Aktuell

View from Liberty's crown

Frank Schäffler (FDP)

Der Bundestags-
abgeordnete und "Euro-Rebell" erklärt im Interview, dass die Schulden-
schirmpolitik den Euro zerstört, Europa spalten wird und schließlich das Sparvermögen aller vernichtet.

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Prof. Dr. Franz Hörmann

Der Univ.Prof. im Institut für Unterneh-
mensrechnung an der Wirtschafts-
universität Wien glaubt, dass es ein "systemisches Betrugsmodell einer Institution gebe, der in unserem Wirtschaftssystem das Monopol zur Geldschöpfung über Kredite eingeräumt wird".

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Sebastian Nerz (Piraten)

Die Piraten sind klar zum Ändern. Der Bundes-
vorsitzende der Piratenpartei Sebastian Nerz spricht in unserem Interview über Zukunftspläne, Ideologien und Visionen dieser noch sehr jungen Partei.

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Wolfgang Bosbach (CDU)

Der Bundestags
abgeordnete und Vorsit-
zende des Innen-
ausschusses des Deutschen Bundestages wird im Parla-
ment gegen die Erweiterung des EU-Rettungs-
schirms stimmen. Wir haben ihn nach den Gründen befragt.

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Prof. Dr. Uwe Kamenz

Früher oder später fliegt jedes Plagiat auf, glaubt Professor Kamenz von der FH-Dortmund. Unter Einsatz eines Fujitsu Scanners will er helfen, die Wahrheit schneller ans Licht zu bringen. Politiker zeigen sich wenig begeistert.

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Uwe Schummer (CDU)

Der Bundestags-
abgeordnete möchte "Hartz IV" abschaffen. Die Agenda 2010 sei abgearbeitet, glaubt er und verrät im Interview, was er stattdessen für richtig hält: Eine Agenda 2015 soll es nun richten!

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Michael Martens

Der FAZ-Redak-
teur spricht in unserem Inter-
view über das breite mediale Interesse zu der seltsamen Publi-
kation der Daniela Matijevic, die im Kosovo "knietief in Leichen stand". Dies, obwohl dort seit 1995 bis heute kein einziger deutscher Soldat bei Gefechten ums Leben gekommen ist.

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Dominic Schwickert

Der Politik-
berater spricht in unserem politischen Gespräch über "Strategiebera-
tung im Zen-
trum der Macht" und stellt seine diesbezüglich gerade erschienene Publikation vor.

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Dr. Jakob Sierig

Der Tübinger Geologe spricht im Interview über Sicherheit und Kosten-Nutzen zum Jahrhundert-
projekt "Stutt-
gart 21" und warnt vor nicht überschaubaren Folgekosten.

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Sebastian Knauer

Der SPIEGEL-Redakteur und Herausgeber der Publikation "Barschel - Die Akte" geriet 1987 auf dem Höhepunkt des Barschel-Skandals selbst in den Sumpf des Polit-Thrillers, als er den toten Politiker auffand.

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Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin (SPD)

Die SPD-
Politikerin und Rechtsanwältin ist Mitglied des Deutschen Bundestags und spricht in unserem Interview über Leiharbeit, Dumpinglöhne und weitere Schieflagen auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

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Dieter Reicherter

Der ehemalige Richter war viele Jahre als Vorsitzender am Landge-
richt Stuttgart tätig und berichtet als Augenzeuge von gewalttätigen Übergriffen der Polizei bei einer Demo zum Projekt "Stuttgart 21".

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Dr. Gregor Gysi (PDL)

Der Fraktions-
vorsitzende im Deutschen Bundestag spricht über die Gründe der weiter um sich greifenden Politikverdrossenheit und erklärt, was er sich für seine Partei in der Zukunft wünscht.

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Wolfgang Grupp, Trigema

Der schwäbische Unternehmer spricht über Globalisierung, Exportwelt-
meister, Hoch-
lohnland Deutschland, Ethik, persönliche Haftungen und erfolgreiche Unternehmensführung.

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Omid Nouripour (Grüne)

Der Verteidi-
gungssexperte von Bündis 90/Die Grünen erklärt, warum ein schneller Abzug aus Afghanistan nicht möglich ist und was es mit den von General McChrystal angekündigten Groß-Offensiven auf sich hat.

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Prof. Dr. M. Hartmann

Sind Hartz IV-Empfänger Deutschlands Sozialschma-
rotzer oder verschleiern lautstarke populistische Parolen den Blick auf ganz andere Tatsachen?

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Omid Nouripour (Grüne)

Der Verteidungs-
Experte sieht viel Klärungsbedarf hinsichtlich des Luftangriffs im afghanischen Kundus. Ein Untersuchungs-
ausschuss soll nun klären, ob der Öffentlichkeit bewusst die Wahrheit vorenthalten wird.

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GEN - DEBATTE:
Gibt es ein Recht auf Dummheit?


SARRAZIN - Debakel


AFGHANISTAN - EINSATZ

HARTZ IV
Artikelsammlung zur größten Sozialreform in der Geschichte der Bundesrepublik

Arbeitsmarkt Deutschland:
Bankrotterklärung in einem der reichsten Länder der Welt

Prof. Dr. Ch. Broelsch

Die Staatsan-
waltschaft wirft dem Transplan-
tationschirurgen Betrug, Nötigung und Vorteilsge-
währung vor. Broelsch soll Patienten systematisch zu Spendenzahlungen erpresst haben. Wir haben nachgefragt.

Zum Interview    



Graf von Faber-Castell

Der Top-
manager und Vorstands-
vorsitzende der Faber-Castell AG in Stein äußert sich im Interview zu Tradition und Fortschritt, unternehmerische Verantwortung und Nachwuchsförderung.

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Domenika Ahlrichs

Im Gespräch mit der derzeitigen Chefredakteurin der NETZEITUNG, die zum Jahres-
ende 2009 den redaktionellen Betrieb einstellt. Damit soll der Weg für ein automatisiertes Nachrichtenportal geebnet werden.

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Dr. Michael Maier

Der ehemalige Chefredakteur der NETZEITUNG ist sich sicher: Das Ende der Netzeitung ist auch ein Menetekel für die Branche.

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Dr. Hermann Otto Solms

Der Vizepräsi-
dent des Deut-
schen Bundes-
tages hat in den vergangenen Jahren ein Gesamtkonzept zur Reform der direkten Steuern entwickelt. Wir haben mit ihm darüber gesprochen.

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Parlamentsfernsehen



DER MADOFF-SKANDAL

Banken-FLOP des Jahrzehnts:

Hypo Alpe Adria und
der Fall BayernLB

Prozess im Fokus:

Prof. Dr. Christian Broelsch
Ein Star-Chirurg auf der Anklagebank

DIE FINANZKRISE

Jens Seipenbusch

Der Vorstands-
vorsitzende der schnell wachsen-
den Piratenpartei in Deutschland spricht über Bürgerrechte im digitalen Zeitalter und mehr Transparenz in Politik und Behörden.

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Gerd Heidemann

Mehrteiliges Interview mit dem Ex-"Stern"-
Reporter und ehemaligen Kriegsbericht-
erstatter Gerd Heidemann, dessen Karriere mit dem Medien-Flop um die gefäl-
schten Hitler-Tagebücher ein jähes Ende fand.

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Prof. Dr. C. Pestalozza
Prof. Dr. C. G. Paulus

FU Berlin und Humboldt-Universität zu Berlin beantworten Fragen zum Finanzmarktstabili-
sierungsgesetz

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Absurdes Geldsystem - Interview mit Prof. Dr. Franz Hörmann

27. November 2011, 14:50
[Ursula Pidun] Univ.Prof. Franz Hörmann, macht in diesen Tagen besonders von sich reden. Der Experte für Finanz- und Wirtschaftsfragen verblüfft mit Äußerungen zur anhaltenden Finanzkrise und zu unserem Geldsystem. Demnach gebe es ein "systemisches Betrugsmodell einer Institution, der in unserem Wirtschaftssystem das Monopol zur Geldschöpfung über Kredite eingeräumt wird". Und er erklärt weiter: "Wenn man aber Geld aus Luft erfindet und das, was vorher noch nicht existiert hat, verzinst weiter gibt und dinglich absichern lässt, dann ist das, wenn das Geschäftsmodell schief geht, in Wahrheit ein Enteignungsmodell." Wir haben nachgefragt. Im Gespräch mit Prof. Dr. Franz Hörmann, Wien über Betrug, Finanzkrisen, ein neues Geldsystem und die Rückkehr zur Vernunft.

Prof. Dr. Franz HörmannProf. Hörmann, Sie haben mit Ihren Äußerungen zum Geldsystem im wahren Wortsinn viel Staub aufgewirbelt. Denn dieses System wird in dieser Form schon seit Ewigkeiten praktiziert. Worin liegen in Ihrer Sicht die Gründe, dass Politiker bisher nicht das Geldsystem an sich kritisch unter die Lupe nehmen und dann eine ähnliche, auf die Ursachen ausgerichtete Diagnose des Desasters stellen wie Sie es tun?

Die Antwort auf diese Frage hängt unmittelbar mit der Natur unseres Bildungssystems zusammen. Wir werden darin, das beginnt schon in der Grundschule, nicht darauf vorbereitet, Dinge, die an uns herangetragen werden, kritisch zu hinterfragen, sondern darauf konditioniert, die Erwartungshaltungen anderer Menschen zu erfüllen, der Lehrer, der Vorgesetzten, der Amtsträger etc. Der Vorgang der Geldschöpfung im Kredit durch private Geschäftsbanken durch Bilanzverlängerung (und damit die Erzeugung einer doppelten Schuld, nämlich der Schuld des Kreditnehmers UND einer Schuld der Bank!) ist zwar gut dokumentiert und öffentlich zugänglich z.B. in der Broschüre "Geld und Geldpolitik" der deutschen Bundesbank, ab Kapitel 3.5., es wird aber in der Ausbildung, auch an den Hochschulen, nicht auf die sich daraus ergebenden Konsequenzen (die sinnlose doppelte Verschuldung, die fehlende Erzeugung von Geld für die Zinszahlungen, die bilanzrechtliche Fragwürdigkeit der Begründung einer verzinsten Forderung mit einer bilanziellen Verbindlichkeit) hingewiesen.
Daraus folgt, dass wohl 99 Prozent der Menschen, welche diese Ausbildung absolviert haben, die Problematik schlicht übersehen und der Rest einfach annimmt, irgendetwas daran falsch verstanden zu haben. Die Absurdität dieses Vorgangs ist ja so atemberaubend, dass niemand sich blamieren will, indem er öffentlich so abenteuerliche Bedenken anmeldet. Die Situation gleicht daher exakt der Geschichte von "Des Kaisers neuen Kleidern" – man muss Verständnis heucheln um seinen guten Ruf nicht zu beschädigen!

Wer profitiert von der Schieflage dieses Systems? Nur die Banken oder wer hängt noch alles an den Vorteilen eines Systems, das es so wohl gar nicht geben dürfte?

In Wahrheit sind dies alle Menschen, die gut davon leben, dass sie "ihr Geld arbeiten lassen". Die alte Kritik an diesem Ausspruch gründete sich in der Vergangenheit ja hauptsächlich auf moralische und humanistische Bedenken. Neu ist nun aber, dass dieser Kritik auch knallharte, sachliche Argumente zugrunde liegen, an denen auch unsere ökonomisch-rationalen Eliten nicht ohne weiteres vorbeisehen können, weil nun ganz klar beweisbar ist, dass ihre bisherigen Geschäftsmodelle (leistungslose Einkommen in Form von Zinsen, Dividenden und Kurssteigerungen) schlicht auf einem antiken Buchungsfehler beruhen und, logisch konsistente Buchführung vorausgesetzt, so überhaupt nicht funktionieren können: Im Kreislauf der doppelten Buchhaltung ist die Geldmenge an sich stets konstant, jeder finanzielle Gewinn muss daher immer zu Lasten anderer Menschen erzielt werden, da ja für jede Buchung eine Gegenbuchung existieren muss.
Die einzige heute legale Methode der Geldschöpfung besteht nun aber darin, dass private Geschäftsbanken Kredite vergeben, dabei Geld erzeugen, das vorher noch nicht existierte, dies jedoch stets als verzinste Schuld, wobei aber das Geld für die Zinszahlung nie mit erzeugt wird. Diese (mangels Geld) verzinst nie rückzahlbare Schuld lassen die Banken aber durch dingliche Sicherheiten der Kreditnehmer besichern, womit es im Gesamtsystem zwangsläufig zu Enteignungen von Kreditnehmern kommen muss, da die zu geringe Geldmenge die Bezahlung der Zinsen ja nicht gestattet. Es müssen daher stets neue Kredite aufgenommen werden, um einfach die Zinsen zu bezahlen. Verschuldete Staaten sind also nicht das Ergebnis fahrlässiger Politik sondern das Resultat eines Systemfehlers in der Buchhaltung der Geschäftsbanken.

Es ist wohl noch nicht so richtig bis zur Politik durchgedrungen, aber die Bürger tolerieren Rettungsaktionen mit finanzakrobatischen Hebelwirkungen und Summen in Billionenhöhe nicht. Wie gefährlich schätzen Sie die derzeitigen Rettungsaktionen ein?

Was in der Politik momentan passiert ist bei weitem nicht so interessant, wie es in den Medien der Öffentlichkeit dargestellt wird. Alle diese Summen, die durch Zinseszins und Spekulation künstlich weiter erhöht werden, besitzen in Wahrheit keine wirtschaftliche Bedeutung mehr. Jeder nur halbwegs ökonomisch gebildete Mensch weiß, dass solche Beträge, einmal in realwirtschaftliche Kaufkraft umgesetzt, zu Hyperinflation in "biblischem Ausmaß" führen würde, daher bleiben diese Geldbeträge auch das, was sie immer waren: bloße Zahlen auf Papier. Die Eigentümer jedoch, die auf den "Wert" dieser Staatsanleihen und anderen Papiere Erwartungen hinsichtlich ihres persönlichen Wohlstands gründen, sollten sich langsam ernsthaft die Frage stellen, ob sie selbst an diese Spiele noch glauben. Es wäre für diese Menschen wesentlich erfüllender, ihr Glück im Sein anstatt im Haben zu finden, frei etwa nach Erich Fromm.

Was würden Sie den politischen Akteuren in der derzeitigen Situation der vermeintlichen Staatspleiten in Europa raten?

Ich würde ihnen empfehlen nicht von "Staatspleiten" sondern von einer historischen Falschbuchung und einem damit verbundenen fehlerhaften Geldschöpfungsprozess zu sprechen. Eine "Pleite" setzt doch, rational überlegt, zumindest ein funktionierendes Geldsystem voraus, in dem man überhaupt "pleitegehen" kann! Geld, das jedoch durch eine historische Falschbuchung erzeugt wird, in diesem Sinne daher Falschgeld, kann daher weder einer Unternehmens-, noch einer Staats- oder auch einer Privatpleite zugrunde liegen. Alle diese absurden Prozesse und Streitereien müssen daher schleunigst ausgesetzt werden, so lange, bis wir, zumindest in Europa, günstigstenfalls auch weltweit, erstmals über so etwas wie ein "funktionierendes Geldsystem" verfügen. Dieses darf natürlich nicht als verzinste Schuld vom Monopol privater, gewinnorientierter Unternehmen erzeugt werden.
Wenn wir dann auch noch erkannt haben, dass die Grundfunktion des Geldes einfach darin besteht, die Verteilung von Gütern und Dienstleistungen in einer Gesellschaft zu regeln, dann können wir das, beim Stand der heutigen Technologie, auch viel effizienter bewerkstelligen, als durch die kreisförmige Weitergabe "virtueller Goldstücke", also ein traditionelles Geldsystem. Diese Entwicklung muss aber von der aufgeklärten Bevölkerung ausgehen. Man kann heute sogar so weit gehen zu sagen: "Demokratie beginnt mit einem demokratischen Geldsystem!"

Nehmen wir an, die Vernunft regiert und es kommt früher oder später zu einem ganz neuen Geldsystem. Wie könnte dies idealerweise ausgestaltet sein und auf welche Weise kann ein solches System die Realwirtschaft wieder stärken?

Wenn Politiker, Banker, Juristen und die breite Bevölkerung ihre unbewusste Konditionierung auf den Individualtausch, d.h. die beinahe zeit- und wertgleiche Gegenleistung für jede empfangene Leistung, überwunden haben, dann kann man die Probleme der Realwirtschaft auch sehr grundlegend neu denken, wobei traditionelles Geld uns nicht mehr behindern wird. Jede Gesellschaft muss zwei grundlegende Probleme lösen: erstens die (möglichst ökologische, nachhaltige, effiziente) Produktion von Gütern und Dienstleistungen und zweitens deren (möglichst gerechte!) Verteilung. Unser historischer Fehler liegt nun darin, dass wir diese beiden Themenbereiche miteinander, über das Geldsystem, verkettet haben: Menschen verdienen in den Produktionsprozessen ein Einkommen und dieses bestimmt dann auch ihre Kaufkraft, d.h. es regelt auch den Mechanismus der Verteilung.

Damit also praktisch auch gleich den sozialen, monetären und beruflichen Status der Menschen?

Ja, aber auf Augenhöhe und nicht mehr in einem Machtegfüge. Alle Paradoxien, die wir in der Gesellschaft heute beobachten können (z.B. der scheinbare Widerspruch zwischen ökologischen, sozialen und ökonomischen Zielsetzungen), liegt im Kern in dieser unglücklichen Verkettung begründet. Wenn etwa ein Unternehmen keine Produkte mehr verkaufen kann, weil sie am Markt nicht mehr gefragt sind, dann verlieren die Mitarbeiter ihre Jobs und damit einen Großteil ihres Einkommens, womit sie aber auch als Nachfrager für andere Unternehmen ausfallen, auch diese in die Krise geraten und ein Konjunkturzyklus entsteht. Konjunkturzyklen sind daher nur Rückkoppelungseffekte, welche durch die Verkettung des Produktions- und des Verteilungsproblems entstehen. Wären Produktion und Verteilung streng voneinander getrennt, würden also nach ganz verschiedenen Regeln erfolgen, wären Konjunkturzyklen gar nicht mehr möglich. Es entspringt aber einem primitiven Gerechtigkeitsdenken der einfachen Bevölkerung, zu fordern, "wer nicht arbeitet soll auch nicht essen" – auf diese archaische Sichtweise ist dieser Fehler zurückzuführen.

Das System bringt auch den Unternehmen Probleme?

Ja, denn ein zweites Problem ist die Konkurrenz zwischen den Unternehmen. Systemisch ist sie nur darauf zurückzuführen, dass die Banken in der Geldschöpfung eben kein Geld für Zinsen erzeugen, d.h. die Unternehmer der Realwirtschaft müssen ihren Geschäftspartnern (Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern, Investoren etc.) immer Geld abknöpfen, das sie für die Bezahlung ihrer Bankzinsen verwenden können. Dieses entnehmen sie dem Geldkreislauf und damit wieder dem Kreditgeld ihrer Geschäftspartner. Durch diese künstliche Geldverknappung werden also alle Wirtschaftstreibenden zu Konkurrenten und unfähig zur Kooperation. Man weiß aber schon lange, dass Konkurrenz zu Doppel- und Mehrfachgleisigkeiten, mangelnder Qualität (wegen Preiskonkurrenz) sowie Ressourcenverschwendung durch Überproduktion führt. Besser wäre globale Kooperation durch transparente Echtzeit-Kommunikation, wobei genau jene Dinge in den Mengen und Qualitäten produziert werden, die von der Bevölkerung tatsächlich benötigt werden – also die Deckung des Bedarfs und nicht der Nachfrage, diese ist ja mit Kaufpreisen gewichtet. In diesem System wären daher personalisierte Güter- und Dienstleistungsgutscheine, die nicht getauscht sondern nur eingelöst werden können, eindeutig das bessere Geld! Geld führt, durch die Preismanipulation, nachweislich weltweit zur Verknappung der bepreisten Güter und darüber hinaus konnte und kann auch keine Zentralbank oder Regierung jemals die Kaufkraft des Geldes für die Bevölkerung stabil halten. Wenn also die möglichst sichere Versorgung der Gesamtbevölkerung mit Gütern und Dienstleistungen bei friedlicher Kooperation, ökologisch nachhaltiger Produktion und persönlicher Freiheit das Ziel unserer Gesellschaften sein soll, dann ist die Überwindung des konventionellen Geldsystems zunächst der wichtigste Schritt.

Welchen Platz nehmen dann noch private Banken ein?

Banken hatten historisch die Funktion, jene Dinge aufzubewahren, welche der Gesellschaft am wichtigsten waren. Anfänglich waren dies Münzen und Edelmetalle, später Dokumente, Verträge und Geldscheine, welche heute nur noch in Form von Bits und Bytes existieren. Das wichtigste Gut in heutigen Gesellschaften ist jedoch Wissen. Wenn die Banken ihre Rechenzentren und Netzwerke zur Verfügung stellen, damit freie Gesellschaften darauf ihre produktiven Kooperationen verwalten können, wobei die Teilnehmer dort ihr Wissen in jeder denkmöglichen Form (z.B. auch multimedial) weitergeben und sich dafür (etwa in Form der personalisierten Güter- und Dienstleistungsgutscheine) belohnen, dann transformieren sie sich zu den "Kooperations- und Wissensbanken des dritten Jahrtausends" und knüpfen somit unmittelbar an ihre historisch wertvolle, gesellschaftsnützliche Tradition an. Der Kreditreferent des dritten Jahrtausends könnte dann ein persönlicher Wegbegleiter für jeden Menschen sein, welcher ihn dabei unterstützt, sein individuelles Lebensglück durch optimale Entfaltung seines persönlichen Potentials zu finden, wobei die Resultate dieser frei gewählten Tätigkeiten dann über spezielle Schnittstellen so in die Gesellschaft eingebracht werden, dass dadurch der maximale Gemeinschaftsnutzen entsteht. Für jede einzelne Lebensphase könnte dieser Wegbegleiter seinen Schützlingen genau jene Kaufkraft (in Form individualisierter Warenkörbe) zur Verfügung stellen, welche sie in diesem Lebensabschnitt benötigen, um sich bestmöglich für sich selbst UND die Gesellschaft in individueller Freiheit entfalten zu können.

Dann profitieren auch die "ganz normalen" Bürger? Sie sind es ja, die den gesamten Wirtschaftskreislauf tagein- und tagaus aufrechterhalten.

Wie bereits erwähnt sollte das Ziel eines neuen Wirtschaftssystems nach dem Geld darin bestehen, die menschliche Entwicklung durch maximale Freiheit bei der Entfaltung der einzelnen Individuen zu befördern. Wenn die Notwendigkeit für Geld und für den permanenten Individualtausch (also zeit- und wertgleiche Gegenleistungen in jedem menschlichen Kommunikationsprozess) wegfällt, dann stellen maximale individuelle Freiheit der Entwicklung und maximaler Gemeinschaftsnutzen nämlich keinen Widerspruch mehr dar, weil die notwendige Tauschbeziehung zwischen Individuum und Gemeinschaft nicht mehr existiert. Nur diese zwanghafte Tauschbeziehung in Form eines Nullsummenspiels, das durch die doppelte Buchhaltung erzeugt wird, ist ja die Wurzel der ganzen Probleme! Historisch hat sich die Menschheit aus einer Händlerkultur entwickelt. Wer aber tauscht, der täuscht, nicht umsonst besitzen diese Wörter den gleichen Stamm, denn ein Händler maximiert ja immer nur den Wert der erhaltenen Gegenleistung, nicht den Wert der selbst hingegebenen Sache. Wenn also zwei Händler bei einem Tauschhandel zweier Waren A und B ein für beide Seiten vorteilhaftes Geschäft realisieren wollen, dann ist dies schon rein logisch nur dann möglich, wenn diese beiden Menschen die Waren A und B jeweils aus einer anderen Perspektive bewerten, z.B. der eine aus der Perspektive der Haltbarkeit, der andere aus der Perspektive der Ästhetik.
Durch die Bewertung mit Geld (die "Bepreisung") wird jedoch eine objektive Größe, ein Punkt auf der Zahlengeraden, in die Verhandlung eingeführt. Dieser Punkt befindet sich für beide Personen an derselben Stelle, die Verhandlungen werden eindimensional, nicht mehrdimensional wie ohne Verwendung von Geld, geführt und wenn daher beide Händler nur mehr "in Geld denken", dann gibt es nach Vertragsabschluss auch nur noch einen "Gewinner" und einen "Verlierer", womit Aggression, Rache, Gewalt etc. hier ihren Ausgangspunkt nehmen. In der Natur existieren z.B. für etliche Lebewesen "ökologische Nischen". Diese sind nur deshalb möglich, weil diese Spezies "das Leben aus einer ganz speziellen Perspektive sehen", mit der sie anderen, mächtigeren und zahlreicheren Arten, nicht „im Weg stehen“. Friedliche Koexistenz setzt also unterschiedliche Bewertungssysteme voraus. Internationale Standards für Bewertungen, ein globales Geldsystem und andere Vereinheitlichungen führen also aus diesem Grunde zwingend zu schädlicher Konkurrenz, Hass und Gewalt!

Wie hoch schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit ein, dass es einmal zu einem solchen, ganz neuen und gerechteren System kommt und wer muss dabei am weitesten über den eigenen Schatten springen?

Da ich einerseits ein unverbesserlicher Optimist bin und andererseits weiß, dass die Menschheit bei Fortführung dieses absurden und schädlichen Geldsystems keine Überlebenschance besitzt, weil sie durch die dann zwangsläufigen weltweiten Verknappungserscheinungen in einer Woge der Gewalt untergehen wird, bin ich vom Vollzug dieses notwendigen Entwicklungsschrittes für die globale Menschheit felsenfest überzeugt. Über den Schatten springen muss genau genommen niemand, die Menschen müssen nur ganz rational, nach Kenntnisnahme und geistiger Verarbeitung dieser für sie zunächst noch neuen Informationen (Geldschöpfung "aus Luft" aber als verzinste, nicht rückzahlbare Schuld durch private Geschäftsbanken mit der sich daraus zwingend ergebenden Konkurrenz um das immer zu knappe Geld in der Realwirtschaft), ihre eigene innere Einstellung zum Phänomen "Geld" bzw. "in Geld bewertetem Eigentum" hinterfragen. Dabei sollten sie sich auch ganz ehrlich überlegen, ob sie nicht in einer Welt ohne Geld, mit genügend realwirtschaftlichen Gütern und Dienstleistungen für jeden Menschen auf diesem Planeten, glücklicher wären als heute. Wie z.B. der Wirtschaftsgeograf Wolfgang Hoeschele in seinem sehr empfehlenswerten Buch "The Economics of Abundance" nachweist, sind nämlich auch in den Ländern der "dritten Welt" keineswegs die Nahrungsmittel knapp. Zu knapp ist immer nur das Geld, daher sind diese Dinge einfach nur zu teuer, um weltweit von allen Menschen zu diesen Preisen gekauft zu werden und sie in der bestehenden Rechtsordnung satt zu machen.
Wie Jean Ziegler in seiner "dann doch gehaltenen Rede" ja schon erwähnt hat, geht die UNO heute davon aus, dass wir ganz leicht auf dieser Erde sogar zwölf Milliarden Menschen ernähren könnten – wenn die Verteilungsregeln andere wären als unser heutiges verzinstes Schuldgeld!

- Das Gespräch führte Ursula Pidun -
  • Prof. Dr. Franz Hörmann am 27.10.2011 zu Gast bei Beckmann:


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c. palmer (Gast) - 26. Okt, 15:37
da muss man erstmal tief durchatmen. Bisher dachte ich, das jetzige System sei das NonPlusUltra. Ob sich mit den derzeitigen politischen Truppen solche Änderungen durchführen lassen?

Lotema (Gast) - 26. Okt, 15:46

nie und nimmer. Erst müsste eine politische Reform her. In diesem Jahrhunder t wird das wohl eng.
bend m. (Gast) - 26. Okt, 16:42

mit den Truppen?

bestimmt nicht!
belester (Gast) - 26. Okt, 17:52

Die Truppen

Die Truppen haben mit großer Mehrheit der neuen Rettungsidee zugestimmt und tragen gerade die Billionen nach Brüssel. Ob die ein neues System wollen?
FrankÖ (Gast) - 26. Okt, 20:39

Ob die ein neues System wollen?

Bereits vor über einem Jahr wurden die Thesen von Prof. Hörmann publiziert:
http://derstandard.at/1285200656759/derStandardat-Interview-Banken-erfinden-Geld-aus-Luft

klar gab's auch einiges an agressivem Widerspruch, aber die überwiegende Mehrheit von Lesern und Veranstaltungsteilnehmern stimmen zu, weil viele doch begriffen haben, daß schon rein mathematisch das Zinseszins-System wieder mal kollabieren muß.
Interessant ist vor allem auch die letzte Antwort im Standard-Interview, deren Inhalt inzwischen ja schon vielfach bewiesen ist . . .
"Wie die Gesellschaft in Zukunft leben wird oder will, kann nur die Gesellschaft selbst entscheiden und zwar nach dem Mehrheitsprinzip. Das geschieht demokratisch in der Vernetzung. Hierarchische Strukturen können aus informationstheoretischer Sicht nie funktionieren, weil die Personen an der Spitze der Pyramide das Wissen nicht haben. Sie werden von den Schichten darunter permanent belogen. Wie man sich als einfacher Bürger gegen Überwachung oder Schikanen wehren kann, ist bekannt: Man lügt die Mächtigen einfach an. Daher brechen sämtliche hierarchische Systeme, ob das Regierungen, Staaten, Schulsysteme oder Unternehmen sind, momentan zusammen und die Menschheit vernetzt sich über das Internet auf einer Ebene neu, über das 'global brain'. Hier entstehen dann völlig neue Spielregeln nach dem Prinzip der Emergenz."
Cab (Gast) - 27. Okt, 01:32

Weltgeldbetrug

Diese Scheindemokratie, in der korrupte Politiker die eigenen Völker an die Herren des Geldes verkaufen, soll das Nonplusultra sein? Die Kontrolle über das Geld und damit der Realwirtschaft, gehört zurückgegeben in die Hände von demokratischen Kräften !!! Die Weltgeldbetrüger betreiben psychologische Kriegsführung - Es ist ein Weltkrieg des Bankensystems gegen alle freien, selbstbestimmten Menschen. Die "unabhängige" private (Zentral-)Bankenmafia versteckt sich hinter nebulösen Begriffen wie "freier Kapitalmarkt" und gaukelt damit Freiheit vor. Denn wer wagt es gegen "Freiheit" einzutreten? Der müsste wohl wahnsinnig sein, oder?
H. Manger (Gast) - 27. Okt, 09:24

Merkel und CO.

Merkel und ein großer Wurf in Richtung Fortschritt? Das passt nicht zusammen. Die teuerste Kanzlerschaft aller Zeiten ruht nicht, bevor alles an Volksvermögen verprasst ist.
l. muther (Gast) - 28. Okt, 06:57

gestern bei beckmann - interessant! leider kam prof. hörmann zu kurz zu wort. rösler und weigel hätte man sich sparen können, sie kommen mit den immer gleich falschen thesen. mit hörmann müsste es mal längere debatte geben.

Lexikon_111 (Gast) - 26. Okt, 15:42
wow, cooler Beitrag! Sollte mal unsere Bundes-Mutti lesen, dann klappt`s auch mit der Krise:-)

winkleru. (Gast) - 26. Okt, 19:21

ohne Krise hat sie doch nichts mehr zu tun.
martin (Gast) - 26. Okt, 21:42

glaube ich nicht. "Mutti" bekommt rein gar nichts zustande.

blacky_uf (Gast) - 26. Okt, 15:54
die Unfähigkeit althergebrachtes in Zweifel zu ziehen wird eine Erneuerung verhindern. Obwohl sie dringend nötig ist. Ich teile die Ansicht, dass wir ansonsten blindings ins Chaos rennen und es zu sehr unschönen Aueinandersetzungen kommt. Politiker sehen das aber scheinbar nicht so, sonst müssten sie unentwegt an echten Lösungen arbeiten anstatt mit unseren Euros nur so um sich zu werfen.

ESFS

Lars S. (Gast) - 26. Okt, 16:10
Die Lektion wäre besser vor dem ESFS (heißt der Euro gefüllte Heißluftballon so?)gekommen. Zu spät, unsere Euro-Retter blasen heute neue Luftnummern in die Eurozone. Ich schüttel nur noch mit den Kopf.

w.bolz (Gast) - 26. Okt, 16:26
kann mir nicht vorstellen dass irgendjemand mit einfluss die heilige kuh "geldsystem" schlachten wird. zu viele profitieren von etwas, was kaum einer versteht und das volk wird damit kurz gehalten 21. jahrhundert? lachhaft!

wolle_101 (Gast) - 26. Okt, 18:48

sehe ich auch so! Leider...

Machtinstrument Geld

a.vogts@web.de (Gast) - 26. Okt, 16:36
Seit Jahr und Tag wird Europa gerettet mit immer mehr Geld und niemand gebietet Einhalt. Die Bürger sind vollständig verunsichert. Ob ein neues System helfen kann? Schließlich ist das derzeitige Geldsystem ein Machtinstrument das diejenigen, die Macht ausüben wohl kaum aus der Hand geben, oder?

ulf S. (Gast) - 26. Okt, 22:06

genau...

das wir im Leben nicht passieren eben weil am Geld die Macht klebt.
alex (Gast) - 2. Dez, 01:44

und genau

deswegen muessen wir das aendern.
wir sind die 99% und nicht die 1% .
geld darf kein machtmittel sein.

gefällt mir

balouu (Gast) - 26. Okt, 16:39
danke für die Aufklärung. Wer sich Neuem nicht erschließen kann, ändert nichts. Wenn ich auch nicht glaube, dass sich sowas schnell und leicht durchsetzen lässt, so gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass es doch mal klappt. Aber sicher nicht mit Leuten wie Merkel, Schäuble, Steinmeier, Roth etc. Da muss erst ein Generationenwechsel her.

Danke

knut walter bonn (Gast) - 26. Okt, 16:56
vielen dank für ein bisschen aufklärung in ansonsten ziemlich nebeligen zeiten. weiter so, ihr seit ja immer für überraschungen und spannende beiträge gut die sich nicht so an den mainstream anlehnen.

rorofi (Gast) - 26. Okt, 18:16

Bundestag

Im Buundestag braucht keine Ideen. Gehalt und Diäten fließen auch so .

Merkel & Co

nyc88 (Gast) - 26. Okt, 16:57
dabei geben sich unsere Regenten doch soviel Mühe, unser Geld zu verstreuen;-). Was sollen die denn blos mit einer neuen Idee anfangen?

Floh5000 (Gast) - 26. Okt, 20:41

Das ist as Problem. Steuergelder fließen wie Milch und Honig da verlieren die Parlamentarier schon mal den Bezug zum Geld und zur Realität.

Geld- versus Wertschöpfung

Eine gute Erklärung für die implizite Umverteilung von Geld durch das System. Und eine großartige Idee Geldschöpfung mit Wertschöpfung vom Anfang an zu denken. Dabei vermisse ich einen Vergleich mit der Entstehung vom Universum: bspw. Was ist im Geldsystem die Analogie zur Schwerkraft? Wie durchdringt die Analogie das Denken? Außerdem ist das Konkurrenzdenken älter als das Geldsystem.

jenny_bloch (Gast) - 26. Okt, 18:02
das jetzige System unterjocht ganze Bevölkerungsteile. Darauf wird kaum verzichtet werden. Der Mensch neigt dazu, sich höherwertig zu sehen, wenn er andere abhängig macht unter unter sich hat. Viele denken nicht an Fortschritt sondern an Sonderstellungen, Macht Privilegien. Das ist so tief verwurzelt, dass es gegen eine Änderung spricht.

Hartz IV

a.v. (Gast) - 26. Okt, 18:13
wohin dann mit Hartz IV? Dann kann keiner schikaniert und diskriminiert werden.

pflaumenmus (Gast) - 26. Okt, 18:53

na ja das Programm hat mit Fortschritt rein gar nichts zu tun. Gut, wenn es weg käme.

Daumen hoch

weltverbessern (Gast) - 26. Okt, 18:30
der Beitrag hat mir gut gefallen. Selbst wenn alles noch Zukunftsmusik ist beginnt doch langsam ein Prozess des Umdenkens. Schade, dass so wenige Intellektuelle, Denker und Visionäre im Bundestag sind Mit Lehrern und Anwälten allein kommen wir nicht weiter, schon gar nicht zu einem neuen Geldsystem.

@Redaktion Sreerauschen

Sokrates (Gast) - 26. Okt, 19:03
Liebe Redaktion,

DANKE für diesen Beitrag.
Ich hoffe das VIELE Menschen sich diesen Artikel mal durchlesen und darüber nachdenken.
Denn er zeigt nur einen kleinen Bruchteil der Wahrheit aber genug um die Menschen zu weiteren Fragen anzuregen.

in diesem sinne, sokrates

Parteien

j. Müller (Gast) - 26. Okt, 19:08
Soweit ich weiß gibt es doch solche Pläne oder wenigstens Gedankenspiele bei keiner Partei. Die Parteiendemokratie ist auch ein Auslaufmodell. Die Schweiz macht vor, was Demokratie ist. Dieser Ideologien-Coctail sollte auch der Vergangenheit angehören.

Guter Beitag

Heinz Willinger (Gast) - 26. Okt, 19:43
Ein guter Beitrag der einen sinnvollen Beitrag zum derzeitigen Chaos bietet. Klare Fragen und verständliche Antworten zu einem sehr komplexen Thema, das keiner mehr versteht. Danke, Glückwunsch und Kompliment dazu!

bachmann (Gast) - 26. Okt, 20:19

dto.

schließe mich an. Wohltuend anderer Beitrag als in den restlichen Zeitungen mit dem ganzen Krisen-BlaBla

Empfehlung

O. Blume (Gast) - 26. Okt, 20:30
Den Beitrag habe ich gerne gelesen und werde ihn sofort weiterempfehlen.

werny125 (Gast) - 26. Okt, 21:50
Man sollte darüber nachdenken. Ob es aber funktionieren kann, da bin ich mir nicht sicher. Viele Menschen drängt es in Sonderpostionen, sie wollen sich über andere erheben und über andere bestimmen. Das liegt so tief im Menschen, wie soll man das wegbekommen?

Zukunft anno 2200

zecke (Gast) - 26. Okt, 21:58
Ich bin auf der Seite Prof. Hörmanns, aber dieser Weg ist lang und momentan laufen alle Lemminge (schätzungsweise 98 %) in genau die entgegen gesetzte Richtung und zwar mit erhöhter Geschwindigkeit (denn den engegengesetzten Kurs haben wir schon mind. 1971 eingeschlagen , oder doch eher früher anno 1913) Die freiwillig freie Entfaltung des Einzelnen zu Gunsten einer (großen) Gemeinschaft (und das auch noch mit Bewustsein und Vergnügen) ist so ziemlich total das Gegenteil von dem, was gerade läuft. Ich sehen nirgends, dass freie Individuen (kritisch denkende Menschen) gewollt sind. Wie können die da sonst glauben, dass all die täglichen Propagandalügen des Bundestages geglaubt werden. Sie halten uns für dumm, Sie wollen uns dumm ! Sie können uns mal ! Ich befürchte, Herr Prof. ; bevor Ihre Utopie wahr wird (und ich möchte das), werden einige Generationen Goldmänner + Zentralbanker lernen müssen, was Arbeit ist, und dieser Weg führt aus meiner Sicht unweigerlich über unkorrumpierbares Naturgeld. Ich hoffe, meine UrUrenkel werden Ihre Vision erleben und werden schon im Alter von 18 Jahren Geld von Betrug (gesetzlichem Zahlungsmittel) unterscheiden können.

Pauker (Gast) - 27. Okt, 06:24
Es gib zwei Gruppen: Die einen, die ein solches vernünftiges System befürworten. sie sind in der Überzahl können aber nichts machen weil die andere kleinere Gruppe alle Fäden inklusive Kapital in den Händen hält. Demokratie und christliches Denken in den Köpfen der Politiker ist nur Schein, mit dem sie sich selbst beruhigen. So sieht Rückschritt aus.

plötzler1 (Gast) - 27. Okt, 13:44

aber...

es gibt aber keinen Grund, völlig durchgeknallt Leute mit unserem Volksvermögen herumschleudern zu lassen.
auf-die-palme (Gast) - 27. Okt, 15:16

denen kann man Beine machen, warum nicht?
Weinkrampf (Gast) - 27. Okt, 16:17

und wie soll das mit dem "Beine Machen" aussehen?

mitmachen

M. Tailor (Gast) - 27. Okt, 06:43
würde ich sofort mitmachen nur rührt sich politisch nichts. So vereint, wie sich Politik und Wirtschaft zeigen, kommt wohl auch nichts.

m.u.v.t. (Gast) - 27. Okt, 07:26
Für die meisten Bürger mit Sonderstatus wäre das vermutlich der Zusammenfall ihres gesamten Weltbildes. Wenn dann die Privilegien auch noch wegfallen, bleibt nichts mehr. Insofern werden sich alle dagegen wehren, die annehmen, sie sind etwas Besseres.

Die Welt dreht sich weiter

H. Wagner (Gast) - 27. Okt, 08:06
das ist gut so. Es muss Visionäre geben, damit nicht alles beim alten bleibt. Weiter so!

konform!

paul schmidt (Gast) - 27. Okt, 09:08
Gehe völlig konform, dass ein neues System her muss. Wunderbarer Beitrag, der das Problem gut aufzeigt. In Zeiten, in denen niemand mehr was versteht und sich alle Sorgen ohne Ende über ein völlig entartetes Finanzsystem machen ist da sein Lichtblick.

Hörmann bei Beckmann?

Paradigmenwechsel (Gast) - 27. Okt, 09:55
also in der Ankündigung finde ich ihn nicht. Woher stammt denn die Information?

http://www.daserste.de/beckmann/sendung_dyn~uid,upr8hk2td31fc71oycqh582r~cm.asp

f.fischer (Gast) - 27. Okt, 18:57

das werden sie sich kaum ausgedacht haben hier, oder?
Einfach einschalten, dann werden sie es schon sehen.
L. Massmann (Gast) - 28. Okt, 00:38

doch, er war da. Leider sehr spät, wäre schön gewesen, wenn er gleich zu Beginn dabei gewesen wäre.

toller Beitrag

M. Brmer (Gast) - 27. Okt, 11:21
aber schwer umzusetzen.

prima Vorstellung

bettym. (Gast) - 27. Okt, 12:20
wenngleich ich an eine Realisierung nicht glaube. Wäre zu schön, um wahr zu sein und das trau ich meinen Mitmenschen einfach nicht zu.

baumeisters antje (Gast) - 27. Okt, 12:54

da wär ich mal nicht so pessimistisch. In der Geschichte gabs schon immer jene, die sich an alte Zöpfe klammern und jene, die sie abschneiden. Gewonnen haben am Ende immer die "Abschneider", sonst würden wir heute noch mit der Petroleumlampe durch die Gegnd laufen. Ist alles nur ne Frage der Zeit.

absurd

mara1981 (Gast) - 27. Okt, 13:43
absurd ist der richtige Ausdruck für so ein Betrugssystem. Mit welcher Nonchalance Politiker das als ernstzunehmende Unabänderlichkeit zur Schau tragen, ist einmalig. Schuld sind auch die Bürger und Wähler selbst, die des "Kaisers neue Kleider" für bare Münze nehmen

Leonhardt (Gast) - 28. Okt, 14:11

Jedem, der halbwegs bei Verstand ist, ist doch klar, dass sich hier Dinge abspielen, die als Betrug bezeichnet werden müssen. Was haben wir für Persönlichkeiten im Bundestag sitzen, die nichts mehr hinterfragen und nach einer Schmeichelrede der Kanzlerin bedenkenlos alles mittragen? Niemand der Verantwortlichen gibt zu, dass er eigentlich nur Bahnhof versteht. Niemand muss haften, für das, was da verzapft wird. Haasträubend, wenn die Medien dann noch alles hochschreiben und so tun, als wüßten sie Bescheid. Dummheit ist wohl die Geißel des Jahrhunderts und stoppt Fortschritt an allen Fronten.

guter Artikel

marokko.franze (Gast) - 27. Okt, 14:25
interessanter Artikel mit Stoff zum Nachdenken. Müsste Pflichtlektüre für Politiker werden so wie Sprachkurse für Einwanderer. Dann klappt es auch wieder mit der Verständigung mit dem Volk.

B. Schmidtbauer (Gast) - 27. Okt, 16:26
wie soll das gehen ohne Geld? Verstanden habe ich die Idee nicht.

Funke_Koeln (Gast) - 27. Okt, 20:48
sehr ordentliches Interview. Bin angetan! Wäre gut, wenn es Wirklichkeit wird.

überlegenswert

corifax00 (Gast) - 28. Okt, 07:06
guter Ansatz. Bis die Menschheit soweit ist wird es dauern. Es gibt nicht nur die Fortschrittsblockierer sondern vor allem die Machterhalter. Das dürfte das eigentliche Problem sein.

klasse

idefix (Gast) - 28. Okt, 08:52
danke für den interessanten Beitrag. Gute Sichtweise die sich in modernen Zeiten umsetzen lassen sollten. Ich kann das nur unterstützen und hoffe, dass sich viele Mitstreiter finden.

Holländer (Gast) - 28. Okt, 14:13
Respekt für den Beitrag. Das Leben könnte problemlos problemloser sein. Bestimmtem Gruppen wollen die Oberhand behalten, daher bleibt es wohl erst einmal problematisch.

bonanzaMARGOT - 28. Okt, 14:52
nix neues. aber immerhin sagt wieder ein fachmann mehr, wo der hase im pfeffer liegt. ändern wird sich darum aber nichts. vorher geht alles baden.

unvorstellbar

p.ST. (Gast) - 28. Okt, 19:08
unvorstellbar, welche Bedeutung das für die Bürger hätte. Das wäre neben der Informationstechnologie der bedeutendste Umbruch. Hoffentlich erleben wir das nicht erst in etlichen Jahren.

satan (Gast) - 28. Okt, 23:12

Wozu auf die Politik warten?

Warum der Pessismus? WIR benötigen keine Politik, die uns vorschreibt, welches Geld wir zu verwenden hätten. Wir führen einfach eigene "Währungen" ein, z.B. o.g. personalisierte Waren/Dienstleistungsgutscheine, Chiemgauer, o.ä. Wenn "das Volk" / "die Welt" das mit der Zeit immer breiter gefächert durchzieht, können die sich Ihre Dollars und Euros dahin stecken wohin sie schon lange gehören!

th.burscheidt (Gast) - 28. Okt, 20:47
den Beitrag habe ich mit Interesse gelesen und Beckmann angeschaut. Dort wurde eine regionale Währung vorgestellt. Dabei stellt sich die Frage, wieso eine Währung zusätzlich eingesetzt wird, also welchen Sinn das macht. Für mich ist das unschlüssig. Prof. Hörmann spricht hingegen von der Abschaffung des Geldes, was etwas ganz anderes ist.

Utopei?

Stuttgarter (Gast) - 29. Okt, 13:16
So gerne ich glauben möchte, dass die lieben Mitmenschen irgendwann zur Besinnung kommen und die nach wie vor existente Versklavung aufhört, so sicher bin ich doch dass es entweder nie geschieht oder erst in etlichen Jahren. Viele Menschen benötigen das Gefühl des vermeintlich "etwas Besseres" zu sein,wie die Luft zum atmen. Auch und vor allem Politiker. Ich bn also eher hoffnungslos, was derartige Umbrüche zum Wohle der Menschen betrifft, denn um deren Wohl geht es den Akteuren nicht.

krümel12 (Gast) - 29. Okt, 17:26
zu schön um wahr zu sein wäre das. Wer sich die Euro-Show angesehen hat, die vergangene Woche über die Bühne ging, dem ist klar, wer regiert. Die Vernunft ist es nicht, eher eine neue Feudalherrschaft.

taskerzki (Gast) - 30. Okt, 17:46
Gebe Professor Hörmann völlig recht dass wir ein Umdenken dringender benötigen denn je. So kann es nicht weitergehen. Insbesondere in der BRD werden die Menschen buchstäblich ausgenutzt ohne Ende, während es sich ein kleiner Teil gut gehen lässt. Das muss geändert werden und Menschen benötigen wieder Perspektiven, freie Entfaltung und ein selbstbestimmtes Leben. Dass das Geldsystem die Wurzel aller Übel ist, weiß im Grunde jeder. Nur muss nun auch endlich gehandelt werden.

Gutes Interview

L. Schmidtbauer (Gast) - 9. Nov, 19:31
Eben erst las ich das Interview nachdem ich die Sendung vorletzte Woche gesehen habe. Bei Beckmann ist Hörmann m.E. zu kurz gekommen, jedenfalls hatte ich ihn da nicht so deutlich verstanden wie hier. Mag aber auch an der Fragestellung gelegen haben,die hier sehr deutlich und klar ist. Da hätte Beckmann besser Waigel mal weggelassen, der nur noch verklärt in die Vergangenheit schaute und sich selbst beweihräucherte.

Unsinn.

condor (Gast) - 15. Nov, 14:27
Man kann die Theorien von Hörmann getrost als Unsinn bezeichnen

Schwachsinn

Tobias (Gast) - 17. Nov, 18:35
Es ist erstaunlich wie viele Leute diesen Hörmann-Schwachsinn auch noch glauben. Solche Neid-Debatten um "gerechte" Verteilung wird es immer wieder geben. Wenn es kein Geld gäbe, würde man andere Dinge verteufeln, die andere Leute mehr haben, als man selbst.

In jeder Gesellschaft ist der Anreiz da, sich abzugrenzen und mehr zu erreichen als andere. Eine gerechte Verteilung ist gar nicht durchführbar, denn was ist gerecht, wenn man ohne Anreize immer dasselbe bekommt, wie andere auch? Wer soll dann die Leistung bringen? Und auch Zinsen wird es immer geben, denn wieso soll ich jemand was leihen, dessen Rückgabe ungewiss ist?

Die Luftbuchung ist übrigens nur so lange Luft, wie das neu geschöpfte Giralgeld bei der Bank bleibt. Sobald eine Überweisung oder Abhebung erfolgt, geht die Bank selbst eine Verbindlichkeit ein und hat eine Forderung gegenüber dem Schuldern. Diese Verbindlichkeit muss sie entweder mit Spareinlagen, einem Kredit bei einer anderen Bank oder der Zentralbank decken.

Und freie Entfaltung, sowie Selbstverwirklichung kann jeder erreichen, dazu muss man nicht mit viel Geld geboren werden. Nur ist es leider in den Köpfen vieler "kleiner Männer" nicht drin, dass man für sein Tun selbst verantwortlich ist. Nicht "die da oben" sind an der eigenen Miesere schuld, sondern jeder einzelne für sich selbst.

gunther sackl (Gast) - 29. Nov, 13:36

sehr geehrter herr tobias,

kann es sein, dass es sich bei ihnen um einen perfekten "homo ökonomikus" handelt?

top informiert, höchst rational und ausschließlich auf seinen eigenen vorteil bedacht!

ich denke eher nicht, da sie sonst nicht die neid-keule schwingen würden.

scheinbar haben sie es sich im bestehenden system gut gerichtet - wie auch immer???

ihre nachricht strotzt meines erachtens dermaßen von gefühlsmäßiger kälte, dass ich ihnen mal ein offenherziges gespräch mit einer alleinerziehenden mutter empfehlen möchte, deren schicksal darin besteht, nicht in ein üppig sozial gesichertes umfeld hineingeboren zu sein.

glücklicherweise halten sich kommentare wie der ihre hier in grenzen.

mit besten grüßen
gunther sackl

ps: ich bin geneigt herrn hörmann recht zu geben ... und schaudere gleichzeitig über "unsere naivität und die dreistigkeit der architekten unseres momentanen geldsystems"!!!

sind wir wirklich alle so dumm ???

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