"Land unter" und das regensichere ARD-Studio in Nairobi
19. September 2007, 23:00[Dr. Alexander Freiherr von Paleske] "Land unter muss keine Katastrophe sein", unter dieser Schlagzeile berichtete heute Safari-Reporter Wim Dohrenbusch aus einem regensicheren ARD Studio in Nairobi über das "in Wirklichkeit segensreiche Wasser", das den Hilfsorganisationen angeblich nur dazu dient, um die Kassen zu füllen.
Also nicht spenden? Sind Hilfsorganisationen nur darauf aus, mit Tataren-Meldungen die Spendenfreudigkeit zu erhöhen? Hier hätte man eine wesentlich bessere Analyse erwarten dürfen.
Richtig ist: Es regnet in Afrika und zwar so stark, dass es zu schweren Überschwemmungen gekommen ist - gerade auch in Gebieten, die sonst nicht von Regenfällen verwöhnt werden. Richtig ist auch, dass der Regen prinzipiell auf diesem Kontinent ein Segen ist. Doch schon ab dieser Feststellung lässt der Bericht in der Folge alles vermissen, was eine realistische Analyse ausmacht.
Abholzungen verhindern Pufferung
Durch die außerordentlich starke Abholzung der vorhandenen Wälder sind nicht nur viele Teile Afrikas auf dem Weg in die Wüste,vielmehr ist dadurch der Puffer, den diese Wälder dargestellt haben, weggefallen. Das Wasser läuft also sofort ab, in der Folge werden die ausgetrockneten Bäche zu reißenden Strömen und treten über die Ufer. Ist der Regen vorbei, dann ist auch das Wasser bereits nach kurzer Zeit verschwunden.
In Simbabwe führen selbst große Flüsse, wie beispielsweise die Save, oftmals nur noch in der Regenzeit Wasser. Vor 40 Jahren war das noch ganz anders. Damals reichten die Wälder bis an den Fluss, der das ganze Jahr über Wasser führte und es gab einen reichen Fischbestand. Heute ist weitgehend alles abgeholzt, der Fischbestand unbedeutend. Wer beispielsweise im mittleren Savebereich die Ufer anschaut, der glaubt auf eine Mondlandschaft zu blicken.
Verheerende Überflutungen
Die derzeitige Überflutung ist gerade in den Ländern verheerend, in denen es außerhalb des normalen Regenzyklus regnet, denn damit wird auch die nächste Ernte hinfällig. Durch die momentanen starken Regenfälle wurden bereits ganze Dörfer unter Wasser gesetzt und die Nahrungsmittelvorräte zerstört, Hunger und Seuchen drohen. Hier sind Soforthilfen unbedingt nötig, wobei die Betonung tatsächlich auf "sofort" liegt.
Auf die Veränderung des Klimas, die zweifellos vorliegt, konnte und kann sich die Bevölkerung so schnell nicht einstellen. Das Beispiel Äthiopien - wie im Artikel der Tagesschau beschrieben - greift daher aus einer Vielzahl von Gründen keinesfalls. Wenn die Bodenerosion erst einmal stattgefunden hat, hilft langfristig nur eine intelligente Aufforstung und diese ist sehr schwierig. Denn als Wasserpuffer müssen dann Staudämme dienen, die es aber bisher nur in völlig unzureichender Form gibt.
Auch kann es nicht um Staudamm-Großprojekte gehen, vielmehr muss eine Vielzahl von kleinen und mittleren Dämmen zum Einsatz kommen. Und zwar auch in jenen Gebieten, in denen es normalerweise nicht so stark oder nur wenig regnet. Also auch dort, wo es sich angeblich nicht "lohnt".
.
Die Abholzung des wenigen Waldbestandes geht derweil unvermindert weiter und das gewonnene Holz wird größtenteils als Feuerholz verwendet oder zu Holzgiraffen verarbeitet, die Touristen gerne mit nach Hause bringen. Wo dann noch reicher Waldbestand vorhanden ist, sind kommerziellen Holzfäller aus Übersee am Werk.
Zyklone sind kein Segen
Mozambique und Madagaskar haben es darüber hinaus nun mit einer ganz anderen Form der Unwetter zu tun: Den Zyklonen, die aus der Karibik nur allzu bekannt sind. Deren Zahl und Heftigkeit hat in den letzten Jahren ständig zugenommen, ähnlich wie in der Karibik. Hier kann wohl kaum das Wort "Segen" benutzt werden.
So ist also neben der Soforthilfe auch eine langfristige Unterstützung erforderlich, bei der die Hilfsorganisationen wiederum eine wichtige Arbeit leisten können. Nicht zuletzt natürlich auch im Bereich Klimaschutz. Verharmlosungsberichte, wie der Artikel des Autors Wim Dohrenbusch, gehen daher völlig an der Sache vorbei.
Verweise:
Im Gespräch mit Dr. Alexander Freiherr von Paleske
Also nicht spenden? Sind Hilfsorganisationen nur darauf aus, mit Tataren-Meldungen die Spendenfreudigkeit zu erhöhen? Hier hätte man eine wesentlich bessere Analyse erwarten dürfen.
Richtig ist: Es regnet in Afrika und zwar so stark, dass es zu schweren Überschwemmungen gekommen ist - gerade auch in Gebieten, die sonst nicht von Regenfällen verwöhnt werden. Richtig ist auch, dass der Regen prinzipiell auf diesem Kontinent ein Segen ist. Doch schon ab dieser Feststellung lässt der Bericht in der Folge alles vermissen, was eine realistische Analyse ausmacht.
Abholzungen verhindern Pufferung
Durch die außerordentlich starke Abholzung der vorhandenen Wälder sind nicht nur viele Teile Afrikas auf dem Weg in die Wüste,vielmehr ist dadurch der Puffer, den diese Wälder dargestellt haben, weggefallen. Das Wasser läuft also sofort ab, in der Folge werden die ausgetrockneten Bäche zu reißenden Strömen und treten über die Ufer. Ist der Regen vorbei, dann ist auch das Wasser bereits nach kurzer Zeit verschwunden.
In Simbabwe führen selbst große Flüsse, wie beispielsweise die Save, oftmals nur noch in der Regenzeit Wasser. Vor 40 Jahren war das noch ganz anders. Damals reichten die Wälder bis an den Fluss, der das ganze Jahr über Wasser führte und es gab einen reichen Fischbestand. Heute ist weitgehend alles abgeholzt, der Fischbestand unbedeutend. Wer beispielsweise im mittleren Savebereich die Ufer anschaut, der glaubt auf eine Mondlandschaft zu blicken.
Verheerende Überflutungen
Die derzeitige Überflutung ist gerade in den Ländern verheerend, in denen es außerhalb des normalen Regenzyklus regnet, denn damit wird auch die nächste Ernte hinfällig. Durch die momentanen starken Regenfälle wurden bereits ganze Dörfer unter Wasser gesetzt und die Nahrungsmittelvorräte zerstört, Hunger und Seuchen drohen. Hier sind Soforthilfen unbedingt nötig, wobei die Betonung tatsächlich auf "sofort" liegt.
Auf die Veränderung des Klimas, die zweifellos vorliegt, konnte und kann sich die Bevölkerung so schnell nicht einstellen. Das Beispiel Äthiopien - wie im Artikel der Tagesschau beschrieben - greift daher aus einer Vielzahl von Gründen keinesfalls. Wenn die Bodenerosion erst einmal stattgefunden hat, hilft langfristig nur eine intelligente Aufforstung und diese ist sehr schwierig. Denn als Wasserpuffer müssen dann Staudämme dienen, die es aber bisher nur in völlig unzureichender Form gibt.
Auch kann es nicht um Staudamm-Großprojekte gehen, vielmehr muss eine Vielzahl von kleinen und mittleren Dämmen zum Einsatz kommen. Und zwar auch in jenen Gebieten, in denen es normalerweise nicht so stark oder nur wenig regnet. Also auch dort, wo es sich angeblich nicht "lohnt".
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Die Abholzung des wenigen Waldbestandes geht derweil unvermindert weiter und das gewonnene Holz wird größtenteils als Feuerholz verwendet oder zu Holzgiraffen verarbeitet, die Touristen gerne mit nach Hause bringen. Wo dann noch reicher Waldbestand vorhanden ist, sind kommerziellen Holzfäller aus Übersee am Werk.
Zyklone sind kein Segen
Mozambique und Madagaskar haben es darüber hinaus nun mit einer ganz anderen Form der Unwetter zu tun: Den Zyklonen, die aus der Karibik nur allzu bekannt sind. Deren Zahl und Heftigkeit hat in den letzten Jahren ständig zugenommen, ähnlich wie in der Karibik. Hier kann wohl kaum das Wort "Segen" benutzt werden.
So ist also neben der Soforthilfe auch eine langfristige Unterstützung erforderlich, bei der die Hilfsorganisationen wiederum eine wichtige Arbeit leisten können. Nicht zuletzt natürlich auch im Bereich Klimaschutz. Verharmlosungsberichte, wie der Artikel des Autors Wim Dohrenbusch, gehen daher völlig an der Sache vorbei.
Verweise:
Im Gespräch mit Dr. Alexander Freiherr von Paleske






























Institut für Staats-


































