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Ex-"Stern"-Reporter Gerd Heidemann: "Journalisten sind immer nur so gut wie ihre letzte Geschichte" (4/4)

19. Juni 2009, 06:00
Gerd Heidemann im Juni 2009[Ursula Pidun] Ex-"Stern"-Reporter Gerd Heidemann, der in den 1950er Jahren als freier Fotoreporter begann und fast drei Jahrzehnte für das Nachrichtenmagzin "Stern" tätig war, fasste nach dem Desaster um die Hitler-Tagebücher bis auf wenige, einzelne Aufträge als Freier Journalist beruflich nie wieder Fuß. Im letzten Teil unseres vierteiligen Interviews erzählt Gerd Heidemann, womit er sich seit dem Medienskandal befasst, welche Pläne er derzeit hegt und was er vom heutigen Journalismus hält.

Nach dem Mega-Flop mit den gefälschten Hitler-Tagebüchern, der als einer der größten Medienskandale in die deutsche Geschichte einging, gab es für Ihr Leben eine tiefe Zäsur. Hat sie niemals mehr ein Verlag gefragt, ob sie wieder als Reporter tätig werden wollen? Oder haben Sie von sich aus damals sofort einen beruflichen Schlußstrich gezogen?
Nach der Tagebuch-Pleite war ich erst noch eine zeitlang als freier Journalist tätig und arbeitete für einen befreundeten Pressefotografen und auch für "BILD". Außerdem lieferte ich dem „SPIEGEL“ und anderen Blättern Fotos aus meinem zeitgeschichtlichen Fotoarchiv. Für die Hamburger Kriminalpolizei konnte ich einen Fall lösen und dafür eine sehr hohe Belohnung einstreichen. Um eine Festanstellung habe ich mich allerdings nie mehr bemüht. Wegen meiner Schulden beim Finanzamt, den Rechtsanwälten, der Gerichtskasse und den Werften wäre mir dann auch kaum etwas von meinem Gehalt geblieben.


Alle Fotorechte: Gerd Heidemann; Fotobearbeitung und Flashanimation: up/SPREERAUSCHEN.net

Womit haben Sie sich dann in den vergangenen Jahrzehnten beschäftigt und was tun Sie heute?
Meine Hauptarbeit gilt seit vielen Jahren und bis heute meinem historischen und zeitgeschichtlichen Archiv, das immer mehr Studenten, Historiker und Journalisten in Anspruch nehmen. Ich hatte mir nach dem Erlebnis mit den falschen Tagebüchern vorgenommen, niemals wieder auf Fälschungen hereinzufallen. Darum versuchte ich, mit Dokumenten und Fotos fast jeden Tag der jüngsten Geschichte zu dokumentieren. So umfasst das Archiv heute über 7000 Ringordner mit über hunderttausend Fotos und sicher mehr als eine Million Dokumente.

Gerd HeidemannWenn Sie heute Nachrichtenmagazine lesen – print und/oder online – was geht Ihnen durch den Kopf? Hat der Journalismus an substantiellen Inhalten gewonnen oder befindet er sich auf dem direkten Weg in die Selbstzertrümmerung?
Von dem heutigen Journalismus halte ich nicht mehr viel. Ich
weiß ja am Besten, welche Lügen diese Schreiberlinge über mich verbreitet haben. Mir wurde von solchen Leuten sogar vorgeworfen, ich hätte die damalige "Stern"-Veröffentlichung dazu benutzt, den Nationalsozialismus zu rechtfertigen. In Wirklichkeit hatte ich mit der Veröffentlichung der Geschichte
über die Tagebücher gar nichts zu tun, bekam den Artikel vor dem Druck nicht einmal zu lesen. Es wurde immer so berichtet, als würde ein Reporter entscheiden, welche Serie im Stern erscheinen würde. Aber das ist doch wohl Entscheidung der Chefredaktion. Früher hieß es: "Es waren einmal zwei Redakteure, die hatten nur eine Schere. Der andere, aus Not getrieben, hat endlich was geschrieben." Das bezog sich darauf, dass man sich die Agenturmeldungen für das Layout der Zeitung zurecht schnippelte.


Alle Fotorechte: Gerd Heidemann; Fotobearbeitung und Flashanimation: up/SPREERAUSCHEN.net

Gerd HeidemannJournalisten sind immer nur so gut wie ihre letzte Geschichte. Das betrifft ja nicht nur mich. Doch heute holen sich die Reporter und Redakteure ihre Informationen hauptsächlich aus dem Internet und übernehmen dabei alle Fehler und Lügen ihrer lieben Kollegen. Es gibt nur noch wenige Journalisten in Deutschland, die fähig zu guten Recherchen sind. Man kann sie an einer Hand abzählen und im jugendlichen Alter sind sie auch nicht mehr. Wenn an den Journalistenschulen nicht mehr Wert auf gute Ausbildung auf diesem Gebiet gesorgt wird, sehe ich schwarz. Da ich aber inzwischen kaum noch Magazine und Illustrierte lese, kann ich letztendlich nicht gut beurteilen, ob diese Blätter an substantiellen Inhalten gewonnen oder verloren und damit neben dem Internet und Fernsehen noch eine Zukunft haben.

Das Gespräch führte Ursula Pidun
Alle Fotorechte: Gerd Heidemann;
Fotobearbeitung und Flashanimationen up/SPREERAUSCHEN.net

Verweise:
Teil I: Ex-"Stern"-Reporter Gerd Heidemann: Jenseits der Hitler-Tagebücher
Tel II: Ex-"Stern"-Reporter Gerd Heidemann: Kriege werden am Schreibtisch geplant
Teil III: Ex-"Stern"-Reporter Gerd Heidemann: NS-Recherchen führten zu Konsequenzen
Teil IV: Ex-"Stern"-Reporter Gerd Heidemann: "Journalisten sind immer nur so gut wie ihre letzte Geschichte"
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Wir freuen uns über sachliche Kommentierungen. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren, insbesondere wenn sie ehrverletzende, beleidigende, rassistische sowie anderweitig strafrechtlich relevante Inhalte enthalten. Eine Korrespondenz hierzu seitens der Redaktion entfällt.

kurz und bündig

arndt_gesinfo (Gast) - 20. Jun, 07:25
ein erstklassiges Interview. Vielen Dank.

Ein Muß!!!

E. Schlüter (Gast) - 20. Jun, 07:37
Man kann über die Hitler-Tagebuchgeschichte denken was man will, dieses Interview ist ein Muß!!!

super

sturmhaube (Gast) - 20. Jun, 07:43
spannend und sehr informativ. solange es solche interviews gibt, müssen wir uns um den journalismus nicht sorgen. ist allerdings nicht gängige praxis, fundiert zu informieren. die fragen halten den nötigen abstand und sind sehr klar formuliert. weiter so, leute!

klaus_winkler (Gast) - 20. Jun, 07:54
da kommt man direkt ins Grübeln. Ob da schon die letzte Worte gesprochen sind? Klasse Interview und Photos, auch wenn es unbequeme Fragen hinterlässt.

dachte,

Ludwig Kramer/Hagen (Gast) - 20. Jun, 07:58
die Geschichte wär langsam abgehakt, scheint aber doch noch einiges ungeklärt zu sein. Jedenfalls mal eine ganz andere Sichtweise von, dem, angeblich die ganze Schuld trägt und von der ganzen Welt verspottet wurde. Nicht, dass ich jetzt das Gegenteil denke, aber es schiebt schon die Gedanken an, ob nicht viele und vieles in der Schublade der Vorurteile landet. Nicht wenige brabbeln sicher auch Vorgefertigtes einfach nach.

schon länger

Hans Remminger (Gast) - 20. Jun, 08:44
keine so spannende Story gelesen. Klasse, ein Interview, das fast schon eine Reportage ist und intensiv zum Nachdenken anregt. Ich werde eure Seite weiter empfehlen.

ein spannendes Leben

J. Haberland (Gast) - 20. Jun, 09:14
aber auch voller Risiken. Am Ende bleibt die Frage, warum wir uns in Deutschland so schwer damit tun, eine zweite Chance zu geben. Das gibt es in keinem anderen Land. Medienskandale gab es doch schon mehr, als nur den einen, an dem dieser Reporter beteiligt war. Es schmälert nicht die anderen Leistungen. Risiko ist doch in der Branche ein Grundvoraussetzung, um überhaupt was zu schaffen.

Jedenfalls ist es eine typisch deutsche Unart, Menschen platt zu trampeln und chancenlos unten liegen zu lassen. Scheinbar geht die Medienbranche mit dieser Untugend als unrühmliches Beispiel voran?

chapeaux

W. Knye (Gast) - 20. Jun, 09:35
für den Beitrag!

diese Treffen

anne.winkelmann (Gast) - 20. Jun, 10:48
an Bord sind schauerlich. Die saßen da so wichtigtuerisch, als hätten sie immer noch das Wort. Da laufen kalte Schauer den Rücken runter. Wieso saßen die nicht im Knast?

Was mir gefällt,

börsencrash (Gast) - 20. Jun, 11:50
ist die Distanz und Sachlichkeit der Fragestellungen. Zweifelsfrei regt das Interview dazu an, mehr nachzudenken und infrage zu stellen. Jedenfalls ist dies hier ein ansehnlicher Blickwinkel auf die übrigen Leistungen, die wohl nicht "ohne" waren. Das ist anerkennenswert und solche Reporter sind bald ausgestorben.

Eben erst gesehen,

J. Bender (Gast) - 20. Jun, 13:02
dass man auch kommentieren kann. Gratulation, tolles Interview. Ausführlich, aber jede Sekunde spannend und informativ. Das habe ich sehr gerne gelesen! Grüße aus Konstanz

interessant!

michel B. (Gast) - 20. Jun, 13:58
bewegend, spannend, sehr interessant!

Krieg

werner h. (Gast) - 20. Jun, 16:15
über Kriege wird viel gesprochen, über den Sinn nicht. Viele Online-Zeitungen sperren die Kommentarfunktion unter Berichten von Kriegen. Warum eigentlich? Wir sollten über Kriege und deren (Un)sinn reden, so wie es hier der Fall war. Nur wenn wir beginnen, miteinander zu reden, können wir etwas ändern. Erfreulich, diese Offenheit. Erfreulich der gesamte Beitrag, trotz der Inhalte, die durchaus schwere Kost sind.

mehr davon!

tellerrand (Gast) - 20. Jun, 19:39
mir ist noch nie ein so langes Interview so kurz erschienen. Mehr davon...!

wieso?

webspezi (Gast) - 20. Jun, 21:12
wieso muss so einer eigentlich seit zig jahren im Archiv sitzen, weil ihm einmal ein Fehler passiert ist? Wo müssen dann die Leute sitzen, die gerade Milliarden verzockt haben?

immer diese nazi-geschichten

Rudolf Mahler (Gast) - 20. Jun, 23:29
die gehören endlich in die hinterste schublade

Biografie schreiben

cyberman (Gast) - 21. Jun, 00:24
Hier wäre eine Biografie fällig. Es werden so viele Biografien von Leuten auf den Markt geworfen, die sich für interessant halten und nur Luftnummer sind. Das hier hat doch Substanz. Ran an die Tastaturen:-)

Th. Salzmann (Gast) - 21. Jun, 08:51
Medienskandale gibt es mehr als genug, wobei ja bei weitem nicht alle ans Tageslicht kommen. wer weiß, was da alles vertuscht wird. Viele werden auch mit purem Vorsatz geplant (was ja wohl bei Heidemann nicht der Fall war.
http://www.medienskandale.de/html/html/kummer_tom.html

sehr gut

bludy-mary (Gast) - 21. Jun, 10:04
gutes Interview, inhaltsreich und spannend. Schade um so ein Talent.

Dieser General Wolff

H. Schmitz (Gast) - 21. Jun, 11:13
scheint ein angenehmes Leben geführt zu haben und das nach allem, was er mit angerichtete hat. Es ist unerträglich, dass man ihn nicht wie einen Hasen gejagt hat. So wie der wirkt auf den Fotos schien er mit sich im reinen zu sein und selbstbewußt dazu.

Zu General Wolff

General Wolff hat über zehn Jahre in Gefängnissen gesessen und wurde wegen seines Alters und Krankheiten auf Bewährung freigelassen. Er musste sich nach der Entlassung jedes Jahr einer amtsärztlichen Untersuchung unterziehen, bei der seine Haftfähigkeit geprüft wurde.
andreas m. (Gast) - 21. Jun, 12:43

Über Wolff

gibts im Internet eine Menge Artikel. Zusammenfassung auch in wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Wolff_(SS-Mitglied)#Nach_dem_Krieg

Danke für dieses sehr informative Interview!

M. Henneke (Gast) - 21. Jun, 12:38
Endlich einmal hat Herr Heidemann die Gelegenheit bekommen, ausführlich über sein langjähriges Reporterleben zu sprechen - abseits von der Affäre um die "Hitler-Tagebücher".
Hier wird deutlich, dass er einer der besten Rechercheure und Reporter überhaupt ist, dessen steile Karriere plötzlich endete. Was er alles erlebt hat, spricht für sich.
Sein heutiges Archiv, das er mir während meines Geschichtsstudiums bereitwillig öffnete, ist wirklich überwältigend!
Ich wünsche ihm, dass seine Lebensleistung entsprechende Anerkennung bekommt ...

Reporter

H. Kühn (Gast) - 21. Jun, 14:35
Ein begnadeter Reporter, mit Füßen getreten und ein herausragendes Interview. Danke für eine Stunde Journalismus, wie man ihn sich wünscht.

Leistungen

hans-g. zapf (Gast) - 21. Jun, 15:02
Er hat hart bezahlt für den einen Fehler im Leben. Es ist richtig und gut, wenn seine übrigen und enormen Leistungen in den Fokus gerückt werden. Dieser Mann kann trotz allem stolz sein auf seine Leistung und ich finde es klasse, dass es hier in dieser Form in`s Gedächtnis gerufen wird. Respekt!

b. manger (Gast) - 21. Jun, 15:46

Schließe mich an

Schließe mich an. Großartige Leistungen! Habe den Beitrag mit sehr großem Interesse gelesen. Jeder Teil für sich war schon gut, alle zusammen perfekt. Ein gelungener Umriss aus dem Leben eines ganz Großen auf seinem Gebiet.

Immerhin

d. Stiegltz (Gast) - 21. Jun, 17:35
Immerhin konnte er einige Jahrzehnte den Beruf ausführen. Gut, dass die n obskure Tagebüchergeschichte nicht eher passiert ist. Dennoch ist es auch schade um das abrupte und sehr unschöne Ende der Karriere. Alles Gute für die Zukunft!

super

Marc L. (Gast) - 21. Jun, 22:06
habe soeben den Artikel mit großem Interesse gelesen. Eine spannende Geschichte und ein wirklich gutes Interview zu den Leistungen dieses Journalisten. So bekommt man eine Ahnung von dem Job, den Herr Heidemann viele Jahre mit wohl großer Leidenschaft ausgeübt hat. Dafür meinen Anerkennung. Die Sache mit den Hitler-Tagebüchern ist Schnee von gestern und er musste wirklich einen hohen Preis zahlen. Umso erfreulicher, dass es ihm heute recht gut geht.

J. Feikes (Gast) - 22. Jun, 00:06

Man muss wohl ziemlich angstfrei sein, um so ein Leben zu führen. Heute gibt es nur noch wenige Reporter, die so etwas auf sich nehmen um an ihr Ziel zu kommen. beachtlich.

Daumen hoch,

hlummer_eu (Gast) - 22. Jun, 07:35
sehr spannend kann ich nur sagen. Das Interview hat mich an manchen Stellen sehr betroffen und nachdenklich gemacht.

Journalisten

lhs_print (Gast) - 22. Jun, 08:32
Auch wenn Journalisten nur selten anerkennende Worte für die lieben Kollegen übrig haben: In diesem Fall Kompliment. Ein rundes, sehr substantielles Interview und trotz Länge von A-Z spannend! Zweifelsfrei ein Reporterleben, das - besonders in Hinblick auf das heutige Prozedere - als außergewöhnlich zu bezeichnen ist.

dahinter

günther jobst (Gast) - 22. Jun, 09:01
eine wirklich gute Idee, diesen verdienten Reporter jenseits der unsäglichen Hitler-Tagebüchern zu betrachten. Zudem sehr spannend gemacht, keine Minute zäh oder langweilig und außerdem sehr sachlich.

u. kunz (Gast) - 22. Jun, 11:10

Zustimmung

sehe ich auch so. Habe es erst nur angelesen und bin dann hängen geblieben bis zum Schluß. Richtig gut.

netologe11 (Gast) - 22. Jun, 11:55
spannend und gruselig zugleich. Dieser Hauptmann Siegfried Müller muss ja eine gruselige Gestalt gewesen sein.
http://www.media-mania.de/index.php?action=rezi&p=2&id=4393
Ansonsten ein toller Einblick in das Leben des Reporters.

F. Strotkamp (Gast) - 22. Jun, 13:07
was für ein Reporter, und was für ein Leben. Hut ab. Das bisschen falsche Tagebücher kann daran auch nichts ändern. Ein super Gespräch, danke.

was anderes

gazetta (Gast) - 22. Jun, 16:29
das ist doch mal was anderes, als dröger Seitenfüller-Journalismus. Davon hätte ich gerne mehr gelesen.

bin eben

ronny12 (Gast) - 22. Jun, 19:40
über http://medienlese.com/2009/06/22/6-vor-9-sprecher-obama-heidemann/ bei euch reingestolpert. Super Story, klasse!

Ein sehr gutes Interview!

Randolph Braumann (Gast) - 22. Jun, 22:19
Ein sehr gutes Interview. Das hast du nun aber auch (endlich mal!) verdient. Danke für die ehrenvolle Erwähnung des alten Kämpfers R.B.

Sehr gut und konsequent, was Du zum Thema Krieg sagst. Um kein anderes Thema wird eine solche Heuchelei betrieben. Die US-Amerikaner führen diesen idiotischen (und für sie total aussichtslosen) Afghanistan-Krieg, weil sie im Moment keinen anderen Krieg haben. Und die US-Waffenindustrie braucht... nun, was? Kriege.
Grüße aus Görlitz, Randy

P.S. Ziemlich sicher würde ich nicht mehr leben, wenn du mich damals in Amman nicht rausgeholt hättest. Hab ich nicht vergessen, nein, das nun nicht.

...

Markus (Gast) - 23. Jun, 02:57
Ich als noch sehr junger Mensch kann eigentlich nur voller Neid auf so ein unfassbar bewegtes Leben schauen. An manchen Stellen war ich schlicht beeindruckt, von welchen unglaublichen Geschehnissen Gerd Heidemann Zeuge geworden ist. Das ist für einen "Normalbürger" ja nicht einmal ansatzweise in Erwägung zu ziehen.

Eigentlich halte ich mich ja relativ zurück mit Kommentaren, aber dieses Interview zeigt doch wieder einmal sehr deutlich, wie ein ganzes Lebenswerk durch einen einzigen Fehltritt vollständig und gnadenlos in den Schatten gestellt werden kann. Hitler Tagebücher hier, Hitler Tagebücher da: Alles drehte sich für die Leute nur noch um diese Tagebücher. Hauptsache man konnte die Schlagzeile von gestern noch mal um das Zehnfache an Dramaturgie übertreffen!

Wir machen bekanntlich alle Fehler, selbst der beste Journalist ist davor nicht gefeit. Das Mindeste, was ich erwartet hätte, wäre die Tatsache, dass der Verlag zu seinem Reporter steht und ihn nach all den Erfolgsgeschichten NICHT eiskalt fallen lässt.

eindeutig

e. holthäuser (Gast) - 23. Jun, 10:25
ein fabelhaftes Interview! Es war spannend zu lesen und hat durchgängig überzeugt. Hoffen wir, dass Herr Heidemann trotz aller Probleme heute ein halbwegs vernünftiges auskommen hat.

randvoll

f. klusmann (Gast) - 23. Jun, 17:47
randvoller kann ein Lebenslauf kaum sein und eine tolle Idee, einen biografischen Bogen in ein Interview zu verpacken ganz ohne die Tagebuchpleite. Die hatte ja jeder, der halbwegs flüssig Buchstaben auf`s Papier kriegen kann, ausreichend ausgeschlachtet. Ich bin beeindruckt.

uah...

i. krenzer (Gast) - 24. Jun, 11:32
...was für ein toller Beitrag. Super, vielen Dank und weiter so...!

wieso

maxx_b03 (Gast) - 24. Jun, 11:59
finde ich eure Seite erst heute? Gute Sachen macht ihr, also bitte nicht so verstecken:-). @Heidemann: Gratulation zu den Leistungen, echt beeindruckend.

Kriegsreisende

Moglo (Gast) - 25. Jun, 00:31
Bin auf der Seite http://kriegsreisende.blogspot.com/ auf euch aufmerksam gemacht worden. Supergutes Interview und sehr aufschlussreich. Hätten auch noch mehr Teile sein können.

Spannendes Interview

R. Vent (Gast) - 25. Jun, 17:06
Ein hervorragendes Interview, welches einen Einblick in die Arbeit eines Vollblutreporters gibt. Die Recherchen wurden mit Sachlichkeit, vollem Einsatz und Risiko durchgeführt. Der Bericht stellt ein gutes Beispiel für journalistische Tätigkeit dar. Zu den hier nicht behandelten Hitler-Tagebüchern bin ich der Meinung, daß ein einzelner Journalist keine echten und auch keine unechten Tagebücher veröffentlichen kann, das bedarf immer einer Redaktion.

Tipp

Pluster (Gast) - 25. Jun, 17:43
Ich habe den Lesetip von http://www.arbeiten-in-krisengebieten.de/phpBB2/viewtopic.php?f=74&t=4682

ein tolles Interview und eine beachtliche Lebensleistung des Reporters. Dazu unglaublich spannend zu lesen.

ja, sehr gut

s. lummertz (Gast) - 26. Jun, 20:33
ein sehr erfreuliches Interview, das ich gerne von anfang bis ende gelesen habe. Ein Reporterleben, das es in sich hat. Danke für den Beitrag, der sehr gut gemacht ist.

Ein Stück deutscher Journalismusgeschichte

Nirit Sommerfeld (Gast) - 28. Jun, 08:02
Was für ein volles Leben! Wie spannend und reich, erfüllt und komplex, und wie lehrreich bezüglich der Wendungen, die da jederzeit auftauchen können...
Und was für ein starkes, kluges, persönliches Interview! Ganz großes Kolleginnen-Kompliment! Danke!!

h. rubens (Gast) - 12. Jul, 09:54
wunderbares Interview, vielen Dank! Eindrucksvoll und sehr informativ. Habe es gerne gelesen und es macht nachenklich.

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