Finanzkrise: Steuerzahler stemmen milliardenschwere Zeche
21. September 2008, 10:10
[onlineredaktion] 700 Milliarden Dollar will die US -Regierung in den Finanzmarkt pumpen. Nach Angaben des republikanischen US Senators Shelby werden es bis zu einer Billion US Dollar werden. Mit diesem Geld sollen die Finanzinstitutionen von den faulen Krediten befreit werden, damit diese erneut mit der Vergabe von Krediten loslegen können. Der Konsum auf Pump soll also weiterlaufen. Da die Mittel aus Steuergeldern bezahlt werden, sind es letztlich auch die Steuerzahler, welche die Zeche für die gigantischen Verluste durch Zockereien mit hochspekulativen Derivaten, wie etwa den Swaps, bezahlen sollen. Damit nicht genug, denn dieses Programm wird die Inflation anheizen und damit zu einer Geldentwertung, sowie zu Kürzungen bei Pensionen führen. Wer glauben sollte, dieses Programm werde nur vom Steuerzahler in den USA bezahlt, der dürfte sich täuschen. Auch deutsche Steuerzahler werden sich an dieser “Rettungsaktion” beteiligen. Bereits jetzt haben die Europäische Zentralbank, die Schweizer Nationalbank und die Bank von England mehr als 90 Milliarden US-Dollar in den Finanzmarkt gepumpt. Und weiterer Cash wurde bereits angeboten.
Den Untergang vor Augen
Wer so handelt, dem muss der Untergang vor Augen stehen. Und so verkündete der Vorsitzende des Banken-Ausschusses des US-Senats, Chris Dodd, der totale Zusammenbruch des globalen Finanzmarktes sei nur noch eine Frage von wenigen Tagen, wenn nichts geschehen würde. Gleichzeitig erklärte US Finanzminister Paulson, dieser Weg würde den Steuerzahler letztlich “weniger” kosten als der reihenweise Bankrott von Firmen. Die New Yorker Börse begrüßte die Ankündigung mit einem Kursfeuerwerk. Dem sicheren Todesurteil für viele Firmen folgte plötzlich der Freispruch: Das “Weitermachen wie bisher” und Konsum auf Pump. Was könnte schöner sein. Vor allem, wenn andere die Rechnungen für die durch Zockereien und unseriöse Bankpolitik verursachten Schäden begleichen müssen.
Während Hartz IV -Empfänger in Deutschland immer engmaschiger kontrolliert werden,.wird auf der anderen Seite das Geld mit vollen Händen zum Fenster hinausgeworfen. So, wie kürzlich auch bei der “Fehlüberweisung” der Staatsbank KfW an die Bankrottbank Lehman Brothers nach deren Konkursantragstellung im Zusammenhang mit Swap Zockereien. Da ging es ja “nur” um die kleine Summe von 300 Millionen Euro, Peanuts in der Bankensprache. Doch auch deutsche Landesbanken haben bei Zockergeschäften mit der Pleitebank Lehman Brothers erhebliche Verluste eingefahren. Darunter, wie sollte es anders sein, die Verlustbank BayernLB, mit satten 300 Millionen Euro. Rund vier Milliarden Euro Verlust nach der US-Hypothekenkrise waren der bayerischen Staatsbank BayernLB aber offenbar noch nicht genug. Ein Sprecher des Sparkassenverbandes DSGV nannte diese Verluste “absolut verkraftbar”. So kann man es natürlich auch sehen.
Nur Atempause
Nun hat die BaFin das „Short Selling, also die so genannten Leerverkäufe gestoppt. Damit ist allerdings nur ein kleiner Casino-Spielsalon (vorübergehend geschlossen worden Bisher gibt es keinerlei Anzeichen für grundlegende Reformen auf dem Finanzsektor. Weder in Europa, noch in den USA, vor allem um der gigantischen Zockerei insbesondere mit den Swaps ein Ende zu setzen. Es kann daher vermutet werden, dass dieses Programm nur eine kurze Atempause bringt. Dann wird es wohl erst richtig losgehen.
Verweise:
Gauner, Geschädigte und die BaFin
Deutsche Bank, eine Turboanleihe und die Staatsanwaltschaft
Swap-Geschäfte: Kommunen zocken, Bürger haften
Faule Swaps: Die nächste Weltfinanzkrise rückt näher
Der Meinl-Skandal und die verschwundenen Millionen
Amis - Europas gigantischer Betrugsskandal
Skandalbank in Österreich - Die Hypo Alpe Adria
Khashoggi, Hypo Group Alpe Adria und ein Prozess, der (noch?) nicht stattfand
Die BAWAG: Es war einmal eine Arbeiterbank in Wien
Marko Perković und die Hypo-Alpe- Adria Bank
Söldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe
BayernLB: Das dicke Ende kommt erst noch
Photo: Pixelio.de





























Institut für Staats-
































