Aktuell

View from Liberty's crown

Frank Schäffler (FDP)

Der Bundestags-
abgeordnete und "Euro-Rebell" erklärt im Interview, dass die Schulden-
schirmpolitik den Euro zerstört, Europa spalten wird und schließlich das Sparvermögen aller vernichtet.

Zum Interview

Prof. Dr. Franz Hörmann

Der Univ.Prof. im Institut für Unterneh-
mensrechnung an der Wirtschafts-
universität Wien glaubt, dass es ein "systemisches Betrugsmodell einer Institution gebe, der in unserem Wirtschaftssystem das Monopol zur Geldschöpfung über Kredite eingeräumt wird".

Zum Interview

Sebastian Nerz (Piraten)

Die Piraten sind klar zum Ändern. Der Bundes-
vorsitzende der Piratenpartei Sebastian Nerz spricht in unserem Interview über Zukunftspläne, Ideologien und Visionen dieser noch sehr jungen Partei.

Zum Interview

Wolfgang Bosbach (CDU)

Der Bundestags
abgeordnete und Vorsit-
zende des Innen-
ausschusses des Deutschen Bundestages wird im Parla-
ment gegen die Erweiterung des EU-Rettungs-
schirms stimmen. Wir haben ihn nach den Gründen befragt.

Zum Interview

Prof. Dr. Uwe Kamenz

Früher oder später fliegt jedes Plagiat auf, glaubt Professor Kamenz von der FH-Dortmund. Unter Einsatz eines Fujitsu Scanners will er helfen, die Wahrheit schneller ans Licht zu bringen. Politiker zeigen sich wenig begeistert.

Zum Interview

Uwe Schummer (CDU)

Der Bundestags-
abgeordnete möchte "Hartz IV" abschaffen. Die Agenda 2010 sei abgearbeitet, glaubt er und verrät im Interview, was er stattdessen für richtig hält: Eine Agenda 2015 soll es nun richten!

Zum Interview

Michael Martens

Der FAZ-Redak-
teur spricht in unserem Inter-
view über das breite mediale Interesse zu der seltsamen Publi-
kation der Daniela Matijevic, die im Kosovo "knietief in Leichen stand". Dies, obwohl dort seit 1995 bis heute kein einziger deutscher Soldat bei Gefechten ums Leben gekommen ist.

Zum Interview

Dominic Schwickert

Der Politik-
berater spricht in unserem politischen Gespräch über "Strategiebera-
tung im Zen-
trum der Macht" und stellt seine diesbezüglich gerade erschienene Publikation vor.

Zum Interview

Dr. Jakob Sierig

Der Tübinger Geologe spricht im Interview über Sicherheit und Kosten-Nutzen zum Jahrhundert-
projekt "Stutt-
gart 21" und warnt vor nicht überschaubaren Folgekosten.

Zum Interview

Sebastian Knauer

Der SPIEGEL-Redakteur und Herausgeber der Publikation "Barschel - Die Akte" geriet 1987 auf dem Höhepunkt des Barschel-Skandals selbst in den Sumpf des Polit-Thrillers, als er den toten Politiker auffand.

Zum Interview
  


Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin (SPD)

Die SPD-
Politikerin und Rechtsanwältin ist Mitglied des Deutschen Bundestags und spricht in unserem Interview über Leiharbeit, Dumpinglöhne und weitere Schieflagen auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Zum Interview



Dieter Reicherter

Der ehemalige Richter war viele Jahre als Vorsitzender am Landge-
richt Stuttgart tätig und berichtet als Augenzeuge von gewalttätigen Übergriffen der Polizei bei einer Demo zum Projekt "Stuttgart 21".

Zum Interview

Dr. Gregor Gysi (PDL)

Der Fraktions-
vorsitzende im Deutschen Bundestag spricht über die Gründe der weiter um sich greifenden Politikverdrossenheit und erklärt, was er sich für seine Partei in der Zukunft wünscht.

Zum Interview

Wolfgang Grupp, Trigema

Der schwäbische Unternehmer spricht über Globalisierung, Exportwelt-
meister, Hoch-
lohnland Deutschland, Ethik, persönliche Haftungen und erfolgreiche Unternehmensführung.

Zum Interview

Omid Nouripour (Grüne)

Der Verteidi-
gungssexperte von Bündis 90/Die Grünen erklärt, warum ein schneller Abzug aus Afghanistan nicht möglich ist und was es mit den von General McChrystal angekündigten Groß-Offensiven auf sich hat.

Zum Interview

Prof. Dr. M. Hartmann

Sind Hartz IV-Empfänger Deutschlands Sozialschma-
rotzer oder verschleiern lautstarke populistische Parolen den Blick auf ganz andere Tatsachen?

Zum Interview

Omid Nouripour (Grüne)

Der Verteidungs-
Experte sieht viel Klärungsbedarf hinsichtlich des Luftangriffs im afghanischen Kundus. Ein Untersuchungs-
ausschuss soll nun klären, ob der Öffentlichkeit bewusst die Wahrheit vorenthalten wird.

Zum Interview



GEN - DEBATTE:
Gibt es ein Recht auf Dummheit?


SARRAZIN - Debakel


AFGHANISTAN - EINSATZ

HARTZ IV
Artikelsammlung zur größten Sozialreform in der Geschichte der Bundesrepublik

Arbeitsmarkt Deutschland:
Bankrotterklärung in einem der reichsten Länder der Welt

Prof. Dr. Ch. Broelsch

Die Staatsan-
waltschaft wirft dem Transplan-
tationschirurgen Betrug, Nötigung und Vorteilsge-
währung vor. Broelsch soll Patienten systematisch zu Spendenzahlungen erpresst haben. Wir haben nachgefragt.

Zum Interview    



Graf von Faber-Castell

Der Top-
manager und Vorstands-
vorsitzende der Faber-Castell AG in Stein äußert sich im Interview zu Tradition und Fortschritt, unternehmerische Verantwortung und Nachwuchsförderung.

Zum Interview

Domenika Ahlrichs

Im Gespräch mit der derzeitigen Chefredakteurin der NETZEITUNG, die zum Jahres-
ende 2009 den redaktionellen Betrieb einstellt. Damit soll der Weg für ein automatisiertes Nachrichtenportal geebnet werden.

Zum Interview    

Dr. Michael Maier

Der ehemalige Chefredakteur der NETZEITUNG ist sich sicher: Das Ende der Netzeitung ist auch ein Menetekel für die Branche.

Zum Interview    





Dr. Hermann Otto Solms

Der Vizepräsi-
dent des Deut-
schen Bundes-
tages hat in den vergangenen Jahren ein Gesamtkonzept zur Reform der direkten Steuern entwickelt. Wir haben mit ihm darüber gesprochen.

Zum Interview

Parlamentsfernsehen



DER MADOFF-SKANDAL

Banken-FLOP des Jahrzehnts:

Hypo Alpe Adria und
der Fall BayernLB

Prozess im Fokus:

Prof. Dr. Christian Broelsch
Ein Star-Chirurg auf der Anklagebank

DIE FINANZKRISE

Jens Seipenbusch

Der Vorstands-
vorsitzende der schnell wachsen-
den Piratenpartei in Deutschland spricht über Bürgerrechte im digitalen Zeitalter und mehr Transparenz in Politik und Behörden.

Zum Interview

Gerd Heidemann

Mehrteiliges Interview mit dem Ex-"Stern"-
Reporter und ehemaligen Kriegsbericht-
erstatter Gerd Heidemann, dessen Karriere mit dem Medien-Flop um die gefäl-
schten Hitler-Tagebücher ein jähes Ende fand.

Zum Interview

Prof. Dr. C. Pestalozza
Prof. Dr. C. G. Paulus

FU Berlin und Humboldt-Universität zu Berlin beantworten Fragen zum Finanzmarktstabili-
sierungsgesetz

Zum Interview

Counter



senden

Matijevic-Publikation: Michael Martens (FAZ) will nicht mit der Hölle leben (1)

12. November 2011, 18:14
FAZ-Redakteur Michael Martens; Foto: Detmar Modes[Ursula Pidun] Der FAZ-Redakteur Michael Martens veröffentlichte Ende Februar 2011 einige Beiträge zu einer seltsamen Publikation einer ehemaligen Bundeswehrsoldatin. Die Autorin hatte ein Buch über ihren Auslandseinsatz geschrieben. Das Buch mit dem griffigen Titel "Mit der Hölle hätte ich leben können" kündigt im Klappentext schaurige Szenarien an, "die die Grenzen unserer Vorstellungskraft sprengen".

Martens kommt in seinen Veröffentlichungen "Der grausige Krieg der Daniele M." und "Bundeswehrsoldaten mussten keine Hunde essen" sowie "Kameradin M. und ihre Truppe" allerdings zu dem Schluss, dass hinsichtlich der Erzählungen der Autorin Daniela Matijevic wohl nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Behauptungen, deutsche Soldaten hätten "dem Mord an Kindern zugesehen und aus Hunger Hundefleisch gegessen", sieht er ebenso skeptisch, wie Beschreibungen über Kriegsszenarien, bei der die Autorin "Dinge erlebt hat, die keiner von uns erlebt hat". "Wir haben die Hölle erlebt, wir standen knietief in Leichen", erzählt sie beispielsweise. Das ist als absolut heikel zu bezeichnen, denn "seit 1995 bis heute ist bei den Einsätzen auf dem Balkan, in Bosnien und im Kosovo, kein einziger deutscher Soldat bei einer Gefechtshandlung ums Leben gekommen", schreibt Martens. Dennoch wurde die Autorin zum Liebling der Medien und geisterte mit ihren furchtbaren Erinnerungen inklusive eines posttraumatischen Belastungssyndroms (PTBS) in Form einer Buchvorstellung durch etliche Gazetten, Radiosender und Talk-Shows.

Aufgeschreckt durch soviel Ungereimtheiten und medial inszenierten Nonsens haben wir nachgefragt. Immerhin geht es auch um die Sichtweise auf die Bundeswehr, rassistische Aspekte und die Rolle der Medien und deren Sorgfaltspflicht hinsichtlich ausreichender Vorabrecherchen. Im Gespräch mit Michael Martens. Der FAZ-Redakteur befasste sich unter anderem mit der Berichterstattung aus Afghanistan während des amerikanischen Krieges gegen die Taliban. Im Sommer 2002 wechselte er nach Belgrad und war dort sieben Jahre lang als Korrespondent zuständig für die Nachkriegsberichterstattung vom Balkan. Im Sommer 2009 wechselte Martens nach Istanbul. Seitdem berichtet er aus der Türkei und behält auch Rumelien im Fokus.

Michael Martens, sind mögliche Märchen der Autorin Daniela Matijevic eventuell allzu eilfertig von den Medien übernommen worden? Immerhin tingelte die Autorin durch unzählige Talk-Shows, Zeitungen und Magazine. Auch Radiosender haben sich der Sache angenommen. Da lässt sich eine eingehende Vorabrecherche durchaus erwarten?

Sollte man meinen, aber es ist wohl naiv, so zu denken. In der Tiefebene deutscher Talkshows und des wutbürgerlichen Lifestyle-Journalismus wird nicht gern recherchiert, wenn die Tendenz stimmt. Lieber übernimmt man vorgefertigte Gedankenhäppchen und Gefühlsbrocken. Das Heyne-Buch ist ein Beispiel dafür. Es ist ja nicht so, dass man die Welt umstülpen müsste, um auf all die Fehler und Ungereimtheiten zu stoßen, die es enthält. Eine Stunde Beschäftigung mit dem Thema hätte für den Anfang genügt. Aber selbst dazu blieb offenbar keine Zeit. Kein Wunder, denn diese Quasselshows werden in so hoher Stückzahl produziert, dass gerade genug Zeit bleibt, die nächste Sau heranzuholen, nachdem die vorige durchs Dorf getrieben wurde.

Gerade bei einer solchen Geschichte, die sowohl die Bundeswehr in ein äußerst merkwürdiges Licht stellt als auch tendenziell rassistische Züge offenbart, muss akribische Recherche sein. Wenn Verlagen das zu teuer ist, wie sieht es mit den öffentlich-rechtlichen Sendern aus? Sie verfügen über immense finanzielle Ressourcen, da ist es kaum allzu naiv, erstklassige Arbeit zu erwarten?

Ich lebe seit vielen Jahren im Ausland und empfange keine deutschen Sender, kann mir also kaum ein Urteil erlauben. Dass es erstklassige Journalisten sowie erstklassigen Journalismus bei den öffentlich-rechtlichen Sendern gibt, bezweifle ich nicht. Meine Stichproben bei der Recherche zum Fall des Heyne-Buches haben aber gezeigt, dass es auch unheimlich viel wohlfeilen, pseudokritischen Mülljournalismus gibt. Er ist kritisch im Gebaren, nicht in der Substanz. Dieser Journalismus gibt sich unerschrocken, obwohl der Gegner, gegen den er anzurennen vorgibt, keineswegs erschreckend ist. Ich musste bei solchen Fällen von Journalismus oft an eine Notiz von Ernst Jünger aus dem letzten Band seiner Tagebücher denken. "Heute gilt es für löblich, gegen den Strom zu schwimmen, aber das sind nur Pissrinnen." Der Mann stand im 101. Lebensjahr, als er das schrieb, er dürfte reichlich Erfahrung damit gemacht haben.

Auf ein solche "Pissrinne" sind Sie nun gestoßen?

Die Autorin des Heyne-Buchs wurde immer wieder als mutige Frau dargestellt, die unbequeme Wahrheiten ausspricht. Was nun aber unbequem sein soll an ihren Feststellungen, wurde nie klar. Es ist doch längst unbestritten, dass Deutschland in Afghanistan im Krieg steht und sich um seine Kriegsheimkehrer kümmern muss. Nur hat das alles mit dem Balkan nichts zu tun. Verstörend am Fall Heyne ist nicht das Buch selbst, sondern das Versagen des Verlages und der Medien im Umgang damit.

Dann aber eben auch das Versagen der Öffentlich-Rechtlichen? Diese haben ja auch darüber berichtet...

Ja, dieses Versagen spielte sich zu großen Teilen auch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ab. Im "Kölner Treff" von Bettina Böttinger zum Beispiel. Laut Darstellung ihres Haussenders, des Westdeutschen Rundfunks, zeichnet Frau Böttinger sich durch die Fähigkeit aus, Gespräche journalistisch kompetent und gleichzeitig unterhaltsam zu führen. Mag sein, dass sie das kann, aber von journalistischer Kompetenz war bei der völlig uninformierten und kritiklosen Beweihräucherung der Heyne-Autorin nicht viel zu merken. Und da heißt es dann, Böttingers "Talk" sei zu einem Markenzeichen des WDR geworden – made im Lande Irgendwo der journalistischen Beliebigkeit.

Die Redaktion erklärte auf meine Nachfrage, man habe sich beim Heyne Verlag rückversichert. Aufgrund der vorliegenden Informationen habe es für die Redaktion keinen Anlass gegeben, den Wahrheitsgehalt der Geschichte in Frage zu stellen. Der Kölner Treff ist allerdings kein Einzelfall...

Nein, denn viele öffentlich-rechtliche Sender sind ähnlich oberflächlich mit dem Buch umgegangen. Bei "Hallo Niedersachsen" im NDR waren aus dem getöteten Kind, das der Autorin angeblich aus der Hand geschossen wurde, sogar "gepfählte Kinder"geworden. Im Bayerischen Rundfunk gibt es eine Sendung namens "Eins zu Eins. Der Talk" sowie im Hessischen Rundfunk eine Sendung namens "Bärbel Schäfer live", die sich durch besonders naive Interviews mit der Heyne-Autorin auszeichneten. Diese Interviews könnten in jedem Volontariat als Beispiel dafür herangezogen werden, wie man es nicht macht. Es geht nicht um einzelne sachliche Fehler, die unterlaufen jedem Journalisten. Man kann noch so sorgfältig arbeiten, Irrtümer sind unvermeidbar. Aber Irrtümer und eine grundsätzlich schlampige Arbeitsauffassung sind nicht dasselbe. weiterlesen in Teil II

+++++++++ Foto: Detmar Modes

Bei Kommentierungen macht derzeit der "InternetExplorer" Probleme hinsichtlich der Texteingabe. Wir arbeiten an dem Problem! Mit allen anderen Browsern sollte die Texteingabe funktionieren.
Beitrag (pdf) drucken: Print Friendly and PDF

Fügen Sie diesen Artikel folgenden Diensten hinzu:

Mister Wong del.icio.us Furl YiGG Yahoo MyWeb Taggle Folkd BlinkList Linkarena Google ShortNews

Wir freuen uns über sachliche Kommentierungen. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren, insbesondere wenn sie ehrverletzende, beleidigende, rassistische sowie anderweitig strafrechtlich relevante Inhalte enthalten. Eine Korrespondenz hierzu seitens der Redaktion entfällt.

Ulf (Gast) - 10. Mrz, 20:02
Wenn man in den Medien immer wieder (!) von den Verfehlungen deutscher und ausländischer Soldaten liest, stellt sich die Frage, inwieweit Mechanismen zur Eignungsfeststellung der Armee greifen.

Gutes Interview, ohne großes Drumherum wird hier stichhaltig angeklagt.

Marschmellow_01 (Gast) - 10. Mrz, 20:20
Nie gehört von dieser Geschichte und dem Buch und bin einigermaßen entsetzt. Kann man den Leuten heute auftischen was man will, Hauptsache das Medium, das auftischt, kommt einem bekannt vor? Kopfschütteln...

Exakt

J. Pflüger (Gast) - 10. Mrz, 21:04
da schließe ich mich an. Nach welchen Kriterien wird da geprüft wer tatsächlich tauglich ist. Was auch aufstößt: Wenn das wirklich blanker Unsinn ist, diskriminiert die gute Frau auch die ganze Bundeswehr in ihrem Ansehen. Ob sie das bedenkt?

P. Blum (Gast) - 10. Mrz, 21:45
Hoffentlich bringt dieses wirklich gute Interview
die nötige Aufmerksamkeit an der richtigen Stelle
und nicht noch mehr Umsatz bei Heyne-Verlag.

Auch gute Journalisten können falsch liegen

Frank Schwartz (Gast) - 11. Mrz, 09:43
Herr Martens ist mir als guter Journalist der FAZ seit Jahren bekannt; fundierte Berichte über den Balkan sind sein markenzeichen. Auch seine Kritik an dem Buch von D.M. ist aus meiner Sicht gerechtfertigt. Als ehemaliger Offizier mit 3 Balkan-Einsätzen kann ich mir dazu eine qualifizierte Meinung erlauben.
Etwas ganz anderes ist seine Bewertung der PTBS-Problematik. Ich kenne persönlich zahlreiche Fälle, die mit dieser Erkrankung leben müssen; auch meine eigene Familie ist davon betroffen. Das Problem PTBS so zu verharmlosen wie Herr Martens es tut, und das gleich mit einem großen Rundumschlag, ist unqualifiziert. Es spricht von hoher Unkenntnis des Themas. PTBS ist eine psychische Erkrankung, deren Ursachen ganz unterschiedliche Gründe haben können; diese Gründe entziehen sich einer journalistischen Bewertung oder auch anderer externer Bewertungen. Denn es geht ausschliesslich um die subjektive Reaktion einer Person auf ein Erlebnis, dass sie als extrem empfindet. Oftmals entzieht sich dem externen Beobachter die Möglichkeit dieses nachzuempfinden.
Sein Hinweis auf die "stabileren" Journalisten geht am Problem vorbei: 1. weil die Lebensumstände von Soldaten und Journalisten nicht vergleichbar sind. 2. Blendet er die Dunkelziffer bei den Journalisten aus, denn niemand ist so robust, alles Elend dieser Welt einfach wegzustecken. 3. Leichtferti über betroffenen so abfällig zu kommentieren sit für einen "guten" Journalisten unanständig.
Falls Herr Martens diesen Kommentar liest, bitte ich ihnn, mit mir Kontakt aufzunehmen.

Guter Artikel - falsche Schlussfolgerung zu PTBS

kosovo-veteran (Gast) - 11. Mrz, 10:01
Herr Martens hat mit seinen treffenden Artikeln in der FAS und FAZ einen längst überfälligen Beitrag dazu geleistet, die Hochstaplerin Matijevic zu entlarven. Sehr gut, Herr Martens!
Aber die Interpretationen über eine PTBS sind unzulässig. Herr Martens fragt sich zum Schluss von Teil III, was die Soldaten auf dem Balkan denn erlebt haben sollten, um dauerhaft an einer PTBS zu erkranken.
Sie haben Recht, Herr Martens, kein Soldat ist durch Feindbeschuss auf dem Balkan ums Leben gekommen, es gab keinen Krieg, wie Frau Matijevic behauptet. Aber 1997 wurden zwei Soldaten der Bundeswehr in Rajlovac durch Beschuss eines eigenen "Luchs"-Spähpanzers getötet. 1998 stirbt ein Offizier in seinem Transportpanzer "Fuchs", als dieser von der Straße abkommt. 1999 stirbt ein KFOR-Bundeswehrarzt ebenfalls in einem "Fuchs", als dieser von einer Brücke stürzt. Dürfen alle die Soldaten, die als Augenzeugen so etwas erlebt haben, nicht an einer PTBS erkranken? Was ist mit den Soldaten, die bei der Exhumierung der Massengräber dabei waren, die in Straßenschlachten der Ethnien verletzt wurden oder selbst ihre Waffe einsetzen mussten?
Darüber hinaus ist es nicht zutreffend, dass Soldaten sich in ein "engmaschiges" Netz legen können, nur wenn sie das Modewort PTBS benutzen. Das Gegenteil ist der Fall. Die meisten der Betroffenen sind längst ausgeschieden, wenn die Krankheit ausbricht und müssen in jahrelangen Verfahren in der zivilen Welt beweisen, dass sie berufsunfähig sind. Wenn Sie, Herr Martens, viele „Gegenzeugen“ im Rahmen Ihrer Recherche gesprochen haben, dann fragen Sie diese nach dem Thema PTBS. Vielleicht überdenken Sie dann Ihre Meinung, die „PTBSler“ würden sich „aushalten lassen“. Nicht jeder Einsatzsoldat ist ein Hochstapler und Lügner, Herr Martens.

Honorar vom Verlag

S. Braukmann (Gast) - 11. Mrz, 10:53
Bestimmt gabs doch ein saftige Honorar vom Verlag. Das muss doch erst verbracht werden, bevor es Stütze gibt, oder?

: : : :

Jeeves (Gast) - 11. Mrz, 11:08
Harald Schmidt hat Entgültiges über Frau Böttinger gesagt. Dem muss man nix hinzufügen.
Auch der Heyne-Verlag ist eher einer, von dem man in meiner Bibliothek nix findet.

Von einer nicht auf alles schließen...

Lex (Gast) - 11. Mrz, 13:38
Ich stimme der Analyse und Bewertung des Buches im Artikel des Herrn Martens umfassend zu. Ich denke aber auch, dass Frau Matjivec durchaus eine psychische Störung hat. Dies ist für mich offensichtlich, denn ihr Auftreten in der Öffentlichkeit, Ihr Umgang mit Kritik und Ihre Eigendarstellung (ja, ich kenne sie "live") lässt für mich keinen anderen Schluß zu.

Sehr schade und bedauerlich ist, dass Herr Martens zum Ende des Artikel dazu neigt, die richtige Schlußfolgerung die er zwischendurch trifft (dass, eine solche Frau den "echten" PTBS-Patienten oder Veteranen schadet) selbst zu bestätigen, indem er recht pauschal eine Belastung von Soldaten durch ein traumatischen Ereigniss in Frage stellt. Das ist kein gutes Ende für das Interview und bedauerlich.


Der Kommentar des Herrn Frank Schwarz trifft die Sache daher recht gut, ebenso wie der des "Kosovo Veteran". Ich bitte alle Interessierten hier die eine Person von allen anderen zu trennen und eben nicht von "einer auf alle" zu schließen.

Die Problematik PTBS existiert tatsächlich. Und im Gegensatz zu den Ausführungen Herrn Martens sind die entsprechenden Gutachter regelmäßig eher zu streng, als zu weich.

Veteran (Gast) - 11. Mrz, 14:58
mich macht dieser Artikel ja schon etwas sprachlos, ja wütend!!! Woher will er sowas wissen? Er soll doch mal googeln, da findet er genug mit dem Zusammenhang von PTBS und Journalisten. Wir Soldaten waren die ersten an den Massengräbern, dann wurde abgesperrt und die Leute von der UN oder Hilfsorganisationen kamen und haben sich um alles gekümmert.

Die Reporter standen mit ihren Kameras 100 Meter entfernt und haben das ganze als Hintergrundbild für ihren Bericht genommen.
Die Aufnahmen von Massengräbern wurden zumeist von anderen gemacht wie Ärzten, Soldaten sowie Mitarbeitern von Hilforganisation oder der UN - nicht von den Journalisten.
Denen fast immer der Zutritt verweigert!
Ist doch heut genauso - oder sieht man Nahaufnahmen von Unfällen oder ähnlichen im Fernsehen? Nein, die schauen nur aus der Ferne zu!!!

Er weis nicht wie es ist an einen solchen Ort .... den Geruch, den man nie mehr vergist, der einen immer wieder einholt ...
Er weiß nicht wie es ist in die Gesichter von den Toten zu schauen, oftmals sieht man noch das Einschusloch im Schädel ...
Er weiß nicht das eine Leiche relativ langsam verweßt ... das dauert 5-6 Jahre. Nach nur ein oder Zwei Jahren ist die noch relativ gut erhalten!
Man sieht teilweise noch die Angst und den Schrecken in den Gesichtern, den diese Menschen in den letzen Minuten ihres Lebens hatten!

Und natürlich bestand auch Gefahr für uns Soldaten, oft wurden unseren Aufforderungen erst nachgekommen nachdem wir unsere Waffen entsichert haben.
Minen lagen überall - und nicht zuwenig. Gar nicht lustig war es auch wenn bei einer Fahrzeugkontrolle die ganz normal anfängt, man eine Decke im Kofferaum hochhebt und einen plötzlich zwei Handgranaten entgegen rollen wobei bei einer auch noch der Sicherungsstift fehlt.

Das sind Situation die kein Journalist mitgemacht hat!
Was unsere Kameradin sich da im Kosovo ausgedacht hat war die eine Seite, sowas kann man nicht schönreden.
Aber was wir Soldaten teilweise gesehen und erlebt haben ist die Realität - und wie im Richtigen leben sind die Journalisten erst gekommen als es schon vorbei war .... oder auch gar nicht.

Mich macht eine Denkweise wie die von Herrn Michael Martens wirklich traurig, denn das zeigt mir das wir Veteranen immer noch nicht ernstgenommen werden .....

In einen meiner Einsätze war ein Reservist dabei, der schon seit 10 Jahren bei der Berufsfeuerwehr war. Er sagte, das dies was er in 4 Wochen im Einsatz gesehen und erlebt hat mehr war als in den 10 Jahren bei der Feuerwehr!!!

B. Alsmann (Gast) - 11. Mrz, 16:22

nicht ganz richtig

Das ist real dann aber doch anders. Die Diskussion um einen Missbrauch mit dem PTBS ist legitim und lange überfällig. Hat der Redakteur an irgendeiner Stelle behauptet, es gebe das Syndrom nicht oder die Bundeswehrsoldatin hätte es nicht?

Die Behauptung, Journalisten bekämen nichts mit, ist hingegen falsch. Berichterstatter aus Krisen- und Kriegesgebieten sind nicht nur den vielfältigen Schrecklichkeiten ausgesetzt, die sich vor Ort bieten. Viele werden auch verschleppt, inhaftiert und ermordet. Melde sich doch mal einer von denen, die zurück gekommen sind und Entschädigung, Rente der sonstwas bekommen. Da wird sich kaum einer melden.

Der Bericht und da Interview waren lange überfällig, danke!
martin angermann (Gast) - 11. Mrz, 17:31

na na...

"Das sind Situation die kein Journalist mitgemacht hat!"
Sie habe eine seltsame Sichtweise auf den Beruf des Journalisten und eine keine bis keine Kenntnisse dazu. Es wäre besser, sich zu informieren.

baff!!!

KLaus C. (Gast) - 11. Mrz, 16:41
Ich habe das Interview und auch die Artikel gelesen und bin baff. Viele, die mal in Ausnahmesituationen waren, also im Krieg oder in kriegsähnlichen Umfeldern verklären nach einiger Zeit die Geschehnisse und sehen sich als Helden oder zumindest was besonders an. Aber so etwas! Dass viele Medien dabei ihre Recherchepflicht dann auch noch verletzten und so einen Humbug auch noch derart in den Medien aufpropfen, man fasst es nicht. Mir bleibt bei dieser Soldatin und deren Märchen aus tausend und einer Nacht die Spucke weg.

weber_office (Gast) - 11. Mrz, 20:27

schließe mich, das ist eine Räuberpistolengeschichte, die die Soldatin da an den Mann bringt. Was soll man da zu noch sagen? Wer?s glaubt, selbst schuld!

Bollwerk12 (Gast) - 12. Mrz, 16:31
für ein paar minuten action in der talkshow ist
vielen so manches recht. die zuschauer sind selbst
schuld wenn sie sich das gebrabbel anchauen.
bald soll es noch mehr talkshows geben und damit
noch mehr müll. vor allem auch in den öffentlich-rechtlichen.
die gebührenzahler blechen den ganzen schrott notfalls
per zwangserhebung.

Suche

 

spotlight





Zitat:

Es geht um Wahrheit.
Quote ist was für Loser


- Rainald Götz -


















Dr. Michael Meister (CDU)

Dr. Michael Meister, Stellver-
tretender Vorsitz-
ender der CDU/
CSU-Bundestags-
fraktion über Wirtschafts- und Sozialkompetenz, staatliche Eingriffe und die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft.

Zum Interview

Ottmar Schreiner (SPD)

Der Vorsitzende der Arbeits-
gemeinschaft für Arbeitneh-
merfragen und Bundestags-
abgeordnete spricht über Fehlentwicklungen innerhalb der Hartz IV-Gesetzgebung.

Zum Interview

Stefan Enderle

Der frisch ge-
backene Dipl.-
Ing. "Audiovisu-
elle Medien (FH)" stellt in unserem ausführlichen Interview seinen Film "Kann nicht sein, was nicht sein darf!?" vor und äußerst sich kritisch zu den "alten Medien".

Zum Interview


Dr. Rüdiger Frank

ist Professor für Wirtschaft und Gesellschaft Ostasiens und lehrt an der Universität Wien. Frank zählt zum Kreis der renommiertesten Ostasien-Experten.

Zum Interview


Dr. Werner Kilian

Der Botschafter a. D. war zu Beginn seiner diplomatischen Karriere drei Jahre in Afghani-
stan und spricht im Interview über den deutschen Einsatz und die aktuelle, problematische Situation in dieser Region.

Zum Interview


Ingrid Nestle (GRÜNE)

Die Bundes-
tagsabge-
ordnete und Sprecherin für Energiewirt-
schaft spricht im Interview über den Atomkompro-
miss der Bundesregierung, der keiner ist.

Zum Interview

Dirk Niebel (FDP)

Generalsekretär der FDP-Bundes-
partei über Ankerplätze, Krisen, Politik-
verdrossenheit und einer bedenklichen Entwicklung zu einer sozialistischen Marktwirtschaft.

Zum Interview

Dr. Hermann Bühlbecker

Der Top-Unter-
nehmer steht seit 1977 an der Spitze des Unternehmens Lambertz in Aachen. Im Interview spricht er über Standorte, Verantwortung und den Wert guter Beziehungen.

Zum Interview

Dr. Volker Wissing (FDP)

MdB und Mitglied des FDP-Bundes-
vorstandes spricht über das Desaster HRE, Enteigungen, Versäumnisse, Intransparenz und einen Untersuchungsausschuss

Zum Interview




Sir Quett K. J. Masire

Masire war von 1980 bis 1998 Präsident von Botswana. In einem ausführ-
lichen Interview mit uns äußert sich Masire zur schwierigen Lage im Kongo.

Zum Interview

Anna Maria Gadebusch

Spurensuche im Fall Marilyn Monroe:
Im Gespräch mit Anna Maria Gadebusch, Journalistin und Autorin des Radio-Features "Gute Nacht, Doktor!". Zum Interview


Volker Beck (Grüne)

Der Abgeordnete Bündnis 90/ Die Grünen spricht über Klimaschutz, Pseudoreformen und soziale Schieflagen.

Zum Interview

Ulrich Maurer (PDL)

Ulrich Maurer (MdB), Parlamen-
tarischer Geschäfts-
führer der Links-
fraktion im Bundestag, spricht über einen Politik-
wechsel und die Lasten der Krise.

Zum Interview



Powered by GOYAX


Nachgefragt:

Rainer Brüderle

Der stellvertretender Fraktionsvor-
sitzende der FDP spricht über Mindestlöhne, Investivlohn und Fachkräftemangel

Zum Interview

Hans-Christian Ströbele

Stellvertretender Fraktionsvor- sitzender Bündnis 90/Die Grünen über Geheimdienste und Mindestlöhne.

Zum Interview

Dr. Heinrich L. Kolb

Unternehmer und Abgeordneter der FDP-Bundestags-
fraktion

Zum Interview

Satire exklusiv:



br>
YouTube-Channel



Prof. Dr. P. Reisewitz

Im Gespräch mit dem Autor der Publikation "Pressefreiheit unter Druck – Gefahren, Fälle, Hintergründe"
Zum Interview



NEW YORK CITY


Hans Wall (Wall AG)

Die außer-
gewöhnliche Erfolgsge-
schichte des einstigen Mechanikers, der zu einem der bekann-
testen Werbegiganten Deutsch-
lands aufstieg, begann Ende der 70er Jahre mit einer cleveren und gleichsam ungewöhnlichen Idee.

Zum Interview


Social Networks:

RSS-Feeds

"Koran-Schändung": Die Taliban wittern ihre Chance in Afghanistan
In Afghanistan wächst nach der Koran-Verbrennung...
23. Feb, 17:44
Menschenrechte: Abschiebung auf offener See ist rechtswidrig
Der Menschenrechtsgerichtshof gibt einer Klage von...
23. Feb, 17:39
Neue Ermittlungen - Verfahren wegen Sex-Partys gegen Strauss-Kahn
Dominque Strauss-Kahn droht Ärger mit der französischen...
23. Feb, 17:21
Putins Präsidentschafts-Wahlkampf - "Wir sind ein Sieger-Volk"
Wladimir Putin hat bei einer Wahlkampfveranstaltung...
23. Feb, 17:19
Massendemo in Moskau: Panzerbauer für Putin
In wenigen Tagen wird in Russland gewählt, und...
23. Feb, 17:11
Trauerfeier in Berlin: "Elf Jahre lang durften wir nicht Opfer...
Beim Gedenkakt für die Opfer des Nazi-Terrors...
23. Feb, 17:09
Afghanistan - Nato-Soldaten nach Koran-Verbrennung erschossen
Ein afghanischer Soldat erschießt zwei NATO-Soldaten...
23. Feb, 16:53
Koran-Verbrennung: Nato befürchtet Flächenbrand in...
Zwei Nato-Soldaten wurden erschossen, im ganzen Land...
23. Feb, 16:53
Schuldenkrise: Junge Griechen stürmen Deutsch-Kurse in Athen
Die deutsch-griechischen Beziehungen sind seit der...
23. Feb, 16:48
Wehrdienstreform in Israel: Fromme an die Front
Israels oberstes Gericht geht den Ultra-Orthodoxen...
23. Feb, 16:48
Griechenland: Parlament in Athen billigt Schuldenschnitt-Gesetz
Die Privatgläubiger Athens sollen auf 107 Milliarden...
23. Feb, 16:46
Gedenken an Neonazi-Opfer im Netz: Wo die Schweigeminute auf...
Als die Twitter-Timelines ins Stocken gerieten: Auch...
23. Feb, 16:41
Neue Studie zu Radarkontrollen: Blitzer verhindern keine Unfälle
Verhindern Radarfallen wirklich Unfälle - oder...
23. Feb, 16:38
Präsidentenwahl: Wahlkampf in Russland
Wladimir Putin in Moskau im Wahlkampf um das Präsidentenamt.
23. Feb, 16:35
Staatsreue am Gendarmenmarkt: Die zehn
Besonders bewegend an der heutigen Gedenkveranstaltung...
23. Feb, 16:32