Aktuell

View from Liberty's crown

Frank Schäffler (FDP)

Der Bundestags-
abgeordnete und "Euro-Rebell" erklärt im Interview, dass die Schulden-
schirmpolitik den Euro zerstört, Europa spalten wird und schließlich das Sparvermögen aller vernichtet.

Zum Interview

Prof. Dr. Franz Hörmann

Der Univ.Prof. im Institut für Unterneh-
mensrechnung an der Wirtschafts-
universität Wien glaubt, dass es ein "systemisches Betrugsmodell einer Institution gebe, der in unserem Wirtschaftssystem das Monopol zur Geldschöpfung über Kredite eingeräumt wird".

Zum Interview

Sebastian Nerz (Piraten)

Die Piraten sind klar zum Ändern. Der Bundes-
vorsitzende der Piratenpartei Sebastian Nerz spricht in unserem Interview über Zukunftspläne, Ideologien und Visionen dieser noch sehr jungen Partei.

Zum Interview

Wolfgang Bosbach (CDU)

Der Bundestags
abgeordnete und Vorsit-
zende des Innen-
ausschusses des Deutschen Bundestages wird im Parla-
ment gegen die Erweiterung des EU-Rettungs-
schirms stimmen. Wir haben ihn nach den Gründen befragt.

Zum Interview

Prof. Dr. Uwe Kamenz

Früher oder später fliegt jedes Plagiat auf, glaubt Professor Kamenz von der FH-Dortmund. Unter Einsatz eines Fujitsu Scanners will er helfen, die Wahrheit schneller ans Licht zu bringen. Politiker zeigen sich wenig begeistert.

Zum Interview

Uwe Schummer (CDU)

Der Bundestags-
abgeordnete möchte "Hartz IV" abschaffen. Die Agenda 2010 sei abgearbeitet, glaubt er und verrät im Interview, was er stattdessen für richtig hält: Eine Agenda 2015 soll es nun richten!

Zum Interview

Michael Martens

Der FAZ-Redak-
teur spricht in unserem Inter-
view über das breite mediale Interesse zu der seltsamen Publi-
kation der Daniela Matijevic, die im Kosovo "knietief in Leichen stand". Dies, obwohl dort seit 1995 bis heute kein einziger deutscher Soldat bei Gefechten ums Leben gekommen ist.

Zum Interview

Dominic Schwickert

Der Politik-
berater spricht in unserem politischen Gespräch über "Strategiebera-
tung im Zen-
trum der Macht" und stellt seine diesbezüglich gerade erschienene Publikation vor.

Zum Interview

Dr. Jakob Sierig

Der Tübinger Geologe spricht im Interview über Sicherheit und Kosten-Nutzen zum Jahrhundert-
projekt "Stutt-
gart 21" und warnt vor nicht überschaubaren Folgekosten.

Zum Interview

Sebastian Knauer

Der SPIEGEL-Redakteur und Herausgeber der Publikation "Barschel - Die Akte" geriet 1987 auf dem Höhepunkt des Barschel-Skandals selbst in den Sumpf des Polit-Thrillers, als er den toten Politiker auffand.

Zum Interview
  


Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin (SPD)

Die SPD-
Politikerin und Rechtsanwältin ist Mitglied des Deutschen Bundestags und spricht in unserem Interview über Leiharbeit, Dumpinglöhne und weitere Schieflagen auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Zum Interview



Dieter Reicherter

Der ehemalige Richter war viele Jahre als Vorsitzender am Landge-
richt Stuttgart tätig und berichtet als Augenzeuge von gewalttätigen Übergriffen der Polizei bei einer Demo zum Projekt "Stuttgart 21".

Zum Interview

Dr. Gregor Gysi (PDL)

Der Fraktions-
vorsitzende im Deutschen Bundestag spricht über die Gründe der weiter um sich greifenden Politikverdrossenheit und erklärt, was er sich für seine Partei in der Zukunft wünscht.

Zum Interview

Wolfgang Grupp, Trigema

Der schwäbische Unternehmer spricht über Globalisierung, Exportwelt-
meister, Hoch-
lohnland Deutschland, Ethik, persönliche Haftungen und erfolgreiche Unternehmensführung.

Zum Interview

Omid Nouripour (Grüne)

Der Verteidi-
gungssexperte von Bündis 90/Die Grünen erklärt, warum ein schneller Abzug aus Afghanistan nicht möglich ist und was es mit den von General McChrystal angekündigten Groß-Offensiven auf sich hat.

Zum Interview

Prof. Dr. M. Hartmann

Sind Hartz IV-Empfänger Deutschlands Sozialschma-
rotzer oder verschleiern lautstarke populistische Parolen den Blick auf ganz andere Tatsachen?

Zum Interview

Omid Nouripour (Grüne)

Der Verteidungs-
Experte sieht viel Klärungsbedarf hinsichtlich des Luftangriffs im afghanischen Kundus. Ein Untersuchungs-
ausschuss soll nun klären, ob der Öffentlichkeit bewusst die Wahrheit vorenthalten wird.

Zum Interview



GEN - DEBATTE:
Gibt es ein Recht auf Dummheit?


SARRAZIN - Debakel


AFGHANISTAN - EINSATZ

HARTZ IV
Artikelsammlung zur größten Sozialreform in der Geschichte der Bundesrepublik

Arbeitsmarkt Deutschland:
Bankrotterklärung in einem der reichsten Länder der Welt

Prof. Dr. Ch. Broelsch

Die Staatsan-
waltschaft wirft dem Transplan-
tationschirurgen Betrug, Nötigung und Vorteilsge-
währung vor. Broelsch soll Patienten systematisch zu Spendenzahlungen erpresst haben. Wir haben nachgefragt.

Zum Interview    



Graf von Faber-Castell

Der Top-
manager und Vorstands-
vorsitzende der Faber-Castell AG in Stein äußert sich im Interview zu Tradition und Fortschritt, unternehmerische Verantwortung und Nachwuchsförderung.

Zum Interview

Domenika Ahlrichs

Im Gespräch mit der derzeitigen Chefredakteurin der NETZEITUNG, die zum Jahres-
ende 2009 den redaktionellen Betrieb einstellt. Damit soll der Weg für ein automatisiertes Nachrichtenportal geebnet werden.

Zum Interview    

Dr. Michael Maier

Der ehemalige Chefredakteur der NETZEITUNG ist sich sicher: Das Ende der Netzeitung ist auch ein Menetekel für die Branche.

Zum Interview    





Dr. Hermann Otto Solms

Der Vizepräsi-
dent des Deut-
schen Bundes-
tages hat in den vergangenen Jahren ein Gesamtkonzept zur Reform der direkten Steuern entwickelt. Wir haben mit ihm darüber gesprochen.

Zum Interview

Parlamentsfernsehen



DER MADOFF-SKANDAL

Banken-FLOP des Jahrzehnts:

Hypo Alpe Adria und
der Fall BayernLB

Prozess im Fokus:

Prof. Dr. Christian Broelsch
Ein Star-Chirurg auf der Anklagebank

DIE FINANZKRISE

Jens Seipenbusch

Der Vorstands-
vorsitzende der schnell wachsen-
den Piratenpartei in Deutschland spricht über Bürgerrechte im digitalen Zeitalter und mehr Transparenz in Politik und Behörden.

Zum Interview

Gerd Heidemann

Mehrteiliges Interview mit dem Ex-"Stern"-
Reporter und ehemaligen Kriegsbericht-
erstatter Gerd Heidemann, dessen Karriere mit dem Medien-Flop um die gefäl-
schten Hitler-Tagebücher ein jähes Ende fand.

Zum Interview

Prof. Dr. C. Pestalozza
Prof. Dr. C. G. Paulus

FU Berlin und Humboldt-Universität zu Berlin beantworten Fragen zum Finanzmarktstabili-
sierungsgesetz

Zum Interview

Counter



senden

Vorratsdatenspeicherung: "Koalitionen zwingen zu Kompromissen"

19. November 2007, 11:00
Ursula Pidun im Gespräch mit:
Prof. Dr. iur. Christian Pestalozza,
Institut für Staatslehre, Staats- und Verwaltungsrecht
Freie Universität Berlin

[up] Ab Januar 2008 ist es soweit: Trotz zahlreicher Kritik wurde Anfang November mit großer Mehrheit im Bundestag das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung verabschiedet und tritt zum kommenden Jahresbeginn in Kraft. Es folgt damit der Umsetzung einer EU-Richtlinie und verpflichtet Telekommunikations-Anbieter künftig, Verbindungsdaten der Kunden über einen Zeitraum von sechs Monaten zu sichern und auf Anfrage Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung zu stellen.

Inwieweit die Verordnung mit dem Grundgesetz konform geht, soll durch eine Klage beim Bundesverfassungsgericht geklärt werden. Insgesamt waren sich 366 Abgeordnete der Koalitionsparteien sicher, dass die Verordnung verfassungsrechtlich unbedenklich ist:
  • CDU/CSU 190 Ja-Stimmen (4 Nein-Stimmen, 30 mal keine Stimmabgabe),
  • SPD 176 Ja-Stimmen (7 Nein-Stimmen, 2 Enthaltungen, 37 mal keine Stimmabgabe),
  • FDP 0 Ja-Stimmen (58 Nein-Stimmen, 3 mal keine Stimmabgabe),
  • Die Linke 0 Ja-Stimmen (41 Nein-Stimmen, 12 mal keine Stimmabgabe),
  • Bündnis 90/Die Grünen 0 Ja-Stimmen (45 Nein-Stimmen, 2 mal keine Stimmabgabe)
  • Fraktionslose 0 Ja-Stimmen (1 Nein-Stimme, 1 mal keine Stimmabgabe)
Die Opposition sieht es anders: Während Bündnis90/Die Grünen davon sprechen, "die Koalition bleibe unbeirrbar, unbelehrbar und unschlagbar ignorant gegenüber Grundrechten", glaubt "Die Linke", "die Vorratsdatenspeicherung setzt jeden unschuldigen Bürger einem Generalverdacht aus". Und auch die FDP sieht es überaus kritisch. Van Essen (FDP) forderte noch Ende Oktober, "die Bundesregierung muss Abstand nehmen von der Vorratsdatenspeicherung".

Zu Irritationen führt auch eine persönliche Erklärung des Abgeordneten Christoph Strässer zum Regierungsentwurf zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung, die auch von Andrea Nahles (SPD) sowie 24 weiteren Abgeordneten* mitgetragen wird. Im letzten Absatz dieser Begründung für eine Zustimmung heißt es:

Eine Zustimmung ist auch deshalb vertretbar, weil davon auszugehen ist, dass in absehbarer Zeit eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts möglicherweise verfassungswidrige Bestandteile für unwirksam erklären wird.
Spreerauschen nahm soviel Verwirrung zum Anlass, um einige Fragen an den Staatswissenschaftler Prof. Dr. jur. Christian Pestalozza, Freie Universität Berlin, zu stellen:

cm1In den zurückliegenden Jahren wurde so häufig wie nie das Bundesverfassungsgericht angerufen.

Die Zahl der Anträge besagt nichts über die Berechtigung der Anträge. Die Quote der erfolgreichen Verfassungsbeschwerde z.B. ist gleichbleibend winzig. Im Übrigen galten die weitaus meisten Anträge nicht Gesetzen (und sonstigen Normen), sondern Gerichtsentscheidungen.

Nie zuvor wurden in dieser Konzentration Gesetze verabschiedet, die nicht im Vorfeld als verfassungskonform zu bezeichnen sind. Wie kann man sich das erklären?

Man kann es nicht erklären, denn der Eindruck täuscht. Er ist vielleicht dadurch gefördert worden, dass einige Gesetzesvorhaben besondere Bedeutung hatten, in den Medien stark beachtet wurden und Gegenstand intensiver – auch öffentlicher – Auseinandersetzung nicht nur zwischen Mehrheit und Opposition, sondern auch innerhalb der Mehrheit waren.

Das Parlament hat die vordringliche Aufgabe, unsere Verfassung zu achten und zu schützen, nicht das Gegenteil.

Natürlich. Das wird Ihnen auch jeder Parlamentarier bestätigen. Aber Koalitionen zwingen zu Kompromissen, bei denen gelegentlich und vielleicht unvermeidbar auch Risiken, auch solche verfassungsrechtlicher Art, eingegangen werden. Dabei fällt womöglich manchem Akteur ein Kompromiss deswegen leichter, weil er weiß, dass das letzte Wort ohnehin in Karlsruhe – falls angerufen – gesprochen wird.

Kürzlich wurde im Parlament über die sogenannte Vorratsdatenspeicherung abgestimmt. Eine deutliche Mehrheit der Abgeordneten hat sich für eine solche Datenspeicherung ausgesprochen, obwohl auch hier verfassungsrechtliche Bedenken bestehen?

Das ist die Frage. Bedenken werden gegen alles und jedes, auch das eigentlich Unbestreitbare oder Unbestrittene, geltend gemacht. Aber sind sie berechtigt? Das bleibt auch in diesem Falle ungewiss, bis das Bundesverfassungsgericht gesprochen haben wird.

Das ist akzeptabel in Hinblick auf die sich verschärfende Situation im Bereich Terror?

Mit der Vergrößerung der Gefahren steigen die Anforderungen an die mit ihrer Abwehr Betrauten. Darauf, dass sie sich rüsten, hat die Bevölkerung einen Anspruch; unter Umständen bringt er Einbußen an eigenen Rechten mit sich.

Im Internet wurde eine persönliche Erklärung des Abgeordneten Christoph Strässer (SPD) zum Regierungsentwurf zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung veröffentlicht. Neben Andrea Nahles haben diese Erklärung auch weitere *24 Abgeordnete unterzeichnet.
Im Wesentlichen geht es um die Formulierung einer Legitimation zur Zustimmung der Neuregelung des Telekommunikationsgesetzes. Die Erklärung schließt mit folgendem Satz:


Eine Zustimmung ist auch deshalb vertretbar, weil davon auszugehen ist, dass in absehbarer Zeit eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts möglicherweise verfassungswidrige Bestandteile für unwirksam erklären wird.

Es bedeutet, dass man sich darüber im Klaren ist, dass es sich bei dieser Neuregelung um eine Gesetzgebung handelt, die dem Grundgesetz widerspricht?

Wer von der Verfassungswidrigkeit einer Regelung überzeugt ist, sollte sie – Fraktionsdisziplin hin oder her – nicht mittragen. Wir dürfen von den Abgeordneten auch insoweit erwarten, dass sie ihrem Gewissen – hier: ihrer entschiedenen Rechtsüberzeugung – folgen.
Wer von der Verfassungsmäßigkeit einer Regelung – aber auch von ihrem Gegenteil – nicht überzeugt ist, darf sich der erhofften überlegenen Klugheit der Mehrheit anschließen und auf die spätere Klärung durch das Bundesverfassungsgericht hoffen. Auch Bundespräsidenten verfahren ganz gelegentlich so.

Ist es aus staatsrechtlicher Sicht akzeptabel, verfassungsrechtlich bedenkliche oder sogar verfassungswidrige Gesetze auf den Weg zu bringen? Es handelt sich dabei nicht um Verfassungsbruch. Genießen Parlamentarier hinsichtlich unserer Verfassung eine Sonderstellung? Oder gibt es ganz andere Erklärungen, damit Bürger solche Vorgänge nachvollziehen können?

Kein Abgeordneter wird einem Gesetz zustimmen, von dessen Verfassungswidrigkeit er überzeugt ist – vorausgesetzt, er hat sich von der Verfassungswidrigkeit nach den Regeln des Handwerks eine seriöse Meinung gebildet.

Die Schwierigkeit vieler Regelungskomplexe und damit verbundener Verfassungsfragen führt im Übrigen dazu, dass ganz unterschiedliche Positionen vertreten werden und auch vertretbar (im Sinne von nicht ohne weiteres widerlegbar) sind. Man weiß oft einfach nicht, ob das eine oder das andere der Verfassung besser oder überhaupt entspricht. Wenn, wie oft bei Anhörungen im Gesetzgebungsverfahren, gleich hochrangige Sachverständige gegensätzliche Rechtsauffassungen äußern, wie kann dann ein Abgeordneter am Ende sicher sein, ob er für das Richtige stimmt?

Welcher Gedanke steckt hinter solchen Vorgehensweisen? Also Verfassungsgesetze per Verordnung/Gesetz zu umgehen, in der Hoffnung, dass die Verfassung aufgrund eines solchen Vorgehens dann zugunsten des bereits formulierten Gesetzes geändert wird?

Ein solcher Gedanke liegt ziemlich fern. Die "Vorgehensweise" verdankt sich der Komplexität einer Koalition einerseits, der zu lösende Gesetzgebungsaufgaben andererseits, wie in meinen vorhergehenden Ausführungen beschrieben.

Sind Abgeordnete anders an Grundgesetze gebunden als jeder "normale" Bürger?

Jeder Abgeordnete ist auch ein "normaler Bürger" und teilt insofern dessen Pflichte und Rechte. Zusätzlich verleiht ihm sein Mandat besondere Pflichten und Rechte, die wir Nichtabgeordneten nicht haben können. An das Grundgesetz "gebunden" ist der Abgeordnete als Teil der öffentlichen Gewalt in viel stärkerem Maße (vgl. Art. 1 Abs. 3, 20 Abs. 3 des Grundgesetzes) als der Privatmann, für den das Grundgesetz so gut wie keine Pflichten vorsieht. Ich habe nicht den Eindruck, dass die Abgeordneten dies anders sehen.

Muss man eine Aufweichung der Verfassung befürchten, wenn sie in so gehäufter Form angegriffen wird?

Auch noch so viele verfassungsverdächtige oder –widrige Gesetze oder sonstige Akte der Staatsgewalt können die Verfassung nicht "aufweichen", solange das Bundesverfassungsgericht häufig genug angerufen wird und seiner Rolle als Hüter der Verfassung gerecht wird.

Eine andere Frage ist es, ob sich die Verfassung durch formgerecht durchgeführte Verfassungsänderungen "aufweichen" ließe und welches Kraut – außerhalb des Art. 79 Abs. 3 des Grundgesetzes – dagegen gewachsen wäre; aber das ist ein anderes Thema.

Bei der Umsetzung eines ggf. fraglichen Gesetzes bezüglich verfassungskonformer Teile muss nicht auf eine Entscheidung des Verfassungsgerichts gewartet werden. Es kann also erst einmal in Kraft treten. Das beruht auf welcher Gesetzgebung und ist in Ihrer Sicht völlig in Ordnung?

Ich halte eine Normentwurfskontrolle nicht für unbedingt notwendig. Vielleicht kann sie gelegentlich sogar Schaden anrichten. Die Gesetzgebung ist ein politischer Vorgang im Rahmen des Rechts. Die zu seiner Durchführung berufenen Verfassungsorgane, also Bundestag, Bundesregierung, Bundesrat und Bundespräsident, sollten ihn zunächst – ggf. auch unter Austausch verfassungsrechtlicher Argumente – zu Ende führen. Vielleicht ist das Ende schließlich ganz in Ordnung und erübrigen sich alle früheren verfassungsrechtlichen Sorgen.

Wenn nicht, kommt der verfassungsgerichtliche Schutz ja nicht zu spät: Erstens treten viele Gesetze nicht sofort mit ihrer Verkündung, sondern erst später in Kraft, so dass man nicht befürchten muss, sie würden schon angewendet, ehe das Bundesverfassungsgericht gesprochen hat. Zweitens gewährt das Bundesverfassungsgericht in besonders dringlichen Fällen, in denen die verfassungsrechtlichen Bedenken einigermaßen nahe liegen, sogenannte vorläufigen Rechtsschutz, indem es durch eine einstweilige Anordnung das Inkrafttreten des Gesetzes hinausschieben kann, bis es selbst in der Hauptsache entschieden hat.

-------------------------------
*Abgeordnete, die Strässers persönliche Erklärung zur Neuregelung des Telekommunikationsgesetztes unterzeichnet haben: Christoph Strässer, Niels Annen, Dr. Axel Berg, Lothar Binding (Heidelberg), Marco Bülow, Siegmund Ehrmann, Gabriele Frechen, Martin Gerster, Renate Gradistanac, Angelika Graf (Rosenheim), Gabriele Groneberg, Gabriele Hiller-Ohm, Christel Humme, Josip Juratovic, Anette Kramme, Ernst Kranz, Jürgen Kucharczyk, Katja Mast, Dr. Matthias Miersch, Dr. Rolf Mützenich, Andrea Nahles, Dr. Ernst Dieter Rossmann, Bernd Scheelen, Ewald Schurer, Wolfgang Spanier und Dr. Ditmar Staffelt

Verweise:
Heimliche Onlinedurchsuchungen - Anschlag auf die Bürgerrechte?
Menschenrecht als Gnadenakt
Enter und Delite - Löschaktion im Hochsicherheitsbunker
Heise c`t Computermagazin/U. Pidun: Internet ohne Ausgrenzung
Heise c`t Computermagazin/U. Pidun: Struktur schafft Durchblick

Weitere Interviews
Dr. Heinrich L. Kolb, FDP
Hans-Christian Ströbele, Bündnis 90/Die Grünen
Dr. Gregor Gysi, "Die Linke"
Rainer Brüderle, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP
Dr. Alexander Freiherr von Paleske, Jurist und Mediziner, Südafrika
Prof. Dr. Dr. h.c. Gerhart von Graevenitz, Rektor Uni Konstanz
Bernhard Docke, Anwalt von Murat Kurnaz
Dr. Michael Philipp, Historiker und Publizist
Ulf Gervelsmeyer, Photograf (Freelancer) auf den Philippinen
Dr. Malte Olschewski, Journalist und Publizist in Wien

Photo: M. Lautenschlaeger
Photo: Bundesverfassungsgericht Karlsruhe
Beitrag (pdf) drucken: Print Friendly and PDF

Fügen Sie diesen Artikel folgenden Diensten hinzu:

Mister Wong del.icio.us Furl YiGG Yahoo MyWeb Taggle Folkd BlinkList Linkarena Google ShortNews

Wir freuen uns über sachliche Kommentierungen. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren, insbesondere wenn sie ehrverletzende, beleidigende, rassistische sowie anderweitig strafrechtlich relevante Inhalte enthalten. Eine Korrespondenz hierzu seitens der Redaktion entfällt.

Suche

 

spotlight





Zitat:

Es geht um Wahrheit.
Quote ist was für Loser


- Rainald Götz -


















Dr. Michael Meister (CDU)

Dr. Michael Meister, Stellver-
tretender Vorsitz-
ender der CDU/
CSU-Bundestags-
fraktion über Wirtschafts- und Sozialkompetenz, staatliche Eingriffe und die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft.

Zum Interview

Ottmar Schreiner (SPD)

Der Vorsitzende der Arbeits-
gemeinschaft für Arbeitneh-
merfragen und Bundestags-
abgeordnete spricht über Fehlentwicklungen innerhalb der Hartz IV-Gesetzgebung.

Zum Interview

Stefan Enderle

Der frisch ge-
backene Dipl.-
Ing. "Audiovisu-
elle Medien (FH)" stellt in unserem ausführlichen Interview seinen Film "Kann nicht sein, was nicht sein darf!?" vor und äußerst sich kritisch zu den "alten Medien".

Zum Interview


Dr. Rüdiger Frank

ist Professor für Wirtschaft und Gesellschaft Ostasiens und lehrt an der Universität Wien. Frank zählt zum Kreis der renommiertesten Ostasien-Experten.

Zum Interview


Dr. Werner Kilian

Der Botschafter a. D. war zu Beginn seiner diplomatischen Karriere drei Jahre in Afghani-
stan und spricht im Interview über den deutschen Einsatz und die aktuelle, problematische Situation in dieser Region.

Zum Interview


Ingrid Nestle (GRÜNE)

Die Bundes-
tagsabge-
ordnete und Sprecherin für Energiewirt-
schaft spricht im Interview über den Atomkompro-
miss der Bundesregierung, der keiner ist.

Zum Interview

Dirk Niebel (FDP)

Generalsekretär der FDP-Bundes-
partei über Ankerplätze, Krisen, Politik-
verdrossenheit und einer bedenklichen Entwicklung zu einer sozialistischen Marktwirtschaft.

Zum Interview

Dr. Hermann Bühlbecker

Der Top-Unter-
nehmer steht seit 1977 an der Spitze des Unternehmens Lambertz in Aachen. Im Interview spricht er über Standorte, Verantwortung und den Wert guter Beziehungen.

Zum Interview

Dr. Volker Wissing (FDP)

MdB und Mitglied des FDP-Bundes-
vorstandes spricht über das Desaster HRE, Enteigungen, Versäumnisse, Intransparenz und einen Untersuchungsausschuss

Zum Interview




Sir Quett K. J. Masire

Masire war von 1980 bis 1998 Präsident von Botswana. In einem ausführ-
lichen Interview mit uns äußert sich Masire zur schwierigen Lage im Kongo.

Zum Interview

Anna Maria Gadebusch

Spurensuche im Fall Marilyn Monroe:
Im Gespräch mit Anna Maria Gadebusch, Journalistin und Autorin des Radio-Features "Gute Nacht, Doktor!". Zum Interview


Volker Beck (Grüne)

Der Abgeordnete Bündnis 90/ Die Grünen spricht über Klimaschutz, Pseudoreformen und soziale Schieflagen.

Zum Interview

Ulrich Maurer (PDL)

Ulrich Maurer (MdB), Parlamen-
tarischer Geschäfts-
führer der Links-
fraktion im Bundestag, spricht über einen Politik-
wechsel und die Lasten der Krise.

Zum Interview



Powered by GOYAX


Nachgefragt:

Rainer Brüderle

Der stellvertretender Fraktionsvor-
sitzende der FDP spricht über Mindestlöhne, Investivlohn und Fachkräftemangel

Zum Interview

Hans-Christian Ströbele

Stellvertretender Fraktionsvor- sitzender Bündnis 90/Die Grünen über Geheimdienste und Mindestlöhne.

Zum Interview

Dr. Heinrich L. Kolb

Unternehmer und Abgeordneter der FDP-Bundestags-
fraktion

Zum Interview

Satire exklusiv:



br>
YouTube-Channel



Prof. Dr. P. Reisewitz

Im Gespräch mit dem Autor der Publikation "Pressefreiheit unter Druck – Gefahren, Fälle, Hintergründe"
Zum Interview



NEW YORK CITY


Hans Wall (Wall AG)

Die außer-
gewöhnliche Erfolgsge-
schichte des einstigen Mechanikers, der zu einem der bekann-
testen Werbegiganten Deutsch-
lands aufstieg, begann Ende der 70er Jahre mit einer cleveren und gleichsam ungewöhnlichen Idee.

Zum Interview


Social Networks:

RSS-Feeds

„Ich sehe da keine deutschen Truppen“ - Keine Beteiligung...
Assads Regierung sperrt sich gegen die Entsendung einer...
14. Feb, 04:26
Wirbel um Anti-Piraterie-Abkommen - Der Streit um ACTA geht weiter
Das umstrittene ACTA-Abkommen liegt zwar vorerst auf...
14. Feb, 00:21
Gedenken an Dresdner Bombennacht: Menschenkette stärker...
Mit einer kilometerlangen Menschenkette gedenken...
13. Feb, 23:21
67. Jahrestag der Bombardierung: Dresden mahnt und wehrt sich
Anspannung in Dresden: Tausende Bürger protestieren...
13. Feb, 23:14
Zweite Liga: Düsseldorf ist wieder Tabellenerster
1:1 in Düsseldorf: Ein Elfmeter kostet die Frankfurter...
13. Feb, 23:08
Haushaltspläne in den USA - Obama setzt beim Etat 2013 auf...
Barack Obama bereitet sich auf eine knallharte Finanzschlacht...
13. Feb, 22:36
Italien-Besuch - Wulff warnt vor einem nationalstaatlichen Denken
Während seines Besuchs in Italien hat Bundespräsident...
13. Feb, 22:31
Margaret Thatcher: Ditch the bitch – Alle Wetten standen...
Sie schaffte es, der erste weibliche Regierungschef...
13. Feb, 22:22
„Jekaterinenburg“ in Murmansk - Brennendes Atom-U-Boot...
Das russische Atom-U-Boot "Jekaterinenburg"...
13. Feb, 21:13
Entstehung des Lebens: Geburtsstunde im Tümpel
Bislang galten Ozeane als Ursprungsort der ersten Zellen...
13. Feb, 21:02
Haushalt 2013: Obama setzt auf massive Steuererhöhungen
Der US-Präsident hat seinen Haushalt für...
13. Feb, 20:32
Syrien: Kein Frieden zu sichern
Die Arabische Liga prescht in der Syrien-Krise weiter...
13. Feb, 20:21
Werner-Herzog-Film "Death Row": "Wovon träumen Sie?"
Am Ende der Hoffnung: Werner Herzog zeigt auf...
13. Feb, 20:05
Aktennotiz des Bundespräsidenten: Dokument entlastet Wulff...
"Bitte äußerste Zurückhaltung":...
13. Feb, 19:58
Flug nach Italien: Wulffs Staatsbesuch beginnt mit einer Demütigung
Italiens Arbeitsmarkt? Daran ist bei Wulffs Staatsbesuch...
13. Feb, 19:48