Die Zivilcourage des Johannes H. Lohmeyer
29. Oktober 2007, 21:00[Jürgen Vielmeier] Johannes H. Lohmeyer, Geschäftsführer der Macrander Hotels Dresden, hat sich in einem offenen Brief gegen die Unterkunft zweier Parteifunktionäre der NPD in einem seiner Hotels gewandt. In einem Antwortschreiben an die NPD lädt er die beiden Politiker Apfel und Delle aus, die für einen Aufenthalt in Dresden im Holiday Inn unterkommen wollten und erklärt sie zu unerwünschten Personen.
Zivilcourage und nazifreie Zone
Lohmeyer hat die Macrander-Hotels damit zur nazifreien Zone erklärt und lockt damit natürlich den Großteil der Bevölkerung an, die jetzt sicherlich lieber als vorher in einem der Hotels unterkommt. Dass es dabei durchaus auch um eine Marketing-Strategie ging, daraus macht Lohmeyer in seinem Schreiben keinen Hehl. Er verweist ausdrücklich darauf, dass eine Kopie des Schreibens an die Dresdner Presse ging.
Jenseits einer möglichen Publicity ist dieser Schritt dennoch mutig und mitnichten nur eigennützig: Denn wer setzt sich schon gerne freiwillig ins Fadenkreuz der Rechtsextremen, und dann auch noch persönlich? Die Presse wird nicht müde, rechtsnationale Aktionen zu verurteilen. Doch wann hat sich zuletzt einmal ein Vertreter aus der Wirtschaft so klar gegen Rechts gewandt? Wer hat zuletzt so polemisch und dennoch elegant-ironisch die heutigen Rechtsextremen an die Taten der Nationalsozialisten zu Zeiten des Dritten Reichs erinnert?
Nachahmer ausdrücklich erwünscht
Wenn Lohmeyer und seine Macrander-Hotels durch diesen Brief rasanten Zulauf an Hotelgästen erhalten, so sei es von Herzen gegönnt! Sein mutiges Schreiben zeugt von Zivilcourage, an der es ansonsten nicht selten mangelt. Damit hat er hoffentlich beispielhaft einen Anfang gemacht, der viele Nachahmer finden wird.
NPD Fraktion im Sächsischen Landtag
Herren H. Apfel und A. Delle
Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden
Dresden, 18. Oktober 2007
Ihre Zimmerreservierung im Holiday Inn Dresden
Sehr geehrter Herr Apfel,
sehr geehrter Herr Delle,
wir erhielten heute Ihre über www.hotel.de getätigte Reservierung für den 7. November 2007 und sind einigermassen erstaunt, dass Sie ausgerechnet ein amerikanisches Hotelunternehmen mit ausländisch klingendem Namen bevorzugen.
Da Sie in unserem Hause nicht willkommen sind und ich es auch meinen Mitarbeitern nicht zumuten kann, Sie zu begrüssen und zu bedienen, haben wir hotel.de gebeten, die Buchung zu stornieren.
Sollte dies aus vertraglichen Gründen nicht möglich sein, darf ich Sie darauf hinweisen, dass ich sämtliche in unserem Hause durch Sie getätigten Umsätze unmittelbar als Spende an die Dresdner Synagoge weiterleiten werde. Betrachten Sie dies als kleinen Beitrag zur Wiedergutmachung für die Schäden, die Ihre damaligen Gesinnungsgenossen der Synagoge und vor allem ihren früheren Besuchern zugefügt haben.
Eine Kopie dieses Schreibens leiten wir an die Dresdner Presse weiter.
In der Hoffung, daß Sie eine zu Ihnen passende Unterkunft finden und uns Ihr Besuch erspart bleibt verbleiben wir
mit freundlichen Grüssen
MACRANDER HOTELS GmbH & Co. KG
Johannes H. Lohmeyer
Geschäftsführer
Zivilcourage und nazifreie Zone
Lohmeyer hat die Macrander-Hotels damit zur nazifreien Zone erklärt und lockt damit natürlich den Großteil der Bevölkerung an, die jetzt sicherlich lieber als vorher in einem der Hotels unterkommt. Dass es dabei durchaus auch um eine Marketing-Strategie ging, daraus macht Lohmeyer in seinem Schreiben keinen Hehl. Er verweist ausdrücklich darauf, dass eine Kopie des Schreibens an die Dresdner Presse ging.
Jenseits einer möglichen Publicity ist dieser Schritt dennoch mutig und mitnichten nur eigennützig: Denn wer setzt sich schon gerne freiwillig ins Fadenkreuz der Rechtsextremen, und dann auch noch persönlich? Die Presse wird nicht müde, rechtsnationale Aktionen zu verurteilen. Doch wann hat sich zuletzt einmal ein Vertreter aus der Wirtschaft so klar gegen Rechts gewandt? Wer hat zuletzt so polemisch und dennoch elegant-ironisch die heutigen Rechtsextremen an die Taten der Nationalsozialisten zu Zeiten des Dritten Reichs erinnert?
Nachahmer ausdrücklich erwünscht
Wenn Lohmeyer und seine Macrander-Hotels durch diesen Brief rasanten Zulauf an Hotelgästen erhalten, so sei es von Herzen gegönnt! Sein mutiges Schreiben zeugt von Zivilcourage, an der es ansonsten nicht selten mangelt. Damit hat er hoffentlich beispielhaft einen Anfang gemacht, der viele Nachahmer finden wird.
NPD Fraktion im Sächsischen Landtag
Herren H. Apfel und A. Delle
Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden
Dresden, 18. Oktober 2007
Ihre Zimmerreservierung im Holiday Inn Dresden
Sehr geehrter Herr Apfel,
sehr geehrter Herr Delle,
wir erhielten heute Ihre über www.hotel.de getätigte Reservierung für den 7. November 2007 und sind einigermassen erstaunt, dass Sie ausgerechnet ein amerikanisches Hotelunternehmen mit ausländisch klingendem Namen bevorzugen.
Da Sie in unserem Hause nicht willkommen sind und ich es auch meinen Mitarbeitern nicht zumuten kann, Sie zu begrüssen und zu bedienen, haben wir hotel.de gebeten, die Buchung zu stornieren.
Sollte dies aus vertraglichen Gründen nicht möglich sein, darf ich Sie darauf hinweisen, dass ich sämtliche in unserem Hause durch Sie getätigten Umsätze unmittelbar als Spende an die Dresdner Synagoge weiterleiten werde. Betrachten Sie dies als kleinen Beitrag zur Wiedergutmachung für die Schäden, die Ihre damaligen Gesinnungsgenossen der Synagoge und vor allem ihren früheren Besuchern zugefügt haben.
Eine Kopie dieses Schreibens leiten wir an die Dresdner Presse weiter.
In der Hoffung, daß Sie eine zu Ihnen passende Unterkunft finden und uns Ihr Besuch erspart bleibt verbleiben wir
mit freundlichen Grüssen
MACRANDER HOTELS GmbH & Co. KG
Johannes H. Lohmeyer
Geschäftsführer


































































Herr Lohmeyer...
Nein, es ist wieder eine "Marketing-Strategie".
Wenn wir uns wie Weicheier und Pauschalskeptiker verhalten, wird unser Land nie aus seiner Lethargie erwachen.
Herrn Lohmeyer meinen vollsten Respekt
Lars Witte
Braunschweig