Euro-Krise: Ist das Finanzsystem ein Betrugsmodell?
26. Oktober 2011, 20:30
[Ursula Pidun] Europäische Politiker retten in diesen Tagen in größter Hektik und Aufgeregtheit erneut den Euro und damit vermeintlich den gesamten europäischen Kontinent. Der Druck zu einer Einigung scheint groß. Europas Staats- und Regierungschefs treffen sich mehrfach in Folge um nach eigenen Aussagen die wichtigsten Schritte zur Überwindung der Finanzkrise in die Wege zu leiten. Summen von mehreren Billionen Euro sind im Gespräch. Allerdings - kaum jemand versteht noch, was und aus welchen Gründen hinter verschlossenen Türen beraten und vereinbart wird und wem das ganze Spektakel am Ende tatsächlich nutzt. Während die einen noch rätseln, sind sich andere sicher, dass es sich beim derzeitigen Finanzsystem um ein Betrugsmodell handelt. Diese Ansicht vertritt auch der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Franz Hörmann. In einem Interview im österreichischen Standard erklärt der Experte: "Es gibt ein systemisches Betrugsmodell einer Institution, der in unserem Wirtschaftssystem das Monopol zur Geldschöpfung über Kredite eingeräumt wird". Und er erklärt weiter: "Wenn man aber Geld aus Luft erfindet und das, was vorher noch nicht existiert hat, verzinst weiter gibt und dinglich absichern lässt, dann ist das, wenn das Geschäftsmodell schief geht, in Wahrheit ein Enteignungsmodell."
Zur hektischen Griechenland-Rettung hält Hörmann ebenfalls klare Worte bereit: "Die europäischen Länder haben nicht unbedingt die Griechen gerettet, sondern ihre eigenen, in erster Linie die deutschen Banken, die hier absurde Kredite vergeben haben."
Das Interview im österreichischen Standard
Foto: geralt / Pixelio.de

































































