Aktuell

Aktuelles Video

Sebastian Knauer

Der SPIEGEL-Redakteur und Herausgeber der Publikation "Barschel - Die Akte" geriet 1987 auf dem Höhepunkt des Barschel-Skandals selbst in den Sumpf des Polit-Thrillers, als er den toten Politiker auffand.

Zum Interview    

Dr. Hermann Otto Solms

Der Vizepräsi-
dent des Deut-
schen Bundes-
tages hat in den vergangenen Jahren ein Gesamtkonzept zur Reform der direkten Steuern entwickelt. Wir hatten Gelegenheit, mit ihm darüber zu sprechen.

Zum Interview

Jens Seipenbusch

Der Vorstands-
vorsitzende der schnell wachsen-
den Piratenpartei in Deutschland spricht über Bürgerrechte im digitalen Zeitalter und mehr Transparenz in Politik und Behörden.

Zum Interview

Gerd Heidemann

Mehrteiliges Interview mit dem Ex-"Stern"-
Reporter und einstiegem Kriegsbericht-
erstatter Gerd Heidemann, dessen Karriere mit dem Medien-Flop um die gefäl-
schten Hitler-Tagebücher ein jähes Ende fand.

Zum Interview

Hans Wall (Wall AG)

Die außer-
gewöhnliche Erfolgsge-
schichte des einstigen Mechanikers, der zu einem der bekann-
testen Werbegiganten Deutsch-
lands aufstieg, begann Ende der 70er Jahre mit einer cleveren und gleichsam ungewöhnlichen Idee.

Zum Interview

Dr. Volker Wissing (FDP)

MdB und Mitglied des FDP-Bundes-
vorstandes spricht über das Desaster HRE, Enteigungen, Versäumnisse, Intransparenz und einen Untersuchungsausschuss

Zum Interview

Graf von Faber-Castell

Der Top-
manager und Vorstands-
vorsitzende der Faber-Castell AG in Stein äußert sich im Interview zu Tradition und Fortschritt, unternehmerische Verantwortung und Nachwuchsförderung

Zum Interview

Dr. Hermann Bühlbecker

Der Top-Unter-
nehmer steht seit 1977 an der Spitze des Unternehmens Lambertz in Aachen. Im Interview spricht er über Standorte, Verantwortung und den Wert guter Beziehungen.

Zum Interview

Prof. Dr. C. Pestalozza
Prof. Dr. C. G. Paulus

FU Berlin und Humboldt-Universität zu Berlin beantworten Fragen zum Finanzmarktstabili-
sierungsgesetz

Zum Interview





Wolfgang Grupp, Trigema

Der schwäbische Unternehmer spricht über Globalisierung, Exportwelt-
meister, Hoch-
lohnland Deutschland, Ethik, persönliche Haftungen und erfolgreiche Unternehmensführung.

Zum Interview

Dr. Michael Meister (CDU)

Dr. Michael Meister, Stellver-
tretender Vorsitz-
ender der CDU/
CSU-Bundestags-
fraktion über Wirtschafts- und Sozialkompetenz, staatliche Eingriffe und die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft.

Zum Interview

Dirk Niebel (FDP)

Generalsekretär der FDP-Bundes-
partei über Ankerplätze, Krisen, Politik-
verdrossenheit und einer bedenklichen Entwicklung zu einer sozialistischen Marktwirtschaft.

Zum Interview

Prof. Markus Heintzen

Dekan des Fachbereichs Rechtswissen-
schaft der Freien Universität Berlin über die umstrittene Pendlerpauschale und Verfassungskonformität.

Zum Interview

Sir Quett K. J. Masire

Masire war von 1980 bis 1998 Präsident von Botswana. In einem ausführ-
lichen Interview mit uns äußert sich Masire zur schwierigen Lage im Kongo.

Zum Interview

DER MADOFF-SKANDAL

FLOP des Jahres:

CDU und SPD schmettern Volksentscheide ab

TOP des Jahres:

Vorgänge um Hypo Real
Estate unter der Lupe

DIE FINANZKRISE

AMERIKA, wer bist Du?

Ulrich Müller

Wer regiert in Berlin? Vor allem auch Lobbyisten! Ulrich Müller, Vor-
standsmitglied von LobbyControl auf den Spuren der Lobbyisten in Berlin.

Zum Interview

Dr. Timo Grunden

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft der Universität Duisburg-Essen über die Studie: "Politikberatung im Innenhof der Macht".

Zum Interview



Andrea Titz/Richterbund

Staatsanwältin und Mitglied des Präsidiums des Deutschen Richterbundes über Weisungs-
gebundenheit der Staatsanwälte.

Zum Interview

Dr. Werner Hoyer (FDP)

Stellvertretender Vorsitzender und außenpolitischer Sprecher der FDP-Bundes-
tagsfraktion zur aktuellen Situa-
tion in Georgien.

Zum Interview



Prof. Dr. H. J. Selenz

Der Wirtschafts-
ethiker und Gründer des Vereins "CLEANSTATE e.V." über Moral, Ethik, Brandstifter und Defizite im Rechtssystem.

Zum Interview



Prof. Dr. P. Reisewitz

"Pressefreiheit unter Druck – Gefahren, Fälle, Hintergründe"

Zum Interview

Im Gespräch mit:

Prof. Dr. C. Pestalozza
Institut für Staats-
lehre, Staats- und Verwaltungsrecht, Freie Universität Berlin zur Vorrats-
datenspeicherung.

Zum Interview

Rainer Brüderle

Stellvertretender Fraktionsvor- sitzender der FDP über Mindestlöhne, Investivlohn und Fachkärftemangel.


Zum Interview

Wetter

Aktuelles Wetter in Berlin:


Temperatur: 5 C
UV Index: 0
Luftfeuchte: 93 %
Sichtweite: 6.0 km
Luftdruck: 1009.1 mb
Windstärke: 11 km/h

Weather data provided by weather.com

Counter

Diesen Beitrag kannst du nicht kommentieren.

senden

Giftgas und Milliardenbetrug - auf den Spuren des Moshe Regev

1. September 2007, 16:20
[Dr. Alexander Freiherr von Paleske] Der Krieg mit dem Iran rückt möglicherweise näher und es droht der Einsatz von intelligenten Bomben, die dann allerdings von Flugzeugen abgeworfen werden. Der Iran hat bereits Massenvernichtungswaffen in seinem Arsenal, die er mit Raketen, beispielsweise nach Israel, schicken könnte. Massenvernichtungswaffen, die - wie es aussieht - vor 15 Jahren mit Zustimmung der Geheimdienste Israels, Großbritanniens, aber auch des Bundesesnachrichtendienstes BND in den Iran geliefert wurden. In einem Artikel des israelischen Journalisten Shraga Elam in der Berner Zeitung vom 16.3.2000 berichtete er, der ehemalige Mi6 Agent Tomlinson habe über "eine gemeinsame Operation des Mi6, der CIA, und deutschen und polnischen Geheimdienste, chemische Waffen in den Iran verkauft".

Beschäftigen wir uns deshalb einmal näher mit einem Mann, der nicht nur als Verkäufer von Massenvernichtungswaffen, sondern auch als Milliardenbetrüger während der letzten 20 Jahre auffiel: Moshe Regev, alias Regenstreich, alias Keller - eng verbunden mit Geheimdiensten und dem Deutschen Gerhard Eugen Merz.

Moshe Regev stammt aus Israel
In seiner Einkommens- und Vermögensauskunft von 1996 nennt er als sein Geburtsdatum den 9. Mai 1951 und gibt als Staatsangehörigkeit "USA" und "Israel" an. Er diente in der israelischen Armee und wurde nach dem Jom-Kippur-Krieg (1973) entlassen. Schon hierüber gibt es verschiedene Versionen: Nach seinen "luftigen" Angaben war er F-16-Pilot und Oberst, doch nach den bodenständigen Recherchen von Yossi Melman, einem investigativen Journalisten der israelischen Tageszeitung "Ha'aretz", war er Major in einer Panzerbrigade.

Offenbar hatte er mehr Wüstenstaub geschluckt als Höhenluft genossen. Vielleicht war dies auch der Grund, weshalb er einen Geschäftsbereich ansteuerte, von dem er in Israel Höhenflüge erwartete: Diamanten und Gold. Als er in diesem Geschäftsfeld jedoch erfolglos blieb und bald unter anderem bei der "First International Bank" enorme Schulden angehäuft hatte , verließ er schleunigst seine israelische Heimat und ankerte "global", zunächst aber in Deutschland. Hier trieb er gleich mehrere Firmen in den Konkurs, was seinerzeit jedoch keine größere Aufmerksamkeit auf sich zog. Zu seinen Opfern zählen auch die Unikum-Handels AG (1990), die AHAVA Cosmetic-Vertriebsgesellschaft und die Regev-Verwaltungsgesellschaft - alle im noblen Vorort von Bad Homburg am Taunus ansässig. Ebenfalls zu erwähnen ist die Mainway-Handelsgesellschaft, die später noch im Zusammenhang mit dem Waffenhandel zur Sprache kommt.

Marmor, Stein und Eisen bricht, aber Regev nicht
Auch eine Marmor-Handelsgesellschaft wurde von und mit ihm gegründet. Aber auch dieses edle Gestein ließ er bröckeln und veränderte rasch den juristischen Bereich, in dem man ihn sehr schnell hätte belangen können. Er fuhr in die Schweiz und zwar nach Lyss. Und weil er es perfekt verstand, immer sofort Kontakte zu Regierungsangestellten zu knüpfen, erhielt er in der Schweiz rasch staatliche Aufbauhilfe und gründete ein Konglomerat von Firmen, darunter die UCCB in Lyss im Jahre 1992, die Diamond-Club AG in Lyss 1993 und die Emekom AG in Lyss 1994. Die Berner Wirtschaftsförderung unterstützte ihn großzügig dabei, Diamanten anzukaufen aber nicht zu bezahlen. Zwar wurde die Luft für ihn nach und nach immer dünner, doch konnte er immer rechtzeitig ausweichen. Als er schließlich nach Deutschland zurückkehrte, hinterliess er einen Schaden von etwa 15 Millionen Fränkli! In Deutschland angekommen, handelte er nun über die Firma Mainway mit etwas "weicherem" als Marmor: mit Massenvernichtungswaffen nämlich und zwar Giftgas. Weder in Deutschland noch in der Schweiz fand er Abnehmer, dafür jedoch im Nahen Osten, genauer im Iran. Mit dabei: Der deutsche Logistikfachmann Gerhard Eugen Merz.

Iraner auf Einkaufstour
Der Iran, ohne Einsicht darüber, dass nur ausgewählte Länder solche Waffen besitzen sollten, ging nun fleissig auf Einkaufstour. Da solche Massenvernichtungswaffen nicht im Versandhandel zu Discountpreisen zu erwerben, sondern teuer und mit Illegalitätszuschlägen und hohen Frachtkosten versehen sind, ließ der Iran zunächst über die iranische Im- und Exportfirma Bandaran auf dem Schwarzmarkt Öl zu Discountpreisen verkaufen. Jenes Öl, das die von der OPEC dem Iran zugeschlagene Exportquote überstieg. Handelsplatz war Wien, wo auch die OPEC seit vielen Jahren ihr Hauptquartier hatte.

Natürlich brauchte der Iran für einen solchen Handel spezielle Leute "vor Ort" in Wien. Da traf es sich gut, dass es jemanden gab, der sich sowohl im Iran auskannte, die Landessprache perfekt beherrschte, familiär dort verwurzelt war und sich auch in den Wiener Kaffeehäusern bestens auskannte. Ein west-östlicher Diwan oder besser ausgedrückt: Ein G’schäftlhuber namens Manfred Felber, verheiratet mit einer Iranerin und ständig unterwegs zwischen Wien und Teheran. Auch ein waschechter Iraner namens Farschi fehlte nicht, der auch noch die Bauträgerfirma RAFA besaß; ein Familienbetrieb, gemanagt von seiner Frau und seinen Kindern. Farschi ist keineswegs auf diesen Namen beschränkt. Er nannte sich gelegentlich auch "Masoud", "Hashemi Bari" oder auch "Farshchiha" und besorgt angeblich auch Geldtransaktionen, und zwar über die Firma Ravand, ein globales, iranischen Handelsunternehmen mit Filialen in London und dem Nobelvorort von Los Angeles, Beverly Hills; Ravandi stand auch schon vor dem Kadi in Kalifornien wegen Geldwäsche.

Nun kommt Moshe Regev ins Spiel, denn er trifft auf diese Truppe. Interessen decken sich perfekt, allerdings gibt es geringe Differenzen: Regev will Geld und liefert Massenvernichtungswaffen, doch will er auf keinem Fall Israel schaden. So kann es mit den Iranern keine vollständige Deckungsgleichheit geben. Doch Israel hat eine lange Tradition mit Waffenverkäufen in den Iran. Warum also nicht auch einen schwungvollen Handel mit Giftgas, solange die israelische Regierung nichts dagegen hat? Zudem hatte schon ein anderer Israeli damit schwunghafte Geschäfte gemacht. Ein gewisser Nahum Manbar, der über den israelischen Inlandsgeheimdienst "Shin Bet" mit der Regierung in Jerusalem zusammen arbeitete. Zu Manbar hatte sich bereits der britische Geheimdienst Mi6 gesellt, mit seinem Agenten Richard Tomlinson und der freischaffenden britischen Geheimdienstlerin Joyce Kiddie. Eine feine Gesellschaft! Zusätzlich wird Regev gebeten, Uran zu besorgen und er verspricht, über seine russischen Kontakte zu "helfen". Wie weit dieses Geschäft mit dem Uran letztendlich gedieh, wurde leider niemals bekannt.

Regev startet durch
Für Regev kann es jetzt richtig losgehen. Was fehlt, ist noch die tatkräftige Mithilfe eines Juristen. Und was ist da besser, als sich der Mithilfe eines Juristen zu versichern, der zwar das Gesetz kennt, aber auch bereit ist, sich nicht daran zu halten? Dieser Mann taucht schon 1991 in Gestalt des Georg Friedrich M. auf, der zwar im Jahr 1974 als Rechtsanwalt in Frankfurt zugelassen war, aber 1987 seine Anwaltszulassung zurückgab. Damit kam er einem zwangsweisen Lizenzentzug zuvor; er soll es mit dem Gesetz sowie der Menge seines Alkoholkonsums nicht allzu genau genommen haben. Weitere Männer werden gebraucht, die Erfahrungen und Verbindungen zu China vorweisen können. Dazu finden sich der Australier Luciano Moscatelli sowie ein Chinese aus Hongkong, der sich "Tom" nennt und beste Kontakte zu chinesischen Ministerien hat. Nun werden Rohstoffe und das Know-how zur Herstellung für Senfgas und Sarin - letzteres eine schlimme und leicht herzustellende Chemiewaffe, von Adolf Hitlers Chemikern 1938 bei der IG Farben entwickelt, von den Nazis jedoch nie eingesetzt - in China eingekauft und nach Bandar-e Abbas tonnenweise verschifft. Das Geschäft läuft gut.

Regev trifft sich regelmäßig mit den Shin-Bet-Agenten, um sie laufend zu informieren. Zwar ist der Krieg zwischen Irak und Iran vorbei, ebenso der erste Golfkrieg und mittlerweile wird fieberhaft im benachbarten Irak nach diesen speziellen Chemiewaffen gesucht. Doch kann man mit den Chemiewaffen sehr gut auch das Gefahrenpotential des Iran heraufsetzen, so dass alsbald ein Militärschlag gegen den Iran unvermeidlich erscheint; dann könnte man auch das Teufelszeug gleich mit vernichten.

Doch es kommt alles ganz anders. Bei der Hisbollah tauchen plötzlich im Südlibanon Waffen auf, die Israel einst in den Iran geliefert hatte. Und nun dämmert es wohl auch dem Dümmsten, dass sich darunter eines Tages auch die Chemiewaffen finden ließen. Also Halt! STOP!
Der altgediente Offizier Moshe Regev ist es gewohnt Befehle zu befolgen und er stoppt tatsächlich. Nicht jedoch Nahum Manbar, denn dieser hat noch eingegangene Lieferverpflichtungen zu erfüllen, Und damit verstehen die Iraner keinen Spaß. Manbar liefert also fleissig weiter und kommt für diese Missetat später in Israel für 16 Jahre hinter Gitter; auch deshalb, weil zwei Mossad-Agenten in Wien, die auf Manbar angesetzt waren, bei einem mysteriösen "Verkehrsunfall" ums Leben kamen. Nach 10 Jahren Haftverbüßung stand er nun zur vorzeitigen Entlassung an,diese wurde aber am 28.8 2007 abgelehnt. Der vermutliche Grund: Manbar könnte auspacken, wie knietief damals die Geheimdienste selbst involviert waren, eine Riesenblamage gerade jetzt.

Ein Freund, ein guter Freund…
Bleiben wir noch ein wenig bei der Crew des Iran, die über die Firma Bandaran Chemiewaffen einkaufte: Geleitet wurde das "Projekt" in Teheran von einem Dr. Abbaspour Tehrani Fard, einem engen Freund von Irans Ex-Präsidenten Akbar Hashemi Rafsanjani. Abbaspour tritt auch als Vertreter des Iran auf Umweltschutzkonferenzen im Ausland auf. Er weiß wohl am besten, vor welchen Schrecklichkeiten die Umwelt geschützt werden muss. Auch zu nennen wäre Hossein Maher, der angeblich viele Tarnfirmen leitet.

Zurück zu unserem Kaffeehausbesucher Felber: Der wird im Jahr 1994 in Amerika verhaftet, weil er, für den Fall des Falles, Gasmasken und Gasspürgeräte für den Iran besorgen wollte - und Geld wusch, außerhalb der zugelassenen Waschsalons. Er verschwindet für zwei Jahre hinter Gittern. Nach seiner Entlassung aus dem US-Knast und Rückkehr nach Österreich, ist Felber nicht nur weiter aktiv. Er kann sich nun auch der tatkräftigen Unterstützung seines Sohnes H. Felber, erfreuen. Der wiederum preist auf seiner Internetseite die Kontakte zu seinem Vater in Teheran: eine wahrlich schöne, harmonsche Familie. Doch nach 1994 läuft für Regev nichts mehr mit Chemiewaffen. Deshalb greift er nun auf das zurück, was er am besten beherrscht: Betrug.

Bädergeschäfte
Regev hat ein Faible für Orte mit einem "Bad" davor - also zieht es ihn von Bad Homburg nach Bad Nauheim und dann nach Bad Liebenberg. Doch der Reihe nach: In Bad Nauheim gab es das renommierte Hotel Rosenau. Es stand zum Verkauf an, weil der Eigentümer schwer krank war, dann starb und der Sohn das Hotel nicht übernehmen wollte. Eine goldene Gelegenheit für Regev, die unerfahrene und trauernde Witwe über den Tisch zu ziehen. Wieder mit dabei beim G`schäftlemachen: sein Rechtsberater M. Regev "kaufte" also das Hotel und verkaufte es sofort weiter, ohne jedoch den ehemaligen Eigentümer zu bezahlen. Der Schaden für die Rosenau-Witwe: 2,5 Millionen. Selbstredend erhielt auch der Bäcker, der für 5.000 Euro Brötchen lieferte, von Regev niemals Geld. Vorübergehend "managte" der (Un-)Rechtsberater M. das Hotel.

Eine ganze Reihe von Leuten verkehrten damals mit Regev. Sie halfen ihm - teils eigennützig, teils uneigennützig. Unter ihnen auch ein CDU-Stadtrat. Der stellte Regev ganz obligatorisch seine Hausadresse zur Verfügung. Dazu gesellten sich noch ein Steuerberater, der allerdings nicht bei der Steuerberaterkammer bekannt ist; ein Sparkassen-Direktor, der wegen seiner Geschäfte mit Regev, an denen die Sparkasse nicht verdienen konnte - wie sollte sie auch -, seinen Job verlor. Und natürlich gab es eine Reihe von weiblichen Wesen, die Regevs Macho-Charme erlagen und die nicht nur ihr Herz, sondern auch ihr Vermögen an ihn verloren. Im Jahr 1996 kam schließlich der Augenblick für Regev, Bad Nauheim Lebewohl zu sagen, denn auch hier wurde die Luft zu dünn. Nun ging es auf Afrika-Safari - in Betrugsabsicht, versteht sich.

Regev in Südafrika
Einst marschierte der General von Lettow-Vorbeck im Ersten Weltkrieg durch Ostafrika. Die Bundeswehr sang noch in den 60er Jahren nach dem Lied:

"Wie oft sind wir geschritten, auf schmalem Wüstenpfad, wohl durch der Steppen Mitten, wenn früh der Morgen naht, mit Träger und Askari, Heia Safari"

Zwar singt Regev nicht dieses Lied, doch angetrieben wird er von der gleichen Gier. Zunächst kauft er in Hyde Park, einem Vorort von Johannesburg einen 30-Zimmer-Palast, der sich kaum als sozialer Brennpunkt bezeichnen lässt. Weiter gehts mit einer Firma namens Sintex und einem betrügerischen Gold- und Diamanten-Deal im Wert von 115 Millionen US Dollar. Auch eröffnet er einige "Boiler-Rooms: Büros mit Computer, Telefon und Internetanschluss. In Betrugsabsicht versteht sich - ein anderer Ausdruck dafür ist "betrügerisches Telemarketing". Dass Regenstreich nicht einmal eine Lizenz zum Aktienhandel besitzt, interessiert niemanden. Der eigentliche Knüller aber kommt in Gestalt einer beabsichtigten Riesenhypothek auf die Nationalparks im Norden Südafrikas in Höhe von mehr als einer Milliarde Rand zur Absicherung eines Riesenkredits daher, bei dem Regev und seine Freunde ordentlich zulangen wollten.

Südafrika hatte im Jahre 1994 die ersten freien Wahlen hinter sich, die mit einem überwältigenden Wahlsieg Nelson Mandelas und seiner Partei Afrikanischer Nationalkongress, ANC, abschlossen. Es folgte eine Umbruchszeit, in der viele Apartheids-Anhänger den Staatsdienst unter einer Regie von Schwarzen ablehnten, auf der anderen Seite aber nicht von Sozialhilfe leben wollten. Diese ewig gestrigen Staatsdiener wollten nun noch einmal richtig Kasse machen und dann endgültig aussteigen. Umgekehrt kamen viele unerfahrene, neue leitende Angestellte auf verantwortungsvolle Positionen - die Zeit des Umbruchs also, die zu einer günstigen Zeit für Betrüger, wie Regev, wurde. Der fädelte nun auf diesem günstigen Betrugsklima einen Deal ein, der die Nationalparks für 25 Jahre an eine ausländische Bank übertragen sollte - für ein Butterbrot und ein Ei, gemessen an dem Touristenboom, den man nun erwarten konnte. Wäre nicht buchstäblich im letzten Moment alles aufgeflogen, hätte Regev dabei richtig Kasse gemacht. Doch der damalige Notenbankchef und heutige Finanzminister Trevor Manuel griff ein: schlecht für Regev, gut für Südafrika.

Doch hatte der emsige Regev immer mehrere Eisen im Feuer und so lud er zwei Geheimdienst-Agenten dazu ein, gestohlene Aktien unters Volk zu bringen - Aktien im Wert von 93 Millionen Rand (15 Millionen US-Dollar). Bereits nach zwei Jahren aber war für Regev alles ausgereizt und ein dickes Strafverfahren drohte. Doch da auch ANC und Geheimdienste involviert waren, wäre es zu einer Riesenblamage gekommen, die sich die noch junge, neue südafrikanische Regierung gerne ersparen wollte, hätte es doch nur die allbekannten Vorurteile gegen schwarze Regierungen genährt. Sie ließ Regev trotz eines internationalen Schweizer Haftbefehls laufen, was ihn - den Grundsatz, ignorierend, wonach sich Verbrechen nicht lohnen - flugs zu neuen, größeren Taten anreizte.

Viva Las Vegas!
In Las Vegas, im US-Bundesstaat Nevada, am Rand von Wüste und Atombombenversuchsgelände und der Geheimnis umwitterten Area 51, gibt es bekanntermaßen viele Casinos und wenig Steuern. Eine gute Atmosphäre und die schlechthin eine Oase für den bombigen Regev. Doch die Schweizer Justiz bleibt ihm auf den Fersen. Nach einem Jahr ist es soweit: Das FBI verhaftet Regev, er kommt in Auslieferungshaft und weiter in die Schweiz. Dort landet er für drei Jahre hinter Gittern. Auch die deutsche Justiz hat noch ein Hühnchen mit ihm zu rupfen. Nach Verbüßung seiner Strafe in der Schweiz wird er im Gefängniswagen nach Friedberg in Deutschland chauffiert. Dort trifft er auf einen "„barmherzigen Richter", der ihn für seine Straftaten mit einer Bewährungsstrafe davonkommen lässt. Schließlich wird Regev - unmittelbar nach dem gnädigen Urteil - im Jahre 2002 aus dem Knast entlassen. Waren ihm wieder einmal seine Kontakte zu Geheimdienst-Agenten hilfreich? Diese Mutmaßung ist nahe liegend, denn Regev versteht unter "Bewährung" etwas anderes als der gnädige Richter: Er bewährt sich erneut im Betrugssektor. In Bad Liebenberg in Südthüringen, erleichtert er zwei Familien um deren gesamtes Vermögen. Der Schaden: Mehr als zwei Millionen Euro. Bald darauf ist Südthüringen für Regev ausgereizt, obwohl oder vielleicht gerade weil er sich dort ständig und regelmäßig mit Geheimdienst-Agenten trifft. Sie sollen, so munkelt man in Bad Liebenberg, angeblich vom BND gewesen sein. Gut zu wissen, dass der BND offensichtlich nicht nur Journalisten kontrollierte.

Regevs letzte Reisen?
Weiter geht die Reise in Sachen Betrug im großem Stil: diesmal wählt Regev nicht ein Bad sondern es zieht ihn nach Darmstadt. Denn dort wohnt ein alter Freund Regevs, ein quasi etwas unzuverlässiger Diamantenhändler. Nun wird noch schnell geheiratet, damit er, Regev, nicht aus Deutschland abgeschoben wird. Und auch die Familie seiner jungen Frau wird noch schnell um alles erleichtert, was sie besitzt; ohne jeden Skrupel versteht sich. Sein nächster Coup: die renommierte Firma Strobl in Darmstadt. Sie steckt in Schwierigkeiten und Regev erscheint als Retter in der Not. Zwar fehlen ihm nicht nur die Mittel, sondern auch die Erfahrung als Sanierer, doch verfügt die Firma immerhin über eine Zusatzpensionskasse, die sich prima plündern lässt. Auch einiges an Inventar lässt sich bestens verscherbeln. Gesagt – getan!

>Regevs letzte Spuren
Doch dann wird auch in Darmstadt die Luft für Regev dünn und dünner und das Parkett zu heiß. Der Staatsanwalt ist hinter ihm her. Also verflüchtigt sich Regev im März 2005 nach Wien. Möglich, dass er sich wieder mit Felber treffen wollte. Es soll seine letzte Reise gewesen sein. Sein Rechtsberater G. will im Besitz einer Todesurkunde sein, die Regev als unverheiratet ausweist. Todeszeitpunkt: 31. März 2005. Todesursache: Herzinfarkt. Regevs Leichnam soll schon wenige Stunden nach seinem Tod am nächsten Tag zur Bestattung nach Israel geflogen worden sein. Doch bei der israelischen Gemeinde in Wien findet sich laut Aussage des Rabbis kein Verstorbener mit Namen Moshe Regev oder Moshe Regenstreich oder Moshe Regev Regenstreich oder Moshe Keller. Auch gibt es Zweifel seitens der israelischen Gemeinde Wiens, ob die langsame Bürokratie der österreichischen Hauptstadt einen derart schnellen Abtransport erlaubt hätte. Nach jüdischem Glauben sollen Verstorbene zwar innerhalb von 24 Stunden bestattet werden. Aber in Wien müssen sich jüdische Glaubensrituale leider zu oft dem Wiener Amtsschimmel beugen, wie der Rabbi erklärte. Merkwürdig auch, dass Anfragen beim Wiener Magistrats bezüglich der Vorschriften im Umgang mit jüdischen Verstorbenen auf ein reges Interesse hinsichtlich des Namens des Verstorbenen stießen – obwohl der nicht genannt wurde. Noch merkwürdiger aber ist es, dass Regev im Juni 2006 angeblich in London gesehen wurde. Viele der Geschädigten, deren Liste noch unvollständig ist, sind überzeugt, dass Regev auch den Teufel betrogen hat und noch lebt.

Epilog
Nach dem angeblichen Tod Regevs kreuzt ein Autohändler aus dem Raum Giessen auf. Seinem Namen nach könnte er aus Frankreich, dem Elsaß oder Belgien stammen, doch sein Akzent ist israelisch. Fieberhaft sucht er nach den Mainway-Unterlagen, alles andere interessiert ihn nicht. Er ist sichtlich erregt, denn diese Unterlagen, welche die Geschäfte mit China beweisen und nicht nur das allein, könnten noch einmal gefährlich werden. Er findet sie und verschwindet wieder.

Gerhard Merz stirbt in Afrika am 17. März 2004 im berüchtigten Black-Beach-Gefängnis in Malabo der Hauptstadt Äquatorial Guineas, dem drittgrößten Erdölexporteuer Afrikas. Er wurde ganz offensichtlich gefoltert. Afrikaner verstehen, anders als noch mit "Kongo-Müller", keinen Spaß, wenn es um weiße Söldner geht. Dort wollte sich eine Meute von größtenteils britischen Glücksrittern aus der High Society über einen Coup eine gute Altersversorgung sichern. Gerhard Merz war ihr Transportoffizier.

Manfred Felber ist wieder in Österreich, seine derzeitigen Geschäfte und Partner sind nicht bekannt.

Friedrich Georg M. soll irgendwo in Mittelhessen leben, von Sozialhilfe. Zusammen mit einer feurigen Mexikanerin, die er im Hotel Rosenau kennenlernte. Eine Romanze in Moll. Na denn!

Verweise:
Interview mit Alexander Freiherr von Paleske
Fügen Sie diesen Artikel folgenden Diensten hinzu:

Mister Wong del.icio.us Furl YiGG Yahoo MyWeb Taggle Folkd BlinkList Linkarena Google ShortNews

Wir freuen uns über sachliche Kommentierungen. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren, insbesondere wenn sie ehrverletzende, beleidigende, rassistische sowie anderweitig strafrechtlich relevante Inhalte enthalten. Eine Korrespondenz hierzu seitens der Redaktion entfällt.

Suche

 

spotlight

SPREERAUSCHEN.net
+++Interviews+++








Spotlight: Der wöchentliche Überblick Reprtagen und Dokumentationen Im Gespräch mit: Podcast: Audios auf Spreerauschen Unter uns: Der Kommentar Archiv. Suchen und Finden

Kreativster Wahlspot

Dr. Werner Kilian

Der Botschafter a. D. war zu Beginn seiner diplomatischen Karriere drei Jahre in Afghani-
stan und spricht im Interview über den deutschen Einsatz und die aktuelle, problematische Situation in dieser Region.

Zum Interview


Anna Maria Gadebusch

Spurensuche im Fall Marilyn Monroe:
Im Gespräch mit Anna Maria Gadebusch, Journalistin und Autorin des Radio-Features "Gute Nacht, Doktor!". Zum Interview


Ton Biesemaat

Mit brisanten Enthüllungen über das nieder-
ländische Königshaus hat sich der investi-
gative Journalist nicht nur Freunde gemacht. Wir haben nachgefragt.

Zum Interview


Prof. Dr. Michael Vogt

Historiker, Kommunikations-
wissenschaftler, TV-Journalist und Filmemacher über seinen Rücktritt aus dem Lehrauftrag an der Uni Leipzig.

Zum Interview



Volker Beck (Grüne)

Der Abgeordnete Bündnis 90/ Die Grünen spricht über Klimaschutz, Pseudoreformen und soziale Schieflagen.

Zum Interview

Ulrich Maurer (PDL)

Ulrich Maurer (MdB), Parlamen-
tarischer Geschäfts-
führer der Links-
fraktion im Bundestag, spricht über einen Politik-
wechsel und die Lasten der Krise.

Zum Interview





Powered by GOYAX

Nachgefragt:

Bernhard Docke

Der engagierte Anwalt von Murat Kurnaz spricht über den Kampf gegen die Arroganz der Macht.

Zum Interview

Dr. Michael Philipp

Historiker und Autor der Publikation: "Persönlich habe ich mir nichts vorzu-
werfen".

Zum Interview

Dr. Gregor Gysi (PDL)

Fraktionsvor-
sitzender DIE LINKE über die Fusion von WASG und PDS, Pläne der neuen Partei und Sozialpolitik.

Zum Interview

Satire exklusiv:



YouTube-Channel

Dieter Mörlein

Bürgermeister von Eppelheim über das Eppelheimer-
Modell für Studien-
gebühren

Zum Interview

Stephan Braun (MdL)

SPD-Politiker und Journalist über die „Junge Freiheit “: „De facto bleibt das Blatt gefährlich“.

Zum Interview



NEW YORK CITY

Politik-Hotspots

Dr. Heinrich L. Kolb

Unternehmer und Abgeordneter der FDP-Bundestags-
fraktion

Zum Interview

Hans-Christian Ströbele

Stellvertretender Fraktionsvor- sitzender Bündnis 90/Die Grünen über Geheimdienste und Mindestlöhne.

Zum Interview

Dr. Alexander v. Paleske

Mediziner, Jurist und Verteidiger einer der Angeklagten im so genannten dpa-
Prozess.

Zum Interview

Dr. H.O. Solms (FDP)

Der Vizepräsident des Deutschen Bundestages spricht über Steuerskandale, Bürokratieabbau, Steuerverschwendung und eine dringend erforderliche Steuer-Reform.

Zum Interview



Prof. Dr. G. v. Graevenitz

Rektor der Uni Konstanz über das Gesetz der Studien-gebühren.

Zum Interview

Dr. Malte Olschewski

ORF-Redakteur und ein vom Fernsehen geschädigter Journalist sucht "alles Geld der Welt".

Zum Interview

Stefan Collet

Student der Uni Münster und Vorstand des Magazins 360 Grad über die Anfänge, große Erfolge, Preise und Ausblicke

Zum Interview

Prof. Dr. Joachim Bohnert

Experte für Straf-
recht, Strafprozess-
recht und Rechts-
philosophie an der Freien Universität Berlin

Zum Interview

RSS-Feeds

DEFA-Schauspieler - Günter Naumann ist tot
Er war der "Chief" in der DDR-Kultserie "Zur...
8. Nov, 14:26
Verlorene Wette: Gottschalk fährt im Trabi nach Berlin
Thomas Gottschalk feiert 20 Jahre Mauerfall auf seine...
8. Nov, 14:25
USA-Serie, Teil 5 - Las Vegas: Wetten, dass!?
Wie reagiert ein Spielerparadies auf die Finanzkrise?...
Peter Gruber - 8. Nov, 14:16
Familienpolitik - FDP ätzt gegen Betreuungsgeld
In der FDP verstärkt sich der Widerstand gegen...
8. Nov, 14:11
Müchner Unruhe: Gesichter der Bayern-Krise
Rekordmeister Bayern München kommt nicht aus der...
8. Nov, 14:04
Florida - Geldnot Motiv für Amoklauf
Weil er in seinem neuen Job so wenig verdiente, dass...
8. Nov, 14:04
Nationalmannschaft - Neuer und Wiese spucken große Töne
Vor den Testspielen gegen Chile und die Elfenbeinküste...
8. Nov, 13:56
Strafen für Lahm und Luca Toni: 1. FC Tollhaus
Das saß: Philipp Lahm hat in einem Interview...
8. Nov, 13:44
Geklauter Geldtransporter in Frankreich: Fahrer mit elf Millionen...
Seit drei Tagen sind elf Millionen Euro aus einem Geldtransporter...
8. Nov, 13:34
Wirtschaftsnationen - Finanzmarktsteuer spaltet G20
Großbritannien und Deutschland wollen sie –...
8. Nov, 13:15
Umfrage: Jeder achte Deutsche will die Mauer zurück
20 Jahre nach dem Mauerfall sehnen sich laut einer...
8. Nov, 13:06