Bloggende Hetzprediger schüren Angst vor dem Islam
30. Oktober 2007, 09:21
[Jürgen Vielmeier] Der Islam und die Integration der etwa drei Millionen Muslime in Deutschland ist seit einigen Jahren Gegenstand zahlreicher, oft hitzig geführter Diskussionen. Als Beispiel sei die Debatte um den geplanten Bau der Kölner Moschee in Ehrenfeld genannt. Die Fronten zwischen den islamischen Wortführern und den selbsternannten Wahrern der liberalen Grundrechte in Europa haben sich zunehmend verhärtet. Das Blog Politically Incorrect (PI) hat es sich zum Ziel gemacht, die liberalen Grundrechte zu verteidigen, und sei es auch auf Kosten der Wahrheit. Pauschale Verurteilungen
Die Autoren stellen sich als Menschenrechtler und Wahrer des Grundgesetzes hin und verurteilen Anhänger des islamischen Glaubens pauschal härter, als es die Massenmedien tun, egal ob berechtigterweise oder nicht. Mal werden Nachrichten aus den Medien umgestrickt, mal zwielichtige Beiträge anderer Blogs als Grundlage genommen. Diese Basis wird mit einem Löwenanteil an eigener Polemisierung vermischt und täglich rund 20.000 Besuchern als die “echte” Wahrheit serviert. Kritik an dem Blog wird grundsätzlich als “Diffamierung” bezeichnet. Mit einer differenzierten Diskussion hat das nichts zu tun, dafür versucht PI effektiv, die eigenen Leser gegen den Islam scharfzumachen.
Politische Unkorrektheit scheint wieder in Mode zu sein. Es klingt ein bisschen nach alternativem Denken, nach Unterdrückten im Untergrund, deren Interessen im Spektrum der politischen Parteien nicht vorkommen, die sich in einem scheinbar orwellschen Staat gegen das Diktat der herrschenden Regierung auflehnen. Das hat doch was, das klingt doch sexy. Man denkt eben anders. Man ist auch nicht rechtsextrem, verurteilt die Nazizeit, ist pro-jüdisch, pro-israelisch und amerikafreundlich. Man erklärt sich mit dem Staate Israel solidarisch und nimmt sich pauschal dafür die zum Feind, die man für den Feind Israels bzw. der Demokratie und der Menschenrechte hält: die islamische Religion.
Vermeintlicher Einfluss auf Medien und Politik
Da wird zum Beispiel kritisiert, dass das Empire State Building in New York am Tag des muslimischen Feiertags des Fastenbrechens in grün erschien. Die Stadt feierte damit das Fest zusammen mit ihren muslimischen Mitbürgern und stemmte sich gegen das Schwarz-Weiß-Denken. PI aber störte sich daran:
"Der Abendhimmel über New York (der Stadt also, in der vor sechs Jahren mehr als 3000 Menschen durch islamische Attentäter ums Leben kamen) erstrahlte in der Farbe der “Religion des Friedens".
Wer das kritisiert, müsste sich mit der gleichen Argumentation gegen christliche Symbole wehren, weil die Attentäter des Anschlags auf das Murrah Federal Building in Oklahoma City im Jahre 1995 mit einer christlichen Sekte in Verbindung gebracht werden. In Bezug auf Europa wird beim Studieren ihrer Leitlinien deutlich, wo die PI-Initiatoren die Muslime gerne sehen würden:
"Die weitgehende Akzeptanz islamischer Ethik und Kultur bedeutet für Deutschland und Westeuropa zwangsläufig eine Entstehung von Parallelgesellschaften, in denen weder das Grundgesetz noch die Menschenrechte wirksam werden können. Längst haben die Prinzipien islamischen Denkens die Ghettos verlassen und beeinflussen nicht nur das Denken und Fühlen von uns Bürgern, sondern - sogar noch ausgeprägter – die Medien und die Politik."
Da "erdreisten" sich Muslime, die zum überwiegenden Teil schon seit mehreren Generationen in Deutschland leben oder gänzlich hier aufgewachsen sind, doch glatt, aus ihren Ghettos herauszukommen und zu einem Teil der Gesellschaft zu werden. Dieser angebliche Einfluss auf Medien und Politik muss nach Ansicht der PI-Gründer wohl schleunigst beendet werden, die Migranten wieder in ihre Ghettos verfrachtet und die Akzeptanz - als Quell allen Übels - rückgängig gemacht werden.
Reine Vermutungen und Eigeninterpretation
Dass Politically Incorrect sich als Blog bezeichnet, genügt den Gründern offenbar als Legitimation dazu, unter die aufgegriffenen Meldungen noch eine Menge an Vermutung und Eigeninterpretation zu mischen, von der Stütze auf vage Quellen ganz abgesehen. Beispiel: der Fall Ismet B. Der 17-jährige Ismet B. soll im Schweizer Ort Hedingen einen Jugendlichen in einer Disko krankenhausreif geschlagen haben. Das ganze hätte offenbar verhindert werden können, weil B. bereits einige Monate zuvor an einer Schlägerei beteiligt war, bei der ein 39-Jähriger zu Tode kam. Die Staatsanwaltschaft war nach einem Gutachten damals nicht von einer Wiederholungsgefahr ausgegangen und hatte B. nach nur zwei Wochen Untersuchungshaft wieder auf freien Fuß gesetzt. Das meldet die Schweizer Boulevardzeitung SonntagsBlick, die diesen Justizfauxpas angeprangert hat und Nachbesserungen fordert.
Beweislos und vage
PI macht daraus einen Beitrag mit der Überschrift "Samtpfötchen für kriminelle Migranten-Kids" und unterstellt der Schweizer Justiz: "Eine gute Voraussetzung für verständnisvolle Gesprächstherapien statt Strafe ist in jedem Fall ein Migrationshintergrund." Dabei wurde im Originalbericht vom SonntagsBlick mit keiner Silbe erwähnt, ob der Täter tatsächlich Migrationshintergrund hat, geschweige denn dieser einen Einfluss auf die Strafe gehabt hätte. PI geht einfach anhand des Vornamens des Jugendlichen davon aus, dass ihm aufgrund eines Migrationshintergrundes eine Sonderbehandlung widerfahren ist, ohne auch nur einen einzigen Beweis dafür zu nennen oder die eigentlichen Zusammenhänge genau zu analysieren.
Recherchen in islamfeindlichen Blogs
In einem Elendsviertel in Madrid vor gut einer Woche wehrten sich die Bewohner - hauptsächlich marokkanische Einwanderer - gegen die Zwangsräumung durch die Polizei. PI weiß es aber besser, verfasst einen Beitrag mit der Überschrift "Multikulturelle Bereicherung in Madrid" und weiß natürlich schon, was angeblich wirklich passiert ist. Dabei stützt sich PI allein auf einen Beitrag des islamfeindlichen Blogs "Parteigründung". Derartige Polemisierungen häufen sich. So auch in dem Beitrag "Bonn: Moschee im weitesten Sinne entdeckt". Bevor sie auf die - relativ harmlose - eigentliche Meldung eingehen, geben die Autoren zum Besten, was sie über Moscheen scheinbar alles wissen:
"[Moscheen] einfach als islamische Gotteshäuser vergleichbar mit christlichen Kirchen zu beschreiben, greift zu kurz. Die Zentren muslimischer Machtausübung sind eher multifunktionale Einrichtungen, die sich je nach Bedarf als Schulungsräume politischer Belehrung, Gemüseladen, Waffenlager oder Schlafstätte für durchreisende Gotteskrieger erweisen."
Behauptungen ohne jeglichen Beweis
Eine weit hergeholte Unterstellung ohne jeglichen Beweis! Solche Textfragmente lassen zumindest darauf schließen, über welch blühende Fantasie die Autoren verfügen. Unter dem Deckmantel der Pressefreiheit prangert PI vermeintliche Desinformation der Massenmedien an und legt eigene Grundsätze fest:
“Es scheint uns wichtiger als je zuvor, Tabuthemen aufzugreifen und Informationen zu vermitteln, die dem subtilen Diktat der politischen Korrektheit widersprechen.”
Ob die eigens verbreiteten Information denn auch korrekt sind, scheint den PI-Machern nicht nur egal zu sein. Sie scheinen es bewusst auf Übertreibungen und Beleidigungen anzulegen. Meldungen in den Massenmedien über kriminelle Ausländer werden von PI in der Regel als verharmlosend bezeichnet. Wer Kritik an PI übt, wird dafür gleich mit markigen Worten gebrandmarkt:
"Die intensiven Bemühungen unserer linken und islamophilen Gegner, PI mit schmutzigen Diffamierungen und wüsten Drohungen zu schaden, haben nicht nur zu einem atemberaubenden Run auf unseren Blog geführt, sondern auch zu einer Welle der Solidarität."
Eine telefonische Drohung gegen den PI-Gründer Stefan Herre nutzt die Redaktion zu einer Propagandaschrift für die eigenen Zwecke mit einer beachtlichen Länge von vier Schreibmaschinenseiten, um sich als Menschenrechtsorganisation hinzustellen.
Islamophobes Hetzblog
PI hätte es sich in die Leitlinien schreiben können, die Werte des liberalen Europas zu schützen, Fundamentalisten den Wind aus den Segeln zu nehmen oder auf die Gefahren einer Toleranz der Scharia in Europa aufmerksam zu machen. Daran wäre nicht das Geringste auszusetzen gewesen. Stattdessen haben die Macher nichts anderes ins Leben gerufen als ein islamophobes Hetzblog, das den ohnehin ständig steigenden Hass an der muslimischen Minderheit in Deutschland und Europa weiter schürt und die Angst vor Andersartigkeit vergrößert. Mit einem Eintritt für die Menschenrechte hat das nichts zu tun. Man kann jedem nur raten, genau hinzuschauen, was die PI-Akteure schreiben, die Wahrheit anderswo zu suchen und sich von solchen Hetzpredigern nicht beeinflussen zu lassen.
Verweise: Foto: Thomas Scholz/Pixelio.de
































































Si tacuisses...
Danke für den Hinweis.
Nach Durchblättern komme ich allerdings zu dem Schluß, dass meist nur (bis auf eine beschriebene Israelreise) auf Artikel oder Fernsehberichten Bezug genommen wird, was sich andere scheinbar (noch) nicht trauen?
Bis vor zwanzig Jahren gab es in Europa keinerlei Probleme mit dem Islam und seinen Anhängern. Erst mit der Familienzusammenführung und dem in der Folge ausgelösten Zuzug ideologisch ausgerüsteter Imame begann der Islam sich in eine politische Kraft mit Einflussnahme in ein anderes, das europäische Gesellschafts- und Wertesystem zu tansformieren. Immer zahlreicher schossen im Laufe der Jahre Organisationen, Vereine, Moscheen und Institutionen aus europäischem, besonders aber aus deutschem Boden hervor. Als Geldgeber orteten die deutschen Behörden allen voran Saudi Arabien, Iran und reiche Golf-Staaten wie Dubai. Auch der türkische Staat macht Mittel flüssig, um über seine vielfältigen exterritorialen Institutionen (z.B. DITIB, u.a.) das Religionsgeschehen im EU-Ausland zu kontrollieren. Dabei genießt die Türkei selbst Subsidien aus den oben genannten Geldgeberländern, was nicht unerheblich zum Sieg der Islamisten bei den letzten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen beigetragen haben dürfte.
Diese Insitutionen haben den Status und die Funktion kommunikativer Zentren nicht nur der Religionsausübung, sondern auch dessen, was man gemeinhin unter Schulung, wenn nicht Indoktrination, versteht. Im pädagogischen Fokus steht hier die islamische Jugend, die gerade im christlichen Ausland auf islamistische Systemtreue geschult wird.
Nicht selten rekrutieren sich in islamischen Gebetsstätten auch zukünftige Gotteskrieger, die nach diversen Aufenthalten in Pakistan oder Afghanistan als potenzielle Gefährder in die EU zurückkehren, um dort den Djihad effizienter in Fluss zu bringen. Dass es auch in Hinkunft an “geschultem Personal” nicht mangeln würde, stimmt einen insofern unwohl, als es in der Szene derzeit zwar ruhig zu sein scheint, man jedoch über die Unberechenbarkeit terroristischer Planungsstrategien inzwischen Bescheid weiß.
Diese Fakten abzustreiten und zu verharmlosen liegt in der Natur so vieler unbedarfter Staatsbürger, die noch immer einen kulturellen Zugewinn und eine spirituelle Bereicherung in der Etablierung dieses straffen und perfekt strukturierten Systems ideologischer Expansion und Enflussnahme sehen. Ist es
a) bodenlose Naivität oder doch
b) blanker Zynismus, der sich an der Destabilisierung des eigenen Staates und dessen Wertestrukturen heimlich ergötzt?
Menschen die nicht wissen, was das Wort Islam bedeutet,
dass der Koran bindent ist,
die Scharia die einzig gültige Gesetzgebung und
letztendlich vorgeschriebene Taquia (in letzter Konsequenz Verdummung) sollten besser keine Antigutmenschenblogs analysieren...
Sinn-Verdrehung
Wir haben es insbesondere aber auch mit einer Gefahr zu tun, die kaum medial präsent ist: Konvertiten, die aus einer Vielzahl an Gründen zu flammenden "Gerechtigkeits"-Kämpfern werden wollen - Konvertiten aus so ziemlich allen Nationen. Vielleicht haben Sie Zeit und Muße, einmal einen Beitrag zu lesen, der diese Thematik zumindest berührt:
http://spreegurke.twoday.net/stories/4141234/