv - Pläne haben. Was könnte das sein?
Ich habe das große Glück mit Gerd Heidemann befreundet zu sein und dadurch die Möglichkeit erhalten, in seinem Archivschatz graben zu dürfen. Dabei stieß ich unter anderem auf seine unveröffentlichten Tonbandaufnahmen aus dem Kongokrieg. Heidemann begleitete 1965 im Auftrag des Stern eine deutsche Söldnertruppe in diese - wie Heidemann selbst sagt - "abwegigste Apokalypse weltweit". Mit nur 30 Mann beräumte er damals ein Gebiet von der Größe Deutschlands gegen 20 000 Rebellen der jungen demokratischen Republik Kongo. Ich bin dabei, dieses spannende Material für das Theater aufzuarbeiten und will die Dialoge der Söldner im Wortlaut auf die Bühne bringen.
Wie sehen Ihre weiteren, künstlerischen Pläne in der nahen Zukunft aus?
Zum einen beschäftigt mich das Projekt "Frozenwall": Zusammen mit dem EIS-Architekten Christian Funk, möchte ich die Berliner Mauer am Brandenburger Tor neu errichten. Aus Eis. Und sie zerschmelzen lassen. Zudem ist eine großformatige Fotoinstallation im öffentlichen Raum mit den Bildern des US-Deutschen Sternjournalisten Perry Kretz in Planung.
Alle Fotorechte: Andreas Bartsch, Christian Funk;
Fotobearbeitung und Flashanimation up/SPREERAUSCHEN.net
Interview: Ursula Pidun
Überdachte OPEN-AIR Veranstaltung
ca. 60 Autominuten von Berlin
(Richtung Frankfurt/Oder, Märkische Schweiz)
Reservierung und Wegbeschreibung
Übernachtungen möglich































































