Südafrika: Auswärtssieg im Rugby und Heimniederlage der Demokratie
22. Oktober 2007, 00:06[Dr. Alexander Freiherr von Paleske]
Das südafrikanische Rugby-Team besiegte im Endspiel der Weltmeisterschaft England. Erinnerungen werden wach an den Weltcup 1995, der auch von Südafrika gewonnen wurde. Und dennoch war es nicht mehr dasselbe.
1995 konnte Südafrika - nach dem Ende der Apartheidzeit, ein Jahr nach dem Amtsantritt von Nelson Mandela und damit dem Ende des Sportboykotts - der Welt zeigen, welch ein Weltklasse Rugby es spielen konnte und auch die hoch favorisierten All Blacks aus Neuseeland an die Wand spielen. Nelson Mandela, der sich von Kapitän Pienaar sowohl Mütze als auch Jersey ausgeliehen hatte, überreichte den Cup. Der Jubel - auch gerade unter den hartgesottenen rechtslastigen Buren aus der Kap-Republik - war unbeschreiblich. Mandela war jetzt auch ihr Präsident. Schwarz und Weiß feierten gemeinsam.
Zum jetzigen Finale reiste der Präsident Südafrikas, Thabo Mbeki an, doch der Jubel hielt sich in Grenzen. Zu schwer wiegen die Probleme, die sich mittlerweile angehäuft haben und derer Mbeki nicht fähig ist, sie zu lösen. Im Gegenteil, er schafft neue Probleme.
Tod eines Reggaesängers
Lucky Dube war nicht nur in Südafrika bekannt, sondern weltweit. Einer seiner „provokativen“ songs lautete:
"Do you ever worry about your house broken into
do you ever worry about your car being taken away in broad daylight down highway 52
Do you ever worry about your wife becoming a woman in black do you ever worry about leaving home and coming back in a coffin with a bullet through your head
So join us and fight this crime and corruption"
Vergangenen Donnerstag schossen ihm drei Autoräuber Kugeln in den Kopf, um seinen VW-Polo zu bekommen. Ohne vorherige Androhung - wie in Südafrika so üblich. Er kam im Sarg nach Hause und seine Frau trägt nun schwarz.
Mitte der achtziger Jahre wurden seine Alben "hink about children", "Slave" und "Prisoner" Welterfolge. Seine Musik beschäftigte sich auch mit der HIV-AIDS Problematik "Number in the Book", die Thabo Mbeki versuchte, mit obskuren Persönlichkeiten unter den Teppich zu kehren. Wir hatten mehrfach über die ständig steigende Gewaltkriminalität berichtet, die Präsident Mbeki gerne als "von Weißen aufgebauscht" bezeichnet.
Ein Polizeipräsident und die Unterwelt
Der oberste Chef der Polizei (Police Commissioner) Südafrikas ist Jackie Selebi. Er soll beste Kontakte zu Freunden in der Unterwelt gehabt haben, unter anderem zu einem angeblichen Mafiaboss namens Glenn Agliotti. Der wiederum soll die vom Opfer erbetene Ermordung des Minenmagnaten Brett Kebble organisiert haben. Ein Fall, der so bizarr ist, als sei er von einem Buchautor erfunden worden.
Kebble, offenbar in Milliardenbetrügerein verwickelt "war offenbar ein Visonär, Betrüger und Auftraggeber seiner eigenen Ermordung in einer Person. Da Jackie Selebi ein Freund und Verbündeter Thabo Mbekis ist, Kebble aber ein Förderer und Freund von Mbekis Gegner und Feind Jacob Zuma, stellen sich hier Fragen über Fragen.
Die Scorpions Südafrikas, vergleichbar dem FBI in den USA, hatten offenbar genug Verdachtsmomente gegen Jackie Selebi, dem sie Korruption, Behinderung der Justiz und Betrug vorwarfen, um ihn zu verhaften. Dies verhinderte Selebis Freund, der Staaspräsident Mbeki und suspendierte stattdessen den Boss der Scorpions, Vusi Pikoli. Getreu dem Motto "Was schert mich die Gewaltenteilung der Demokratie".
Nun soll die ehemalige Parlamentspräsidentin Frene Ginwala alles aufklären. Eine Frau, die sich zu fein war, auf einem einfachen Abgeordnetensitz Platz zu nehmen, als sie als Parlamentspräsidentin nicht wiedergewählt wurde. "What a fine mess".
Manto-Saga geht weiter
Doch auch der Skandal um die Kleptomanin, Alkoholikerin und Gesundheitsministerin Südafrikas, Manto Tshabalala-Msimang geht weiter. Die Oppositionspartei Democratic Alliance wollte einen Untersuchungsausschuss, um die "Fitness" der Ministerin zu klären. Das wurde von der Regierungspartei ANC erwartungsgemäß als "Majestätsbeleidigung" abgelehnt. Es könne nicht angehen, dass eine Ministerin einer solchen Niederträchtigkeit ausgesetzt würde. Die Ministerin hatte in Botswana Patienten bestohlen und war deswegen rechtskräftig verurteilt und für zehn Jahre des Landes verwiesen worden.
Sex- Pest kommt zurück
Ein Mann namens Mbuelo Goniwe, ehemals "Einpeitscher" der ANC Fraktion im südafrikanischen Parlament, der ein enger Freund Mebekis ist, sich aber einer Dame allzu aufdringlich angeboten hatte und deswegen aus dem ANC ausgeschlossen wurde, soll auf Befehl Mbekis wiederkommen. Mbeki braucht ihn auf der alles entscheidenden Konferenz im Dezember, wo er sein eigener Nachfolger werden möchte. Er hat daher ein Kommittee beauftragt, die Ausschlussentscheidung zu ueberprüfen, mit aufschiebender Wirkung der Suspendierung.
Ein wahres Tollhaus moechte man meinen. Aber wenigstens gibt es den Rugby-Weltcup, wenn schon keine richtige Demokratie.
Das südafrikanische Rugby-Team besiegte im Endspiel der Weltmeisterschaft England. Erinnerungen werden wach an den Weltcup 1995, der auch von Südafrika gewonnen wurde. Und dennoch war es nicht mehr dasselbe.
1995 konnte Südafrika - nach dem Ende der Apartheidzeit, ein Jahr nach dem Amtsantritt von Nelson Mandela und damit dem Ende des Sportboykotts - der Welt zeigen, welch ein Weltklasse Rugby es spielen konnte und auch die hoch favorisierten All Blacks aus Neuseeland an die Wand spielen. Nelson Mandela, der sich von Kapitän Pienaar sowohl Mütze als auch Jersey ausgeliehen hatte, überreichte den Cup. Der Jubel - auch gerade unter den hartgesottenen rechtslastigen Buren aus der Kap-Republik - war unbeschreiblich. Mandela war jetzt auch ihr Präsident. Schwarz und Weiß feierten gemeinsam.
Zum jetzigen Finale reiste der Präsident Südafrikas, Thabo Mbeki an, doch der Jubel hielt sich in Grenzen. Zu schwer wiegen die Probleme, die sich mittlerweile angehäuft haben und derer Mbeki nicht fähig ist, sie zu lösen. Im Gegenteil, er schafft neue Probleme.
Tod eines Reggaesängers
Lucky Dube war nicht nur in Südafrika bekannt, sondern weltweit. Einer seiner „provokativen“ songs lautete:
"Do you ever worry about your house broken into
do you ever worry about your car being taken away in broad daylight down highway 52
Do you ever worry about your wife becoming a woman in black do you ever worry about leaving home and coming back in a coffin with a bullet through your head
So join us and fight this crime and corruption"
Vergangenen Donnerstag schossen ihm drei Autoräuber Kugeln in den Kopf, um seinen VW-Polo zu bekommen. Ohne vorherige Androhung - wie in Südafrika so üblich. Er kam im Sarg nach Hause und seine Frau trägt nun schwarz.
Mitte der achtziger Jahre wurden seine Alben "hink about children", "Slave" und "Prisoner" Welterfolge. Seine Musik beschäftigte sich auch mit der HIV-AIDS Problematik "Number in the Book", die Thabo Mbeki versuchte, mit obskuren Persönlichkeiten unter den Teppich zu kehren. Wir hatten mehrfach über die ständig steigende Gewaltkriminalität berichtet, die Präsident Mbeki gerne als "von Weißen aufgebauscht" bezeichnet.
Ein Polizeipräsident und die Unterwelt
Der oberste Chef der Polizei (Police Commissioner) Südafrikas ist Jackie Selebi. Er soll beste Kontakte zu Freunden in der Unterwelt gehabt haben, unter anderem zu einem angeblichen Mafiaboss namens Glenn Agliotti. Der wiederum soll die vom Opfer erbetene Ermordung des Minenmagnaten Brett Kebble organisiert haben. Ein Fall, der so bizarr ist, als sei er von einem Buchautor erfunden worden.
Kebble, offenbar in Milliardenbetrügerein verwickelt "war offenbar ein Visonär, Betrüger und Auftraggeber seiner eigenen Ermordung in einer Person. Da Jackie Selebi ein Freund und Verbündeter Thabo Mbekis ist, Kebble aber ein Förderer und Freund von Mbekis Gegner und Feind Jacob Zuma, stellen sich hier Fragen über Fragen.
Die Scorpions Südafrikas, vergleichbar dem FBI in den USA, hatten offenbar genug Verdachtsmomente gegen Jackie Selebi, dem sie Korruption, Behinderung der Justiz und Betrug vorwarfen, um ihn zu verhaften. Dies verhinderte Selebis Freund, der Staaspräsident Mbeki und suspendierte stattdessen den Boss der Scorpions, Vusi Pikoli. Getreu dem Motto "Was schert mich die Gewaltenteilung der Demokratie".
Nun soll die ehemalige Parlamentspräsidentin Frene Ginwala alles aufklären. Eine Frau, die sich zu fein war, auf einem einfachen Abgeordnetensitz Platz zu nehmen, als sie als Parlamentspräsidentin nicht wiedergewählt wurde. "What a fine mess".
Manto-Saga geht weiter
Doch auch der Skandal um die Kleptomanin, Alkoholikerin und Gesundheitsministerin Südafrikas, Manto Tshabalala-Msimang geht weiter. Die Oppositionspartei Democratic Alliance wollte einen Untersuchungsausschuss, um die "Fitness" der Ministerin zu klären. Das wurde von der Regierungspartei ANC erwartungsgemäß als "Majestätsbeleidigung" abgelehnt. Es könne nicht angehen, dass eine Ministerin einer solchen Niederträchtigkeit ausgesetzt würde. Die Ministerin hatte in Botswana Patienten bestohlen und war deswegen rechtskräftig verurteilt und für zehn Jahre des Landes verwiesen worden.
Sex- Pest kommt zurück
Ein Mann namens Mbuelo Goniwe, ehemals "Einpeitscher" der ANC Fraktion im südafrikanischen Parlament, der ein enger Freund Mebekis ist, sich aber einer Dame allzu aufdringlich angeboten hatte und deswegen aus dem ANC ausgeschlossen wurde, soll auf Befehl Mbekis wiederkommen. Mbeki braucht ihn auf der alles entscheidenden Konferenz im Dezember, wo er sein eigener Nachfolger werden möchte. Er hat daher ein Kommittee beauftragt, die Ausschlussentscheidung zu ueberprüfen, mit aufschiebender Wirkung der Suspendierung.
Ein wahres Tollhaus moechte man meinen. Aber wenigstens gibt es den Rugby-Weltcup, wenn schon keine richtige Demokratie.
































































Nur nörgeln
GO BOKKE GO!