Der Iran, das Atomprogramm und Ahmadinejad
3. August 2007, 17:26[Dr. Alexander Freiherr von Paleske] Der neue britische Premier Gordon Brown hat - wie schon sein Außenminister David Miliband zuvor - erklärt, er schließe einen Krieg gegen den Iran keineswegs aus. Die Kriegsgefahr mit dem Iran wächst und wir müssen wohl mit einer massiven Desinformationskampagne rechnen, ähnlich wie vor Beginn des Irak-Krieges.
Daher ist jede Information willkommen, die uns mehr Aufschluss über den Iran, seinen Präsidenten Ahmadinejad und das Atomprogramm gibt. Nun ist gerade ein neues Buch erschienen, das genau diese Aufgabe erfüllt: "The Nuclear Sphinx of Tehran - Mahmoud Ahmadinejad and the State of Iran" von Yossi Melman und Meir Javedanfar. Die beiden Autoren sind ausgewiesene Kenner.
Melman, der für die israelische Zeitung Haaretz arbeitet, gehört zu den international führenden investigativen Journalisten. Mel Javendanfar stammt aus dem Iran und gilt als exzellenter Kenner der politischen Entwicklungen vor Ort.
Der Präsident Ahmadinejad
Das Buch macht uns näher mit Irans Präsidenten bekannt, zeichnet seinen persönlichen und politischen Werdegang nach und vermittelt uns, warum er es gerade war, der 2005 die Wahl gewann und nicht sein Konkurrent Rafsanjani.
Hier spielt vor allem seine Bescheidenheit im Lebenswandel eine Rolle, er fuhr mit einem alten Peugeot durch Teheran, als er noch Bürgermeister dieser 15 Millionenstadt war. Es war vor allem die allgegenwärtige Korruption und Ineffizienz der iranischen Regierung, die ihn für die Wähler so attraktiv machte.
Der Stand des iranischen Atomprogramms
Der Hauptteil des Buches beschäftigt sich mit der Geschichte und dem gegenwärtigen Stand des iranischen Atomprogramms. Danach hat bereits die 1979 gestürzte Regierung des Schahs an einem geheimen Programm gearbeitet, das Iran in den Besitz von Atomwaffen brachte - dies, obgleich das Land den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet hatte.
Dieses Programm wurde 1979 von Ayatollah Khomeini gestoppt, weil er die Atomwaffen für westliches Teufelszeug ansah, mit dem moslemischen Glauben unvereinbar. Eine diesbezügliche Fatwa gibt es aber offenbar nicht, oder sie wurde nicht veröffentlicht.
Diese Haltung sollte sich jedoch ändern, als der Iran 1980 von Saddam Hussein angegriffen wurde. In diesem Krieg setzte der irakische Diktator auch chemische Massenvernichtungswaffen ein, ohne dass dies international zu einem Aufschrei der Empörung geführt hätte. Es war der spätere Präsident Rafsanjani, der den Ayatollah Khomeini angesichts dessen überzeugte, der Wiederaufnahme des Atomprogramms zuzustimmen.
Diese Wiederaufnahme und das Vorantreiben des Atomprogramms, zu dem auch der Einkauf von Hard- und Software gehört, ist nach Melman und Javendavar vom Westen offenbar verschlafen worden. Gleiches gilt für die Internationale Atomenergiebehörde IAEA in Wien.
Israelische Kriegsvorbereitung seit 1996
Beginnend im Jahr 1996 kaufte Israel systematisch Langstreckenbomber ein, um gegebenenfalls den Iran angreifen zu können. Bereits 1981 hatte Israel den irakischen Atomreaktor Osirak durch einen Luftangriff zerstört, allerdings war die Reichweite der vorhandenen Militärmaschinen nicht groß genug, um auch den Iran zu erreichen.
Der Iran hatte sich zum damaligen Zeitpunkt bereits dank israelischer, deutscher und britischer Hilfe in den Besitz von Know-How und Rohstoffen für die Herstellung von chemischen Massenvernichtungswaffen gebracht.
Das Buch führt nicht präzise aus, wie weit das Atomprogramm des Iran nun letztlich gediehen ist. Dies wissen offenbar auch die westlichen Geheimdienste nicht so genau. Doch lässtdas Buch keinen Zweifel daran - und kann sich auf solide Qüllen stützen - mit welcher Energie dieses Atomprogramm, beginnend mit Rafsanjani, vorangetrieben wurde.
So wendet sich das Buch dann schließlich der Frage zu, was nun geschehen wird. Und da deutet tatsächlich alles auf einen Militärschlag hin. Der israelische Premier Olmert hat offenbar eine unter vier Augen gemachte Zusage von Präsident Bush, er werde notfalls militärisch das Atomprogramm stoppen bzw. Israel dann nicht von einem Militärschlag abhalten.
Da Bush in den USA auf weitgehende Ablehnung seines Kriegsabenteuers im Irak stößt, soll dabei offenbar die Arbeitsteilung so aussehen, dass Israel angreift und im Falle eines drohenden oder tatsächlichen Vergeltungsschlages werden die USA Israel dann "zu Hilfe eilen". So jedenfalls wird es in den Buch angedeutet.
Insgesamt handelt es sich beide der Publikation um ein wichtiges und sehr lesenswertes Buch, das allerdings noch nicht in deutscher Übersetzung vorliegt.
Verweise:
Im Gespräch mit Dr. Alexander Freiherr von Paleske
Daher ist jede Information willkommen, die uns mehr Aufschluss über den Iran, seinen Präsidenten Ahmadinejad und das Atomprogramm gibt. Nun ist gerade ein neues Buch erschienen, das genau diese Aufgabe erfüllt: "The Nuclear Sphinx of Tehran - Mahmoud Ahmadinejad and the State of Iran" von Yossi Melman und Meir Javedanfar. Die beiden Autoren sind ausgewiesene Kenner.
Melman, der für die israelische Zeitung Haaretz arbeitet, gehört zu den international führenden investigativen Journalisten. Mel Javendanfar stammt aus dem Iran und gilt als exzellenter Kenner der politischen Entwicklungen vor Ort.
Der Präsident Ahmadinejad
Das Buch macht uns näher mit Irans Präsidenten bekannt, zeichnet seinen persönlichen und politischen Werdegang nach und vermittelt uns, warum er es gerade war, der 2005 die Wahl gewann und nicht sein Konkurrent Rafsanjani.
Hier spielt vor allem seine Bescheidenheit im Lebenswandel eine Rolle, er fuhr mit einem alten Peugeot durch Teheran, als er noch Bürgermeister dieser 15 Millionenstadt war. Es war vor allem die allgegenwärtige Korruption und Ineffizienz der iranischen Regierung, die ihn für die Wähler so attraktiv machte.
Der Stand des iranischen Atomprogramms
Der Hauptteil des Buches beschäftigt sich mit der Geschichte und dem gegenwärtigen Stand des iranischen Atomprogramms. Danach hat bereits die 1979 gestürzte Regierung des Schahs an einem geheimen Programm gearbeitet, das Iran in den Besitz von Atomwaffen brachte - dies, obgleich das Land den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet hatte.
Dieses Programm wurde 1979 von Ayatollah Khomeini gestoppt, weil er die Atomwaffen für westliches Teufelszeug ansah, mit dem moslemischen Glauben unvereinbar. Eine diesbezügliche Fatwa gibt es aber offenbar nicht, oder sie wurde nicht veröffentlicht.
Diese Haltung sollte sich jedoch ändern, als der Iran 1980 von Saddam Hussein angegriffen wurde. In diesem Krieg setzte der irakische Diktator auch chemische Massenvernichtungswaffen ein, ohne dass dies international zu einem Aufschrei der Empörung geführt hätte. Es war der spätere Präsident Rafsanjani, der den Ayatollah Khomeini angesichts dessen überzeugte, der Wiederaufnahme des Atomprogramms zuzustimmen.
Diese Wiederaufnahme und das Vorantreiben des Atomprogramms, zu dem auch der Einkauf von Hard- und Software gehört, ist nach Melman und Javendavar vom Westen offenbar verschlafen worden. Gleiches gilt für die Internationale Atomenergiebehörde IAEA in Wien.
Israelische Kriegsvorbereitung seit 1996
Beginnend im Jahr 1996 kaufte Israel systematisch Langstreckenbomber ein, um gegebenenfalls den Iran angreifen zu können. Bereits 1981 hatte Israel den irakischen Atomreaktor Osirak durch einen Luftangriff zerstört, allerdings war die Reichweite der vorhandenen Militärmaschinen nicht groß genug, um auch den Iran zu erreichen.
Der Iran hatte sich zum damaligen Zeitpunkt bereits dank israelischer, deutscher und britischer Hilfe in den Besitz von Know-How und Rohstoffen für die Herstellung von chemischen Massenvernichtungswaffen gebracht.
Das Buch führt nicht präzise aus, wie weit das Atomprogramm des Iran nun letztlich gediehen ist. Dies wissen offenbar auch die westlichen Geheimdienste nicht so genau. Doch lässtdas Buch keinen Zweifel daran - und kann sich auf solide Qüllen stützen - mit welcher Energie dieses Atomprogramm, beginnend mit Rafsanjani, vorangetrieben wurde.
So wendet sich das Buch dann schließlich der Frage zu, was nun geschehen wird. Und da deutet tatsächlich alles auf einen Militärschlag hin. Der israelische Premier Olmert hat offenbar eine unter vier Augen gemachte Zusage von Präsident Bush, er werde notfalls militärisch das Atomprogramm stoppen bzw. Israel dann nicht von einem Militärschlag abhalten.
Da Bush in den USA auf weitgehende Ablehnung seines Kriegsabenteuers im Irak stößt, soll dabei offenbar die Arbeitsteilung so aussehen, dass Israel angreift und im Falle eines drohenden oder tatsächlichen Vergeltungsschlages werden die USA Israel dann "zu Hilfe eilen". So jedenfalls wird es in den Buch angedeutet.
Insgesamt handelt es sich beide der Publikation um ein wichtiges und sehr lesenswertes Buch, das allerdings noch nicht in deutscher Übersetzung vorliegt.
Verweise:
Im Gespräch mit Dr. Alexander Freiherr von Paleske





























Institut für Staats-
































