Irak-Krieg: Lügen, nichts als Lügen
14. August 2008, 11:25
[Dr. Alexander Freiherr von Paleske] Der ehemalige britische Auslands-Geheimdienstchef von 1999-2004, Sir Richard Dearlove hat nach einem Treffen mit hochrangigen Mitarbeitern des amerikanischen Geheimdienstes CIA im Juli 2002 ein Dossier verfasst. Das so genannte „Downing Street Memo“, zur Kenntnis nur für den britischen Premier Tony Blair. Darin warnte der Geheimdienstchef ein Jahr vor dem Einmarsch in den Irak, dass die Fakten in den USA zurecht gebogen würden, um einen Angriff gegen den Irak zu rechtfertigen.Anstatt dies ernst zu nehmen, sorgte das Dossier für eine Verstimmung zwischen Dearlove und Blair, weil es Blair offenbar nicht in den Kram passte. Nun ist ein neues Buch auf dem Markt erschienen, das ein paar neue Details dazu bringt, wie die Lügen für den Einmarsch in den Irak zusammen gezimmert wurden: Ron Suskind – “The Way of the World”. Suskind, Pulitzer-Preisträger und investigativer Journalist behauptet darin Folgendes:
- Der britische Geheimdienst habe Tony Blair - gestützt auf Geheimdienstinformationen - mitgeteilt, der Irak besitze keine Massenvernichtungswaffen
- Der Mi6 habe den hochrangigen Mitarbeiter Michael Shipster wenige Wochen vor Beginn des Einmarsches nach Jordanien geschickt, um dort mit dem irakischen Geheimdienstchef Tahir Jalil Habbush zusammenzutreffen.
- Der US- Geheimdienst habe von Habbush nach dem Einmarsch auf Anweisung der Bush-Regierung verlangt, ein gefälschtes Schreiben zu unterzeichnen, zurückdatiert auf das Jahr 2001. Demnach sei Mohamed Atta, einer der Attentäter des 11. September 2001 im Irak, für seine Mission ausgebildet worden. Dieses gefälschte Schreiben wurde dann an die Zeitung „Sunday Telegraph“ „geleaked“ und die Nachricht seinerzeit von weiteren Zeitungen weiter verbreitet worden.
Israel verfügt nicht über die nötigen Waffen, um einen Gegenschlag des Iran, der auch den Einsatz chemischer Massenvernichtungswaffen umfassen könnte, zu verhindern. Zur Erinnerung: Israel hatte seinerzeit in den 90er Jahren diese Massenvernichtungswaffen in den Iran geliefert. Der Iran besitzt ein ausreichendes Raketenarsenal und könnte versucht sein, die Sprengköpfe mit diesen chemischen Massenvernichtungswaffen zu füllen. Zur Verhinderung eines derartigen Vergeltungsschlages Irans wäre Israel daher völlig auf einen präventiven Zweitschlag seitens der USA angewiesen. Und - Israel hat die unter vier Augen von US Präsident Bush gegenüber dem israelischen Premier Olmert gemachte Zusage, im Falle eines drohenden Vergeltungsschlages seitens Iran selbiges Land sofort mit voller Wucht anzugreifen. Und ein solcher Vergeltungsschlag droht wohl nach jedwedem israelischen Angriff.
Nach den Lügen und gezielten Falschinformationen zur Rechtfertigung eines Einmarsches in den Irak, dürfen wir uns wohl auch bezüglich eines möglichen Angriffs seitens Israels und/oder den USA ebenfalls auf eine Reihe von Falschinformationen einstellen.
Verweise:
Irak-Politik: Britischer Geheimdienstchef rechnet mit Tony Blair ab
Nuklear-Banditen und ein Atomschmuggelprozess in Stuttgart
Iran, knapp am Krieg vorbei?
Giftgas und Milliardenbetrug - auf den Spuren des Moshe Regev
Der Iran, das Atomprogramm und Ahmadinejad
Interview mit Alexander Freiherr von Paleske






























































