BayernLB: Das dicke Ende kommt erst noch
17. März 2008, 18:37
[Dr. Alexander Freiherr von Paleske] Vor einem Jahr rückte die Bayerische Landesbank bei uns in den Vordergrund. Sie kaufte für 1,6 Milliarden Euro die Kärntner Skandalbank Hypo-Group- Alpe-Adria, vormals Hypo-Alpe Adria Bank. Sie lag damals mehrheitlich im Besitz des Landes Kärnten, dessen Landeshauptmann der Rechtsaußen und Bewunderer hitlerscher Arbeitsmarktpolitik Jörg Haider ist. Dieser führte mit dem damaligen Innenminister und jetzigem Ministerpräsidenten Günther Beckstein die Verkaufsverhandlungen. Ein Skandal für sich, bedenkt man, dass die EU seinerzeit nach dem Eintritt Haiders in die österreichische Regierung die Kontakte auf ein Minimum reduzierte und Israel seinen Botschafter abzog. Mit dabei war damals der mittlerweile in die Wüste verbannte damalige Chef der BayernLB Werner Schmidt. Die Bayerische Landesbank kauft ein Kuckucksei
Wie sich nun herausstellte, handelte es sich beim Kauf der Skandalbank um ein Kuckucksei. Doch nicht nur die von uns gelisteten Skandale belasten diese Bank, sondern auch deren Ableger in Liechtenstein. Dieser bot nämlich der Kundschaft, an, “den Finanzplatz Liechtenstein optimal zu nutzen”. Und zur Kundschaft gehört natürlich auch die Bayerische Landesbank inklusive Kundenstamm. Was das bedeutet, wurde nun klar: Steuerhinterziehung. Auf Nachfragen nach einer möglichen Verwicklung in den Steuerskandal, antwortete die BayernLB laut Nachrichtenmagazin "Spiegel" ausweichend. Nun will man den ungeliebten Ableger schnellstens wieder loswerden, getreu em Motto “weg mit Schaden”. Denn mittlerweile wurde auf Antrag der SPD und den Grünen in der vergangenen Woche im bayerischen Landtag ein Untersuchungsausschuss eingesetzt, der die Geschäfte der BayernLB genauer unter die Lupe nehmen wird. Der Ausschuss nimmt seine diesbezügliche Arbeit am 3. April auf.
Satter Schaden
Über Schaden braucht sich die BayernLB nun wirklich nicht zu beschweren, den hat sie schon reichlich. Wie die "FAZ" heute berichtet, muss die BayernLB deutlich höhere Belastungen durch die Kreditmarktkrise verbuchen, als bisher bekannt. Die Rede ist von 2,3 Milliarden Euro.
Das Strafverfahren gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Hypo-Alpe, Wolfgang Kulterer, wegen angeblicher Bilanzfälschung, Untreue und einiges mehr, soll Ende März zu einer Anklageerhebung führen, wie österreichische Zeitungen unter Berufung auf Justizkreise mitteilen. Wir dürfen also mit Spannung auf weitere Neuigkeiten warten, unerfreuliche versteht sich.
Verweise:
Skandalbank in Österreich - Die Hypo Alpe Adria
Khashoggi, Hypo Group Alpe Adria und ein Prozess, der (noch?) nicht stattfand
Die BAWAG: Es war einmal eine Arbeiterbank in Wien
Marko Perković und die Hypo-Alpe- Adria Bank
Söldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe


























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Zur Zeit wird das Unheil noch Scheibenweise serviert.
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