Hochverrat: Söldner Simon Mann zu 34 Jahren Haft verurteilt
8. Juli 2008, 18:36[Dr. Alexander Freiherr von Paleske] Gestern Abend wurde der britische Söldner Simon Mann von einem Gericht in Malabo, der Hauptstadt des ölreichen Staates Äquatorial Guinea, wegen Hochverrats zu 34 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Prozess über diesen ehemaligen Offizier der Sondereinheit SAS, über den wir mehrfach berichtet haben, begann am 17. Juni diesen Jahres.
Simon Mann war der führende Kopf einer Söldnertruppe, die am 7. März 2004 handstreichartig die Regierung des Despoten Obiang Mbasogo Nguema stürzen wollte. Der Versuch endete vorzeitig und unplanmäßig auf dem internationalen Flughafen der Hauptstadt Simbabwes, Harare, wo Waffen aufgeladen werden sollten. Stattdessen wurde Simon Mann mit 70 weiteren Söldnern verhaftet. Die Söldner waren größtenteils ehemalige Mitglieder der Terror- und Zerstörungstruppen des Apartheidstaates wie etwa dem 32. Buffalo Battalion, der 44. Parachute Brigade, den Reconnaissance Commandos und der Todesschwadron Civil Cooperation Bureau. Simon Mann wurde in Simbabwe wegen illegalen Erwerbs von Kriegswaffen zu vier Jahren Gefängnis verurteilt und nach Verbüßung der Strafe im Januar an Äquatorial Guinea ausgeliefert.
In den geplatzten Coup war auch der Sohn der ehemaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher verwickelt. Mark Thatcher wurde im Jahre 2004 in Südafrika verhaftet und im Januar 2005 wegen Verstoßes gegen Südafrikas Anti-Söldner-Gesetze zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung und einer saftigen Geldstrafe verurteilt.
Mark Thatcher schwer belastet
Simon Mann hatte in seinem vorgerichtlichen Geständnis Mark Thatcher, der immer seine unmittelbare Beteiligung abgestritten hatte, schwer belastet. Äquatorial Guinea hat nun einen internationalen Haftbefehl gegen ihn erlassen, auch darüber berichteten wir. In den Umsturzversuch war offenbar auch der Deutsche Gerhard Eugen Merz als "Transportoffizier" verwickelt. Er kam im Auftrag der Firma CAL/ACL in Offenbach dorthin, die von einem Thomas Rinnert geleitet wurde. Zusammen mit einem südafrikanischen Vorauskommando verhaftete man ihn dort und Merz starb nach weniger als zwei Wochen im berüchtigten Black Beach Gefängnis in Malabo, vermutlich als Folge der dort erlittenen Folter.
Rinnert, die Firma CAL und der Putschversuch
Wie Rinnert am 24. März 2004, also kurz nach dem fehlgeschlagenen Putsch, in einem Gespräch mit der Frankfurter Rundschau erklärte, habe Merz mit dem Putsch nichts zu tun gehabt, sondern sollte für CAL vor Ort eine Geschäftsverbindung aufbauen. Merz habe er als Logistikfachmann für diesen Auftrag angeheuert. Diese Behauptung kann duch die Aussagen der Mitverschwörer als widerlegt angesehen werden. Merz unternahm zwei Flüge nach Sambia, dort sollten die Söldner aus Südafrika aufgeladen werden. Die in Armenien gecharterte Maschine hatte jedoch technische Probleme und musste reparierte werden, Die Rechnung beglich Simon Mann.
Darüber hinaus nahm einer der Mitverschwörer, Greg Wales, nach dem gescheiterten Umsturzversuch Kontakt mit Thomas Rinnert auf und machte ihm schriftlich Vorschläge, wie man Druck auf die Regierung Äquatorial Guineas ausüben könnte, um die Entlassung der ebenfalls verhafteten armenischen Crew der gecharterten Antonov-Maschine zu erreichen. Die diesbezügliche E-Mail liegt der Redaktion vor. Gegen Rinnert wurde mittlerweile Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt wegen angeblicher Verwicklungen in den fehlgeschlagenen Putschversuch erstattet.
Verweise:
Mark Thatcher: frisch verheiratet, per Haftbefehl gesucht
Giftgas und Milliardenbetrug
Simon Mann packt aus
Der Wonga-Coup
Söldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe
Simon Mann war der führende Kopf einer Söldnertruppe, die am 7. März 2004 handstreichartig die Regierung des Despoten Obiang Mbasogo Nguema stürzen wollte. Der Versuch endete vorzeitig und unplanmäßig auf dem internationalen Flughafen der Hauptstadt Simbabwes, Harare, wo Waffen aufgeladen werden sollten. Stattdessen wurde Simon Mann mit 70 weiteren Söldnern verhaftet. Die Söldner waren größtenteils ehemalige Mitglieder der Terror- und Zerstörungstruppen des Apartheidstaates wie etwa dem 32. Buffalo Battalion, der 44. Parachute Brigade, den Reconnaissance Commandos und der Todesschwadron Civil Cooperation Bureau. Simon Mann wurde in Simbabwe wegen illegalen Erwerbs von Kriegswaffen zu vier Jahren Gefängnis verurteilt und nach Verbüßung der Strafe im Januar an Äquatorial Guinea ausgeliefert.
In den geplatzten Coup war auch der Sohn der ehemaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher verwickelt. Mark Thatcher wurde im Jahre 2004 in Südafrika verhaftet und im Januar 2005 wegen Verstoßes gegen Südafrikas Anti-Söldner-Gesetze zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung und einer saftigen Geldstrafe verurteilt.
Mark Thatcher schwer belastet
Simon Mann hatte in seinem vorgerichtlichen Geständnis Mark Thatcher, der immer seine unmittelbare Beteiligung abgestritten hatte, schwer belastet. Äquatorial Guinea hat nun einen internationalen Haftbefehl gegen ihn erlassen, auch darüber berichteten wir. In den Umsturzversuch war offenbar auch der Deutsche Gerhard Eugen Merz als "Transportoffizier" verwickelt. Er kam im Auftrag der Firma CAL/ACL in Offenbach dorthin, die von einem Thomas Rinnert geleitet wurde. Zusammen mit einem südafrikanischen Vorauskommando verhaftete man ihn dort und Merz starb nach weniger als zwei Wochen im berüchtigten Black Beach Gefängnis in Malabo, vermutlich als Folge der dort erlittenen Folter.
Rinnert, die Firma CAL und der Putschversuch
Wie Rinnert am 24. März 2004, also kurz nach dem fehlgeschlagenen Putsch, in einem Gespräch mit der Frankfurter Rundschau erklärte, habe Merz mit dem Putsch nichts zu tun gehabt, sondern sollte für CAL vor Ort eine Geschäftsverbindung aufbauen. Merz habe er als Logistikfachmann für diesen Auftrag angeheuert. Diese Behauptung kann duch die Aussagen der Mitverschwörer als widerlegt angesehen werden. Merz unternahm zwei Flüge nach Sambia, dort sollten die Söldner aus Südafrika aufgeladen werden. Die in Armenien gecharterte Maschine hatte jedoch technische Probleme und musste reparierte werden, Die Rechnung beglich Simon Mann.
Darüber hinaus nahm einer der Mitverschwörer, Greg Wales, nach dem gescheiterten Umsturzversuch Kontakt mit Thomas Rinnert auf und machte ihm schriftlich Vorschläge, wie man Druck auf die Regierung Äquatorial Guineas ausüben könnte, um die Entlassung der ebenfalls verhafteten armenischen Crew der gecharterten Antonov-Maschine zu erreichen. Die diesbezügliche E-Mail liegt der Redaktion vor. Gegen Rinnert wurde mittlerweile Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt wegen angeblicher Verwicklungen in den fehlgeschlagenen Putschversuch erstattet.
Verweise:
Mark Thatcher: frisch verheiratet, per Haftbefehl gesucht
Giftgas und Milliardenbetrug
Simon Mann packt aus
Der Wonga-Coup
Söldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe































































