US-Wahl: Obama und McCain zu Wissenschaft und Technologie
17. Oktober 2008, 19:14REPORTAGE
[Dr. Kira Welter] Kurz vor der US-Präsidentenwahl wird der Ton zwischen Republikanern und Demokraten laut. Gezielte persönliche Angriffe gehören ebenso zu diesem Wahlkampf, wie der Irakkrieg oder die Finanzkrise. Weder John McCain noch Barack Obama werden versuchen, mit dem Thema "Wissenschaft und Technologie" neue Wähler zu werben. Doch Probleme wie die Nahrungskrise, der Klimawandel oder die Energieversorgung spielen heute eine sehr wichtige Rolle, zu deren Lösungen konkrete Maßnahmen und mehr Geld für Forschung und Entwicklung beansprucht werden. Der Bush-Regierung wird vorgeworfen, technische Fragen politisch manipuliert zu haben. McCain und Obama wollen es anders machen.
Am vergangenen Dienstag trafen sich beide US-Präsidentschaftskandidaten beim zweiten Fernsehduell vor der Kamera. Viele Zuschauer waren enttäuscht, denn statt konkreter Antworten auf ihre Fragen, gab es immer wieder persönliche Angriffe zwischen den Kandidaten. Dabei gibt es, nur wenige Wochen vor der US-Präsidentenwahl, wichtigere Themen zu diskutieren. Die Folgen der Finanzkrise und die Zukunft des Irakkriegs gehören sicherlich dazu, aber auch die neue Richtung der US-Regierung bei wichtigen technischen Fragen.
Angesichts von Problemen wie Klimaerwärmung und weltweite Nahrungsknappheit wird vom neuen US-Präsidenten eine klare Stellung zu diesen Themen erwartet. Es ist keine Überraschung, dass sich der US-Wahlkampf bisher hauptsächlich um Krieg, Wirtschaft und Persönlichkeit der Kandidaten gedreht hat. Doch es wäre unfair zu behaupten, dass McCain und Obama sich um das Thema "Wissenschaft und Technologie" gar nicht gekümmert haben. Tatsächlich haben beide Kandidaten ihre Pläne zu diesem Thema relativ früh im Wahlkampf ausgelegt und dabei eines klar gemacht: Es wird wichtige Veränderungen geben - egal wer gewinnt. Beide Kandidaten wollen Amerikas führende Rolle im Bereich Forschung und Entwicklung absichern. Dafür möchten sie das Budget für Grundlagenforschung erhöhen und mehr Geld in Bildung investieren.
Zensierte Wissenschaft
Das Forschungsumfeld in den USA werde in den nächsten vier Jahren auf jeden Fall besser sein als unter Präsident George W. Bush, meinen viele Wissenschaftler, die der aktuellen US-Regierung eine Politisierung der Wissenschaft vorwerfen, von der Abänderung von Berichten zum Klimawandel bis hin zur Manipulierung der Auflistung von gefährdeten Tierarten. 2004 warf die US-amerikanische Wissenschaftlervereinigung "Union of Concerned Scientists" (UCS/ Vereinigung besorgter Wissenschaftler) der Bush-Regierung vor, "höchst qualifizierte" Kandidaten für Regierungsstellen - unter ihnen auch der Nobelpreisträger Torsten Wiesel - wegen ihrer offenen Kritik an der Politik der Regierung abgelehnt zu haben. Laut UCS beruhte die Berufung von Mitgliedern in wissenschaftliche Beiräte mehr auf der politischen Einstellung der Kandidaten als auf ihren wissenschaftlichen Fähigkeiten. Genau das wollen die neuen Kandidaten ändern. Und das ist gut so, denn der nächste US-Präsident wird immerhin die einflussreichste Forschungsagenda der Welt mitgestalten. Laut Zeitschrift Nature verspricht Obama, dass alle wichtigen wissenschaftlichen Entscheidungen in seiner Regierung von Wissenschaftlern und nicht etwa von Politikern getroffen werden. Er will einen "öffentlichen Zugang zu regulatorischen Entscheidungen gewährleisten und die Drehtür zwischen Regierung und Lobbyisten schließen". McCain hat dasselbe vor. Er erklärt, dass alle Entscheidungen, welche die Gesundheit, die Sicherheit und das Wohlergehen der Leute betreffen, auf soliden wissenschaftlichen Fakten basieren müssen und nicht von besonderen Interessen beeinflusst werden dürfen.
Klimawandel und Energie
Der Sieger der US-Präsidentenwahl wird beispielsweise eine wichtige Rolle bei der Einführung von strengeren Vorschriften zur Verminderung der Treibhausgasemissionen spielen. Obama hat sich bis 2020 eine Reduktion des CO2-Ausstoßes bis zum Niveau von 1990 zum Ziel gesetzt. Im Jahr 2050 sollen die Emissionen um weitere 80 Prozent gesunken sein, so Obama. McCain will den Ausstoß bis dahin um 60 Prozent reduzieren. Beide Kandidaten sprachen sich für einen CO2-Emissionshandel aus. Für Obama ist zudem klar: Die Emissionsrechte sollen versteigert und die Erlöse des Handels in "saubere" Energien investiert werden. Im Gegensatz dazu wäre McCain zunächst für eine einfache, kostenlose Vergabe der Rechte an die Industrie.
Bei der Energiegewinnung setzen beide Kandidaten auf Atomkraft. Bis 2030 will McCain 45 neue Atomkraftwerke ausbauen, um dem steigenden Energieverbrauch und dem Ausstoß von Treibhausgasen entgegenzukommen. Eventuell könnten es insgesamt 100 neue Kraftwerke werden, so der Republikaner. Für Obama ist zunächst zu überlegen, wie nuklearer Abfall sicher und langfristig gelagert werden kann. Yucca Mountain - die vom Department of Energy vorgeschlagene Abfallanlage - sei für die dauerhafte Atom-Müllbeseitigung nicht geeignet, meint Obama. McCain sieht da kein Problem. Außerdem sprach sich der Republikaner für eine aggressivere Ölgewinnung auf offener See aus. Beide Kandidaten wollen die Erforschung und Entwicklung von "sauberer Energie" unterstützen. Obama will dafür 150 Milliarden Dollar über die nächsten zehn Jahre investieren. McCain will die Entwicklung von neuen Technologien mit hochdotierten Preisen vorantreiben.
Kommunikation und Medien
Auch in der Entwicklung neuer Kommunikationstechnologien wollen beide Kandidaten investieren, denn sie wissen nur zu gut, wie wichtig Medien sind. Seit einigen Jahren ist das Internet ein wichtiges politisches Medium. Doch in diesem Wahlkampf hat es eine ganz besondere Rolle gespielt, sowohl bei der Finanzmittelbeschaffung als auch bei der Mobilisierung von Wählern. Viele Kritiker meinen, dass Obama seinem Gegner in Sache "Internet" stark überlegen sei. Doch Sozialnetzwerke und Videoportale waren für beide Kandidaten eine große Hilfe. Ob in Facebook, MySpace oder YouTube, überall sind sie gut vertreten. In ihren Websites und Blogs zeigen sie sich von ihrer besten Seite. Aber auch über E-Mail, SMS und sogar iPhone versuchen sie, potenzielle Wähler zu erreichen. Schon sehr früh in seinem Wahlkampf kündigte Obama seine Pläne an, den Breitbandzugang in den USA stark auszubauen. Er wolle die "digitale Kluft" zwischen Armen und Reichen schrumpfen. Der demokratische Kandidat möchte den ersten "Chief Technology Officer" ("Haupttechnologiefunktionär"] benennen, der die Kommunikationsinfrastruktur in seinem Land deutlich verbessern soll. Weltraumforschung spielt sowohl für Obama, als auch für McCain eine sehr wichtige Rolle. Für den Republikaner ist die Eroberung des Alls eine "Top-Priorität" für das Land.
Gentechnik und Stammzellenforschung
Gentechnik und Stammzellforschung wird von beiden Kandidaten unterstützt. McCain und Obama betonen das enorme Potenzial dieses Forschungsgebiets und verweisen gleichzeitig auf die Notwendigkeit klarer ethischer und moralischer Richtlinien. Das von Präsident Bush eingeführte Verbot der staatlichen Finanzierung von embryonalen Stammzellenlinien soll aufgehoben werden, meinen die Kandidaten. Doch der Republikaner McCain will vor allem die Entwicklung neuer Technologien unterstützen, welche die Stammzellenforschung ohne die Nutzung von Embryonen ermöglichen. "Sein wahrer Wunsch ist, dass wir weiterhin solche neue Technologien entwickeln können", äußerte dazu McCains Berater Jay Khosla in September während eines Forums über Gesundheitspolitik.
Die richtigen Berater
Gerade beim Thema Wissenschaft und Technologie gelten weniger die Kandidaten selbst, sondern vielmehr ihre Berater als entscheidend. Deshalb wollten die Redakteure von Nature wissen, wer tatsächlich hinter den Kandidaten steht. Während McCain eher "unternehmerische und politische Führungskräfte" um sich hat wie etwa Carly Fiorina (Ex-Geschäftsführerin von Hewlett-Packard), Meg Whitman (Ex-Präsidentin von eBay), James Woolsey (Ex-Direktor der CIA), James Schlesinger (Ex-Verteidigungsminister und Ex-CIA-Direktor) und Robert McFarlane (Ex-Nationalsicherheitsberater), wird Obama laut Nature von einer "ausgewählten Gruppe von wissenschaftlichen Beratern" unter Leitung des Medizin-Nobelpreisträgers und ehemaligen Direktors des National Institute of Health (NIH) Harold Varmus unterstützt. Zu den Beratern Obamas gehören außerdem Henry Kelly, Präsident der Federation of American Scientists, (Bund amerikanischer Wissenschaftler) und Jason Grumet, Präsident des Bipartisan Policy Center (Politikzentrum beider Parteien), sowie weitere renommierte Forscher wie Sharon Long (Stanford University), Don Lamb (University of Chicago), Gil Omenn (University of Michigan) und Dan Kammen (University of California, Berkeley). Diese Verteilung der Berater sei aber nicht verwunderlich, sagt Nature-US-Korrespondentin Alexandra Witze, denn Akademiker sind laut einer nationalen Studie aus dem Vorjahr eher Linkswähler. Doch egal wer am 4. November von den Amerikanern als 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wird, die Hoffnung auf Verbesserung unter den Wissenschaftlern ist enorm. Morgen findet die letzte Debatte zwischen den Kandidaten statt und wir sind gespannt auf weitere "Neuigkeiten" vor der Wahl.
Quelle: Nature
Bild: Nature Titelbild vom 25. September, 2008
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[Dr. Kira Welter] Kurz vor der US-Präsidentenwahl wird der Ton zwischen Republikanern und Demokraten laut. Gezielte persönliche Angriffe gehören ebenso zu diesem Wahlkampf, wie der Irakkrieg oder die Finanzkrise. Weder John McCain noch Barack Obama werden versuchen, mit dem Thema "Wissenschaft und Technologie" neue Wähler zu werben. Doch Probleme wie die Nahrungskrise, der Klimawandel oder die Energieversorgung spielen heute eine sehr wichtige Rolle, zu deren Lösungen konkrete Maßnahmen und mehr Geld für Forschung und Entwicklung beansprucht werden. Der Bush-Regierung wird vorgeworfen, technische Fragen politisch manipuliert zu haben. McCain und Obama wollen es anders machen.
Am vergangenen Dienstag trafen sich beide US-Präsidentschaftskandidaten beim zweiten Fernsehduell vor der Kamera. Viele Zuschauer waren enttäuscht, denn statt konkreter Antworten auf ihre Fragen, gab es immer wieder persönliche Angriffe zwischen den Kandidaten. Dabei gibt es, nur wenige Wochen vor der US-Präsidentenwahl, wichtigere Themen zu diskutieren. Die Folgen der Finanzkrise und die Zukunft des Irakkriegs gehören sicherlich dazu, aber auch die neue Richtung der US-Regierung bei wichtigen technischen Fragen.
Angesichts von Problemen wie Klimaerwärmung und weltweite Nahrungsknappheit wird vom neuen US-Präsidenten eine klare Stellung zu diesen Themen erwartet. Es ist keine Überraschung, dass sich der US-Wahlkampf bisher hauptsächlich um Krieg, Wirtschaft und Persönlichkeit der Kandidaten gedreht hat. Doch es wäre unfair zu behaupten, dass McCain und Obama sich um das Thema "Wissenschaft und Technologie" gar nicht gekümmert haben. Tatsächlich haben beide Kandidaten ihre Pläne zu diesem Thema relativ früh im Wahlkampf ausgelegt und dabei eines klar gemacht: Es wird wichtige Veränderungen geben - egal wer gewinnt. Beide Kandidaten wollen Amerikas führende Rolle im Bereich Forschung und Entwicklung absichern. Dafür möchten sie das Budget für Grundlagenforschung erhöhen und mehr Geld in Bildung investieren.
Zensierte Wissenschaft
Das Forschungsumfeld in den USA werde in den nächsten vier Jahren auf jeden Fall besser sein als unter Präsident George W. Bush, meinen viele Wissenschaftler, die der aktuellen US-Regierung eine Politisierung der Wissenschaft vorwerfen, von der Abänderung von Berichten zum Klimawandel bis hin zur Manipulierung der Auflistung von gefährdeten Tierarten. 2004 warf die US-amerikanische Wissenschaftlervereinigung "Union of Concerned Scientists" (UCS/ Vereinigung besorgter Wissenschaftler) der Bush-Regierung vor, "höchst qualifizierte" Kandidaten für Regierungsstellen - unter ihnen auch der Nobelpreisträger Torsten Wiesel - wegen ihrer offenen Kritik an der Politik der Regierung abgelehnt zu haben. Laut UCS beruhte die Berufung von Mitgliedern in wissenschaftliche Beiräte mehr auf der politischen Einstellung der Kandidaten als auf ihren wissenschaftlichen Fähigkeiten. Genau das wollen die neuen Kandidaten ändern. Und das ist gut so, denn der nächste US-Präsident wird immerhin die einflussreichste Forschungsagenda der Welt mitgestalten. Laut Zeitschrift Nature verspricht Obama, dass alle wichtigen wissenschaftlichen Entscheidungen in seiner Regierung von Wissenschaftlern und nicht etwa von Politikern getroffen werden. Er will einen "öffentlichen Zugang zu regulatorischen Entscheidungen gewährleisten und die Drehtür zwischen Regierung und Lobbyisten schließen". McCain hat dasselbe vor. Er erklärt, dass alle Entscheidungen, welche die Gesundheit, die Sicherheit und das Wohlergehen der Leute betreffen, auf soliden wissenschaftlichen Fakten basieren müssen und nicht von besonderen Interessen beeinflusst werden dürfen.
Klimawandel und Energie
Der Sieger der US-Präsidentenwahl wird beispielsweise eine wichtige Rolle bei der Einführung von strengeren Vorschriften zur Verminderung der Treibhausgasemissionen spielen. Obama hat sich bis 2020 eine Reduktion des CO2-Ausstoßes bis zum Niveau von 1990 zum Ziel gesetzt. Im Jahr 2050 sollen die Emissionen um weitere 80 Prozent gesunken sein, so Obama. McCain will den Ausstoß bis dahin um 60 Prozent reduzieren. Beide Kandidaten sprachen sich für einen CO2-Emissionshandel aus. Für Obama ist zudem klar: Die Emissionsrechte sollen versteigert und die Erlöse des Handels in "saubere" Energien investiert werden. Im Gegensatz dazu wäre McCain zunächst für eine einfache, kostenlose Vergabe der Rechte an die Industrie.
Bei der Energiegewinnung setzen beide Kandidaten auf Atomkraft. Bis 2030 will McCain 45 neue Atomkraftwerke ausbauen, um dem steigenden Energieverbrauch und dem Ausstoß von Treibhausgasen entgegenzukommen. Eventuell könnten es insgesamt 100 neue Kraftwerke werden, so der Republikaner. Für Obama ist zunächst zu überlegen, wie nuklearer Abfall sicher und langfristig gelagert werden kann. Yucca Mountain - die vom Department of Energy vorgeschlagene Abfallanlage - sei für die dauerhafte Atom-Müllbeseitigung nicht geeignet, meint Obama. McCain sieht da kein Problem. Außerdem sprach sich der Republikaner für eine aggressivere Ölgewinnung auf offener See aus. Beide Kandidaten wollen die Erforschung und Entwicklung von "sauberer Energie" unterstützen. Obama will dafür 150 Milliarden Dollar über die nächsten zehn Jahre investieren. McCain will die Entwicklung von neuen Technologien mit hochdotierten Preisen vorantreiben.
Kommunikation und Medien
Auch in der Entwicklung neuer Kommunikationstechnologien wollen beide Kandidaten investieren, denn sie wissen nur zu gut, wie wichtig Medien sind. Seit einigen Jahren ist das Internet ein wichtiges politisches Medium. Doch in diesem Wahlkampf hat es eine ganz besondere Rolle gespielt, sowohl bei der Finanzmittelbeschaffung als auch bei der Mobilisierung von Wählern. Viele Kritiker meinen, dass Obama seinem Gegner in Sache "Internet" stark überlegen sei. Doch Sozialnetzwerke und Videoportale waren für beide Kandidaten eine große Hilfe. Ob in Facebook, MySpace oder YouTube, überall sind sie gut vertreten. In ihren Websites und Blogs zeigen sie sich von ihrer besten Seite. Aber auch über E-Mail, SMS und sogar iPhone versuchen sie, potenzielle Wähler zu erreichen. Schon sehr früh in seinem Wahlkampf kündigte Obama seine Pläne an, den Breitbandzugang in den USA stark auszubauen. Er wolle die "digitale Kluft" zwischen Armen und Reichen schrumpfen. Der demokratische Kandidat möchte den ersten "Chief Technology Officer" ("Haupttechnologiefunktionär"] benennen, der die Kommunikationsinfrastruktur in seinem Land deutlich verbessern soll. Weltraumforschung spielt sowohl für Obama, als auch für McCain eine sehr wichtige Rolle. Für den Republikaner ist die Eroberung des Alls eine "Top-Priorität" für das Land.
Gentechnik und Stammzellenforschung
Gentechnik und Stammzellforschung wird von beiden Kandidaten unterstützt. McCain und Obama betonen das enorme Potenzial dieses Forschungsgebiets und verweisen gleichzeitig auf die Notwendigkeit klarer ethischer und moralischer Richtlinien. Das von Präsident Bush eingeführte Verbot der staatlichen Finanzierung von embryonalen Stammzellenlinien soll aufgehoben werden, meinen die Kandidaten. Doch der Republikaner McCain will vor allem die Entwicklung neuer Technologien unterstützen, welche die Stammzellenforschung ohne die Nutzung von Embryonen ermöglichen. "Sein wahrer Wunsch ist, dass wir weiterhin solche neue Technologien entwickeln können", äußerte dazu McCains Berater Jay Khosla in September während eines Forums über Gesundheitspolitik.
Die richtigen Berater
Gerade beim Thema Wissenschaft und Technologie gelten weniger die Kandidaten selbst, sondern vielmehr ihre Berater als entscheidend. Deshalb wollten die Redakteure von Nature wissen, wer tatsächlich hinter den Kandidaten steht. Während McCain eher "unternehmerische und politische Führungskräfte" um sich hat wie etwa Carly Fiorina (Ex-Geschäftsführerin von Hewlett-Packard), Meg Whitman (Ex-Präsidentin von eBay), James Woolsey (Ex-Direktor der CIA), James Schlesinger (Ex-Verteidigungsminister und Ex-CIA-Direktor) und Robert McFarlane (Ex-Nationalsicherheitsberater), wird Obama laut Nature von einer "ausgewählten Gruppe von wissenschaftlichen Beratern" unter Leitung des Medizin-Nobelpreisträgers und ehemaligen Direktors des National Institute of Health (NIH) Harold Varmus unterstützt. Zu den Beratern Obamas gehören außerdem Henry Kelly, Präsident der Federation of American Scientists, (Bund amerikanischer Wissenschaftler) und Jason Grumet, Präsident des Bipartisan Policy Center (Politikzentrum beider Parteien), sowie weitere renommierte Forscher wie Sharon Long (Stanford University), Don Lamb (University of Chicago), Gil Omenn (University of Michigan) und Dan Kammen (University of California, Berkeley). Diese Verteilung der Berater sei aber nicht verwunderlich, sagt Nature-US-Korrespondentin Alexandra Witze, denn Akademiker sind laut einer nationalen Studie aus dem Vorjahr eher Linkswähler. Doch egal wer am 4. November von den Amerikanern als 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wird, die Hoffnung auf Verbesserung unter den Wissenschaftlern ist enorm. Morgen findet die letzte Debatte zwischen den Kandidaten statt und wir sind gespannt auf weitere "Neuigkeiten" vor der Wahl.
Quelle: Nature
Bild: Nature Titelbild vom 25. September, 2008
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