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Covassi, ein Exagent, "der die Gerechtigkeit sucht"

23. November 2007, 09:00
claude22[Ursula Pidun] Unter dem Codenamen "La Pinou" ging er für die Genfer Drogenpolizei auf Hasenjagd und lockte kleine Dealer in die Falle. Als "Babylon" oder "Alister" verschickte er verschlüsselte Berichte an In- und Auslandsgeheimdienste. Sein gefälschter Pass enthielt den Decknamen "Frederic Courvoisie" und der eigens getürkte Führerschein wies ihn als "Claude Rivoire" aus. Schließlich schlich er sich im Auftrag des Strategischen Nachrichtendienstes Schweiz (SND) als "Menes" in das Genfer Islam-Zentrum ein. "Operation Memphis" nannte sich, was unter dem Strich dazu führen sollte, den Leiter des Islam-Zentrums, Hani Ramadan, zu überwachen. Doch nicht nur das, behauptet Covassi und spricht davon, dass er Ramadan im Auftrag des Schweizer Geheimdienstes SND Beweise unterjubeln sollte, die aus einem anständigen Bürger einen Terroristen machen.

Inzwischen ist es still geworden um Covassi. Der in Genf an unbekanntem Ort abgetauchte, ehemalige Schweizer Geheimdienstagent hat sich zurückgezogen. Noch immer lauert er auf den richtigen Moment, mit der Wahrheit heraus zu kommen. Bis dahin ist es ein langer, mühevoller Weg, auf dem zumindest das Interesse der Medien auf der Strecke geblieben ist. Im steten Wettlauf um die einzig exklusiven Wahrheiten und Auflage trächtigen Sensations-Stories haben sie ihn immer wieder kontaktiert und sind ihm bis ins Exil nach Kairo gefolgt. Auch sonst wurden weder Kosten noch Mühen gescheut, um seine "brandheißen" Wahrheiten zu erfahren. Viel mehr als wortgewaltige Ausführungen über sein spannendes Agentenleben, seinem persönlichen Wandel inklusive der Hinwendung und dem Übertritt zum Islam, angereichert mit dem einen oder anderen Snap-Shop in gefälliger Pose hat das nicht gebracht. Schließlich führte auch ein Abschlussbericht der Parlamentarischen Geschäftsprüfungs-Delegation (GPDel) zu einem für Covassi vernichtenden Ergebnis. Dennoch - der Ex-Agent besteht auch weiterhin auf den Anschuldigungen und - sie sind erheblich.

So sollen ihm Fälschung von Dokumenten befohlen worden sein, um einen unbequemen Imamen als Terroristen brandmarken zu können. Der Genfer Ex-Agent hatte sich vermeintlich geweigert, Hani Ramadan, dem umstrittenen Leiter des islamischen Zentrums in Genf, mit illegalen Methoden in eine Falle zu locken. Covassis Führungsoffizier beim Inland-Geheimdienst, "Patrick S.", für den er die Genfer Moschee ausspionierte, habe darin "die Chance gesehen, das Zentrum und dessen Leiter als Rekrutierungsbasis für Irak-Kämpfer zu beschuldigen".

Auch will Covassi von einem Fluchthelfer von Bob Seldon Lady, einem CIA-Agenten wissen, der wegen der Entführung von Abu Omar inzwischen per EU-Haftbefehl gesucht wurde und auf Wunsch der USA vorübergehend in der Schweiz untertauchen durfte.

Covassi glaubt, die Zusammenarbeit mit Geheimdiensten aus Folterstaaten wie etwa Syrien, dem Libanon, Algerien, Marokko und Tunesien sowie illegale Abhörtätigkeiten beweisen zu können. "Ich weiss, dass es neben Syrien und dem Libanon auch Kontakte zu den Geheimdiensten von Algerien, Marokko und Tunesien gibt. Alles Staaten, die Folter anwenden", berichtet Covassi. Der Geheimdienst leite in einigen Fällen auch Informationen über Personen an arabische Staaten weiter. Dabei nehme man bewusst in Kauf, dass Menschen deswegen verhaftet und gefoltert werden könnten.

Und auch über die Hintergründe der Zerschlagung der Bank Al-Taqwa, die von der Bundesanwaltschaft mit einem mehr als drei Jahre andauernden Verfahren überzogen wurde und keinerlei Beweise für die Unterstützung terroristischer Aktivitäten erbrachte, will er Bescheid wissen. Zunächst jedoch begann Covossis Geschichte beinahe ganz banal.

Auftrag mit Karreriepotenzial
Eigentlich auf der Suche nach der eigenen und wahrhaften Persönlichkeit, fielen dem heute 37-jährigen und in Genf geborenen Covassi gleich mehrere Identitäten vor die Füße. Zwischen 2001 und 2003 schmuggelte er sich mit Amphitaminen auf der Insel Ibiza durchs Leben und gab einem befreundeten Polizisten einige Tipps aus der Drogen-Szene. Der Stein seiner Agentenkarriere kam ins Rollen, als man ihn mit dem Angebot köderte, für die Drogenpolizei afrikanische Dealer in die Falle zu locken. Für Covassi, ausgestattet mit Abitur, abgebrochenem Studium, sportlich gestähltem Körper und jeder Menge Abenteuerlust, musste diese Begegnung nach kleineren Delikten und Dealereien, die seinen Lebenslauf schmückten, wie ein Wink des Himmels erscheinen. Doch schon bald wurde aus der Maus ein Elephant in Gestalt eines "Bären", späterer Chef Covassis vom Schweizer Inlandgeheimdienst DAP (Dienst für Analyse und Prävention), vermittelt durch die Genfer Polizei. Sein Angebot an "La Pinou", das zunächst aussah, wie ein Auftrag mit Karrierepotenzial, sollte sich später für Covassi als mieses Spiel mit der Angst im Kampf gegen den Terrorismus enttarnen und die große Wende im Leben des Agenten einläuten.

Ramadan, der Mann "mit dem Blut an den Händen"
covassi41Zunächst schlüpfte Covassi in eine weitere Identität. Aus "La Pinou" wurde "Menes" und der Auftrag lautete kurz und prägnant "Guru" ausspionieren, den Mann "mit dem Blut an den Händen", wie "der Bär" unheilvoll über den Leiter des Genfer Islam-Zentrums Hani Ramadan orakelte.

Ramadan, Doktor der Philosophie, war nicht nur Leiter des Islam-Zentrums, sondern auch Lehrer an einer Genfer Schule. In einem Artikel für "Le Monde" hatte er sich für die Scharia und insbesondere die Steinigung von Ehebrecherinnen ausgesprochen, was dem Immamen selbstverständlich unverzüglich die Entlassung aus dem Schuldienst einbrachte. Anschließende Prozesse gegen diese Entlassung hat Ramadan jedoch allesamt "gewonnen". Es habe sich um eine unglückliche Konstellation im Bereich Kommunikation gehandelt, hiess es. Er sei nicht für die Steinigung von Ehebrecherinnen, sondern hielt die Androhung einer drastischen Strafe für ein Mittel mit abschreckender Wirkung, so die nachträgliche Erklärung.

Die Zeit schien nun reif, Ramadan auf andere, möglichst wirkungsvolle Weise das Handwerk zu legen. Man sei überzeugt, der Immam habe Verbindungen zu terroristische Gruppen, lautete die simple Erklärung. Der Geheimdienst trat auf den Plan und mit ihm der Undercover-Agent Covassi alias "Menes". Er sollte die Beweise bringen. Beweise, die später einen ganz anderen Charakter tragen sollten, als von den Geheimdiensten erwünscht.

Im Namen der Prävention?
Im April 2004 kam es erstmals zu einem Kontakt mit Ramadan im Islam-Zentrum. Ausgestattet mit vielerlei Instruktionen durch den “Bären“, von denen eine darauf abzielte, dass sich der Agent zum Islam bekennen sollte, begann "Menes" Jagd nach Beweisen. Seine Strategie: Aufbau einer Vertrauensbasis, um tiefer in die Strukturen des Genfer Zentrums eintauchen zu können. "Menes" ließ sich in den Koran einweisen, trank keinen Alkohol, entsagte lukullischen Genüssen schweinischer Herkunft und schleppte auch keine Freundinnen mehr ab.

Mit dem Abbröckeln der Strukturen seinen christlichen Lebens zerbröselten nahezu im Gleichklang alle Vorwürfe, Unterstellungen und Verdachtsmomente gegen den Immam. Sie stellten sich in Covassis Sicht schlichtweg als falsch heraus. Von den etwa 30.000 Muslimen in Genf gingen nur wenige zum regelmässigen Gebet, auch suchten keine radikalen Islamisten den Leiter des Zentrums auf. Alle Gespräche mit Ramadan waren von freundlicher, warmer Atmosphäre geprägt und inhaltsleer bezüglich Informationen an die Geheimdienste. Die Predigten des Immamen zeugten von hoher moralischer Integrität, die er überzeugt an die Gemeinde wiedergab. Weder Hasspredigten noch Extremismus wehten auch nur ansatzweise durch das Genfer Zentrum, lautete die Diagnose Covassis. Im Gegenteil - Ramadan überzeugte Covassi als einen Menschen, der einfach nur ein Gelehrter war, einer, der etwas weltfremd wirkte und radikale Islamisten sofort anzeigen würde. Verwurzelt in seine ganz eigene Familiengeschichte nicht ganz ohne Tragik. Denn sein Vater, Said Ramadan, war der Schwiegersohn von Hassan al-Banna, der 1928 die ägyptische Muslimbruderschaft gründete. Die Familie musste als politisch Verfolgte fliehen und fand in der Schweiz Exil, wo Said Ramadan dann das erste islamische Zentrum Europas ins Leben rief. Hani Ramadan hatte später das Erbe des Vaters übernommen.

"Der die Gerechtigkeit sucht"
Covassi konvertierte schließlich Ende April 2004 zum Islam. Er war nun Muslim und trug wieder einen neuen Decknamen: "Adel" - "Der die Gerechtigkeit sucht". Und er war Agent mit leeren Händen, denn von Beweisen, die dem Imman die gefordert Schuld auferlegen konnte, gab es weit und breit nicht die geringste Spur.

Covassis zunächst strategisch angeordnete Hinwendung zum Islam hinterließ nun bereits erste Spuren. Das vor Stärke strotzende Kraftpaket mit äußerlich nicht erkennbarer tiefsitzender Sensibiltät war auf der Suche nach Anlehnung. Hatte er sie im Islam gefunden? Mehr und mehr passte er sich an, kritisierte ohne Mühe den westlichen Lebensstil, traf auf islamistische Gotteskämpfer, die in Algerien und Tschetschenien gekämpft hatten und über die Universität Genf Propagandaschriften für Al-Qaida verbreiteten. Noch blieb er jedoch auf der vorgezeichneten Spur und folgt einer neuen Anweisung des "Bären", nach Syrien zu reisen. Davon überzeugt, dass im Genfer Islam-Zentrum eine Reise einiger Franzosen organisiert wurde, die über Genf in den Irak wollten, um an einem Krieg gegen die Amerikaner teilzunehmen, sollte "Adel" endlich Beweise bringen. Doch er kehrte zurück ohne die begehrten Mitbringsel im Gepäck, dafür jedoch mit neuen Erkenntnissen gesegnet: über sich, seinem Verhältnis zum Islam und in sichtlicher Ergriffenheit über junge Palästinenser, Saudis und Jordanier, die er in Damaskus traf. Menschen, die bereit waren, für ihren Glauben an einer Idee zu sterben.

Roulette mit SND und SAP
Noch immer von der Idee getrieben, es gebe einen Informationsfluss der Gotteskrieger zwischen dem Genfer Islami-Zentrum und dem Irak, wollte "der Bär" Covasso alias "Adel" erneut nach Damaskus schicken. Diesmal jedoch lehnte der Agent ab und kündigte die Zusammenarbeit mit dem Inlands-Geheimdienst im März 2005 auf. Dem Generalverdacht gegenüber dem Islamistischen Zentrum wollte er nicht mehr folgen. Sein Fazit: 98 Prozent aller Mulsime in Genf seien angeblich nicht an religiöser Propaganda interessiert. Die Operation "Memphis", für Covassi schien sie beendet.

Nicht beendet war für den sensiblen Under-Cover-Spion jedoch eine weitere Mitarbeit als Agent und wieder war es die Genfer Polizei, die einen Kontakt vermittelte. Diesmal geriet Covassi an einen in seiner Sicht überaus akzeptablen Mitarbeiter des Strategischen Nachrichtendienstes (SND), der arabischen Sprache mächtig und scheinbar nur an Fakten interessiert. Mit einem Deal, dass er ausschließlich in Sachen terroristische Bedrohungen für die Schweiz spionieren wollte, keinesfalls aber Irak-Kriegern, Palästinensern oder Tschetschenen nachzuschnüffeln gedachte, für deren Motivation er nach wie vor Bewunderung und Akzeptanz empfand, setzte er seine Agententätigkeit fort.

Verchlüsselungspraktiken, Techniken der Spurenverwischung bis hin zu einem erforderlichen Wechselspiel multipler Persönlichkeiten füllten fortan seinen Stundenplan. Dass "der Bär", sein ehemaliger Vorgesetzer des anderen Geheimdienstes davon keine Kenntnis hatte, war ein Betriebsunfall mit erheblichen Folgen. Nachdem Covassi schließlich auch noch erfuhr, dass jeder Besucher des Islam- Zentrums von Polizisten fotografiert wurde, gelangte er mehr und mehr zu der Auffassung, dass man Ramadan unter allen Umständen etwas anhängen wollte. Schließlich offenbarte er sich dem Imamen 2005 als Spitzel und verriet seine Agententätigkeit den Medien, von denen viele eilends das Thema aufgriffen. Zahllose Veröffentlichungen, aufbereitet als spannende Agenten-Thriller waren die Folge, bis die Medien zunächst nach und nach und später dann nach Veröffentlichung des Abschlussberichtes im Mai 2007 endgültig verstummten.

Im Frühjahr 2007, noch vor der Publikation des bisher letzten Abschlussberichts der Schweizer Parlamentarischen Geschäftsprüfungs-Delegation in dieser Sache, hatten wir Gelegenheit, einige Fragen an Claude Covassi zu stellen, die wir jetzt erstmals veröffentlichen. Die Beantwortung der Fragen zeigt eine bedenkliche Perspektive und Denkweise des Neu-Muslimen Claude Covassi über den westlichen Krieg gegen den Terror auf. Eine Veröffentlichung halten wir insbesondere auch deshalb für wichtig, um die Dimension der zukünftigen Aufklärungsarbeit, möglicher Dialoge und hochkomplexer politischer Entscheidungen anzumahnen, die neben sicherheitsrelevanten Aspekten gebührenden Stellenwert finden müssen.

Cette interview a été réalisée par Ursula Pidun,
journaliste a Freie Publizistin, en Allemagne.(Covassi.AVI)

Ursula Pidun: You live in a remote place, isolated, do you fear for your life? What dangers are you undergoing?

ccJe n’habite pas un endroit inconnu. Si je recherche la discrétion c’est surtout pour éviter les relations inutiles. J’ai collaboré avec différents corps des services secrets suisses. Mes reproches portent sur les services secrets intérieurs (SAP/DAP). Je n’ai pas connu de problème avec les autres services. Je ne crains aucune condamnation et ne me préoccupe absolument pas des conséquences éventuelles à propos de mes révélations. Je ne pense pas non plus qu’il soit nécessaire que je « disparaisse ». Je fais ce qui me semble être le plus juste. J’ai ma conscience pour moi et je garde en mémoire une phrase de Hani Ramadan: On va tous mourir un jour, le principal n’est pas de savoir quand, mais de savoir ce que l’on fait entre maintenant et le moment ou notre mort va arriver.

U.P.: In the past, Hani Ramadan had created quite a stir, by his opinions on lapidating or homosexuals. He has also been suspected of directing an international cell of the organization of the Muslim Brothers. What are your thoughts on this?

Pensez-vous vraiment qu’il existe une branche internationale des Frères Musulmans et, si oui, que Hani Ramadan y ait des responsabilités ? La plupart des gens qui parlent de l’organisation des Frères Musulmans ne connaissent rien de sa réalité. Hani Ramadan a, par le passé, fait des erreurs de communication. Sa franchise est à la mesure de son intégrité religieuse. A titre personnel je ne partage pas tous ses points de vue, mais je pense que nous nous rejoignons sur la stratégie globale à mener, qui est une action pacifiste. Il ne s’agit pas d’Islamiser l’Europe, mais de trouver le moyen de mettre un terme à la mondialisation néolibérale avant qu’elle ne détruise nos sociétés. L’Islam est la seule force révolutionnaire capable de provoquer le renversement nécessaire de la situation pour revenir à des valeurs qui ne limite pas l’être humain à n’être qu’un esclave de la consommation.

U.P.: What was the goal the swiss interior secret services had assigned you to achieve?

L’opération Memphis, pour laquelle le SAP/DAP m’avait mandaté, visait un double bénéfice : se débarrasser définitivement de Hani Ramadan et orienter l’opinion publique dans une approbation de lois restrictives en termes de libertés individuelles. Le SAP/DAP tient à faire passer un projet de révision de la loi sur la sécurité intérieure. En faisant de Hani Ramadan un terroriste on provoquait un choc émotionnel suffisant dans la population pour qu’elle accepte de voter ces nouvelles lois sécuritaires. C’est une méthode classique et dans le langage de services secrets cela s’appelle une stratégie de tension.

U.P.: What is, according to you the part of truth in what the western countries call “war against terrorism”?

Le danger qui guette les démocraties occidentales n’est pas le terrorisme islamiste. Si les services secrets ont besoin d’accroître leur capacité de contrôle c’est parce que nos systèmes économiques connaîtront, d’ici quelques années, un effondrement total. Les populations de nos pays se soulèveront quand elles auront compris que les promesses du projet néolibéral de mondialisation n’étaient motivées que par une volonté de domination dont le résultat n’aura été que de ruiner les sociétés. C’est pour prévenir les futurs soulèvements de la faillite inéluctable du monde occidental que les services secrets ont besoin d’obtenir de plus larges pouvoir. La lutte contre le terrorisme n’est qu’un leurre.

U.P.: So you think that the secret services, or groups inside the secret services manipulate terrorist organizations?

L’histoire du terrorisme a démontré qu’il s’agit toujours, pour une faction politique, de manipuler des groupes terroristes en vue de provoquer un revirement avantageux de l’opinion publique dont le but est de renforcer des dispositifs policiers pour contrer une agitation sociale, présente ou prévisible. Les Brigades Rouges en Italie étaient manipulées par les services secrets italiens et la CIA. On sait aujourd’hui qu’à la même époque des groupes d’élite de l’OTAN ont mené des opérations de "False Flag", c’est-à-dire actes terroristes qui ont ensuite été attribués à des activistes d’extrême gauche. Les terroristes existent, bien sûr, et il est toujours aisé de manipuler la foi ou le désir de vengeance d’un homme, qui sera opportunément présenté, le moment venu, comme un coupable à montrer sur un plateau. La tâche première des services secrets est de gérer la perception que les gens ont de la société, en maniant les émotions comme la peur, le besoin de sécurité, etc. En imposant leur représentation du monde ils entretiennent les populations dans une psychose qui permet toutes les manipulations.

U.P.: What is your position on the using of violence, by groups of resistance?

Je ne vous apprends rien en vous disant que la lutte pour le pouvoir mène le monde, et que cette lutte demande ou entraîne la violence. La guerre contre le terrorisme menée par Washington et ses alliés est une guerre de réification des peuples musulmans – une guerre contre chaque musulman qui veut pratiquer sa religion selon la tradition originale, une guerre qui voudrait faire de chacun d’entre un « musulman laïc ». Un musulman doit respecter la laïcité des pays qui le sont, mais un “musulman laïc” ça ne veut absolument rien dire.
D’un point de vue personnel, je crois que la violence, dans un certain contexte, peut-être utilisée pour défendre une idée que l’on pense être juste. Il me semble, par exemple, que pour certains groupes de résistants musulmans en Irak, dans les territoires occupés, et en Tchétchénie, l’utilisation de la violence est totalement légitime. Cette résistance armée doit toutefois être cadrée dans le choix des cibles et selon les règles de l’Islam – cela exclut de facto les pseudos groupes terroristes qui ne sont que des émanations des agences de renseignement occidentales.
Le Jihad des résistants, avant d’être un acte de guerre, est une expérience spirituelle sui generis. C’est une donnée qui est difficile à programmer dans un logiciel de simulation du Pentagone, d’où les échecs récurrents sur le terrain par les troupes d’occupations en Irak en en Afghanistan. Les forces musulmanes de résistance vont gagner ces guerres. Cette victoire est est même tactiquement d’ors et déjà acquise. Les opinions publiques occidenales doivent comprendre qu’en Irak ou en Afghanistan, la résistance musulmane n’est pas terroriste : elle se bat contre le programme de globalisation de l’impérialisme néo-conservateur.

Glossar:
SND - Strategischer Nachrichtendienst
DAP - Auslandsnachrichtendienst der Schweiz, Dienst für Analyse und Prävention, Inlandsnachrichtendienst der Schweiz
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