Nobelpreisträger fordern globale Vereinbarung für den Klimaschutz
29. Mai 2009, 08:00[Dr. Kira Welter] Ein sofortiges Handeln in Klimaschutz und weniger Kohlenstoffemissionen. Das ist die Forderung der Teilnehmer des St. James's Palace Nobelpreisträger-Symposiums, das vom 26. bis 28. Mai in London stattfand. An der Veranstaltung nahmen mehr als 20 Nobelpreisträger teil. Drei Tage lang diskutierten sie mit weltweit führenden Klimawissenschaftlern sowie mit Politikern und Entscheidungsträgern aus der Wirtschaft die Dimensionen des Klimawandels und die heutige Nachhaltigkeitskrise. Der US-amerikanische Energieminister und Physik-Nobelpreisträger Steven Chu war einer der Hauptredner.
"Historische Gelegenheit nutzen"
Regierungsvertreter aller Ebenen und die wissenschaftliche Gemeinschaft zusammen mit Unternehmen und Gesellschaft müssen "die historische Gelegenheit nutzen, unsere Kohlenstoff-intensive Wirtschaftsweise zu einem nachhaltigen und gerechten System zu transformieren", heißt es im Memorandum des Symposiums, das in Anwesenheit vom Prinz Charles am Freitag unterzeichnet wurde und sich auf jüngste wissenschaftliche Fortschritte bei der Erforschung des Klimawandels stützt. "Zum Ende des Kalten Krieges war die Logik guter Politik, sich gegenseitig zu versichern abzurüsten. Angesichts der globalen Herausforderung Klimawandel sollte nun die gegenseitige Versicherung Emissionen zu reduzieren die Logik sein", äußerte Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Gründer der Symposiumsreihe zur globalen Nachhaltigkeit, die im Oktober 2007 mit dem ersten Nobelpreisträgertreffen in Potsdam begann.
Drei zentrale Anforderungen
Auf dem diesjährigen Symposium betonten die Teilnehmer, dass die Welt die Chance versäumen wird, die globale Nachhaltigkeits-Herausforderung zu bestehen, wenn die Mittel zur Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise nicht klug verteilt werden und der Weg zur Kohlenstoff-armen Wirtschaftsweise eingeschlagen wird. Sie benannten drei zentrale Anforderungen: 1) ein effektives und gerechtes globales Klimaschutz-Abkommen, 2) ein Kohlenstoff-armes Energieversorgungssystem und 3) den Schutz, die Erhaltung und die Wiederaufforstung von tropischen Wäldern. Um diese Ziele zu erreichen sei eine "globale Vereinbarung für den Klimaschutz, die dem Maßstab und der Dringlichkeit der heutigen menschlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Krisen gerecht wird" nötig. Klimafolgen wie Dürren, der Anstieg des Meeresspiegels und Überflutungen könnten zu Massenabwanderungen und Konflikten führen. Die Veranstaltung in London wurde unter anderen von der Volkswagenstiftung unterstützt.
Quellen: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung;
Informationsdienst Wissenschaft (idw)
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