Südafrika: Diamanten, Zynismus und ein Vorzeigestaat
18. November 2007, 09:30[Dr. Alexander Freiherr von Paleske] Gehen Botswana die Diamanten aus? Das möchte man glauben, wenn man die Tageszeitung "Die Welt" Anfang November aufschlägt. Der Präsident von Botswana, Festus Mogae befand sich auf Einladung von Bundespräsident Horst Köhler gerade in Deutschland. Für den Welt-Reporter Thomas Knemeyer Grund genug, Botswana die "Afrikanische Krankheit" anzudichten, nämlich politische Apathie verbunden mit AIDS und Arbeitslosigkeit. Botswana ist Vorzeigestaat in Afrika, daran hat sich in den 41 Jahren seit der Unabhängigkeit nichts geändert. Festus Mogae ist dritter Präsident nach dem bereits sehr früh verstorbenen ersten Präsidenten Seretse Khama (1921-1980) und dessen Nachfolger Ketumile (Quett) Masire. Sie alle haben dafür gesorgt, dass aus dem Land, das zur Zeit der Unabhängigkeit 400 Meter Asphaltstraße, drei weiterführende Schulen und keine Universität hatte, ein moderner Staat mit einer ausgezeichneten Infrastruktur geworden ist. Botswana verfügt seitdem über Krankenhäuser, Schulen und Universität, sowie ein hervorragendes Straßennetz mit insgesamt 8000 km Asphaltstraße. Zwei Highways durch die Kalahariwüste verbinden den Norden und den Süden mit der Stadt Ghanzi und der namibischen Grenze
Kampf gegen AIDS
Doch nicht nur die Infrastruktur sowie eine geringe Korruptionsrate sind beeindruckend, sondern vor allem auch der der Kampf gegen die Immunschwächekrankheit AIDS. Als der Präsident vor drei Wochen den diesjährigen Ärztekongress eröffnete, der unter dem Thema "Krebs in Botswana" stand, da war ihm die Müdigkeit anzumerken. An Diabetes leidend hat er das Amt des Staatspräsidenten aus Pflichterfüllung übernommen, nicht aus Machtgier. Gleichwohl ist es sein unermüdlicher Kampf gegen die Immunschwächekrankheit AIDS, die ihn in die Gruppe der großen afrikanischen Staatsmänner einreihen wird. Ein Blick auf den Nachbarn Südafrika, dessen Grenze nur acht Kilometer von der Hauptstadt Gaborone entfernt liegt, zeigt, wohin eine verfehlte Gesundheitspolitik führen kann. Dort hatte, auf HIV-AIDS-Leugnen wie den deutschen Arzt Claus Köhnlein und den US-Professor Duesberg gestützt, der südafrikanische Staatspräsident Thabo Mbeki eine sechsjährige Aids-Leugnen-Bahnfahrt gestartet, die vielen Menschen das Leben gekostet hat und noch kosten wird.
Kreuzzug gegen HIV
Mogae hatte nach seinem Amtsantritt vor neun Jahren ohne große Unterstützung seiner Amtskollegen und seiner Partei den Kreuzzug gegen die Immunschwächekrankheit HIV-AIDS gestartet, dessen Erfolge sich sehen lassen können. So ist die Übertragungsrate von HIV-positiver Mütter auf die Neugeborenen von 40 Prozent auf sechs Prozent gefallen. Ein Netz von IDCC’s (Infectious Disease Control Clinics) versorgt Patienten mit kostenlosen anti-retroviralen Medikamenten, wenn das Immunsystem durch die HIV Krankheit nennenswert in Mitleidenschaft gezogen wurde und die CD4 Zellzahl unter 200 abgesunken ist.
Ziel der Flüchtlinge
Seit Anfang der 70er Jahre nimmt Botswana Flüchtlinge aus den Nachbarländern auf. Zuerst waren es die politischen Flüchtlinge aus Südafrika zur Apartheidzeit wie aus dem damaligen Rhodesien. Danach kamen die Flüchtlinge aus Zimbabwe, die vor dem Terror Robert Mugabes gegen den Stamm der Ndebele in den 80er Jahren flohen. Nun sind es die Wirtschaftsflüchtlinge aus Zimbabwe, die in Botswana versuchen zu überleben, nachdem Diktator Mugabe das Land völlig zu Boden gewirtschaftet hat. Da es aber nur wenig Arbeit gibt, steigt die Kriminalität an: Mittlerweile sind 50 Prozent der Gefängnisinsassen Zimbabwer.
Zynismus und Fehleinschätzung
Nein, Botswana gehen die Diamanten nicht aus, die werden weiter gefördert, und im April findet ein ordentlicher Wechsel im Amt des Staatspräsidenten statt. Dass es die Opposition nie geschafft hat, liegt an ihr selbst. Als sie 1989 kurz vor einem Wahlsieg stand, spaltete sie sich erst einmal. Es war während der ersten Monate meiner Tätigkeit im Princess Marina Hospital in Gaborone, als ein älterer freundlicher Herr auf mich zukam und sich vorstellte: "My name is Quett Masire". Es war der zweite Staatspräsident. Angesichts seiner herausragenden Leistungen und den sichtbaren Erfolgen von einer "afrikanische Krankheit" zu sprechen, ist Zynismus und Fehleinschätzung gleichermaßen.
Verweise:
Videostatement: Cancer surge overwhelms AIDS-struck Botswana
AFPTV voiced report - Doctors in Botswana are already battling one of the world's highest levels of HIV infection and now they also face a dramatic rise in cancer cases as a result of the epidemic. The disease is putting extra pressure on the country's overstretched health system.
Giftgas, Aids und Leichen
Tuberkulose: In Europa ein Problem, in der Dritten Welt eine Katastrophe
Helen Suzman: Das liberale Gewissen Südafrikas feiert Geburtstag
Südafrika, 46662, Boris Becker und ein Kampf gegen AIDS
Südafrika: Auswärtssieg im Rugby und Heimniederlage der Demokratie
Besuch in Afrika: Was hat Kanzlerin Merkel im Gepäck?
"Land unter" und das regensichere ARD-Studio in Nairobi
Heuchler, Helden und Pillendreher
Eine Verhaftung und ein Todestag
Simbabwes Erzbischof Ncube erklärt Rücktritt
Maulkorb und Rassismus – folgt Südafrika Zimbabwe?
US-Africom im südlichen Afrika unerwünscht
Gipfel in Lusaka – Applaus für Mugabe
Eastern Congo: Ethnic conflict is the plunder of resources
Photo: Pixelio.de
Kampf gegen AIDS
Doch nicht nur die Infrastruktur sowie eine geringe Korruptionsrate sind beeindruckend, sondern vor allem auch der der Kampf gegen die Immunschwächekrankheit AIDS. Als der Präsident vor drei Wochen den diesjährigen Ärztekongress eröffnete, der unter dem Thema "Krebs in Botswana" stand, da war ihm die Müdigkeit anzumerken. An Diabetes leidend hat er das Amt des Staatspräsidenten aus Pflichterfüllung übernommen, nicht aus Machtgier. Gleichwohl ist es sein unermüdlicher Kampf gegen die Immunschwächekrankheit AIDS, die ihn in die Gruppe der großen afrikanischen Staatsmänner einreihen wird. Ein Blick auf den Nachbarn Südafrika, dessen Grenze nur acht Kilometer von der Hauptstadt Gaborone entfernt liegt, zeigt, wohin eine verfehlte Gesundheitspolitik führen kann. Dort hatte, auf HIV-AIDS-Leugnen wie den deutschen Arzt Claus Köhnlein und den US-Professor Duesberg gestützt, der südafrikanische Staatspräsident Thabo Mbeki eine sechsjährige Aids-Leugnen-Bahnfahrt gestartet, die vielen Menschen das Leben gekostet hat und noch kosten wird.
Kreuzzug gegen HIV
Mogae hatte nach seinem Amtsantritt vor neun Jahren ohne große Unterstützung seiner Amtskollegen und seiner Partei den Kreuzzug gegen die Immunschwächekrankheit HIV-AIDS gestartet, dessen Erfolge sich sehen lassen können. So ist die Übertragungsrate von HIV-positiver Mütter auf die Neugeborenen von 40 Prozent auf sechs Prozent gefallen. Ein Netz von IDCC’s (Infectious Disease Control Clinics) versorgt Patienten mit kostenlosen anti-retroviralen Medikamenten, wenn das Immunsystem durch die HIV Krankheit nennenswert in Mitleidenschaft gezogen wurde und die CD4 Zellzahl unter 200 abgesunken ist.
Ziel der Flüchtlinge
Seit Anfang der 70er Jahre nimmt Botswana Flüchtlinge aus den Nachbarländern auf. Zuerst waren es die politischen Flüchtlinge aus Südafrika zur Apartheidzeit wie aus dem damaligen Rhodesien. Danach kamen die Flüchtlinge aus Zimbabwe, die vor dem Terror Robert Mugabes gegen den Stamm der Ndebele in den 80er Jahren flohen. Nun sind es die Wirtschaftsflüchtlinge aus Zimbabwe, die in Botswana versuchen zu überleben, nachdem Diktator Mugabe das Land völlig zu Boden gewirtschaftet hat. Da es aber nur wenig Arbeit gibt, steigt die Kriminalität an: Mittlerweile sind 50 Prozent der Gefängnisinsassen Zimbabwer.
Zynismus und Fehleinschätzung
Nein, Botswana gehen die Diamanten nicht aus, die werden weiter gefördert, und im April findet ein ordentlicher Wechsel im Amt des Staatspräsidenten statt. Dass es die Opposition nie geschafft hat, liegt an ihr selbst. Als sie 1989 kurz vor einem Wahlsieg stand, spaltete sie sich erst einmal. Es war während der ersten Monate meiner Tätigkeit im Princess Marina Hospital in Gaborone, als ein älterer freundlicher Herr auf mich zukam und sich vorstellte: "My name is Quett Masire". Es war der zweite Staatspräsident. Angesichts seiner herausragenden Leistungen und den sichtbaren Erfolgen von einer "afrikanische Krankheit" zu sprechen, ist Zynismus und Fehleinschätzung gleichermaßen.
Verweise:
Videostatement: Cancer surge overwhelms AIDS-struck Botswana
AFPTV voiced report - Doctors in Botswana are already battling one of the world's highest levels of HIV infection and now they also face a dramatic rise in cancer cases as a result of the epidemic. The disease is putting extra pressure on the country's overstretched health system.
Giftgas, Aids und Leichen
Tuberkulose: In Europa ein Problem, in der Dritten Welt eine Katastrophe
Helen Suzman: Das liberale Gewissen Südafrikas feiert Geburtstag
Südafrika, 46662, Boris Becker und ein Kampf gegen AIDS
Südafrika: Auswärtssieg im Rugby und Heimniederlage der Demokratie
Besuch in Afrika: Was hat Kanzlerin Merkel im Gepäck?
"Land unter" und das regensichere ARD-Studio in Nairobi
Heuchler, Helden und Pillendreher
Eine Verhaftung und ein Todestag
Simbabwes Erzbischof Ncube erklärt Rücktritt
Maulkorb und Rassismus – folgt Südafrika Zimbabwe?
US-Africom im südlichen Afrika unerwünscht
Gipfel in Lusaka – Applaus für Mugabe
Eastern Congo: Ethnic conflict is the plunder of resources
Photo: Pixelio.de


























Institut für Staats-































Afrika in den Medien