Absurdes Geldsystem - Interview mit Prof. Dr. Franz Hörmann
27. November 2011, 14:50[Ursula Pidun] Univ.Prof. Franz Hörmann, macht in diesen Tagen besonders von sich reden. Der Experte für Finanz- und Wirtschaftsfragen verblüfft mit Äußerungen zur anhaltenden Finanzkrise und zu unserem Geldsystem. Demnach gebe es ein "systemisches Betrugsmodell einer Institution, der in unserem Wirtschaftssystem das Monopol zur Geldschöpfung über Kredite eingeräumt wird". Und er erklärt weiter: "Wenn man aber Geld aus Luft erfindet und das, was vorher noch nicht existiert hat, verzinst weiter gibt und dinglich absichern lässt, dann ist das, wenn das Geschäftsmodell schief geht, in Wahrheit ein Enteignungsmodell." Wir haben nachgefragt. Im Gespräch mit Prof. Dr. Franz Hörmann, Wien über Betrug, Finanzkrisen, ein neues Geldsystem und die Rückkehr zur Vernunft.
Prof. Hörmann, Sie haben mit Ihren Äußerungen zum Geldsystem im wahren Wortsinn viel Staub aufgewirbelt. Denn dieses System wird in dieser Form schon seit Ewigkeiten praktiziert. Worin liegen in Ihrer Sicht die Gründe, dass Politiker bisher nicht das Geldsystem an sich kritisch unter die Lupe nehmen und dann eine ähnliche, auf die Ursachen ausgerichtete Diagnose des Desasters stellen wie Sie es tun?
Die Antwort auf diese Frage hängt unmittelbar mit der Natur unseres Bildungssystems zusammen. Wir werden darin, das beginnt schon in der Grundschule, nicht darauf vorbereitet, Dinge, die an uns herangetragen werden, kritisch zu hinterfragen, sondern darauf konditioniert, die Erwartungshaltungen anderer Menschen zu erfüllen, der Lehrer, der Vorgesetzten, der Amtsträger etc. Der Vorgang der Geldschöpfung im Kredit durch private Geschäftsbanken durch Bilanzverlängerung (und damit die Erzeugung einer doppelten Schuld, nämlich der Schuld des Kreditnehmers UND einer Schuld der Bank!) ist zwar gut dokumentiert und öffentlich zugänglich z.B. in der Broschüre "Geld und Geldpolitik" der deutschen Bundesbank, ab Kapitel 3.5., es wird aber in der Ausbildung, auch an den Hochschulen, nicht auf die sich daraus ergebenden Konsequenzen (die sinnlose doppelte Verschuldung, die fehlende Erzeugung von Geld für die Zinszahlungen, die bilanzrechtliche Fragwürdigkeit der Begründung einer verzinsten Forderung mit einer bilanziellen Verbindlichkeit) hingewiesen.
Daraus folgt, dass wohl 99 Prozent der Menschen, welche diese Ausbildung absolviert haben, die Problematik schlicht übersehen und der Rest einfach annimmt, irgendetwas daran falsch verstanden zu haben. Die Absurdität dieses Vorgangs ist ja so atemberaubend, dass niemand sich blamieren will, indem er öffentlich so abenteuerliche Bedenken anmeldet. Die Situation gleicht daher exakt der Geschichte von "Des Kaisers neuen Kleidern" – man muss Verständnis heucheln um seinen guten Ruf nicht zu beschädigen!
Wer profitiert von der Schieflage dieses Systems? Nur die Banken oder wer hängt noch alles an den Vorteilen eines Systems, das es so wohl gar nicht geben dürfte?
In Wahrheit sind dies alle Menschen, die gut davon leben, dass sie "ihr Geld arbeiten lassen". Die alte Kritik an diesem Ausspruch gründete sich in der Vergangenheit ja hauptsächlich auf moralische und humanistische Bedenken. Neu ist nun aber, dass dieser Kritik auch knallharte, sachliche Argumente zugrunde liegen, an denen auch unsere ökonomisch-rationalen Eliten nicht ohne weiteres vorbeisehen können, weil nun ganz klar beweisbar ist, dass ihre bisherigen Geschäftsmodelle (leistungslose Einkommen in Form von Zinsen, Dividenden und Kurssteigerungen) schlicht auf einem antiken Buchungsfehler beruhen und, logisch konsistente Buchführung vorausgesetzt, so überhaupt nicht funktionieren können: Im Kreislauf der doppelten Buchhaltung ist die Geldmenge an sich stets konstant, jeder finanzielle Gewinn muss daher immer zu Lasten anderer Menschen erzielt werden, da ja für jede Buchung eine Gegenbuchung existieren muss.
Die einzige heute legale Methode der Geldschöpfung besteht nun aber darin, dass private Geschäftsbanken Kredite vergeben, dabei Geld erzeugen, das vorher noch nicht existierte, dies jedoch stets als verzinste Schuld, wobei aber das Geld für die Zinszahlung nie mit erzeugt wird. Diese (mangels Geld) verzinst nie rückzahlbare Schuld lassen die Banken aber durch dingliche Sicherheiten der Kreditnehmer besichern, womit es im Gesamtsystem zwangsläufig zu Enteignungen von Kreditnehmern kommen muss, da die zu geringe Geldmenge die Bezahlung der Zinsen ja nicht gestattet. Es müssen daher stets neue Kredite aufgenommen werden, um einfach die Zinsen zu bezahlen. Verschuldete Staaten sind also nicht das Ergebnis fahrlässiger Politik sondern das Resultat eines Systemfehlers in der Buchhaltung der Geschäftsbanken.
Es ist wohl noch nicht so richtig bis zur Politik durchgedrungen, aber die Bürger tolerieren Rettungsaktionen mit finanzakrobatischen Hebelwirkungen und Summen in Billionenhöhe nicht. Wie gefährlich schätzen Sie die derzeitigen Rettungsaktionen ein?
Was in der Politik momentan passiert ist bei weitem nicht so interessant, wie es in den Medien der Öffentlichkeit dargestellt wird. Alle diese Summen, die durch Zinseszins und Spekulation künstlich weiter erhöht werden, besitzen in Wahrheit keine wirtschaftliche Bedeutung mehr. Jeder nur halbwegs ökonomisch gebildete Mensch weiß, dass solche Beträge, einmal in realwirtschaftliche Kaufkraft umgesetzt, zu Hyperinflation in "biblischem Ausmaß" führen würde, daher bleiben diese Geldbeträge auch das, was sie immer waren: bloße Zahlen auf Papier. Die Eigentümer jedoch, die auf den "Wert" dieser Staatsanleihen und anderen Papiere Erwartungen hinsichtlich ihres persönlichen Wohlstands gründen, sollten sich langsam ernsthaft die Frage stellen, ob sie selbst an diese Spiele noch glauben. Es wäre für diese Menschen wesentlich erfüllender, ihr Glück im Sein anstatt im Haben zu finden, frei etwa nach Erich Fromm.
Was würden Sie den politischen Akteuren in der derzeitigen Situation der vermeintlichen Staatspleiten in Europa raten?
Ich würde ihnen empfehlen nicht von "Staatspleiten" sondern von einer historischen Falschbuchung und einem damit verbundenen fehlerhaften Geldschöpfungsprozess zu sprechen. Eine "Pleite" setzt doch, rational überlegt, zumindest ein funktionierendes Geldsystem voraus, in dem man überhaupt "pleitegehen" kann! Geld, das jedoch durch eine historische Falschbuchung erzeugt wird, in diesem Sinne daher Falschgeld, kann daher weder einer Unternehmens-, noch einer Staats- oder auch einer Privatpleite zugrunde liegen. Alle diese absurden Prozesse und Streitereien müssen daher schleunigst ausgesetzt werden, so lange, bis wir, zumindest in Europa, günstigstenfalls auch weltweit, erstmals über so etwas wie ein "funktionierendes Geldsystem" verfügen. Dieses darf natürlich nicht als verzinste Schuld vom Monopol privater, gewinnorientierter Unternehmen erzeugt werden.
Wenn wir dann auch noch erkannt haben, dass die Grundfunktion des Geldes einfach darin besteht, die Verteilung von Gütern und Dienstleistungen in einer Gesellschaft zu regeln, dann können wir das, beim Stand der heutigen Technologie, auch viel effizienter bewerkstelligen, als durch die kreisförmige Weitergabe "virtueller Goldstücke", also ein traditionelles Geldsystem. Diese Entwicklung muss aber von der aufgeklärten Bevölkerung ausgehen. Man kann heute sogar so weit gehen zu sagen: "Demokratie beginnt mit einem demokratischen Geldsystem!"
Nehmen wir an, die Vernunft regiert und es kommt früher oder später zu einem ganz neuen Geldsystem. Wie könnte dies idealerweise ausgestaltet sein und auf welche Weise kann ein solches System die Realwirtschaft wieder stärken?
Wenn Politiker, Banker, Juristen und die breite Bevölkerung ihre unbewusste Konditionierung auf den Individualtausch, d.h. die beinahe zeit- und wertgleiche Gegenleistung für jede empfangene Leistung, überwunden haben, dann kann man die Probleme der Realwirtschaft auch sehr grundlegend neu denken, wobei traditionelles Geld uns nicht mehr behindern wird. Jede Gesellschaft muss zwei grundlegende Probleme lösen: erstens die (möglichst ökologische, nachhaltige, effiziente) Produktion von Gütern und Dienstleistungen und zweitens deren (möglichst gerechte!) Verteilung. Unser historischer Fehler liegt nun darin, dass wir diese beiden Themenbereiche miteinander, über das Geldsystem, verkettet haben: Menschen verdienen in den Produktionsprozessen ein Einkommen und dieses bestimmt dann auch ihre Kaufkraft, d.h. es regelt auch den Mechanismus der Verteilung.
Damit also praktisch auch gleich den sozialen, monetären und beruflichen Status der Menschen?
Ja, aber auf Augenhöhe und nicht mehr in einem Machtegfüge. Alle Paradoxien, die wir in der Gesellschaft heute beobachten können (z.B. der scheinbare Widerspruch zwischen ökologischen, sozialen und ökonomischen Zielsetzungen), liegt im Kern in dieser unglücklichen Verkettung begründet. Wenn etwa ein Unternehmen keine Produkte mehr verkaufen kann, weil sie am Markt nicht mehr gefragt sind, dann verlieren die Mitarbeiter ihre Jobs und damit einen Großteil ihres Einkommens, womit sie aber auch als Nachfrager für andere Unternehmen ausfallen, auch diese in die Krise geraten und ein Konjunkturzyklus entsteht. Konjunkturzyklen sind daher nur Rückkoppelungseffekte, welche durch die Verkettung des Produktions- und des Verteilungsproblems entstehen. Wären Produktion und Verteilung streng voneinander getrennt, würden also nach ganz verschiedenen Regeln erfolgen, wären Konjunkturzyklen gar nicht mehr möglich. Es entspringt aber einem primitiven Gerechtigkeitsdenken der einfachen Bevölkerung, zu fordern, "wer nicht arbeitet soll auch nicht essen" – auf diese archaische Sichtweise ist dieser Fehler zurückzuführen.
Das System bringt auch den Unternehmen Probleme?
Ja, denn ein zweites Problem ist die Konkurrenz zwischen den Unternehmen. Systemisch ist sie nur darauf zurückzuführen, dass die Banken in der Geldschöpfung eben kein Geld für Zinsen erzeugen, d.h. die Unternehmer der Realwirtschaft müssen ihren Geschäftspartnern (Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern, Investoren etc.) immer Geld abknöpfen, das sie für die Bezahlung ihrer Bankzinsen verwenden können. Dieses entnehmen sie dem Geldkreislauf und damit wieder dem Kreditgeld ihrer Geschäftspartner. Durch diese künstliche Geldverknappung werden also alle Wirtschaftstreibenden zu Konkurrenten und unfähig zur Kooperation. Man weiß aber schon lange, dass Konkurrenz zu Doppel- und Mehrfachgleisigkeiten, mangelnder Qualität (wegen Preiskonkurrenz) sowie Ressourcenverschwendung durch Überproduktion führt. Besser wäre globale Kooperation durch transparente Echtzeit-Kommunikation, wobei genau jene Dinge in den Mengen und Qualitäten produziert werden, die von der Bevölkerung tatsächlich benötigt werden – also die Deckung des Bedarfs und nicht der Nachfrage, diese ist ja mit Kaufpreisen gewichtet. In diesem System wären daher personalisierte Güter- und Dienstleistungsgutscheine, die nicht getauscht sondern nur eingelöst werden können, eindeutig das bessere Geld! Geld führt, durch die Preismanipulation, nachweislich weltweit zur Verknappung der bepreisten Güter und darüber hinaus konnte und kann auch keine Zentralbank oder Regierung jemals die Kaufkraft des Geldes für die Bevölkerung stabil halten. Wenn also die möglichst sichere Versorgung der Gesamtbevölkerung mit Gütern und Dienstleistungen bei friedlicher Kooperation, ökologisch nachhaltiger Produktion und persönlicher Freiheit das Ziel unserer Gesellschaften sein soll, dann ist die Überwindung des konventionellen Geldsystems zunächst der wichtigste Schritt.
Welchen Platz nehmen dann noch private Banken ein?
Banken hatten historisch die Funktion, jene Dinge aufzubewahren, welche der Gesellschaft am wichtigsten waren. Anfänglich waren dies Münzen und Edelmetalle, später Dokumente, Verträge und Geldscheine, welche heute nur noch in Form von Bits und Bytes existieren. Das wichtigste Gut in heutigen Gesellschaften ist jedoch Wissen. Wenn die Banken ihre Rechenzentren und Netzwerke zur Verfügung stellen, damit freie Gesellschaften darauf ihre produktiven Kooperationen verwalten können, wobei die Teilnehmer dort ihr Wissen in jeder denkmöglichen Form (z.B. auch multimedial) weitergeben und sich dafür (etwa in Form der personalisierten Güter- und Dienstleistungsgutscheine) belohnen, dann transformieren sie sich zu den "Kooperations- und Wissensbanken des dritten Jahrtausends" und knüpfen somit unmittelbar an ihre historisch wertvolle, gesellschaftsnützliche Tradition an. Der Kreditreferent des dritten Jahrtausends könnte dann ein persönlicher Wegbegleiter für jeden Menschen sein, welcher ihn dabei unterstützt, sein individuelles Lebensglück durch optimale Entfaltung seines persönlichen Potentials zu finden, wobei die Resultate dieser frei gewählten Tätigkeiten dann über spezielle Schnittstellen so in die Gesellschaft eingebracht werden, dass dadurch der maximale Gemeinschaftsnutzen entsteht. Für jede einzelne Lebensphase könnte dieser Wegbegleiter seinen Schützlingen genau jene Kaufkraft (in Form individualisierter Warenkörbe) zur Verfügung stellen, welche sie in diesem Lebensabschnitt benötigen, um sich bestmöglich für sich selbst UND die Gesellschaft in individueller Freiheit entfalten zu können.
Dann profitieren auch die "ganz normalen" Bürger? Sie sind es ja, die den gesamten Wirtschaftskreislauf tagein- und tagaus aufrechterhalten.
Wie bereits erwähnt sollte das Ziel eines neuen Wirtschaftssystems nach dem Geld darin bestehen, die menschliche Entwicklung durch maximale Freiheit bei der Entfaltung der einzelnen Individuen zu befördern. Wenn die Notwendigkeit für Geld und für den permanenten Individualtausch (also zeit- und wertgleiche Gegenleistungen in jedem menschlichen Kommunikationsprozess) wegfällt, dann stellen maximale individuelle Freiheit der Entwicklung und maximaler Gemeinschaftsnutzen nämlich keinen Widerspruch mehr dar, weil die notwendige Tauschbeziehung zwischen Individuum und Gemeinschaft nicht mehr existiert. Nur diese zwanghafte Tauschbeziehung in Form eines Nullsummenspiels, das durch die doppelte Buchhaltung erzeugt wird, ist ja die Wurzel der ganzen Probleme! Historisch hat sich die Menschheit aus einer Händlerkultur entwickelt. Wer aber tauscht, der täuscht, nicht umsonst besitzen diese Wörter den gleichen Stamm, denn ein Händler maximiert ja immer nur den Wert der erhaltenen Gegenleistung, nicht den Wert der selbst hingegebenen Sache. Wenn also zwei Händler bei einem Tauschhandel zweier Waren A und B ein für beide Seiten vorteilhaftes Geschäft realisieren wollen, dann ist dies schon rein logisch nur dann möglich, wenn diese beiden Menschen die Waren A und B jeweils aus einer anderen Perspektive bewerten, z.B. der eine aus der Perspektive der Haltbarkeit, der andere aus der Perspektive der Ästhetik.
Durch die Bewertung mit Geld (die "Bepreisung") wird jedoch eine objektive Größe, ein Punkt auf der Zahlengeraden, in die Verhandlung eingeführt. Dieser Punkt befindet sich für beide Personen an derselben Stelle, die Verhandlungen werden eindimensional, nicht mehrdimensional wie ohne Verwendung von Geld, geführt und wenn daher beide Händler nur mehr "in Geld denken", dann gibt es nach Vertragsabschluss auch nur noch einen "Gewinner" und einen "Verlierer", womit Aggression, Rache, Gewalt etc. hier ihren Ausgangspunkt nehmen. In der Natur existieren z.B. für etliche Lebewesen "ökologische Nischen". Diese sind nur deshalb möglich, weil diese Spezies "das Leben aus einer ganz speziellen Perspektive sehen", mit der sie anderen, mächtigeren und zahlreicheren Arten, nicht „im Weg stehen“. Friedliche Koexistenz setzt also unterschiedliche Bewertungssysteme voraus. Internationale Standards für Bewertungen, ein globales Geldsystem und andere Vereinheitlichungen führen also aus diesem Grunde zwingend zu schädlicher Konkurrenz, Hass und Gewalt!
Wie hoch schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit ein, dass es einmal zu einem solchen, ganz neuen und gerechteren System kommt und wer muss dabei am weitesten über den eigenen Schatten springen?
Da ich einerseits ein unverbesserlicher Optimist bin und andererseits weiß, dass die Menschheit bei Fortführung dieses absurden und schädlichen Geldsystems keine Überlebenschance besitzt, weil sie durch die dann zwangsläufigen weltweiten Verknappungserscheinungen in einer Woge der Gewalt untergehen wird, bin ich vom Vollzug dieses notwendigen Entwicklungsschrittes für die globale Menschheit felsenfest überzeugt. Über den Schatten springen muss genau genommen niemand, die Menschen müssen nur ganz rational, nach Kenntnisnahme und geistiger Verarbeitung dieser für sie zunächst noch neuen Informationen (Geldschöpfung "aus Luft" aber als verzinste, nicht rückzahlbare Schuld durch private Geschäftsbanken mit der sich daraus zwingend ergebenden Konkurrenz um das immer zu knappe Geld in der Realwirtschaft), ihre eigene innere Einstellung zum Phänomen "Geld" bzw. "in Geld bewertetem Eigentum" hinterfragen. Dabei sollten sie sich auch ganz ehrlich überlegen, ob sie nicht in einer Welt ohne Geld, mit genügend realwirtschaftlichen Gütern und Dienstleistungen für jeden Menschen auf diesem Planeten, glücklicher wären als heute. Wie z.B. der Wirtschaftsgeograf Wolfgang Hoeschele in seinem sehr empfehlenswerten Buch "The Economics of Abundance" nachweist, sind nämlich auch in den Ländern der "dritten Welt" keineswegs die Nahrungsmittel knapp. Zu knapp ist immer nur das Geld, daher sind diese Dinge einfach nur zu teuer, um weltweit von allen Menschen zu diesen Preisen gekauft zu werden und sie in der bestehenden Rechtsordnung satt zu machen.
Wie Jean Ziegler in seiner "dann doch gehaltenen Rede" ja schon erwähnt hat, geht die UNO heute davon aus, dass wir ganz leicht auf dieser Erde sogar zwölf Milliarden Menschen ernähren könnten – wenn die Verteilungsregeln andere wären als unser heutiges verzinstes Schuldgeld!
- Das Gespräch führte Ursula Pidun -
Verweise: Bei Kommentierungen macht derzeit der "InternetExplorer" Probleme hinsichtlich der Texteingabe. Wir arbeiten an dem Problem! Mit allen anderen Browsern sollte die Texteingabe funktionieren.
Prof. Hörmann, Sie haben mit Ihren Äußerungen zum Geldsystem im wahren Wortsinn viel Staub aufgewirbelt. Denn dieses System wird in dieser Form schon seit Ewigkeiten praktiziert. Worin liegen in Ihrer Sicht die Gründe, dass Politiker bisher nicht das Geldsystem an sich kritisch unter die Lupe nehmen und dann eine ähnliche, auf die Ursachen ausgerichtete Diagnose des Desasters stellen wie Sie es tun?Die Antwort auf diese Frage hängt unmittelbar mit der Natur unseres Bildungssystems zusammen. Wir werden darin, das beginnt schon in der Grundschule, nicht darauf vorbereitet, Dinge, die an uns herangetragen werden, kritisch zu hinterfragen, sondern darauf konditioniert, die Erwartungshaltungen anderer Menschen zu erfüllen, der Lehrer, der Vorgesetzten, der Amtsträger etc. Der Vorgang der Geldschöpfung im Kredit durch private Geschäftsbanken durch Bilanzverlängerung (und damit die Erzeugung einer doppelten Schuld, nämlich der Schuld des Kreditnehmers UND einer Schuld der Bank!) ist zwar gut dokumentiert und öffentlich zugänglich z.B. in der Broschüre "Geld und Geldpolitik" der deutschen Bundesbank, ab Kapitel 3.5., es wird aber in der Ausbildung, auch an den Hochschulen, nicht auf die sich daraus ergebenden Konsequenzen (die sinnlose doppelte Verschuldung, die fehlende Erzeugung von Geld für die Zinszahlungen, die bilanzrechtliche Fragwürdigkeit der Begründung einer verzinsten Forderung mit einer bilanziellen Verbindlichkeit) hingewiesen.
Daraus folgt, dass wohl 99 Prozent der Menschen, welche diese Ausbildung absolviert haben, die Problematik schlicht übersehen und der Rest einfach annimmt, irgendetwas daran falsch verstanden zu haben. Die Absurdität dieses Vorgangs ist ja so atemberaubend, dass niemand sich blamieren will, indem er öffentlich so abenteuerliche Bedenken anmeldet. Die Situation gleicht daher exakt der Geschichte von "Des Kaisers neuen Kleidern" – man muss Verständnis heucheln um seinen guten Ruf nicht zu beschädigen!
Wer profitiert von der Schieflage dieses Systems? Nur die Banken oder wer hängt noch alles an den Vorteilen eines Systems, das es so wohl gar nicht geben dürfte?
In Wahrheit sind dies alle Menschen, die gut davon leben, dass sie "ihr Geld arbeiten lassen". Die alte Kritik an diesem Ausspruch gründete sich in der Vergangenheit ja hauptsächlich auf moralische und humanistische Bedenken. Neu ist nun aber, dass dieser Kritik auch knallharte, sachliche Argumente zugrunde liegen, an denen auch unsere ökonomisch-rationalen Eliten nicht ohne weiteres vorbeisehen können, weil nun ganz klar beweisbar ist, dass ihre bisherigen Geschäftsmodelle (leistungslose Einkommen in Form von Zinsen, Dividenden und Kurssteigerungen) schlicht auf einem antiken Buchungsfehler beruhen und, logisch konsistente Buchführung vorausgesetzt, so überhaupt nicht funktionieren können: Im Kreislauf der doppelten Buchhaltung ist die Geldmenge an sich stets konstant, jeder finanzielle Gewinn muss daher immer zu Lasten anderer Menschen erzielt werden, da ja für jede Buchung eine Gegenbuchung existieren muss.
Die einzige heute legale Methode der Geldschöpfung besteht nun aber darin, dass private Geschäftsbanken Kredite vergeben, dabei Geld erzeugen, das vorher noch nicht existierte, dies jedoch stets als verzinste Schuld, wobei aber das Geld für die Zinszahlung nie mit erzeugt wird. Diese (mangels Geld) verzinst nie rückzahlbare Schuld lassen die Banken aber durch dingliche Sicherheiten der Kreditnehmer besichern, womit es im Gesamtsystem zwangsläufig zu Enteignungen von Kreditnehmern kommen muss, da die zu geringe Geldmenge die Bezahlung der Zinsen ja nicht gestattet. Es müssen daher stets neue Kredite aufgenommen werden, um einfach die Zinsen zu bezahlen. Verschuldete Staaten sind also nicht das Ergebnis fahrlässiger Politik sondern das Resultat eines Systemfehlers in der Buchhaltung der Geschäftsbanken.
Es ist wohl noch nicht so richtig bis zur Politik durchgedrungen, aber die Bürger tolerieren Rettungsaktionen mit finanzakrobatischen Hebelwirkungen und Summen in Billionenhöhe nicht. Wie gefährlich schätzen Sie die derzeitigen Rettungsaktionen ein?
Was in der Politik momentan passiert ist bei weitem nicht so interessant, wie es in den Medien der Öffentlichkeit dargestellt wird. Alle diese Summen, die durch Zinseszins und Spekulation künstlich weiter erhöht werden, besitzen in Wahrheit keine wirtschaftliche Bedeutung mehr. Jeder nur halbwegs ökonomisch gebildete Mensch weiß, dass solche Beträge, einmal in realwirtschaftliche Kaufkraft umgesetzt, zu Hyperinflation in "biblischem Ausmaß" führen würde, daher bleiben diese Geldbeträge auch das, was sie immer waren: bloße Zahlen auf Papier. Die Eigentümer jedoch, die auf den "Wert" dieser Staatsanleihen und anderen Papiere Erwartungen hinsichtlich ihres persönlichen Wohlstands gründen, sollten sich langsam ernsthaft die Frage stellen, ob sie selbst an diese Spiele noch glauben. Es wäre für diese Menschen wesentlich erfüllender, ihr Glück im Sein anstatt im Haben zu finden, frei etwa nach Erich Fromm.
Was würden Sie den politischen Akteuren in der derzeitigen Situation der vermeintlichen Staatspleiten in Europa raten?
Ich würde ihnen empfehlen nicht von "Staatspleiten" sondern von einer historischen Falschbuchung und einem damit verbundenen fehlerhaften Geldschöpfungsprozess zu sprechen. Eine "Pleite" setzt doch, rational überlegt, zumindest ein funktionierendes Geldsystem voraus, in dem man überhaupt "pleitegehen" kann! Geld, das jedoch durch eine historische Falschbuchung erzeugt wird, in diesem Sinne daher Falschgeld, kann daher weder einer Unternehmens-, noch einer Staats- oder auch einer Privatpleite zugrunde liegen. Alle diese absurden Prozesse und Streitereien müssen daher schleunigst ausgesetzt werden, so lange, bis wir, zumindest in Europa, günstigstenfalls auch weltweit, erstmals über so etwas wie ein "funktionierendes Geldsystem" verfügen. Dieses darf natürlich nicht als verzinste Schuld vom Monopol privater, gewinnorientierter Unternehmen erzeugt werden.
Wenn wir dann auch noch erkannt haben, dass die Grundfunktion des Geldes einfach darin besteht, die Verteilung von Gütern und Dienstleistungen in einer Gesellschaft zu regeln, dann können wir das, beim Stand der heutigen Technologie, auch viel effizienter bewerkstelligen, als durch die kreisförmige Weitergabe "virtueller Goldstücke", also ein traditionelles Geldsystem. Diese Entwicklung muss aber von der aufgeklärten Bevölkerung ausgehen. Man kann heute sogar so weit gehen zu sagen: "Demokratie beginnt mit einem demokratischen Geldsystem!"
Nehmen wir an, die Vernunft regiert und es kommt früher oder später zu einem ganz neuen Geldsystem. Wie könnte dies idealerweise ausgestaltet sein und auf welche Weise kann ein solches System die Realwirtschaft wieder stärken?
Wenn Politiker, Banker, Juristen und die breite Bevölkerung ihre unbewusste Konditionierung auf den Individualtausch, d.h. die beinahe zeit- und wertgleiche Gegenleistung für jede empfangene Leistung, überwunden haben, dann kann man die Probleme der Realwirtschaft auch sehr grundlegend neu denken, wobei traditionelles Geld uns nicht mehr behindern wird. Jede Gesellschaft muss zwei grundlegende Probleme lösen: erstens die (möglichst ökologische, nachhaltige, effiziente) Produktion von Gütern und Dienstleistungen und zweitens deren (möglichst gerechte!) Verteilung. Unser historischer Fehler liegt nun darin, dass wir diese beiden Themenbereiche miteinander, über das Geldsystem, verkettet haben: Menschen verdienen in den Produktionsprozessen ein Einkommen und dieses bestimmt dann auch ihre Kaufkraft, d.h. es regelt auch den Mechanismus der Verteilung.
Damit also praktisch auch gleich den sozialen, monetären und beruflichen Status der Menschen?
Ja, aber auf Augenhöhe und nicht mehr in einem Machtegfüge. Alle Paradoxien, die wir in der Gesellschaft heute beobachten können (z.B. der scheinbare Widerspruch zwischen ökologischen, sozialen und ökonomischen Zielsetzungen), liegt im Kern in dieser unglücklichen Verkettung begründet. Wenn etwa ein Unternehmen keine Produkte mehr verkaufen kann, weil sie am Markt nicht mehr gefragt sind, dann verlieren die Mitarbeiter ihre Jobs und damit einen Großteil ihres Einkommens, womit sie aber auch als Nachfrager für andere Unternehmen ausfallen, auch diese in die Krise geraten und ein Konjunkturzyklus entsteht. Konjunkturzyklen sind daher nur Rückkoppelungseffekte, welche durch die Verkettung des Produktions- und des Verteilungsproblems entstehen. Wären Produktion und Verteilung streng voneinander getrennt, würden also nach ganz verschiedenen Regeln erfolgen, wären Konjunkturzyklen gar nicht mehr möglich. Es entspringt aber einem primitiven Gerechtigkeitsdenken der einfachen Bevölkerung, zu fordern, "wer nicht arbeitet soll auch nicht essen" – auf diese archaische Sichtweise ist dieser Fehler zurückzuführen.
Das System bringt auch den Unternehmen Probleme?
Ja, denn ein zweites Problem ist die Konkurrenz zwischen den Unternehmen. Systemisch ist sie nur darauf zurückzuführen, dass die Banken in der Geldschöpfung eben kein Geld für Zinsen erzeugen, d.h. die Unternehmer der Realwirtschaft müssen ihren Geschäftspartnern (Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern, Investoren etc.) immer Geld abknöpfen, das sie für die Bezahlung ihrer Bankzinsen verwenden können. Dieses entnehmen sie dem Geldkreislauf und damit wieder dem Kreditgeld ihrer Geschäftspartner. Durch diese künstliche Geldverknappung werden also alle Wirtschaftstreibenden zu Konkurrenten und unfähig zur Kooperation. Man weiß aber schon lange, dass Konkurrenz zu Doppel- und Mehrfachgleisigkeiten, mangelnder Qualität (wegen Preiskonkurrenz) sowie Ressourcenverschwendung durch Überproduktion führt. Besser wäre globale Kooperation durch transparente Echtzeit-Kommunikation, wobei genau jene Dinge in den Mengen und Qualitäten produziert werden, die von der Bevölkerung tatsächlich benötigt werden – also die Deckung des Bedarfs und nicht der Nachfrage, diese ist ja mit Kaufpreisen gewichtet. In diesem System wären daher personalisierte Güter- und Dienstleistungsgutscheine, die nicht getauscht sondern nur eingelöst werden können, eindeutig das bessere Geld! Geld führt, durch die Preismanipulation, nachweislich weltweit zur Verknappung der bepreisten Güter und darüber hinaus konnte und kann auch keine Zentralbank oder Regierung jemals die Kaufkraft des Geldes für die Bevölkerung stabil halten. Wenn also die möglichst sichere Versorgung der Gesamtbevölkerung mit Gütern und Dienstleistungen bei friedlicher Kooperation, ökologisch nachhaltiger Produktion und persönlicher Freiheit das Ziel unserer Gesellschaften sein soll, dann ist die Überwindung des konventionellen Geldsystems zunächst der wichtigste Schritt.
Welchen Platz nehmen dann noch private Banken ein?
Banken hatten historisch die Funktion, jene Dinge aufzubewahren, welche der Gesellschaft am wichtigsten waren. Anfänglich waren dies Münzen und Edelmetalle, später Dokumente, Verträge und Geldscheine, welche heute nur noch in Form von Bits und Bytes existieren. Das wichtigste Gut in heutigen Gesellschaften ist jedoch Wissen. Wenn die Banken ihre Rechenzentren und Netzwerke zur Verfügung stellen, damit freie Gesellschaften darauf ihre produktiven Kooperationen verwalten können, wobei die Teilnehmer dort ihr Wissen in jeder denkmöglichen Form (z.B. auch multimedial) weitergeben und sich dafür (etwa in Form der personalisierten Güter- und Dienstleistungsgutscheine) belohnen, dann transformieren sie sich zu den "Kooperations- und Wissensbanken des dritten Jahrtausends" und knüpfen somit unmittelbar an ihre historisch wertvolle, gesellschaftsnützliche Tradition an. Der Kreditreferent des dritten Jahrtausends könnte dann ein persönlicher Wegbegleiter für jeden Menschen sein, welcher ihn dabei unterstützt, sein individuelles Lebensglück durch optimale Entfaltung seines persönlichen Potentials zu finden, wobei die Resultate dieser frei gewählten Tätigkeiten dann über spezielle Schnittstellen so in die Gesellschaft eingebracht werden, dass dadurch der maximale Gemeinschaftsnutzen entsteht. Für jede einzelne Lebensphase könnte dieser Wegbegleiter seinen Schützlingen genau jene Kaufkraft (in Form individualisierter Warenkörbe) zur Verfügung stellen, welche sie in diesem Lebensabschnitt benötigen, um sich bestmöglich für sich selbst UND die Gesellschaft in individueller Freiheit entfalten zu können.
Dann profitieren auch die "ganz normalen" Bürger? Sie sind es ja, die den gesamten Wirtschaftskreislauf tagein- und tagaus aufrechterhalten.
Wie bereits erwähnt sollte das Ziel eines neuen Wirtschaftssystems nach dem Geld darin bestehen, die menschliche Entwicklung durch maximale Freiheit bei der Entfaltung der einzelnen Individuen zu befördern. Wenn die Notwendigkeit für Geld und für den permanenten Individualtausch (also zeit- und wertgleiche Gegenleistungen in jedem menschlichen Kommunikationsprozess) wegfällt, dann stellen maximale individuelle Freiheit der Entwicklung und maximaler Gemeinschaftsnutzen nämlich keinen Widerspruch mehr dar, weil die notwendige Tauschbeziehung zwischen Individuum und Gemeinschaft nicht mehr existiert. Nur diese zwanghafte Tauschbeziehung in Form eines Nullsummenspiels, das durch die doppelte Buchhaltung erzeugt wird, ist ja die Wurzel der ganzen Probleme! Historisch hat sich die Menschheit aus einer Händlerkultur entwickelt. Wer aber tauscht, der täuscht, nicht umsonst besitzen diese Wörter den gleichen Stamm, denn ein Händler maximiert ja immer nur den Wert der erhaltenen Gegenleistung, nicht den Wert der selbst hingegebenen Sache. Wenn also zwei Händler bei einem Tauschhandel zweier Waren A und B ein für beide Seiten vorteilhaftes Geschäft realisieren wollen, dann ist dies schon rein logisch nur dann möglich, wenn diese beiden Menschen die Waren A und B jeweils aus einer anderen Perspektive bewerten, z.B. der eine aus der Perspektive der Haltbarkeit, der andere aus der Perspektive der Ästhetik.
Durch die Bewertung mit Geld (die "Bepreisung") wird jedoch eine objektive Größe, ein Punkt auf der Zahlengeraden, in die Verhandlung eingeführt. Dieser Punkt befindet sich für beide Personen an derselben Stelle, die Verhandlungen werden eindimensional, nicht mehrdimensional wie ohne Verwendung von Geld, geführt und wenn daher beide Händler nur mehr "in Geld denken", dann gibt es nach Vertragsabschluss auch nur noch einen "Gewinner" und einen "Verlierer", womit Aggression, Rache, Gewalt etc. hier ihren Ausgangspunkt nehmen. In der Natur existieren z.B. für etliche Lebewesen "ökologische Nischen". Diese sind nur deshalb möglich, weil diese Spezies "das Leben aus einer ganz speziellen Perspektive sehen", mit der sie anderen, mächtigeren und zahlreicheren Arten, nicht „im Weg stehen“. Friedliche Koexistenz setzt also unterschiedliche Bewertungssysteme voraus. Internationale Standards für Bewertungen, ein globales Geldsystem und andere Vereinheitlichungen führen also aus diesem Grunde zwingend zu schädlicher Konkurrenz, Hass und Gewalt!
Wie hoch schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit ein, dass es einmal zu einem solchen, ganz neuen und gerechteren System kommt und wer muss dabei am weitesten über den eigenen Schatten springen?
Da ich einerseits ein unverbesserlicher Optimist bin und andererseits weiß, dass die Menschheit bei Fortführung dieses absurden und schädlichen Geldsystems keine Überlebenschance besitzt, weil sie durch die dann zwangsläufigen weltweiten Verknappungserscheinungen in einer Woge der Gewalt untergehen wird, bin ich vom Vollzug dieses notwendigen Entwicklungsschrittes für die globale Menschheit felsenfest überzeugt. Über den Schatten springen muss genau genommen niemand, die Menschen müssen nur ganz rational, nach Kenntnisnahme und geistiger Verarbeitung dieser für sie zunächst noch neuen Informationen (Geldschöpfung "aus Luft" aber als verzinste, nicht rückzahlbare Schuld durch private Geschäftsbanken mit der sich daraus zwingend ergebenden Konkurrenz um das immer zu knappe Geld in der Realwirtschaft), ihre eigene innere Einstellung zum Phänomen "Geld" bzw. "in Geld bewertetem Eigentum" hinterfragen. Dabei sollten sie sich auch ganz ehrlich überlegen, ob sie nicht in einer Welt ohne Geld, mit genügend realwirtschaftlichen Gütern und Dienstleistungen für jeden Menschen auf diesem Planeten, glücklicher wären als heute. Wie z.B. der Wirtschaftsgeograf Wolfgang Hoeschele in seinem sehr empfehlenswerten Buch "The Economics of Abundance" nachweist, sind nämlich auch in den Ländern der "dritten Welt" keineswegs die Nahrungsmittel knapp. Zu knapp ist immer nur das Geld, daher sind diese Dinge einfach nur zu teuer, um weltweit von allen Menschen zu diesen Preisen gekauft zu werden und sie in der bestehenden Rechtsordnung satt zu machen.
Wie Jean Ziegler in seiner "dann doch gehaltenen Rede" ja schon erwähnt hat, geht die UNO heute davon aus, dass wir ganz leicht auf dieser Erde sogar zwölf Milliarden Menschen ernähren könnten – wenn die Verteilungsregeln andere wären als unser heutiges verzinstes Schuldgeld!
- Das Gespräch führte Ursula Pidun -
- Prof. Dr. Franz Hörmann am 27.10.2011 zu Gast bei Beckmann:
Verweise: Bei Kommentierungen macht derzeit der "InternetExplorer" Probleme hinsichtlich der Texteingabe. Wir arbeiten an dem Problem! Mit allen anderen Browsern sollte die Texteingabe funktionieren.
































































mit den Truppen?
Die Truppen
Ob die ein neues System wollen?
http://derstandard.at/1285200656759/derStandardat-Interview-Banken-erfinden-Geld-aus-Luft
klar gab's auch einiges an agressivem Widerspruch, aber die überwiegende Mehrheit von Lesern und Veranstaltungsteilnehmern stimmen zu, weil viele doch begriffen haben, daß schon rein mathematisch das Zinseszins-System wieder mal kollabieren muß.
Interessant ist vor allem auch die letzte Antwort im Standard-Interview, deren Inhalt inzwischen ja schon vielfach bewiesen ist . . .
"Wie die Gesellschaft in Zukunft leben wird oder will, kann nur die Gesellschaft selbst entscheiden und zwar nach dem Mehrheitsprinzip. Das geschieht demokratisch in der Vernetzung. Hierarchische Strukturen können aus informationstheoretischer Sicht nie funktionieren, weil die Personen an der Spitze der Pyramide das Wissen nicht haben. Sie werden von den Schichten darunter permanent belogen. Wie man sich als einfacher Bürger gegen Überwachung oder Schikanen wehren kann, ist bekannt: Man lügt die Mächtigen einfach an. Daher brechen sämtliche hierarchische Systeme, ob das Regierungen, Staaten, Schulsysteme oder Unternehmen sind, momentan zusammen und die Menschheit vernetzt sich über das Internet auf einer Ebene neu, über das 'global brain'. Hier entstehen dann völlig neue Spielregeln nach dem Prinzip der Emergenz."
Weltgeldbetrug
Merkel und CO.