Biografie Thabo Mbeki: "Ein zurückgestellter Traum"
18. November 2007, 09:00[Dr. Alexander Freiherr von Paleske] 3500 Delegierte werden anreisen, wenn im kommenden Monat zur alles entscheidenden Konferenz in Polokwane, dem ehemaligen Pietersburg die Wahl des Präsidenten der Regierungspartei ANC (African National Congress) ansteht. Rechtzeitig zu diesem Ereignis ist von Mark Gevisser die erste umfassende Biografie Thabo Mbekis erschienen: "A Dream Deferred".
Anders als das mit einer gehörigen Portion von schwarzem Rassismus bestenfalls als Propagandamachwerk zu bezeichnende Jubelbuch des Suresh Roberts "Fit to govern", bemüht sich Gevisser auf mehr als 800 Seiten, Licht auf die Persönlichkeit Thabo Mbekis zu werfen. Roberts Publikation wurde damals auf Druck des Mbeki-Vertrauten und Staatssekretärs im Präsidentenamt Essop Pahad von einer südafrikanischen Bank finanziert.
Gevisser hat den Präsidenten in einem Zeitraum von acht Jahren interviewt, vor allem aber auch Dutzende von Interviews mit politischen Weggefährten Freunden und Gegnern geführt. Dabei herausgekommen ist eine beachtliche Biografie, die sämtliche Stationen den politischen Lebens Thabo Mbekis umfasst. Vor allem ist es aber auch der Versuch, Entscheidungen und Verhaltensweisen des Präsidenten vor dem Hintergrund seiner politischen und persönlichen Erfahrungen verständlich zu machen. Vor der anstehenden Konferenz in Polokwane reduziert sich allerdings alles auf die Frage, die Ronald Suresh Roberts in seinem Buch auch glaubt, beantwortet zu haben: „ Fit to Govern?“ Und gerade da lässt die Biografie erhebliche Zweifel aufkommen.
Weiterhin HIV-AIDS-Leugner
Sowohl in der Biografie selbst, aber auch in Interviews nach der Veröffentlichung seines Buches macht Gevisser klar, dass Mbeki noch immer den absurden Theorien der HIV-AIDS Leugner anhängt, die AIDS nicht als Folge der HIV Infektion ansehen, sondern als Folge von Unterernährung und Medikamentenmissbrauch definieren. Damit wird die HIV Infektion verharmlosend dargestellt und die falsche These verbreitet, AIDS ließe sich durch ordentliche Ernährung vermeiden.
Mbeki selbst hält sich auf dringendes Anraten seiner Berater mit eigenen Äußerungen zurück, nachdem er 2003 in einem Interview mit der "Washington Post" tatsächlich behauptete, er kenne niemanden, der an AIDS verstorben sei. Und so ist es seine alkoholkranke und wegen Diebstahls an Patienten in Botswana vorbestrafte Gesundheitsministerin, die öffentlich als AIDS-Dissidentin in Erscheinung tritt und die volle politische Rückendeckung des Präsidenten genießt.
Achillesferse der Konferenz
Gleichzeitig ist es seine seine Achillesferse für die Konferenz in Polokwane, denn es dürfte kaum einen Delegierten geben, in dessen Familie nicht bereits jemand an AIDS erkrankt und an dieser Krankheit verstorben ist. So wundert es auch nicht, dass Tokyo Sexwale, der gegen Mbeki antritt, vor einer Woche erklärte: „Nicht einmal ein Tyrann kann mich zwingen zu akzeptieren, dass HIV nicht AIDS zur Folge hat“. Ein Frontalangriff gegen Mbeki und seine Gesundheitsministerin. Und so bringt der Präsident wieder seinen Schreiber Ronald Suresh Roberts in Stellung, der in einem Leitartikel im "Star", der größten Tageszeitung Südafrikas am 15. November 2007 in einem Leitartikel verkünden durfte: "Denialist label has no basis". Damit bezieht er sich wahrheitswidrig auf Mark Gevisser. Ein Leitartikel, der nicht einmal den einfachsten Regeln des Journalismus genügen kann.
Zweifel an der Persönlichkeit
Doch es sind noch andere Ereignisse, die an der Persönlichkeit Mbekis Zweifel wecken. Gevisser weist nach, dass Mbeki seinerzeit den Einmarsch der Warschauer Pakt Truppen in die Tschechoslowakei im Jahre 1968 begrüßte. Schlimmer noch: Als sein Vater mit Nelson Mandela und anderen ANC Persönlichkeiten in Robben Island inhaftiert waren, während er selbst im Exil in England studierte, erklärte er Freunden gegenüber, er werde der erste Präsident Südafrikas nach Abschaffung der Apartheid werden. Welch eine Hybris und Fehleinschätzung. Man möchte meinen, dass Tokyo Sexwale ein besserer Kandidat ist.
Verweise:
Videostatement: Cancer surge overwhelms AIDS-struck Botswana
AFPTV voiced report - Doctors in Botswana are already battling one of the world's highest levels of HIV infection and now they also face a dramatic rise in cancer cases as a result of the epidemic. The disease is putting extra pressure on the country's overstretched health system.
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Photo: Pixelio.de
Anders als das mit einer gehörigen Portion von schwarzem Rassismus bestenfalls als Propagandamachwerk zu bezeichnende Jubelbuch des Suresh Roberts "Fit to govern", bemüht sich Gevisser auf mehr als 800 Seiten, Licht auf die Persönlichkeit Thabo Mbekis zu werfen. Roberts Publikation wurde damals auf Druck des Mbeki-Vertrauten und Staatssekretärs im Präsidentenamt Essop Pahad von einer südafrikanischen Bank finanziert.
Gevisser hat den Präsidenten in einem Zeitraum von acht Jahren interviewt, vor allem aber auch Dutzende von Interviews mit politischen Weggefährten Freunden und Gegnern geführt. Dabei herausgekommen ist eine beachtliche Biografie, die sämtliche Stationen den politischen Lebens Thabo Mbekis umfasst. Vor allem ist es aber auch der Versuch, Entscheidungen und Verhaltensweisen des Präsidenten vor dem Hintergrund seiner politischen und persönlichen Erfahrungen verständlich zu machen. Vor der anstehenden Konferenz in Polokwane reduziert sich allerdings alles auf die Frage, die Ronald Suresh Roberts in seinem Buch auch glaubt, beantwortet zu haben: „ Fit to Govern?“ Und gerade da lässt die Biografie erhebliche Zweifel aufkommen.
Weiterhin HIV-AIDS-Leugner
Sowohl in der Biografie selbst, aber auch in Interviews nach der Veröffentlichung seines Buches macht Gevisser klar, dass Mbeki noch immer den absurden Theorien der HIV-AIDS Leugner anhängt, die AIDS nicht als Folge der HIV Infektion ansehen, sondern als Folge von Unterernährung und Medikamentenmissbrauch definieren. Damit wird die HIV Infektion verharmlosend dargestellt und die falsche These verbreitet, AIDS ließe sich durch ordentliche Ernährung vermeiden.
Mbeki selbst hält sich auf dringendes Anraten seiner Berater mit eigenen Äußerungen zurück, nachdem er 2003 in einem Interview mit der "Washington Post" tatsächlich behauptete, er kenne niemanden, der an AIDS verstorben sei. Und so ist es seine alkoholkranke und wegen Diebstahls an Patienten in Botswana vorbestrafte Gesundheitsministerin, die öffentlich als AIDS-Dissidentin in Erscheinung tritt und die volle politische Rückendeckung des Präsidenten genießt.
Achillesferse der Konferenz
Gleichzeitig ist es seine seine Achillesferse für die Konferenz in Polokwane, denn es dürfte kaum einen Delegierten geben, in dessen Familie nicht bereits jemand an AIDS erkrankt und an dieser Krankheit verstorben ist. So wundert es auch nicht, dass Tokyo Sexwale, der gegen Mbeki antritt, vor einer Woche erklärte: „Nicht einmal ein Tyrann kann mich zwingen zu akzeptieren, dass HIV nicht AIDS zur Folge hat“. Ein Frontalangriff gegen Mbeki und seine Gesundheitsministerin. Und so bringt der Präsident wieder seinen Schreiber Ronald Suresh Roberts in Stellung, der in einem Leitartikel im "Star", der größten Tageszeitung Südafrikas am 15. November 2007 in einem Leitartikel verkünden durfte: "Denialist label has no basis". Damit bezieht er sich wahrheitswidrig auf Mark Gevisser. Ein Leitartikel, der nicht einmal den einfachsten Regeln des Journalismus genügen kann.
Zweifel an der Persönlichkeit
Doch es sind noch andere Ereignisse, die an der Persönlichkeit Mbekis Zweifel wecken. Gevisser weist nach, dass Mbeki seinerzeit den Einmarsch der Warschauer Pakt Truppen in die Tschechoslowakei im Jahre 1968 begrüßte. Schlimmer noch: Als sein Vater mit Nelson Mandela und anderen ANC Persönlichkeiten in Robben Island inhaftiert waren, während er selbst im Exil in England studierte, erklärte er Freunden gegenüber, er werde der erste Präsident Südafrikas nach Abschaffung der Apartheid werden. Welch eine Hybris und Fehleinschätzung. Man möchte meinen, dass Tokyo Sexwale ein besserer Kandidat ist.
Verweise:
Videostatement: Cancer surge overwhelms AIDS-struck Botswana
AFPTV voiced report - Doctors in Botswana are already battling one of the world's highest levels of HIV infection and now they also face a dramatic rise in cancer cases as a result of the epidemic. The disease is putting extra pressure on the country's overstretched health system.
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