Khashoggi, Hypo Group Alpe Adria und ein Prozess, der (noch?) nicht stattfand
20. Januar 2008, 10:34[Dr. Alexander Freiherr von Paleske] Am vergangenen Freitag war Urteilsverkündung in einem Strafprozess in Wien. Angeklagt war eine Gruppe von Finanzberatern. Unter ihnen im so genannten General Partners Prozess ein gewisser Wolfgang Kössner. Der Vorwurf: Untreue und gewerbsmäßiger Betrug. Es ging um Beträge in der Größenordnung von einigen Millionen Euro. Das Strafverfahren endete mit Freisprüchen. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig, die Staatsanwaltschaft will in die Revision gehen.
Doch was ist interessiert am Betrugsverfahren in Wien? Eigentlich überhaupt nichts, hätte nicht der Verdacht nahe gelegen, dass es hier in Wirklichkeit um einen Betrug in Milliardenhöhe geht, angeblich verübt von internationalen Finanzjongleuren wie Adnan Kashoggi, Rakesh Saxena, Amador Pastrana, Regis Possino, Raoul Berthaumieu. Doch deren Wirken kam im Wiener Prozess nur am Rande zur Sprache. War die österreichische Justiz überfordert? Oder trifft hier wieder einmal mehr ein Vorgehen zu nach dem Motto: "Die Kleinen verfolgt man, die Großen lässt man laufen?"
Ein Blick zurück
Der Hauptangeklagte in dem Prozess, Wolfgang Kössner war Mehrheitseigner einer Privatbank in Wien mit dem Namen WMP-Bank, später umbenannt in General Commerce Bank. Er war auch mit der Global Capital Partners in den USA verbandelt, eine Dot Com Blase, wie so viele andere zur Zeit des Internet-Aktien Booms vor acht Jahren. Kössner löste sich von dieser Firma in den USA, als klar wurde, dass eine Gruppe von größtenteils vorbestraften Kriminellen sich breitmachten und auch bei der General Commerce Bank aufkreuzten, um ihm das Heft aus der Hand zu nehmen. Im einzelnen handelte es sich um
Die Hypo-Alpe-Adria Bank kommt ins Spiel
Die Hypo-Alpe Adria Bank gehörte zur Hälfte dem Land Kärnten/Österreich, bevor sie im letzten Jahr an die Bayerische Landesbank verkauft wurde. Kärnten Landeshauptmann ist Jörg Haider, Österreichs Rechtsaußen, Saubermann und Ausländerfeind Die Hypo-Alpe-Bank war Minderheitsaktionär in der WMP Bank und verkaufte Anleihen der Global Capital Partners an ihre Kunden. Wertlose Papiere, wie sich herausstellen und noch bitter rächen sollte. Kössner hatte mit großer Sorgfalt diese Beziehungen zu der renommierten Bank aufgebaut. Er verlor allerdings durch Kapitalerhöhungen die Mehrheit in der Bank und damit den Einfluss auf das Geschehen.
WMP-Bank geriet ins Strudeln
Die Vorstrafen des Herrn Berthaumieu haben die Hypo Alpe Bank und deren seinerzeitigen Vorstand Dr. Wolfgang Kulterer keinswegs davon abgehalten, ihm im Jahre 2000 einen 100 Millionen Schilling Kredit zur Finanzierung zweier Lagerhäuser in Belgien zu gewähren. Als die WMP Bank schließlich ins Trudeln kam, spielte sich Berthaumieu als Spanier auf. Zu diesem Zweck erhielt er nochmals von der Hypo-Alpe- Bank Kredit über mehrere Millionen Schilling. Gutes Geld wurde also hinter schlechtem Geld hergeworfen.
Kulterer wusste von Nichts und hörte angeblich auch nichts von der Vergangenheit dieser Herren. Im Gegenteil, er bezeichnete den vorbestraften Berthaumieu als seriös, das habe er polizeilich nachprüfen lassen. Bei der Polizei in Kärnten? Von einer Internet Suchmaschine hatte er offenbar noch nichts gehört. Im Herbst 2000 schließlich machte sich Berthaumieu auf, Kulterer von der Hypo-Alpe mit Khashoggi bekannt zu machen. Dieser wollte direkt bei der Hypo-Alpe Geschäftskonten eröffnen und brachte eine Reihe “interessanter” Geschäftsmodelle zu Sprache. Betrugsmodelle? Das war dann wohl selbst Kulterer etwas zuviel. Im Jahre 2001 flog alles auf und die Tür zur General Commerce Bank flog zu, amtlich mit Siegel. Kössner wanderte ins Gefängnis.
Freispruch in Wien
Nach sieben Jahren hatte nun endlich der Strafprozess gegen Kössner und andere stattgefunden und endete mit einem Freispruch. Von einem Strafverfahren gegen Khashoggi, Berthaumieu, Possino, Mazur und andere ist nichts zu hören, womit sich die Frage stellt, ob die österreichische Justiz damit überfordert ist?
Kulterer zieht derweil gerade mit Sack und Pack, Reitpferd und Lebensgefährtin nach London um und die österreichische Justiz brütet noch über der Frage, ob sie ein Strafverfahren gegen ihn eröffnen soll im Zusammenhang mit angeblichen Bilanzfälschungen bei der Hypo-Alpe. Wie hieß es doch schon im Mittelalter "In Nürnberg hängen sie keinen, es sei denn, sie hätten ihn." In Österreich muss es wohl heißen: "Sie verfolgen keinen, es sei denn sie hätten ihn."
Verweise:
Skandalbank in Österreich - Die Hypo Alpe Adria
Die BAWAG: Es war einmal eine Arbeiterbank in Wien
Marko Perković und die Hypo-Alpe- Adria Bank
Söldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe
Doch was ist interessiert am Betrugsverfahren in Wien? Eigentlich überhaupt nichts, hätte nicht der Verdacht nahe gelegen, dass es hier in Wirklichkeit um einen Betrug in Milliardenhöhe geht, angeblich verübt von internationalen Finanzjongleuren wie Adnan Kashoggi, Rakesh Saxena, Amador Pastrana, Regis Possino, Raoul Berthaumieu. Doch deren Wirken kam im Wiener Prozess nur am Rande zur Sprache. War die österreichische Justiz überfordert? Oder trifft hier wieder einmal mehr ein Vorgehen zu nach dem Motto: "Die Kleinen verfolgt man, die Großen lässt man laufen?"
Ein Blick zurück
Der Hauptangeklagte in dem Prozess, Wolfgang Kössner war Mehrheitseigner einer Privatbank in Wien mit dem Namen WMP-Bank, später umbenannt in General Commerce Bank. Er war auch mit der Global Capital Partners in den USA verbandelt, eine Dot Com Blase, wie so viele andere zur Zeit des Internet-Aktien Booms vor acht Jahren. Kössner löste sich von dieser Firma in den USA, als klar wurde, dass eine Gruppe von größtenteils vorbestraften Kriminellen sich breitmachten und auch bei der General Commerce Bank aufkreuzten, um ihm das Heft aus der Hand zu nehmen. Im einzelnen handelte es sich um
- Regis Possino, ehemaliger US-Rechtsanwalt,
- 1978 wegen Verkaufs von Kokain verhaftet
- versuchte außerdem einen Deal über einen monatlichen Verkauf von Kokain im Werte von 680.000 Dollar zu landen
- versuchte weiterhin gestohlenen Rundbriefe unter das Volk zu bringen
- erneut verhaftet, weil er versuchte, eine Geschworene zu beeinflussen.
- Verlust der Anwaltslizenz im Jahre 1984 wegen seiner kriminellen Aktivitäten.
- 1996 erneut verurteilt wegen Aktienbetrugs.
- Sherman Mazur, US Amerikaner
- 1993 im US Bundesstaat Arkansas rechtskräftig wegen Scheckbetrugs zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Während der Zeit seines Gefängnisaufenthalts soll er einen Filipino namens Amador Pastrana beauftragt haben, seine kriminellen Aktivitäten fortzuführen.
- Amador Pastrana, Filipino
- König des internationalen Aktienbetrugs. Er soll wenigstens 100 internationale Zweigstellen des betrügerischen Telemarketings (Boiler Rooms) kommandiert haben.
- Rakesh Saxena, Inder
- internationaler Großbetrüger, Resident in Kanada, das seit 12 Jahren über einem Auslieferungsbegehen von Thailand brütet. Soll in Thailand Betrug in Höhe von 2,2 Milliarden US Dollar begangen haben. Soll von Kanada aus unter Hausarrest weiter Betrügereien in großem Stil begangen haben.
- Adnan Kashoggi
- internationaler Waffenhändler und Großbetrüger. Zusammen mit Oliver North in den Iran-Contra Skandal verwickelt.
- Raoul Barthaumieu (auch Raoul Berthamieu) alias Lee Sanders. Kanadier belgischer Abstammung.
- 1991 wegen Scheckbetrugs in den USA zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Traf dort auf Sherman Mazur.
Die Hypo-Alpe-Adria Bank kommt ins Spiel
Die Hypo-Alpe Adria Bank gehörte zur Hälfte dem Land Kärnten/Österreich, bevor sie im letzten Jahr an die Bayerische Landesbank verkauft wurde. Kärnten Landeshauptmann ist Jörg Haider, Österreichs Rechtsaußen, Saubermann und Ausländerfeind Die Hypo-Alpe-Bank war Minderheitsaktionär in der WMP Bank und verkaufte Anleihen der Global Capital Partners an ihre Kunden. Wertlose Papiere, wie sich herausstellen und noch bitter rächen sollte. Kössner hatte mit großer Sorgfalt diese Beziehungen zu der renommierten Bank aufgebaut. Er verlor allerdings durch Kapitalerhöhungen die Mehrheit in der Bank und damit den Einfluss auf das Geschehen.
WMP-Bank geriet ins Strudeln
Die Vorstrafen des Herrn Berthaumieu haben die Hypo Alpe Bank und deren seinerzeitigen Vorstand Dr. Wolfgang Kulterer keinswegs davon abgehalten, ihm im Jahre 2000 einen 100 Millionen Schilling Kredit zur Finanzierung zweier Lagerhäuser in Belgien zu gewähren. Als die WMP Bank schließlich ins Trudeln kam, spielte sich Berthaumieu als Spanier auf. Zu diesem Zweck erhielt er nochmals von der Hypo-Alpe- Bank Kredit über mehrere Millionen Schilling. Gutes Geld wurde also hinter schlechtem Geld hergeworfen.
Kulterer wusste von Nichts und hörte angeblich auch nichts von der Vergangenheit dieser Herren. Im Gegenteil, er bezeichnete den vorbestraften Berthaumieu als seriös, das habe er polizeilich nachprüfen lassen. Bei der Polizei in Kärnten? Von einer Internet Suchmaschine hatte er offenbar noch nichts gehört. Im Herbst 2000 schließlich machte sich Berthaumieu auf, Kulterer von der Hypo-Alpe mit Khashoggi bekannt zu machen. Dieser wollte direkt bei der Hypo-Alpe Geschäftskonten eröffnen und brachte eine Reihe “interessanter” Geschäftsmodelle zu Sprache. Betrugsmodelle? Das war dann wohl selbst Kulterer etwas zuviel. Im Jahre 2001 flog alles auf und die Tür zur General Commerce Bank flog zu, amtlich mit Siegel. Kössner wanderte ins Gefängnis.
Freispruch in Wien
Nach sieben Jahren hatte nun endlich der Strafprozess gegen Kössner und andere stattgefunden und endete mit einem Freispruch. Von einem Strafverfahren gegen Khashoggi, Berthaumieu, Possino, Mazur und andere ist nichts zu hören, womit sich die Frage stellt, ob die österreichische Justiz damit überfordert ist?
Kulterer zieht derweil gerade mit Sack und Pack, Reitpferd und Lebensgefährtin nach London um und die österreichische Justiz brütet noch über der Frage, ob sie ein Strafverfahren gegen ihn eröffnen soll im Zusammenhang mit angeblichen Bilanzfälschungen bei der Hypo-Alpe. Wie hieß es doch schon im Mittelalter "In Nürnberg hängen sie keinen, es sei denn, sie hätten ihn." In Österreich muss es wohl heißen: "Sie verfolgen keinen, es sei denn sie hätten ihn."
Verweise:
Skandalbank in Österreich - Die Hypo Alpe Adria
Die BAWAG: Es war einmal eine Arbeiterbank in Wien
Marko Perković und die Hypo-Alpe- Adria Bank
Söldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe


























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